COPD

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 12 Mär 2021

Als COPD bezeichnet man eine chronische Lungenerkrankung, die fast ausschließlich bei Rauchern auftritt und zu Husten, Atemnot und Auswurf führt. Außerdem schädigt die COPD im Verlauf der Erkrankung auch andere Organe. Durch eine frühzeitige Therapie lässt sich eine COPD zwar nicht heilen, aber der Verlauf der Krankheit kann deutlich verlangsamt werden.Wir erklären Ihnen, was eine COPD genau ist, wodurch sie ausgelöst wird und wie man sie erkennen kann. Außerdem erfahren Sie, welche Therapiemöglichkeiten gegen die COPD verfügbar sind.

Inhalt
Drei Ärzte analysieren das Lungenröntgenbild eines Patienten, der durch Zigarettenkonsum an COPD erkrankt ist.

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Die COPD ist eine chronische, nicht heilbare Lungenerkrankung, bei der die Atemwege der Lunge durch chronische Entzündungsprozesse zunehmend geschädigt werden und die Lunge mit der Zeit ihre Funktionsfähigkeit verliert. Die COPD betrifft 13 %, also rund jeden siebten Menschen, im Lauf des Lebens.

Symptome: Bei der COPD treten chronischer Husten, Auswurf und Atemnot als Hauptsymptome auf. Durch Folgeschäden können weitere Beschwerden wie Wassereinlagerungen in den Beinen oder Veränderungen an den Fingern (Trommelschlägelfinger) auftreten.

Ursachen: Die Hauptursache für COPD ist das Rauchen von Zigaretten, Zigarren, Pfeifen, Shishas, Cannabis oder anderen Rauch-Produkten. Daneben spielen die ständigen Einwirkung von Luftschadstoffen und Staub, zum Beispiel beruflich bei Bergarbeitern, eine wichtige Rolle. Weitere Ursachen sind genetische Erkrankungen wie der Alpha-1-Antitrypsinmangel oder das Kartagener-Syndrom.

Behandlung: Eine COPD ist nicht heilbar, der Verlauf kann aber mit einer professionellen Behandlung verlangsamt werden. Wichtigster Teil der Therapie ist ein möglichst vollständiger Rauchverzicht und regelmäßige Bewegung. Außerdem sind eine Reihe von Medikamenten zur Behandlung verfügbar, die meist als Sprays oder Pulver inhaliert werden und das Fortschreiten der COPD stark verzögern können.

Über COPD

Die COPD ist eine weit verbreitete Erkrankung und betrifft in Deutschland einen von sieben Menschen im Lauf des Lebens. Eine COPD ist eine ernstzunehmende Erkrankung und die dritthäufigste Todesursache weltweit. Aufgrund des oftmals schleichenden Beginns und der harmlos erscheinenden Symptome wird die COPD von vielen Patienten häufig erst spät wahrgenommen.

Was ist COPD?

Die Abkürzung COPD steht für chronisch obstruktive Lungenerkrankung (chronic obstructive pulmonary disease). Bei der COPD entsteht durch die Einwirkung von Schadstoffen wie Tabakrauch eine chronische Entzündung in der Lunge. Dadurch wird Lungengewebe auf mehrere Arten nachhaltig geschädigt. Einerseits verengen sich die Atemwege in der Lunge immer mehr und behindern so vor allem das Ausatmen von eingeatmeter Luft und körpereigenem Kohlendioxid. Patienten mit einer COPD müssen sich deshalb stärker anstrengen und mehr Kraft bzw. mehr Druck aufwenden, um genügend Luft zu bekommen. Mit der Zeit entstehen in der Lunge überblähte Bereiche (Emphysem), die nicht mehr voll funktionstüchtig sind.

Andererseits nimmt die natürliche Reinigungsfunktion der Lunge ab, wodurch sich zähflüssiges Sekret in der Lunge sammelt und ein Hustenreiz entsteht. Außerdem wird die Aufnahme von Sauerstoff in der Lunge behindert und die Patienten können so immer weniger Sauerstoff ins Blut aufnehmen.

