Heuschnupfen (Pollenallergie)

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von

Dr. Nadia Schendzielorz

Letzte Änderung: 31 Aug 2021

Niesanfälle, laufende Nase, juckende Augen – vor allem im Frühjahr und Sommer haben viele Menschen mit diesen unangenehmen Beschwerden zu kämpfen. Schuld könnte der sogenannte Heuschnupfen haben: Dabei handelt es sich um eine allergische Reaktion auf Pollen von Bäumen, Kräutern, Gräsern oder Getreide. Wenn diese mit den Schleimhäuten in Mund, Nase, Augen oder Rachen in Kontakt kommen, löst das die Ausschüttung des Signalstoffs Histamin im gesamten Körper aus. Histamin ist daraufhin für die typischen Symptome wie tränende Augen oder Nasenschwellung verantwortlich. In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wissenswerte zum Thema Heuschnupfen: die wichtigsten Auslöser, Symptome, Behandlungsmethoden und Vorsorgemaßnahmen – für Sie und Ihre Kinder.

Inhalt
Frau steht auf blühender Wiese

Kurzübersicht

Häufigkeit: In Deutschland ist die Pollenallergie eine der häufigsten Allergieformen – etwa 15 % der Deutschen leiden unter dem lästigen Heuschnupfen. Im Kindesalter sind bislang 10 % von Heuschnupfen betroffen.

Saison: Je nach Pollenart liegt die Hauptsaison im Frühjahr (z.B. Birke und Esche) oder Sommer (z.B. Gräser, Brennessel und Beifuß). Allerdings kann die Pollenallergie bereits im Winter auftreten, wenn die entsprechenden Pflanzen zu blühen beginnen (z.B. Hasel). Rund 20-30 % aller Pollenallergiker leiden unter einer sogenannten Frühblüherallergie.

Auslöser: Pollen von Bäumen (z.B. Hasel, Erle, Pappel, Birke, Buche), Kräutern (Wegerich, Brennessel, Beifuß, Traubenkraut), Gräsern oder Getreide (Roggen).

Risikofaktoren: Begünstigende Faktoren sind eine genetische Vorbelastung, Rauchen, kein oder zu spätes Stillen, Stress, ein geschwächtes Immunsystem und bereits vorhandene Allergien (v.a. Tierhaarallergien). Bei Kindern sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen, außerdem leiden Einzelkinder häufiger an Heuschnupfen als Kinder mit Geschwistern. Das verstärkte Auftreten von Heuschnupfen wird zunehmend auch mit Umwelteinflüssen und dem Klimawandel in Verbindung gebracht.

Dauer: Die Symptome halten für gewöhnlich für die Dauer der Pollenflugzeit der jeweiligen Allergene an. Mitunter umspannt diese Phase mehrere Wochen.

Symptome: Häufig treten Fließschnupfen („laufende Nase“), juckende/verstopfte Nase, häufiger Niesreiz sowie tränende, juckende und entzündete Augen auf. Weniger häufig sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Hautreaktionen. Auch Atembeschwerden oder Asthma kommen vor.

Behandlung: Akute Symptome können mit Hausmitteln oder Medikamenten behandelt werden. Am weitesten verbreitet sind Antihistaminika, die den Entzündungsvorgang ausbremsen. Eine mildere Variante, die zum Beispiel für Schwangere infrage kommt, sind Cromone (z.B. Cromoglicinsäure), die bereits 2 Wochen vor Beginn des Pollenflugs als Nasenspray oder Augentropfen eingenommen werden. Bei schweren Symptomen kommen abschwellende Cortison-Nasensprays zum Einsatz. Bei der nicht-medikamentösen Therapie haben sich beispielsweise Nasenduschen und Nasenspülungen mit Kochsalz als wirksam erwiesen. Um Heuschnupfen langfristig und ursächlich zu behandeln, gibt es die Hyposensibilisierung, bei der das Immunsystem langsam an das Allergen gewöhnt werden soll.

Vorbeugung: Am wirksamsten ist die Vermeidung des Allergenkontaktes.

