Milien: Hautgrieß, Hautzysten, Grieskorn

Franz Bartmann

Medizinisch geprüft von

Dr. Franz Bartmann

Letzte Änderung: 28 Apr 2022

Unter dem Begriff Milien verstehen Ärzte kleine weiße Zysten in der Haut. Sie sind völlig harmlos, treten jedoch häufig an kosmetisch störenden Stellen wie im Bereich der Augen auf. Zur Entfernung stehen je nach Anzahl und Ort der Milien mehrere Möglichkeiten zur Verfügung.

Inhalt
Milien: Nahaufnahme eines Auges mit erhabenen Punkten.
 

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Milien sind kleine Hornzysten in der Haut, die kosmetisch störend sein können, aus medizinischer Sicht aber keinen Grund zur Sorge darstellen. Sie kommen häufig vor und sind bereits bei bis zu 50 % der Neugeborenen vorhanden.

Symptome: Milien zeigen sich als kleine weiße Punkte auf der Haut. Oftmals befinden sie sich an den Augen, auf den Wangen oder im Bereich der Ohren. Milien rufen keinerlei Beschwerden hervor.

Ursachen: Die Ursachen sind nicht abschließend geklärt. Die meisten Milien entstehen ohne erkennbaren Grund. Manchmal werden Milien durch Grunderkrankungen wie die Epidermolysis bullosa oder eine Langzeittherapie mit Glukokortikoid-Cremes begünstigt.

Behandlung: Milien können im Lauf der Zeit von allein wieder verschwinden. Ansonsten besteht aber auch die Möglichkeit, sie vom Arzt aufschneiden und ausdrücken oder per Lasertechnik entfernen zu lassen. Nur selten werden andere Therapien wie Retinoid-Cremes eingesetzt.

Was sind Milien?

Milien: Weiße, erhabene Punkte unterhalb des Auges.

Milien werden auch Hautgrieß, Hautzysten oder Grieskorn genannt und gehören zu den Hornzysten. Es handelt sich dabei also um kleine Hohlräume in der Haut, die mit Hornmaterial (Bestandteilen der oberen Hautschichten) gefüllt sind. Milien werden zwar von der obersten Hautschicht (Oberhaut) bedeckt, sie sind aber immer noch oberflächlich genug, um von außen das Hornmaterial weißlich durchschimmern zu lassen. Daher zeigen sich Milien als kleine weiße oder gelbliche Punkte auf der Haut, die meist nicht größer als 3 mm sind.

Milien lassen sich in der Regel gut von anderen punktförmigen Hautveränderungen wie Warzen oder Akne unterscheiden. Sie gehören zu den häufigsten Hautveränderungen und sind bereits bei bis zu 50 % aller Neugeborenen vorhanden.

Arten und Ursachen von Milien

Milien können danach eingeteilt werden, ob sie spontan oder im Rahmen einer Grunderkrankung auftreten:

  • Primäre Milien können schon bei der Geburt vorliegen oder spontan entstehen. Sie kommen einzeln, in Gruppen oder auf dem Boden bestehender Pigmentflecken vor. Als „Milien en plaques” werden primäre Milien bezeichnet, die sich gruppiert auf einer geröteten und geschwollenen Hautstelle entwickeln. Auch Milien, die durch genetische Erkrankungen wie das orofasziodigitale Syndrom ausgelöst wurden, rechnen Mediziner häufig zu den primären Milien.
  • Sekundäre Milien sind Milien, die durch eine Verletzung (Trauma), durch Medikamente wie Glukokortikoid-Cremes und nicht-steroidale antientzündliche Wirkstoffe oder durch bestimmte Grunderkrankungen wie die Epidermolysis bullosa oder die Porphyria cutanea tarda verursacht wurden.

Sind Milien gefährlich?

Nein, medizinisch gesehen sind Milien völlig unbedenklich und benötigen keine spezielle Behandlung. Oftmals verschwinden sie auch von allein wieder, vor allem wenn sie bereits bei Geburt vorhanden waren. Milien können jedoch ein kosmetisches Problem darstellen, da sie oft an gut sichtbaren Stellen wie den Bereichen um die Augen, auf den Wangen oder an den Ohren entstehen.

Welcher Arzt kann Milien feststellen?

Milien können problemlos durch den Hausarzt festgestellt werden. Alternativ diagnostiziert auch der Hautarzt Milien, vor allem in unklaren Fällen oder wenn er eine andere zugrundeliegende Hauterkrankung vermutet.

Welche Untersuchungen sind nötig?

