Blasenschmerzen: Ursachen und Behandlung

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. med. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 21 Feb 2022

Die meisten Menschen haben mindestens 1-mal in ihrem Leben Blasenschmerzen. Die Ursachen dafür können sehr unterschiedlich sein. Dementsprechend gestalten sich auch die Behandlungsmöglichkeiten individuell. Die gute Nachricht dabei: In den meisten Fällen lassen sich Blasenschmerzen gut therapieren. Was müssen Betroffene wissen?

Inhalt
Blasenschmerzen: Junge Frau greift sich mit beiden Händen auf den Unterbauch.
 

Blasenschmerzen: Die häufigste Ursache

Mehrere Einflüsse und Erkrankungen können sowohl bei Männern als auch bei Frauen Schmerzen in der Blase verursachen. Der häufigste Grund für Blasenschmerzen ist ein Harnwegsinfekt. Darunter verstehen Ärzte Entzündungen der Harnröhre, der Blase, der Harnleiter oder der Nieren.

In der Regel geht eine solche Harnwegsentzündung auf eine bakterielle Infektion zurück, zum Beispiel mit den Darmbakterien E. coli. Neben den Blasenschmerzen äußert sich eine Blasenentzündung durch typische Symptome wie

Betroffene haben häufigen Harndrang, können mitunter aber ihre Blase nicht vollständig entleeren.

Sie leiden gerade an einer Blasenentzündung? Bei ZAVA erhalten Sie bei Bedarf passende Medikamente zur Behandlung. Dazu füllen Sie einfach unseren medizinischen Fragebogen aus: Unsere Ärzte prüfen Ihre Angaben und stellen Ihnen je nach Angemessenheit ein Rezept aus.

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Von Blasenentzündungen sind Frauen deutlich häufiger betroffen als Männer, da ihre Harnröhre nur ungefähr 3-5 cm lang ist. Erreger müssen somit einen viel kürzeren Weg zur Blase zurücklegen als bei Männern mit einer 20 cm langen Harnröhre.

Wichtig: Sollten sich zusätzlich zu den Schmerzen in der Blase auch Fieber und Flankenschmerzen entwickeln, vereinbaren Betroffene am besten umgehend einen Arzttermin. Diese Symptome können auf eine Nierenbeckenentzündung hinweisen.

Welche weiteren Ursachen können Blasenschmerzen hervorrufen?

Neben klassischen Harnwegsinfekten gibt es eine Reihe weiterer Auslöser von Blasenschmerzen, die beide Geschlechter betreffen können. Dazu zählt die sogenannte interstitielle Zystitis, die Mediziner auch als „bladder pain syndrome“ bezeichnen. Bei der interstitiellen Zystitis handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung der Blase, deren Entstehung noch nicht final geklärt ist. Die Symptome ähneln denen einer bakteriellen Infektion und umfassen häufiges, aber erschwertes Wasserlassen, Blasenschmerzen sowie teilweise Inkontinenz.

Ähnlich wie bei der interstitiellen Zystitis sind auch bei der sogenannten Reizblase die Ursachen noch nicht vollständig verstanden. Patienten mit Reizblase leiden unter schwer zu kontrollierendem, häufigem Harndrang und verspüren teilweise ebenfalls Schmerzen.

Auch Nieren- oder Blasensteine (Harnsteine, Urolithiasis) sind ein typischer Grund für Blasenschmerzen. Harnsteine entstehen allgemein durch eine zu hohe Konzentration steinbildender Substanzen (Lithogene) oder durch einen anormalen pH-Wert des Urins. Dadurch bleiben die Lithogene nicht mehr im Urin gelöst, sondern fallen als kleine Steine aus. In diesen Fällen treten meist starke, kolikartige Schmerzen auf, die mit Übelkeit, Erbrechen und Angstzuständen einhergehen können. Außerdem tritt bei manchen Harnstein-Patienten ein immer wieder unterbrochener Harnstrahl beim Wasserlassen auf (Stakkatomiktion). Die Stärke der Symptome hängt maßgeblich von Größe, Form, Zusammensetzung und Lokalisation der Steine ab.

Harnsteine sowie andere Fremdkörper und einige Medikamente können einen Harnverhalt auslösen, der ebenfalls Blasenschmerzen hervorruft. Seltener engen bei beiden Geschlechtern sowohl gutartige als auch bösartige Tumore im Bereich der Blase die Harnwege ein und sorgen so für Schmerzen.