Insgesamt wirkt sich eine COPD also auf vielfältige Weise negativ auf die Lungenfunktion, aber auch auf andere Teile des Körpers, aus. Durch die schlechtere Sauerstoffaufnahme entsteht ein chronischer Sauerstoffmangel (Hypoxie), außerdem kann weniger Kohlendioxid abgeatmet werden und bleibt im Blut zurück (Hyperkapnie), wodurch eine Übersäuerung entsteht. Außerdem führt eine COPD zu Bluthochdruck in der Lunge und zu einer Herzschwäche. Wenn diese Herzschwäche fortschreitet, können Schäden an weiteren Organen wie der Leber und den Nieren entstehen.

Zusammenfassend ist die COPD eine Erkrankung, die den gesamten Körper in Mitleidenschaft ziehen kann. Daher sind eine frühzeitige Diagnose und Behandlung wichtig, um die Schäden so gering wie möglich zu halten.

Ist COPD heilbar?

Nein, COPD ist nicht ursächlich heilbar. Allerdings kann eine umfassende Therapie der COPD den Verlauf der Krankheit verzögern und die Lebensqualität möglichst lange auf einem stabilen Niveau halten. Nichtsdestotrotz stellt die COPD eine Krankheit mit einer hohen Sterblichkeit und einer verringerten Lebenserwartung dar. Eine generelle Angabe zur Lebenserwartung ist bei COPD nicht sinnvoll, da eine COPD bei verschiedenen Patienten sehr unterschiedlich verläuft. Im Vergleich zur Normalbevölkerung haben COPD-Patienten eine im Schnitt 5-10 Jahre geringere Lebenserwartung, allerdings ist die Spannweite dabei sehr groß. Je häufiger COPD-Patienten eine Verschlechterung (Exazerbation) erleiden, desto schlechter ist die restliche Lebenserwartung. Daher ist die Vermeidung von Exazerbationen ein Hauptziel der Behandlung einer COPD.

Symptome

Die Hauptsymptome einer COPD sind chronischer Husten, Auswurf und – vor allem in fortgeschrittenen Stadien – Atemnot. Der Husten tritt bei den meisten Patienten morgens am stärksten auf, kann aber auch sonst jederzeit auftreten. Die Menge und Farbe des Auswurfs beim Husten können stark variieren, ein komplett trockener Husten ist bei COPD-Patienten aber äußerst selten. Die Atemnot tritt zu Beginn der COPD nur bei Anstrengung auf und wird daher von vielen Patienten anfänglich nicht wahrgenommen. Je weiter die COPD fortschreitet, desto häufiger und stärker zeigt sich die Atemnot. Durch die Schwierigkeiten, Luft aus der Lunge wieder auszuatmen, müssen sich Patienten mit COPD anstrengen, um gegen ihre Atemnot anzukämpfen.

Am besten lässt sich dieses Gefühl für Gesunde so nachvollziehen: Atmen Sie eine normale Menge Luft ein. Beim Ausatmen atmen Sie aber nur maximal halb so viel Luft aus wie bei einem normalen Atemzug. Atmen Sie anschließend wieder ein und abermals nur einen halben Atemzug aus. Wenn Sie diese Atmung ein paarmal wiederholen, werden Sie merken, dass Ihre Atmung anstrengender wird und Sie möglicherweise ein Gefühl von Luftnot bekommen. Genau in diesem Zustand befinden sich COPD-Patienten.

Weitere Symptome, die vor allem in fortgeschrittenen oder unbehandelten Fällen auftreten, sind:

  • Abgeschlagenheit
  • blaue Lippen
  • Gewichtsverlust bzw. Ausgezehrtheit
  • stark abgerundete Finger- und Zehennägel (Uhrglasnägel)
  • vergrößerte Fingerkuppen (Trommelschlägelfinger)

Zudem können eine Vielzahl von Begleitsymptomen durch Folgeerkrankungen vorliegen, zum Beispiel Wassereinlagerungen in den Unterschenkeln.

Ist es COPD oder eine andere Erkrankung?

