Kreislaufprobleme: Was tun?

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 30 Sep 2021

Ob nach dem Aufstehen, bei Hitze oder bei starker körperlicher Belastung: So ziemlich jeder hatte wahrscheinlich schon einmal Kreislaufprobleme. Doch wann sind die Beschwerden harmlos und ab wann sollten Sie lieber einen Arzt aufsuchen? Wir helfen Ihnen, die Symptome einzuordnen, und geben Tipps rund um Hausmittel und Behandlung.

Inhalt
Kreislaufprobleme: Verschwommenes Bild von Bäumen.

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Kreislaufprobleme sind sehr weit verbreitet und äußern sich oft in Schwindel und Sehstörungen. In der Regel sind die Ursachen harmlos.

Symptome: Die Symptome erstrecken sich von Schwindel, Gleichgewichtsstörungen und Kopfschmerzen über Sehstörungen bis hin zu kurzzeitiger Bewusstlosigkeit. Auch der Eindruck von Rauschen im Kopf oder Tinnitus treten unter Umständen auf.

Ursachen: Meist löst ein vorübergehend zu niedriger Blutdruck Kreislaufprobleme aus. Das ist besonders häufig bei jungen Frauen und Schwangeren der Fall. Aber auch äußere Umstände wie das Wetter oder körperliche Belastung können zeitweise niedrigen Blutdruck bedingen. In seltenen Fällen sind Kreislaufprobleme das Symptom einer Herz- oder Nierenerkrankung.

Behandlung: Ein Großteil der Kreislaufprobleme lässt sich durch einfache Hausmittel und Maßnahmen (wie z.B. viel trinken, hinlegen) beseitigen. Gegebenenfalls müssen zugrunde liegende Erkrankungen ärztlich behandelt werden.

Über Kreislaufprobleme

Das Herz-Kreislauf-System ist unter anderem dafür zuständig, alle Organe mit ausreichend Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Kreislaufprobleme können entstehen, wenn das Gehirn nicht genügend Sauerstoff erhält. Die Hauptursache dafür ist ein zu niedriger Blutdruck.

Besonders anfällig für Kreislaufprobleme sind junge Frauen und Schwangere. Grundsätzlich können aber alle Altersgruppen von Kreislaufbeschwerden betroffen sein. Auch äußere Faktoren wie das Wetter (vor allem bei Hitze) oder körperliche Betätigung spielen beim Blutdruckabfall eine Rolle.

Wenn Kreislaufprobleme immer wieder auftreten oder starke Beschwerden mit sich bringen, sollten Sie Ihren Hausarzt aufsuchen. Auch bei bestehenden Grunderkrankungen wie Herzschwäche oder Herzrhythmusstörungen ist es notwendig, die Symptome durch einen Arzt abklären zu lassen.

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Symptome bei Kreislaufproblemen

Die Symptome bei Kreislaufproblemen sind sehr vielseitig und unterschiedlich stark ausgeprägt. Zu den typischen Beschwerden zählen:

  • Sehstörungen: Augenflimmern oder Schwarzwerden vor den Augen
  • Schwindel
  • Gangunsicherheit
  • Kribbeln in Armen und Beinen
  • Konzentrationsprobleme
  • Benommenheit
  • Herzrasen
  • Rauschen im Kopf
  • Kopfschmerzen
  • Ohrgeräusche, Ohrensausen

Außenstehende erkennen Personen mit Kreislaufproblemen zudem möglicherweise an einem blassen Gesicht und Zittern der Gliedmaßen.

In seltenen Fällen führen die Beschwerden bis zum Kreislaufkollaps, der Betroffene wird dann kurz bewusstlos. Ärzte sprechen von einer Synkope. In der Regel dauert eine Synkope nur wenige Sekunden und die Person ist nach kurzer Zeit wieder ansprechbar. Helfen können dabei einfache Maßnahmen wie das Hochlegen der Beine. Wenn die Person trotzdem nicht wieder zu sich kommt, sollten Sie umgehend einen Notarzt rufen. Auch wenn die Bewusstlosigkeit nur kurz dauert, ist es wichtig, die Ursache zeitnah durch einen Arzt abklären zu lassen.

Wichtig: Legen Sie sich am besten gleich hin, wenn sich Kreislaufprobleme anbahnen. So können Sie bei Schwindel oder einem drohenden Kreislaufkollaps einen Sturz vermeiden.

Kreislaufprobleme: Mögliche Ursachen

Die häufigste Ursache für Kreislaufprobleme ist ein zu niedriger Blutdruck. Der medizinische Fachbegriff dafür lautet Hypotonie. Eine Hypotonie liegt vor, wenn der Blutdruck weniger als 90/60 mmHg (Millimeter Quecksilbersäule) beträgt. Normalerweise liegt der Blutdruck in Ruhe etwa bei 120/80 mmHg.