Nicht zu vernachlässigen sind psychologische Ursachen. Akute Stresssituationen, aber auch länger zurückliegende Ereignisse wie traumatisierende sexuelle Erfahrungen können sich unter anderem auf die Blase auswirken und in Form von Blasenschmerzen niederschlagen.

Sie haben bereits einen Verdacht, worauf Ihre Beschwerden zurückzuführen sind? Oder möchten Sie einen Rat einholen, welche Ursache in Ihrem Fall infrage kommt? Wir unterstützen Sie in jedem Fall: Bei unseren ZAVA Partnerärzten erhalten Sie schnell und einfach einen Termin zur Video-Sprechstunde. Dort können Sie Ihr Anliegen schildern.

Gibt es Ursachen von Blasenschmerzen, die nur Frauen betreffen?

Bei Frauen können Blasenschmerzen noch aus mehreren zusätzlichen Gründen auftreten. Insbesondere Entzündungen im Bereich der Scheide und Gebärmutter können unter anderem Schmerzen im Blasenbereich verursachen. Darüber hinaus begünstigt auch Endometriose Blasenschmerzen.

Sie sind unsicher, welcher Auslöser bei Ihnen für die Schmerzen in der Blase infrage kommt? In diesem Fall wenden Sie sich am besten an einen Arzt und holen seinen Rat ein. Bei ZAVA können Sie dazu auch ganz einfach die Nachrichtenfunktion im Patientenkonto nutzen.

Eine weitere klassische Ursache, die bei Frauen Blasenschmerzen erzeugen kann, ist die Honeymoon-Zystitis. Dabei handelt es sich im Grunde um eine gewöhnliche bakterielle Blasenentzündung, die jedoch durch die Reizung des Harn- beziehungsweise Genitaltrakts während des Geschlechtsverkehrs ausgelöst wird. Typischerweise tritt sie innerhalb von wenigen Stunden bis Tagen nach dem Sex auf.

Während einer Schwangerschaft kann es vermehrt zu Blasenschmerzen kommen. Durch den zunehmenden Platzbedarf des heranwachsenden Kindes im Mutterleib entwickeln sich daneben möglicherweise andere Beeinträchtigungen des Harntrakts wie zeitweise Inkontinenz, die sich aber nach dem Ende der Schwangerschaft von alleine zurückbilden. Wichtig: Eine Blasenentzündung in der Schwangerschaft sollte immer ärztlich abgeklärt werden, um Risiken für das Baby auszuschließen.

Welche Gründe können Blasenschmerzen speziell bei Männern haben?

Blasenschmerzen können bei Männern auch durch Erkrankungen der Prostata entstehen. Akute Entzündungen der Prostata lösen dabei ebenso Blasenschmerzen und Schwierigkeiten beim Wasserlassen aus wie eine gutartige Vergrößerung der Prostata (Prostatahyperplasie) oder Prostatakrebs.

Andere spezielle Gründe für Blasenschmerzen bei Männern können beispielsweise Entzündungen der Bläschendrüsen (Glandulae vesiculosae) oder der Samenleiter sein. Diese Auslöser von Blasenschmerzen sind aber verhältnismäßig selten. Vereinbaren Sie immer einen Arzttermin, wenn sich Ihre Symptome nicht eindeutig auf eine unbedenkliche Ursache zurückführen lassen.

Welche Untersuchungen wird ein Arzt bei Blasenschmerzen durchführen?

Patienten mit Blasenschmerzen wenden sich am besten an ihren Hausarzt oder Urologen. Frauen können auch bei ihrem Frauenarzt Hilfe erhalten.

Aufgrund der vielen unterschiedlichen Ursachen für Blasenschmerzen wird der Arzt zunächst versuchen, in einem Gespräch Möglichkeiten auszuschließen beziehungsweise die wahrscheinlichste Ursache zu finden. Wichtige Anhaltspunkte sind hierbei unter anderem Informationen zum Wasserlassen (Häufigkeit, Volumen etc.), zu vergangenen Blasenschmerzen und zu eingenommenen Medikamenten.

Des Weiteren tastet der Mediziner in der Regel die Blasen- und Nierenregion ab und führt gegebenenfalls eine Ultraschalluntersuchung der Blase durch. Auch eine Blutprobe und eine Urinprobe sind in vielen Fällen erforderlich.