Nicht nur die COPD führt zu Atemnot, Husten und Auswurf. Auch andere Erkrankungen können ähnliche Symptome hervorrufen. Außerdem können auch mehrere dieser Erkrankungen oder Mischformen vorliegen. Es ist wichtig, die korrekte Erkrankung festzustellen, um die bestmögliche Therapie zu finden.

Chronische Bronchitis

Eine chronische Bronchitis ist ähnlich wie die COPD eine chronische Entzündung der Atemwege. Bei der chronischen Bronchitis müssen Husten mit Auswurf mindestens 3 Monate lang in zwei aufeinanderfolgenden Jahren auftreten. Im Gegensatz zur COPD lässt sich bei der chronischen Bronchitis aber keine typische Einschränkung der Lungenfunktion beziehungsweise keine Überblähung der Lunge nachweisen. Eine chronische Bronchitis kann jedoch die Vorstufe zu einer COPD sein und somit nach einiger Zeit in eine COPD übergehen.

Asthma

Es gibt mehrere Unterformen von Asthma, am häufigsten ist aber das allergische Asthma. Dabei kommt es beim Kontakt mit einem auslösenden Stoff, beispielsweise Pollen, zu einer plötzlichen Verengung der Atemwege mit Luftnot, Husten und teilweise noch weiteren Symptomen wie tränenden Augen. Im Gegensatz zur COPD tritt Asthma also anfallsartig und nicht permanent auf. Zwischen zwei Asthmaanfällen sind Asthma-Patienten frei von Symptomen. Außerdem lässt sich bei Asthma die Verengung der Atemwege mit bestimmten Medikamenten vollständig aufheben, wohingegen die Atemwege bei der COPD nur zum Teil oder gar nicht durch diese Medikamente erweitert werden können. Zur Unterscheidung beider Erkrankungen ist deswegen eine sorgfältige ärztliche Untersuchung der Lungenfunktion notwendig. COPD und Asthma können auch gemeinsam auftreten, sodass auch COPD-Patienten unter Asthmaanfällen leiden können.

Lungenkrebs

Lungenkrebs bleibt im Frühstadium meist komplett symptomfrei. In fortgeschrittenen Stadien führt aber auch Lungenkrebs zu Husten, Atemnot und einer beeinträchtigten Lungenfunktion. Die Unterscheidung zwischen COPD und Lungenkrebs kann nicht allein durch die Symptome getroffen werden. Da außerdem sowohl Lungenkrebs als auch die COPD vor allem bei Rauchern und Ex-Rauchern auftreten, ist es beim Anfangsverdacht auf eine COPD deshalb immer nötig, einen möglichen Lungenkrebs durch bildgebende Verfahren (wie eine Röntgenaufnahme) der Lunge auszuschließen.

Schweregrade einer COPD

Eine COPD kann je nach Einschränkung der Lungenfunktion in 4 verschiedene Schweregrade eingeteilt werden. Außerdem ist für die Therapieplanung die Einteilung in vier Risikogruppen maßgeblich. Die Kriterien sowohl für die Schweregrade als auch für die Risikogruppen werden von der globalen Initiative für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (GOLD) vorgegeben.

Stadien (GOLD I bis IV)

Die Schweregrade der COPD werden mit römischen Ziffern von I bis IV durchnummeriert, wobei GOLD I für eine geringe und GOLD IV für die schwerste Einschränkung der Lungenfunktion steht. Die Einteilung eines Patienten in einen Schweregrad erfolgt durch die Messung von zwei Werten, die für die Lungenfunktion wichtig sind, nämlich dem forcierten expiratorischen Volumen (FEV1) und dem Tiffeneau-Index. Das FEV1 bezeichnet die Luftmenge, die man nach maximalem Einatmen innerhalb einer Sekunde ausatmen kann. Der Tiffeneau-Index hingegen sagt aus, welchem Anteil an der gesamten ausatembaren Luftmenge das FEV1 entspricht.