Manche Personen haben einen dauerhaft niedrigen Blutdruck und weisen nur leichte oder gar keine Symptome auf. Das ist besonders häufig bei schlanken, jungen Menschen der Fall. Ärzte sprechen dann von einer chronischen Hypotonie. Ein dauerhaft niedriger Blutdruck ohne Beschwerden hat keinen Krankheitswert.

Gut zu wissen: Da der Blutdruck im Tagesrhythmus natürlichen Schwankungen unterliegt, treten die Symptome unter Umständen zu bestimmten Tageszeiten vermehrt auf. Besonders morgens und vormittags ist der Blutdruck bei vielen Menschen noch niedrig. Das kann zwar lästig sein, ist meist aber nicht weiter behandlungsbedürftig.

Eine Sonderform von niedrigem Blutdruck ist die orthostatische Hypotonie. Dabei sackt der Blutdruck bei Lagewechseln plötzlich ab, zum Beispiel beim Übergang vom Liegen zum Stehen. Warum passiert das? Der Körper ist beim Positionswechsel nicht imstande, Blutverteilung und Blutdruck schnell genug der aufrechten Position anzupassen. Das Gehirn wird so schlechter mit Sauerstoff versorgt. Üblicherweise normalisiert sich der Blutdruck nach ein paar Sekunden von alleine wieder. Vor allem ältere Menschen sind häufig von orthostatischer Hypotonie betroffen. Das hängt unter anderem mit der Einnahme von Medikamenten zusammen.

Für Kreislaufprobleme kommen noch weitere Ursachen infrage:

  • Wetter: Besonders Hitze kann Kreislaufprobleme begünstigen. Damit der Körper Wärme abgeben kann, erweitern sich die Blutgefäße. Zusätzlich kommt es durch Schwitzen zu einem Flüssigkeitsverlust. Die Folge: Der Blutdruck sinkt.
  • Sport oder körperliche Belastung: Starke, körperliche Belastung kann zu einem Flüssigkeitsmangel führen. Daraus resultiert ein niedrigeres Blutvolumen, das möglicherweise Kreislaufprobleme nach sich zieht.
  • Flüssigkeitsmangel: Bei zu geringer Flüssigkeitszufuhr sinkt das Blutvolumen, infolgedessen treten Kreislaufprobleme auf.
  • niedriger Blutzuckerspiegel: Das Gehirn benötigt Glukose zur Energiegewinnung. Wenn der Glukosespiegel im Blut sinkt, führt das unter anderem zu einer eingeschränkten Konzentrationsfähigkeit. Um den Blutzuckerspiegel wieder anzuheben, schüttet der Körper Adrenalin aus. Dadurch kann bei der betroffenen Person ein Zittern ausgelöst werden. Bei Diabetikern treten diese Symptome meist im Rahmen einer Überdosierung der Medikamente auf, die den Blutzuckerspiegel senken.

Die Einnahme von bestimmten Medikamenten führt mitunter ebenfalls zu Kreislaufproblemen. Dazu gehören in erster Linie blutdrucksenkende Mittel, die bei einem zu hohen Blutdruck verschrieben werden. Wenn Sie an Kreislaufproblemen leiden und Blutdrucksenker einnehmen, suchen Sie am besten Ihren Arzt auf. Er wird dann unter Umständen die Dosierung anpassen.

Auch bestehende Grunderkrankungen können Kreislaufprobleme auslösen. Dazu zählen:

  • Herzerkrankungen: Bei Herzrhythmusstörungen, der koronaren Herzerkrankung (KHK) oder einer Herzschwäche nimmt die Leistungsfähigkeit des Herzens vorübergehend oder langfristig ab. In manchen Fällen kommt es so zur Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff und somit auch zu Kreislaufproblemen.
  • Nierenerkrankungen: Bei einer Nierenschwäche wird unter anderem weniger Erythropoetin produziert, das als Hormon die Bildung von roten Blutkörperchen anregt. Das kann zu Blutarmut führen, bei der möglicherweise Kreislaufprobleme auftreten. Eine weitere Aufgabe der Nieren ist es, Kalium auszuscheiden. Wenn das nicht richtig funktioniert, steigt der Kaliumspiegel im Blut. Das äußert sich unter Umständen mit Symptomen wie Schwindel, Muskelschwäche und Kribbeln in den Armen und Beinen.

Risikogruppen: Wann treten Kreislaufprobleme gehäuft auf?