Wann zum Arzt: In den meisten Fällen kann Heuschnupfen durch Hausmittel oder Selbstmedikation gemildert werden. Wenn er allerdings zum 1. Mal auftritt, bei bekannter Allergie und Behandlung nach mehreren Wochen keine Besserung eintritt oder ungewöhnliche Symptome wie Atemnot oder eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) auftreten, sollten Sie einen Arzt konsultieren. Das Gleiche gilt für Menschen mit einem geschwächten oder noch nicht ausgereiften Immunsystem (z.B. Säuglinge).

Über Heuschnupfen

Heuschnupfen – auch saisonale allergische Rhinitis genannt – ist eine allergisch bedingte Entzündung der Schleimhäute in Mund, Nase, Augen oder Rachen und wird durch eine Reaktion auf Pollen (Blütenstaub) verursacht.

Die Pollensaison startet mit Frühblühern wie Hasel und Erle; die meisten Allergiker sind im April und Mai betroffen, wenn Birke, Eiche, Eibe, Esche, Flieder und Rotbuche blühen. Die Symptome können von Jahr zu Jahr unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Je nach Witterung kann die Pollenflugzeit länger dauern oder früher anfangen. So können Gräserpollen noch im November fliegen und im Dezember bereits die ersten Haselnusspollen.

Unter Umständen beeinflusst Heuschnupfen spürbar die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität. Außerdem kann langjähriger, unbehandelter Heuschnupfen zu Asthma führen. Darum ist es wichtig, frühzeitig die richtige Diagnose zu erhalten, die Allergieauslöser zu vermeiden beziehungsweise Symptome effektiv zu behandeln.

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Was begünstigt Allergien?

Allergische Erkrankungen sind meist das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels zwischen genetischer Veranlagung und äußeren Einflüssen. Neben den Genen zählen bei Heuschnupfen diese Punkte zu den wichtigsten Faktoren:

Symptome und Krankheitsverlauf

Bei einer Pollenallergie erfolgt die allergische Reaktion nach dem Kontakt der jeweiligen Pollen mit den Schleimhäuten. Typische Symptome von Heuschnupfen sind:

  • tränende, juckende und/oder entzündete Augen
  • Fließschnupfen („laufende Nase“)
  • juckende oder verstopfte Nase
  • häufiger Niesreiz

Weitere Symptome können sein:

  • Tagesmüdigkeit
  • Schlafstörungen
  • Bindehautentzündung
  • Gesichtsschwellung oder Hautreaktionen wie Juckreiz, Rötung und Nesselsucht
  • Husten oder Asthma
  • Kopfschmerzen oder Migräne
  • Konzentrationsschwäche
  • Ohrenschmerzen oder Juckreiz in den Ohren
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • in besonders schweren Fällen Atemnot, Blutdruckabfall und Herzrasen

Dauer und Ausmaß der Allergie sind sehr unterschiedlich. Bei vielen Menschen vergeht der Heuschnupfen von alleine, nach Ende des Pollenflugs. Zum Teil entwickelt er sich jedoch weiter zu Asthma. Eine ärztliche Abklärung der Symptome und eine frühe Behandlung sind daher wichtig.

Komplikationen bei Heuschnupfen

In seltenen Fällen kann es zu einer Ausweitung der Entzündung in tiefer gelegene Schleimhautbereiche und zur Entwicklung von allergischem Asthma oder Atemnot kommen. Außerdem entsteht mitunter chronische Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung), allergische Bronchitis oder eine entzündliche Hauterkrankung wie Neurodermitis. Daher sollten Betroffene den Heuschnupfen nicht auf die leichte Schulter nehmen und sich ärztlich zu Symptomen und Behandlung beraten lassen.