Um die Diagnose einer COPD überhaupt stellen zu können, muss der Tiffeneau-Index unterhalb von 70 % liegen. Wenn dies der Fall ist, kann der Schweregrad anhand des FEV1 abgelesen werden:

  • Ein FEV1 von über 80 %des Sollwerts bedeutet eine Schweregrad GOLD I.
  • Bei einem FEV1 zwischen 50 und 80 % liegt der Schweregrad GOLD II vor.
  • Wenn das FEV1 zwischen 30 und 50 % liegt, ist der Schweregrad GOLD III.
  • Bei einem FEV1 unter 30 % fällt die COPD in Schweregrad GOLD IV. Außerdem gilt die COPD auch bei Patienten mit einer FEV1 unter 50 % und einer gleichzeitig schweren, messbaren Schwäche der Atmung als GOLD-IV.

Es ist nicht möglich, den verschiedenen Schweregraden bestimmte Symptome beziehungsweise eine bestimmte Einschränkung der Patienten zuzuordnen. Jeder COPD-Patient wird zwar mit zunehmendem Schweregrad tendenziell stärkere Symptome, vor allem eine zunehmende Atemnot, bei sich bemerken und sich zunehmend eingeschränkt fühlen. Ab wann diese Einschränkungen die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen und wie schnell eine Verschlechterung eintritt, ist aber von Patient zu Patient unterschiedlich. Während manche COPD-Patienten im GOLD IV-Stadium sich noch relativ wenig beeinträchtigt fühlen, haben andere Betroffene bereits im Stadium GOLD I oder GOLD II einen hohen Leidensdruck und eine starke Atemnot.

Generell gilt, dass bei der Mehrzahl der Patienten vor allem im Endstadium, also bei GOLD IV oder schweren Fällen von GOLD III, auch in Ruhe eine Atemnot vorliegt und die Betroffenen permanent das Gefühl haben, nicht genügend Luft zu bekommen. Körperliche Aktivitäten sind dann so gut wie nicht mehr möglich, häufig ist bereits Gehen über wenige Meter zu anstrengend.

Risikogruppen (GOLD A bis D)

Seit 2018 ist für die Entscheidung, welche Behandlung für COPD-Patienten angestrebt werden sollte, nicht mehr nur der Schweregrad der COPD entscheidend, sondern vor allem die sogenannten Risikogruppen. Diese werden ebenfalls nach GOLD mit den Buchstaben A bis D bezeichnet. GOLD A ist die Gruppe mit dem niedrigsten Risiko für ein Fortschreiten der Krankheit, während Patienten aus der Gruppe GOLD D das höchste Risiko besitzen und somit die intensivste Behandlung erhalten sollten. Die Einteilung in die Risikogruppen erfolgt zum einen mit Hilfe von Fragebögen wie dem COPD Assessment Test (CAT) und zum anderen durch die Anzahl der Verschlechterungen (Exazerbationen) pro Jahr. In der folgenden Tabelle können Sie die Einteilung ablesen.

Weniger als 10 Punkte im CAT-Fragebogen 10 oder mehr Punkte im CAT-Fragebogen
Mindestens zwei Exazerbationen pro Jahr oder mindestens ein Krankenhausaufenthalt aufgrund einer Exazerbation

GOLD C

GOLD D

Keine oder eine Exazerbation pro Jahr und kein Krankenhausaufenthalt aufgrund einer Exazerbation

GOLD A

GOLD B

Exazerbierte COPD

Als exazerbierte COPD bezeichnet man eine akute Verschlechterung der COPD-Symptome. Dies äußert sich beispielsweise durch:

  • eine stärkere Atemnot als bisher,
  • Hustenanfälle,
  • eine neu aufgetretene bläuliche Verfärbung der Lippen oder

dadurch, dass Sie Ihre Medikamente häufiger oder in höheren Dosierungen verwenden müssen, um die Symptome beherrschen zu können.

Wichtig: Bei einer exazerbierten COPD sollte immer zügig eine Abklärung beim Hausarzt oder Lungenfacharzt erfolgen. Bei schweren Exazerbationen mit starker Atemnot muss umgehend ein Arzt kontaktiert oder der Rettungsdienst hinzugezogen werden.