In bestimmten Lebensphasen steigt die Wahrscheinlichkeit, Probleme mit dem Kreislauf zu bekommen. Dazu zählen zum Beispiel Schwangerschaften, die Periode und erhöhtes Lebensalter.

Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft

Schwangere sind für Kreislaufprobleme besonders anfällig. Gerade in den ersten Monaten muss sich der Körper an die Schwangerschaft und das erhöhte Blutvolumen anpassen. Außerdem sorgt das Schwangerschaftshormon Progesteron dafür, dass die Blutgefäße sich weiten. Der Blutdruck ist in dieser Zeit oft etwas niedriger – und bedingt Kreislaufprobleme.

Sie sollten einen Arzt aufsuchen, wenn die Symptome häufig oder sehr stark auftreten oder wenn es in der 2. Hälfte der Schwangerschaft immer noch vermehrt zu Schwindel und Kreislaufproblemen kommt. Der Arzt untersucht Sie dann auf möglicherweise bestehende Grunderkrankungen wie zum Beispiel eine Blutarmut.

Gut zu wissen: Kreislaufprobleme in der Schwangerschaft sind zwar für die werdende Mutter unangenehm, für das Kind in der Regel aber unbedenklich. Üblicherweise legen sie sich in den letzten Monaten der Schwangerschaft oder spätestens nach der Geburt wieder von allein.

Kreislaufprobleme durch die Periode

Betroffen von Kreislaufschwäche während der Periode sind vor allem junge, schlanke Frauen. Aber auch Personen, die besonders stark bluten, leiden eher an Kreislaufproblemen.

Der Grund dafür: Während der Monatsblutung verliert der Körper Blut und damit auch Eisen. Da Eisen unter anderem für den Sauerstofftransport im Blut verantwortlich ist, wird bei einem Mangel das Körpergewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt. Das Herz reagiert auf die leichte Unterversorgung mit schnellerem Schlagen. Das kann Kreislaufprobleme wie Schwindel oder Müdigkeit mit sich bringen. Auch hormonbedingte Wassereinlagerungen vor und während der Periode ziehen unter Umständen einen niedrigeren Blutdruck nach sich. Das Blut wird durch die Einlagerungen dickflüssiger und fließt langsamer.

Kreislaufprobleme bei Senioren

Senioren sind besonders häufig von der sogenannten orthostatischen Hypotonie betroffen. Dabei treten die Kreislaufprobleme immer im Zusammenhang mit Lagewechseln auf. Möchten Personen mit orthostatischer Hypotonie beispielsweise aus dem Bett aufstehen, wird ihnen schwarz vor Augen oder sie fühlen sich leicht benommen.

Bei schwachen Symptomen ist die Erkrankung harmlos. Sind die Beschwerden stärker, besteht eine Sturzgefahr, die bei älteren Menschen leicht zu Verletzungen führen kann. Betroffene sollten sich beim Aufstehen, beispielsweise aus dem Bett, immer erst kurz hinsetzen und warten, bevor sie sich ganz aufrichten.

Ein weiterer Grund für Kreislaufschwäche bei älteren Menschen ist die verminderte Flüssigkeitsaufnahme. Im Alter nimmt häufig das Durstgefühl ab. So trinken Senioren oft unbewusst weniger. Aber auch die bewusste Reduzierung der Trinkmenge kann eine Rolle spielen: Aus Angst, nachts auf dem Weg zur Toilette zu stürzen, trinken ältere Menschen tagsüber und abends weniger. Wenn Senioren nicht genug Flüssigkeit aufnehmen, führt das unter Umständen zu einer Kreislaufschwäche.

Kreislaufprobleme: Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Bei leichten Kreislaufproblemen ist es immer hilfreich, die Symptome von einem Arzt abklären zu lassen. Definitiv sollten Sie aber einen Arzt hinzuziehen, wenn:

  • die Beschwerden sehr häufig auftreten
  • Sie starke Symptome haben
  • die Symptome Sie deutlich beeinträchtigen und keine offensichtlichen Ursachen (Wetter, Sport, Periode, …) erkennbar sind
  • Erkrankungen des Herzens bekannt sind (z.B. KHK, Herzschwäche, Herzrhythmusstörungen)

Sie können mit Kreislaufproblemen Ihren Hausarzt aufsuchen. Wenn der Verdacht auf eine Grunderkrankung vorliegt, werden Sie von Ihrem Arzt an einen Spezialisten überwiesen. Bei einer Schwangerschaft oder Problemen während der Periode wenden Sie sich an Ihren Gynäkologen.