Kreuzallergien

Bis zu 60 % der Pollenallergiker reagieren auch auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch. Diese pollenassoziierte Lebensmittelallergie nennen Ärzte Kreuzallergie. Betroffene Allergiker sollten dann besonders auf ihre Ernährung achten: Wer zum Beispiel durch Baumpollen unter Beschwerden leidet, verträgt häufig keine Äpfel, Birnen oder Pflaumen und muss unter Umständen auf Haselnüsse und Mandeln verzichten. Typische Symptome, die nach dem Verzehr auftreten, sind Kribbeln und Juckreiz oder Schwellungen der Mund- und Rachenschleimhäute. Die entsprechenden Lebensmittel aus den Gruppen Obst, Gemüse, Nüsse, Getreide und Gewürze streichen Sie am besten komplett von Ihrem Speiseplan.

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht über mögliche Kreuzallergien:

Pollenallergie

Mögliche Kreuzallergien

Baumpollen

Apfel, Pfirsich, Pflaume, Nektarine, Kiwi, Kirsche, Birne, Mandel, Haselnuss, Karotte, Sellerie, rohe Kartoffel, Soja

Ambrosia

Melone (Wassermelone, Cantaloupe, Honigmelone), Banane, Tomate, Gurke

Beifuß

Möhre, Sellerie, Kümmel, Petersilie, Koriander, Anis, Fenchelsamen, Mango, Weintraube, Litschi, Sonnenblumenkerne

Gräser und Getreide

Mehle, Kleie, Tomate, Hülsenfrüchte

Diagnose von Heuschnupfen

Um festzustellen, ob es sich um eine Pollenallergie handelt, wird der Arzt mit Ihnen ein Patientengespräch führen und einen Allergietest durchführen. Ein guter erster Ansprechpartner dafür ist der Hausarzt. Bei Bedarf überweist er Sie an einen Hautarzt beziehungsweise Allergologen, also den Facharzt für Allergien.

Patientengespräch

Oft regt sich beim Arzt schon ein erster Verdacht auf Heuschnupfen, wenn Sie Ihre Symptome beschreiben. Zur Diagnosestellung wird er dann beispielsweise folgende Fragen mit Ihnen durchgehen:

  • Seit wann treten die Beschwerden auf?
  • Wie äußern sich die Beschwerden?
  • Wann sind die Symptome stark ausgeprägt, wann weniger stark?
  • Treten die Symptome immer an bestimmten Orten auf?
  • Leiden Sie oder andere Familienmitglieder unter einer Allergie?
  • Haben Sie Vorerkrankungen?
  • Nehmen Sie regelmäßig Medikamente ein?

Zur Beantwortung dieser Fragen ist es vorteilhaft, die Beschwerden genau zu beobachten und bereits vor dem Arztbesuch ein Symptomtagebuch zu führen. Darin notieren Sie, an welchen Tagen Sie Symptome wie tränende Augen, eine laufende Nase oder Hustenreiz hatten und in welcher Situation diese Beschwerden auftraten. Außerdem können Sie festhalten, ob und welche Medikamente Sie gegen die Beschwerden eingenommen haben.

Allergietest

Zur Diagnose einer Pollenallergie führt der Arzt meist einen Pricktest durch. Hierbei tropft er verschiedene Pollenextrakte auf die Haut und sticht sie dann kurz mit einer speziellen, dünnen Nadel oberflächlich in die Haut. Normalerweise wird ungefähr ein Dutzend verschiedener Allergene gleichzeitig getestet. Bei einer vorhandenen Allergie entwickelt sich an der Einstichstelle eine Quaddel.

Ergänzend kann eine Blutuntersuchung erfolgen, die gegebenenfalls spezifische Antikörper gegen bekannte Allergieauslöser nachweist. Ein zusätzlicher Provokationstest bestätigt die Diagnose. Dabei werden die verdächtigen Allergene unter ärztlicher Aufsicht direkt auf die Schleimhaut gesprüht und Reaktionen wie eine laufende Nase abgewartet.

Eine Alternative zum Pricktest, die der Arzt in seltenen Fällen vor einer Hyposensibilisierung anordnet, ist der Intrakutantest. Dabei werden verschiedene Konzentrationen des bekannten Allergens in die Haut gespritzt und so die Schwere der allergischen Reaktion bestimmt. Das Verfahren kommt vor allem dann zum Einsatz, wenn der Pricktest kein eindeutiges Ergebnis liefert.