Exazerbationen sind ein Maß für den weiteren Verlauf der COPD. Je mehr Exazerbationen auftreten, desto schlechter ist die Prognose für den Patienten. Sobald eine Exazerbation auftritt, ist es entscheidend, dass diese schnell und professionell therapiert wird. Oft reicht eine Erhöhung oder Veränderung der Medikamente aus, um die Exazerbation unter Kontrolle zu bringen.

Ursachen und Risikofaktoren

Die COPD kann in fast allen Fällen auf eine von wenigen Ursachen zurückgeführt werden. Die meisten Risikofaktoren sind dabei beeinflussbar. Durch das Vermeiden dieser Risikofaktoren lässt sich eine COPD also effektiv verhindern.

Rauchen

Der bei weitem wichtigste Risikofaktor für die Entstehung einer COPD ist das Rauchen, und zwar unabhängig von der Quelle des Rauchs. Rund 90 % aller Fälle von COPD treten bei Rauchern auf, und umgekehrt erkrankt jeder fünfte Raucher an einer COPD.

Sowohl Zigaretten als auch Cannabis, Shishas (Wasserpfeifen), Zigarren und andere Rauchquellen können eine COPD auslösen. Auch Passivrauchen, beispielsweise bei Kindern von Rauchern, erhöht das Risiko für eine COPD stark. Der Grund für die Verbindung von Rauchen und COPD ist, dass im Rauch eine Vielzahl an giftigen und reizenden Stoffen enthalten ist, die das Gewebe in der Lunge stark reizen, eine Entzündungsreaktion auslösen und gleichzeitig die Selbstreinigung der Lunge ausschalten. Regelmäßiges Rauchen führt so zu einer chronischen Entzündung, die zu einer COPD führen kann.

Staub und Luftverschmutzung

Ungefähr 10 % aller COPD-Fälle lassen sich auf Luftverschmutzung oder das regelmäßige Einatmen von Staub zurückführen. Besonders relevant ist dies für bestimmte Berufsgruppen wie Bergleute, die während ihrer Arbeit in einer Umgebung sind, die stark mit Ruß, Staub oder anderen Reizstoffen belastet ist. Ähnlich wie Rauch reizen diese Stoffe beim regelmäßigen Einatmen ebenfalls die Lunge und können zu einer chronischen Entzündung beziehungsweise einer COPD führen.

Weitere Ursachen von COPD

Weitere Risikofaktoren für die Entwicklung einer COPD sind vor allem bestimmte genetische Erkrankungen wie der Alpha-1-Antitrypsinmangel, IgA-Mangel und das Kartagener-Syndrom. Diese Krankheiten führen auf unterschiedliche Arten zu einer vermehrten Reizung der Lunge und zu einer Störung der natürlichen Abläufe wie der Selbstreinigung des Lungengewebes. Insgesamt machen diese Ursachen aber nur einen geringen Teil der COPD-Fälle aus.

Diagnose und Therapie von COPD

Eine möglichst frühe Diagnose ist bei der COPD wichtig, um schon in einem frühen Stadium den Verlust der Lungenfunktion zu verzögern und Folgeschäden so gut wie möglich zu vermeiden. Außerdem müssen andere Erkrankungen wie Lungenkrebs ausgeschlossen werden, um die richtige Therapie auswählen zu können.

Wann zum Arzt?

Auch eine normale Erkältung kann zu mehrwöchigem Husten mit Auswurf führen. Allerdings sollte jeder neu aufgetretene Husten, der länger als 3-6 Wochen anhält, vom Hausarzt abgeklärt werden. Dies gilt in besonderem Maß für Raucher oder Ex-Raucher.

Diagnose

Die erste Anlaufstelle bei Verdacht auf COPD ist normalerweise der Hausarzt. Ihr Hausarzt wird Sie zunächst fragen, welche Beschwerden Sie genau haben, seit wann Sie darunter leiden und ob Sie ähnliche Beschwerden in der Vergangenheit bereits einmal hatten. Außerdem wird ihr Arzt Sie gegebenenfalls nach bekannten Allergien, Vorerkrankungen, regelmäßig eingenommenen Medikamenten und Ihrem Rauchverhalten erkundigen.