Das Feststellen von Milien ist eine reine Blickdiagnose. Das bedeutet, dass ein Mediziner durch das bloße Betrachten die Diagnose stellen kann. Trotzdem wird Ihr Arzt Sie normalerweise fragen, seit wann Sie die Hautveränderungen haben, ob sie sich mit der Zeit verändert haben und ob Sie irgendwelche Beschwerden wie Juckreiz oder Schmerzen verspüren. So kann er abklären, ob doch eine andere Erkrankung besteht oder ob die Milien als Resultat einer anderen Grunderkrankung entstanden sind. Weitergehende Untersuchungen müssen in der Regel nicht durchgeführt werden.

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Milien behandeln

Es gibt mehrere Möglichkeiten, um Milien zu behandeln. Die Wahl der Therapie hängt von der Anzahl der Milien sowie dem Ort ab, an dem sie vorkommen. Außerdem sind natürlich Ihre persönlichen Wünsche mit ausschlaggebend.

Im Wesentlichen stehen folgende Behandlungen zur Verfügung:

  • chirurgische Entfernung: Dabei wird die dünne Hautschicht über der Milie vorsichtig mit einem Skalpell eingeritzt und anschließend das Hornmaterial ausgedrückt oder ausgeschabt.
  • Laserbehandlung: Durch einen kurzen Laserimpuls zerstört der Arzt die Milie.
  • medikamentöse Behandlung: Diese ist vor allem bei Milien en plaques eine Option sowie bei Milien, die durch eine Grunderkrankung hervorgerufen wurden.

Daneben existieren noch einige weitere Behandlungsmethoden wie die Elektrokauterisierung, die aber relativ selten angewandt werden.

Werden die Behandlungskosten übernommen?

Nein – da es sich um eine rein kosmetische Therapie handelt, übernehmen die Krankenkassen in Deutschland die Behandlungskosten bei Milien nicht. Bei einer chirurgischen Entfernung belaufen sich die Kosten meist ungefähr auf 20 Euro, bei einer Entfernung mittels Laser sind mit Kosten von etwa 80 Euro zu rechnen. Da die Preise von Arzt zu Arzt variieren können, sollten Sie vor der Behandlung die voraussichtliche Höhe der Rechnung besprechen.

Wie entferne ich Milien?

Entfernen Sie Milien nicht selbstständig. Entgegen der landläufigen Meinung können Milien nicht einfach ausgedrückt werden. Um sie zu entfernen, muss die bedeckende Oberhaut eingeschnitten werden. Erst danach kann der weiße Inhalt der Milien vorsichtig ausgeschabt oder ausgedrückt werden. Da diese Prozedur Präzision und saubere Bedingungen erfordert, um Verletzungen oder Infektionen zu vermeiden, sollte sie nur von einem Hautarzt oder darin geschulten Kosmetikern durchgeführt werden.

Wieso bekommt man Milien?

Die genaue Entstehung von Milien ist bislang nicht geklärt. Vermutlich bilden sie sich aufgrund von Störungen des Stoffwechsels oder der Struktur von Schweiß- oder Talgdrüsen in der Haut. Milien liegen häufig bereits bei Geburt vor oder entstehen spontan. Außerdem können Verletzungen der Haut, Bestrahlung, Sonnenbrand und bestimmte Erkrankungen wie Epidermolysis bullosa Milien begünstigen. Der längerfristige Einsatz von glukokortikoidhaltigen Cremes und Präparate aus der Gruppe der nichtsteroidalen antientzündlichen Medikamente rufen mitunter ebenfalls Milien hervor.

Können Milien von alleine verschwinden?

Ja, insbesondere Milien, die bei Geburt vorliegen, verschwinden häufig von selbst wieder. Auch andere Milien können bei einem Teil der Patienten ohne Behandlung abheilen. Allerdings kann der Zeitraum bis zur selbstständigen Abheilung stark variieren, und manche Milien bleiben ohne Therapie jahre- oder jahrzehntelang bestehen.

Was kostet Milien entfernen beim Hautarzt?

Die Kosten für die Entfernung von Milien werden nicht von den Krankenkassen übernommen und sind nicht vollkommen standardisiert, sodass die Preise von Arzt zu Arzt unterschiedlich ausfallen. Normalerweise können Sie für eine Entfernung mittels Skalpell mit Kosten von ungefähr 20 Euro und für eine Entfernung mittels Laser mit rund 80 Euro rechnen. Besprechen Sie am besten vorab mit Ihrem Arzt die voraussichtlichen Gesamtkosten.

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Dr. Franz Bartmann Mitglied des medizinischen Beirats und Autor

Dr. Bartmann unterstützt ZAVA seit 2020 als Mitglied des medizinischen Beirats sowie bei der medizinischen Textprüfung. Der gelernte Chirurg und ehemalige Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein beschäftigte sich bei der Bundesärztekammer unter anderem mit den Themen Telematik und Telemedizin sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung. Seit 2018 ist Dr. Bartmann als Ehren- und Vorstandsmitglied Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (Landesverband Nord).

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Letzte Änderung: 28 Apr 2022

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