Behandlung von Heuschnupfen

Die Behandlung dient der Linderung der Heuschnupfen-Beschwerden und richtet sich daher nach den jeweiligen Symptomen. Der Hausarzt oder Allergologe verschreibt hauptsächlich antiallergisch wirkende Medikamente (Antihistaminika) sowie bei schwerwiegenden allergischen Reaktionen auch entzündungshemmende Kortisonpräparate (z.B. als Nasenspray). Zudem haben sich einige Hausmittel bewährt. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die verschiedenen Möglichkeiten.

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Soforthilfe

Bei akuten, plötzlich auftretenden Symptomen sind folgende Sofortmaßnahmen sinnvoll:

  1. Antihistaminika in Tablettenform (bspw. mit dem Wirkstoff Cetirizin) wirken meist schnell und gut innerhalb weniger Minuten. Sie mindern die Wirkung des Signalstoffs Histamin im Körper.
  2. Wenn Sie gezielt nur Augen oder Nase behandeln wollen, können Antihistaminika auch in Form von Augentropfen oder einem Nasenspray angewendet werden.

Medikamente gegen Heuschnupfen

Für die medikamentöse Behandlung wird unterschieden zwischen vorbeugenden Präparaten und solchen zur akuten oder längerfristigen Therapie:

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Bitte beachten Sie: Nicht alle frei verkäuflichen Medikamente können bedenkenlos von Kindern, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Schwangeren oder Stillenden eingenommen werden. So kann selbst bei Eignung eines Medikaments eventuell eine Anpassung der Dosis notwendig sein. Konsultieren Sie in diesen Fällen immer einen Arzt.

Hyposensibilisierung/Desensibilisierung

Bei der Hyposensibilisierung, auch Desensibilisierung oder spezifische Immuntherapie (SIT) genannt, wird das Immunsystem langsam an das Allergen gewöhnt. Dies kann je nach Allergen sublingual (unter der Zunge) oder subkutan (unter der Haut) erfolgen. Bei der subkutanen Methode spritzt der Arzt in regelmäßigen Abständen einen Allergenextrakt in den Oberarm, üblicherweise für eine Dauer von ungefähr 3 Jahren. Diese Methode kann angezeigt sein bei einer starken Symptomatik oder um das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten.

Durch eine Desensibilisierung können die Beschwerden nachhaltig reduziert werden oder sogar komplett verschwinden. Klinische Studien belegen die Wirksamkeit der spezifischen Immuntherapie und zeigten, dass bei einer erfolgreichen Desensibilisierung die Entstehung von Asthma und das Auftreten von neuen allergischen Reaktionen auf andere Allergene in vielen Fällen verhindert werden können. Für Kinder unter 5 Jahren ist die Methode allerdings nicht geeignet.

Gegenanzeigen, die gegen eine Desensibilisierung sprechen, sind:

  • bestehendes, nicht ausreichend kontrolliertes Asthma
  • Erkrankungen, bei denen kein Adrenalin verabreicht werden darf, z.B. bestimmte Erkrankungen der Nebennieren und der Hirnanhangdrüse
  • chronische Erkrankungen, insbesondere Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • die langfristige Einnahme von Betablockern, ACE-Hemmern oder Immunsuppressiva
  • ein geschwächtes Immunsystem, schwere Autoimmunerkrankungen inklusive Diabetes mellitus Typ 1 sowie Immundefizienz-Syndrome
  • Krebserkrankungen
  • unzureichende Therapietreue (Compliance)

Während einer Schwangerschaft ist eine Desensibilisierung prinzipiell zwar möglich, der behandelnde Arzt und die Patientin sollten Nutzen und Risiken aber individuell abwägen. Außerdem wichtig zu wissen: Die Behandlung schlägt nicht bei jedem Betroffenen an – und mitunter kehren die Symptome im Anschluss an die Hyposensibilisierung wieder zurück.