Anschließend wird Ihr Arzt Ihre Lunge und Ihr Herz abhören sowie Ihren Rücken abklopfen. Zudem wird abhängig von den genauen Symptomen Blut abgenommen, um eine mögliche Infektion festzustellen, sowie der Sauerstoffgehalt des Blutes über einen Fingerclip gemessen. Teilweise verfügen Hausärzte auch über sogenannte Spirometer, mit denen eine erste Einschätzung der Lungenfunktion vorgenommen werden kann.

Wenn der Verdacht auf eine COPD nach diesen Untersuchungen weiterhin besteht, erfolgt in der Regel eine Überweisung an einen Lungenfacharzt (Pneumologen). Dieser kann weiterführende Untersuchungen wie eine sogenannte Ganzkörper-Plethysmografie durchführen und sich so ein umfassendes Bild von der Lungenfunktion machen. Außerdem wird ein Röntgenbild der Lunge bzw. des Oberkörpers angefertigt, um andere Erkrankungen wie Lungenkrebs oder eine Lungentuberkulose ausschließen zu können.

Die Diagnose der COPD kann anhand der Lungenfunktionsuntersuchung und nach Ausschluss anderer Erkrankungen wie Asthma oder Lungenkrebs gestellt werden.

Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach der entsprechenden GOLD-Risikogruppe. Je höher die Risikogruppe, desto intensiver sollte die Behandlung der COPD sein. Am wichtigsten bei der Behandlung jeder COPD ist ein möglichst vollständiger und dauerhafter Rauchverzicht sowie die Vermeidung von anderen auslösenden Stoffen wie Staub.

Außerdem sollten COPD-Patienten im Rahmen ihrer Möglichkeiten körperlich aktiv bleiben, um ihre Belastbarkeit möglichst lange zu erhalten. Besonders in höheren Risikogruppen ist eine professionelle Schulung von Patienten zu ihrer Erkrankung wichtig, in der beispielsweise besondere Atemtechniken wie die Lippenbremse erlernt werden. Hierbei atmen Patienten tief durch die Nase ein und anschließend langsam durch die locker geschlossenen Lippen wieder aus, wobei sich die Wangen leicht aufblähen sollten.

Patienten mit einer COPD sind zudem anfälliger für schwere Atemwegsinfektionen und Lungenentzündungen. Deshalb sollten sich COPD-Patienten gegen Pneumokokken sowie jährlich gegen Grippe impfen lassen. Da sich eine COPD über komplexe Zusammenhänge auch auf den Knochenstoffwechsel auswirkt und zu einem erhöhten Osteoporoserisiko führt, wird vielen COPD-Patienten zusätzlich die Einnahme von Vitamin D und Calcium empfohlen.

Neben diesen Behandlungsbausteinen sind Medikamente für die bestmögliche Behandlung der COPD wichtig. Eingesetzt werden vor allem Sprays und Pulver zum Inhalieren. Dabei werden je nach Risikogruppe und Schweregrad der COPD verschiedene Gruppen von Medikamenten eingesetzt und miteinander kombiniert. Typische Medikamente sind Beta-2-Sympathomimetika wie Salbutamol, Formoterol oder Indacaterol und Muskarinrezeptorantagonisten, beispielsweise Tiotropiumbromid und Ipratropiumbromid. Diese Medikamente sorgen für eine Erweiterung der Atemwege sowie teilweise auch für eine Verringerung des Schleims in der Lunge und lindern so die Atemnot. Darüber hinaus werden Inhaliersprays mit Kortikosteroiden wie Budesonid, Fluticason oder Beclometason verwendet, die in der Lunge entzündungshemmend wirken.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Stellv. Ärztliche Leiterin Deutschland

Dr. Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei ZAVA und vertritt zur Zeit Beverley Kugler als ärztliche Leiterin. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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