Andere mögliche diagnostische Schritte beinhalten Röntgenuntersuchungen oder andere bildgebende Verfahren zur Abklärung von Harnsteinen. Bei Frauen ist häufig zusätzlich eine gynäkologische Untersuchung notwendig. Männer werden hingegen nur selten digital-rektal untersucht: Dabei führt der Arzt einen Finger in den After ein und betastet von dort aus die Prostata.

Was kann man gegen Blasenschmerzen tun?

Die Therapie von Blasenschmerzen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache und kann dementsprechend von Fall zu Fall sehr unterschiedlich aussehen. Bei leichten Schmerzen versuchen viele Menschen, sich mit Hausmitteln wie Wärmflaschen und verstärkter Flüssigkeitszufuhr selbst zu behandeln. Sollten die Beschwerden dadurch wieder abklingen, sind im Allgemeinen keine weiteren Maßnahmen notwendig.

Falls die Schmerzen jedoch bestehen bleiben oder sogar stärker werden, sollten Sie ihre Ursache durch einen Arzt abklären lassen. Dem Großteil der Patienten mit Blasenschmerzen kann schnell und nachhaltig mit Arzneimitteln geholfen werden.

Bakterielle Infektionen der Harnwege müssen normalerweise 1-14 Tage lang mit Antibiotika behandelt werden, die ein Arzt verschreibt. Bei ZAVA können Sie Ihr Medikament gegen Blasenentzündung ganz einfach und ohne lästige Wartezeit auf einen Arzttermin erhalten. Füllen Sie unseren medizinischen Fragebogen aus und sprechen Ihre Angaben für eine entsprechende Therapie, erhalten Sie ein Rezept für eines dieser Präparate:

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Unterstützend sollten Patienten viel trinken. Gleiches gilt bei Blasenschmerzen, die durch bakterielle Infektionen innerhalb des Genitaltrakts ausgelöst werden.

Liegt ein Harnstau vor, wird ein Arzt versuchen, die Ursache des Harnstaus zu beseitigen. Da dies oftmals längere Zeit in Anspruch nehmen kann, wird bei starkem, akutem Harnstau normalerweise direkt eine Blasenpunktion durchgeführt, um die Blase zu entlasten. Sind die Blasenschmerzen das Resultat einer vergrößerten Prostata oder eines Tumors, so hängt die genaue Behandlungsmethode vom Einzelfall ab.

Generell gilt: Sobald zusätzlich zu den Blasenschmerzen Fieber oder Flankenschmerzen auftreten, müssen Sie einen Arzt aufsuchen. Es handelt sich dann wahrscheinlich nicht nur um eine reine Blasenentzündung, sondern möglicherweise um eine Entzündung der Niere oder des Nierenbeckens. Um eine dauerhafte Schädigung der Niere zu vermeiden, spielt die rechtzeitige Therapie eine entscheidende Rolle.

Wo liegt die Blase?

Die Blase, genauer als Harnblase bezeichnet, ist ein hohler Gewebesack mit einem Fassungsvermögen von normalerweise bis zu 800 ml. Die Aufgabe der Blase ist das Sammeln von Urin, der von den Nieren erzeugt wird und über die Harnleiter von den Nieren in die Blase fließt. Sobald die Blase ausreichend gefüllt ist, verspürt man Harndrang.

Ausscheiden lässt sich der Urin über die Harnröhre. Zu diesem Zweck ist die Blase außen mit Muskelfasern überzogen, die sie bei Bedarf zusammenpressen. Außerdem befinden sich am Übergang von der Harnblase zur Harnröhre mehrere Muskeln, die verhindern, dass der Urin unkontrolliert abgeht – sie sorgen für die sogenannte Kontinenz.

Im Normalzustand liegt die Harnblase im unteren Teil des Beckens, verdeckt vom Schambein. Bei sehr starker Füllung kann sie sich jedoch auch nach oben über das Schambein hinaus und teilweise bis auf Höhe des Bauchnabels ausdehnen.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. med. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Medizinische Leiterin ZAVA Deutschland

Dr. med. Ulrike Thieme ist Medizinische Leiterin bei ZAVA Deutschland und seit 2018 Teil des Ärzteteams. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Dr. med. Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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