Hausmittel bei Heuschnupfen

Je nach Beschwerden können Sie auch verschiedene Hausmittel einsetzen, um sich Erleichterung zu verschaffen. Bedenken Sie bei der Anwendung von Hausmitteln aber, dass auch pflanzliche Wirkstoffe Nebenwirkungen haben und mit anderen Medikamenten wechselwirken können. Sprechen Sie daher zuvor mit Ihrem behandelnden Arzt.

Homöopathie

Zur Linderung der Symptome gibt es zahlreiche homöopathische Einzel- oder Komplexmittel in Form von

  • Globuli,
  • Tabletten,
  • Tropfen,
  • Nasenspray oder
  • Augentropfen.

Homöopathische Mittel sind in Deutschland zwar verhältnismäßig beliebt, allerdings sind sie aus wissenschaftlicher Sicht und nach heutigem Wissensstand nicht wirkungsvoller als Scheinmedikamente (Placebos). Da sie de facto keine Wirkstoffe enthalten, bleiben sie in der Regel jedoch frei von Nebenwirkungen. Zum Einsatz sollten sie aus diesem Grund lediglich als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung kommen.

In homöopathischen Büchern werden insbesondere die folgenden Mittel zur Linderung von Heuschnupfen-Symptomen empfohlen:

Homöopathisches Mittel

Hilft bei diesen Symptomen

Allium cepa (Küchenzwiebel)

verstopfte und stark juckende Nase,

Fließschnupfen

Euphrasia officinalis (Augentrost)

gereizte, brennende, tränende Augen

lichtempfindliche Augen

Galphimia glauca (Kleiner Goldregen)

tränende, juckende Augen, Fließschnupfen mit Niesanfällen Atembeschwerden

auch zur Prophylaxe geeignet

Wyethia (Wyethia)

Jucken tief im Gaumen und Hals

Heuschnupfen bei Babys und Kindern

Säuglinge und Kinder reagieren aufgrund ihres noch nicht voll entwickelten Immunsystems besonders empfindlich auf Fremdstoffe. Ihre Haut ist dünner und durchlässiger. Eine Pollenallergie entwickelt sich häufig im Schulalter. Der Krankheitsverlauf unterscheidet sich bei Kindern oft von dem der Erwachsenen.

Allergien verändern sich häufig noch oder bilden sich bestenfalls zurück. Jungen sind öfter von Allergien betroffen als Mädchen. Außerdem nimmt die Erkrankungshäufigkeit mit dem Alter zu. Während weniger als 5 % der Kinder unter 4 Jahren an Heuschnupfen leiden, sind es bei Kindern im Grundschulalter bereits 10 % und bei Jugendlichen ab 14 Jahren rund 20 %.

Das Risiko allergisches Asthma, eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) oder Mittelohrentzündung (Otitis media) zu entwickeln oder im schlimmsten Fall eine anaphylaktische Reaktion zu erleiden, ist bei Kindern höher als bei Erwachsenen.

Da die Neigung zu Erkrankungen des sogenannten atopischen Formenkreises – dazu gehören neben Heuschnupfen auch Asthma, Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien – vererbt werden kann, ist eine frühzeitige Familienanamnese besonders wichtig. Zu einer sinnvollen Allergieprävention gehört es dann, die Toleranzentwicklung zu fördern.

Die 3 Säulen der antiallergischen Therapie

  1. Meiden des Auslösers
  2. Behandlung der Symptome mit Hausmitteln oder Medikamenten
  3. Desensibilisierung

gelten auch für Kinder. Bei der Behandlungsstrategie gibt es allerdings einige Besonderheiten zu beachten.

Symptome und Behandlung

Typische Symptome bei Babys und Kindern sind eine laufende oder verstopfte Nase, Niesen, juckende und tränende Augen und Hustenreiz. Durch das Nasensekret kann sich ein Ekzem (entzündete Stelle) am Naseneingang bilden. Auch geschwollene Augenlider, Kopfschmerzen und leichtes Fieber sind nicht ungewöhnlich. Die schulische Leistungsfähigkeit ist durch das schlechte Allgemeinbefinden oft eingeschränkt.

Zur medikamentösen Behandlung stehen wie bei Erwachsenen zur Verfügung:

  • antiallergische Nasensprays und Augentropfen mit Cromoglicinsäure oder Antihistaminika
  • orale Antihistaminika
  • kortisonhaltige Nasensprays

Bitte beachten Sie, dass frei verkäufliche Medikamente nicht ohne Rücksprache mit dem Arzt zwischen Erwachsenen und Kindern geteilt werden dürfen, da diese nicht immer für Kinder geeignet sind. Darüber hinaus ist häufig eine Dosisanpassung für Kinder erforderlich.

Heuschnupfen während der Schwangerschaft und Stillzeit

Schwangere und stillende Allergikerinnen sollten wenn möglich Pollen vermeiden. Kommt es doch zu Beschwerden, gibt es aber auch für sie geeignete Arzneimittel: Auf dem Portal Embryotox können Sie den Namen des Medikaments oder des enthaltenen Wirkstoffs eingeben und nachsehen, ob ein bestimmtes Medikament bedenkenlos in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden kann. Betrieben wird es vom Pharmakovigilanz - und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin.

Das Mittel der Wahl in der Schwangerschaft und der Stillzeit ist die Cromoglicinsäure, als Nasenspray oder Augentropfen. Allerdings muss dieser Wirkstoff prophylaktisch schon etwa 2 Wochen vor dem Pollenflug angewendet werden.

Bei akuten Symptomen sind die topischen Antihistaminika Azelastin und Levocabastin (als Nasenspray oder Augentropfen) angemessen. In Tablettenform werden die Arzneistoffe Loratadin und Cetirizin empfohlen. Falls zusätzlich ein schlaffördernder (sedierender) Effekt erwünscht ist, eignet sich Clemastin.

Wie bei Kindern sind während der Schwangerschaft oder Stillzeit nicht alle Medikamente geeignet. Lassen Sie sich darum bitte immer vor der Verwendung von Medikamenten und pflanzlichen Präparaten von einem Arzt oder Apotheker beraten.

Vorbeugung von Heuschnupfen

Die folgenden Maßnahmen können effektiv sein, um Heuschnupfen-Symptome zu reduzieren beziehungsweise gar nicht erst auftreten zu lassen:

  • Kontakt vermeiden: Wenn möglich, sollten Sie den Kontakt mit dem Allergen gänzlich vermeiden.
  • Lesen Sie Pollenvorhersagen: Beim Deutschen Wetterdienst und beim Deutschen Polleninformationsdienst gibt es Pollenflugkalender und aktuelle Wochenvorhersagen.
  • Lüften Sie in den frühen Morgenstunden, wenn Sie in der Stadt leben. Auf dem Land sind eher die Abendstunden pollenarm.
  • Pollenfrei schlafen: Wechseln Sie Ihre Straßenkleidung außerhalb des Schlafzimmers. Haarewaschen spült Pollen heraus.
  • Nasenduschen verwenden: Spülen Sie während der Pollenflugzeit Ihre Nase mit einer Salzlösung, um sie von Allergenen zu befreien.
  • Luftreiniger und Staubsauger mit einem Hepa-Filtersystem halten Feinstaub und allergene Partikel zurück. Auch im Auto kann ein Hepa-Filter die Pollenbelastung reduzieren.
  • Pollenschutzgitter in den Fenstern lassen Pollen gar nicht erst in die Wohnung kommen.
  • Tragen Sie im Freien einen Mund- und Nasenschutz und halten Sie beim Autofahren die Fenster geschlossen.

Wann zum Arzt?

In den meisten Fällen kann Heuschnupfen durch Hausmittel oder Selbstmedikation gemildert werden. Trotzdem gibt es einige Situationen, in denen es Sinn macht, sich vom Arzt untersuchen und beraten zu lassen.

Zum Beispiel ist es in diesen Fällen ratsam, einen Arzttermin zu vereinbaren:

  • wenn Heuschnupfen-Symptome zum 1. Mal bei Ihnen auftreten
  • wenn sich die Symptome nicht verbessern, sie sich verschlimmern oder die Lebensqualität beeinträchtigen
  • wenn Medikamente nicht helfen oder störende Nebenwirkungen verursachen
  • bei einer Vorerkrankung, die Heuschnupfensymptome verschlimmern kann, wie Nasenpolypen, Asthma oder einer chronischen Nasennebenhöhlenentzündung
  • wenn Begleitbeschwerden wie Asthma, Ekzeme, Nahrungsmittelallergien oder Magen-Darm-Probleme hinzukommen

Sie benötigen passende Arzneimittel gegen Ihren Heuschnupfen? Dafür müssen Sie nicht zwangsläufig einen Arzttermin vereinbaren. Über die Online-Arztpraxis ZAVA können Sie ganz einfach Ihr Rezept (und Ihr Arzneimittel) anfordern:

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Welcher Arzt kann helfen?

Erste Anlaufstelle ist in der Regel Ihr Hausarzt. Um einen Allergietest durchführen zu lassen, kann dieser Sie an einen Hautarzt beziehungsweise einen Allergologen überweisen. Auch viele HNO- und Kinderärzte sowie Lungenfachärzte bieten eine Beratung bei Heuschnupfen an.

Pollenallergie oder Sommergrippe?

Häufig kommt es vor, dass ein erstmalig auftretender Heuschnupfen als Sommergrippe fehlgedeutet wird. Da eine Sommergrippe medizinisch anders behandelt wird, ist es wichtig, die Symptome richtig einzuordnen. Die nachfolgende Tabelle stellt die wichtigsten Unterschiede dar:

Sommergrippe

Pollenallergie

Erreger/Auslöser

Enteroviren, z.B. Coxsackieviren

Kontakt mit verunreinigten Gegenständen, Lebensmitteln oder Wasser 

Kontakt mit infizierten Menschen

Pollen von Bäumen, Gräsern, Getreide und Unkraut (z.B. Birke, Brennessel, Hasel, Weide und Wegerich)

Aufenthalt im Freien

Saison (in Europa)

Hauptsächlich im Sommer bzw. den warmen Jahreszeiten

Frühling und Sommer (Hauptsaison von April bis Juli)

Seltener im Winter und Herbst möglich

Krankheitsdauer und - verlauf

Akute Phase 3 Tage, insgesamt 7 Tage

Langsame Entwicklung und meist milder oder symptomloser Verlauf

Variabler Verlauf, oft langwierig und jährlich wiederkehrend

Fieber

Erhöhte Temperatur häufig 

Hohes Fieber selten

Sehr selten

Halsschmerzen

Häufig

Manchmal bis häufig

Kopfschmerzen

Manchmal

Leicht bis mäßig stark

Selten

Häufig bei Übergang in Sinusitis

Husten

Häufig

Reizhusten zu Beginn und verschleimter Husten im Verlauf

Selten

Schnupfen/ Laufende Nase / Niesen

Häufig

Häufig Niesen und/oder laufende Nase

Gliederschmerzen

Manchmal

Leicht bis mäßig stark

Fast nie

Brennende / Tränende Augen

Variabel, abhängig vom Virustyp

Häufig

Appetitlosigkeit

Häufig

Selten

Abgeschlagenheit

Häufig

Manchmal

Durchfall

Häufig

Selten

Trotzdem kann es manchmal schwierig sein, Heuschnupfen und Sommergrippe richtig auseinanderzuhalten. Fällt es Ihnen schwer, Ihre Beschwerden oder die Ihres Kindes klar zuzuordnen, ist der Besuch beim Arzt sinnvoll. Er stellt eine klare Diagnose – und gibt wichtige Tipps rund um Behandlung und Vorbeugung.

Häufig gestellte Fragen

Wo kann ich mich testen lassen?

In der Regel führen Hautärzte den Pricktest in ihrer Praxis ambulant durch. Teilweise bieten auch HNO- und Kinderärzte sowie Lungenfachärzte die Durchführung von Allergietests an. In der Apotheke kann der Test nicht durchgeführt werden.

Gibt es geeignete Schüßler-Salze?

Schüssler-Salze basieren auf der Vorstellung, dass Krankheiten durch Störungen des Mineralhaushalts ausgelöst und durch Zufuhr bestimmter Mineralien in homöopathischen Verdünnungen behandelt werden können. Nach heutigem Kenntnisstand sind Schüßler-Salze allenfalls durch den Placeboeffekt wirksam. Ähnlich wie bei Homöopathie besteht auch hier meist keine Gefahr für Nebenwirkungen.

Zur Behandlung von Heuschnupfen stehen folgende Schüßler-Salze zur Verfügung: Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 Tabletten (sollen ausgleichend auf das Immunsystem wirken), Nr. 8 Natrium chloratum D6 Tabletten (sollen die Schleimhäute von Augen, Nase und Atemtrakt schützen), Nr. 8 Natrium chloratum Salbe und Nr. 24 Arsenicum jodatum D6 (soll bei chronischen Schleimhauterkrankungen helfen).

Macht Akupunktur Sinn?

Die Wirkung von Akupunktur bei Heuschnupfen ist bislang umstritten. Zwar wurde in einigen Studien ein positiver Effekt von Akupunktur auf die Symptome sowie die Vorbeugung von Heuschnupfen beobachtet, diverse andere Studien kamen jedoch zu der Schlussfolgerung, dass Akupunktur bei Heuschnupfen keine Wirkung hat. Daher muss letztendlich jeder Patient für sich entscheiden, ob er eine Akupunktur-Behandlung bei Heuschnupfen ausprobieren möchte.

Hilft Honig gegen Heuschnupfen?

Es gibt keine wissenschaftlichen Belege für eine Wirkung von Honig gegen Heuschnupfen. Wenige kleine Studien haben sich zwar mit der Anwendung von Honig bei Heuschnupfen befasst, allerdings fehlen umfassende und methodisch hochwertige Studien zu diesem Thema.

Hilft Gin Tonic gegen Heuschnupfen?

Nein, es ist nicht sinnvoll, Gin Tonic gegen Heuschnupfen einzusetzen. Er lindert keine Beschwerden, trägt nach derzeitigem Stand aber immerhin auch nicht zu einer Verschlechterung bei. Anders sieht es bei einigen anderen alkoholischen Getränken aus: Viele von ihnen enthalten hohe Mengen an Histamin (z.B. Wein, Bier, Cider) und können zudem die Freisetzung von körpereigenem Histamin fördern. Daher sollte Alkohol bei Heuschnupfen eher gemieden werden.

Woher weiß ich, wann welche Pollen fliegen?

Beim Deutschen Wetterdienst und Deutschen Polleninformationsdienst finden Sie viele nützliche Informationen zu Pollen in Deutschland, inklusive eines Pollenflugkalenders und der aktuellen Pollenvorhersage.

Wie (oft) putze ich die Wohnung bei Heuschnupfen richtig?

Häufiges Saugen von Teppichen und Polstermöbeln sowie feuchtes Wischen von Böden hält Ihre Wohnung allergiefreundlich – in der Haupt-Pollensaison bietet sich diese Reinigung täglich an. Auch Staub auf Möbeln und Oberflächen sollte mit einem feuchten Tuch entfernt werden. Staubsauger mit einem Hepa-Filter filtern Pollen und andere Allergene aus der Saugluft. Verzichten Sie nach Möglichkeit auf Pollenfänger wie Teppiche, Vorhänge und Gardinen und wechseln Sie Ihre Bettwäsche regelmäßig.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Nadia Schendzielorz Medizinische Autorin

Dr. Nadia Schendzielorz war von 2016 bis 2020 Apothekerin bei ZAVA und unterstützt das Team nun freiberuflich bei der medizinischen Textprüfung. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

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