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Wichtig: Rufen Sie unverzüglich den Notarzt, wenn Sie unter starken Brustschmerzen oder Luftnot leiden. Das gleiche gilt bei Symptomen eines Schocks: Dazu gehören Kaltschweißigkeit (Schweißausbrüche), blaue und blasse Haut sowie ein sehr schneller Puls.

Wenn eine Person länger als ein paar Sekunden bewusstlos ist und Sofortmaßnahmen wie die Hochlagerung der Beine nicht helfen, sollte ebenfalls umgehend der Notruf gewählt werden.

Untersuchungen bei Kreislaufproblemen

Der Arzt wird Sie zunächst nach der Häufigkeit und der Intensität Ihrer Beschwerden fragen. Zudem sind die Umstände wichtig, in denen die Kreislaufprobleme auftreten. Auch über eingenommene Medikamente und bestehende Vorerkrankungen muss der Arzt Bescheid wissen. Leiden Sie bereits seit Längerem unter Schwierigkeiten mit dem Kreislauf, ist es mitunter sinnvoll, ein Symptomtagebuch zu führen. Dort können Sie über mehrere Wochen Ihre Beschwerden, mögliche Ursachen und den Erfolg von Behandlungsversuchen festhalten.

Als Nächstes wird der Arzt möglicherweise eine Blutdruckmessung durchführen. Da eine einmalige Blutdruckmessung wenig aussagekräftig ist, kommt in manchen Fällen auch eine Langzeit-Blutdruckmessung infrage. Dafür bekommt der Patient für 24 Stunden ein Blutdruckmessgerät, das tagsüber alle 15 Minuten und nachts alle 30 Minuten den Blutdruck misst und speichert. Bei der Auswertung analysiert der Arzt die Werte und leitet gegebenenfalls eine Behandlung ein.

Bei Verdacht auf eine orthostatische Hypotonie führt der Arzt den sogenannten Schellong-Test durch. Dafür legt sich der Patient für 5-10 Minuten auf eine Untersuchungsliege. Dabei werden Blutdruck und Puls minütlich gemessen. Anschließend steht die Person auf. Wieder misst der Arzt Blutdruck und Herzfrequenz jede Minute für etwa 5-10 Minuten. Bei gesunden Menschen kommt es im Stehen zu einem leichten Anstieg der Herzfrequenz. Der obere Blutdruck bleibt gleich oder sinkt leicht ab (Veränderungen bis zu 20 mmHg sind normal). Der untere Blutdruck kann bei Gesunden entweder leicht ansteigen oder absinken.

Vermutet der Arzt eine Erkrankung des Herzens oder der Nieren, wird er weitere Untersuchungen durchführen. Dazu gehört beispielsweise ein EKG, das die Aktivität des Herzens misst. Auch eine Blutuntersuchung kann Aufschluss über eine bestehende Grunderkrankung geben.

Kreislaufprobleme: Was tun?

Bei Kreislaufproblemen ist es immer hilfreich, einen ärztlichen Rat einzuholen. Der Arzt kann die Beschwerden abklären und eine passende Behandlung einleiten. Gerade bei leichteren Symptomen gibt es aber auch viele Maßnahmen, die schnell und einfach Abhilfe schaffen.

Medikamente und Co.: Was der Arzt bei Kreislaufproblemen verordnet

Je nachdem, welche Ursache hinter den Kreislaufproblemen steckt, kann der Arzt verschiedene Medikamente verordnen.

Sind die Kreislaufprobleme auf Erkrankungen des Herzens oder der Niere zurückzuführen, wird der Arzt gegebenenfalls die Medikation für diese Grunderkrankung anpassen.

Treten die Kreislaufbeschwerden im Zusammenhang mit einem niedrigen Blutdruck auf, setzt der Arzt nur sehr selten Medikamente ein: Infrage kommen sogenannte Antihypotonika, die eine blutdruckanregende Wirkung haben. Dazu gehören beispielsweise Arzneistoffe, die das vegetative Nervensystem anregen und eine Erhöhung der Herzleistung bewirken. Solche Medikamente werden vom Arzt meist nur kurzzeitig verschrieben. Und Achtung: Der Nutzen von Antihypotonika bei chronischer Hypotonie ist nicht wissenschaftlich belegt.

Kreislaufprobleme: Hausmittel

Kreislaufprobleme sind weit verbreitet und können sehr unangenehm sein. Was also tun? Es gibt einige einfache Hausmittel, mit denen sich die Symptome bekämpfen lassen:

  • Hinlegen und Beine hochlagern: So kann das Blut leichter aus den Beinen zurückfließen. Das Gehirn wird besser mit Blut versorgt und die Beschwerden sollten bald wieder nachlassen. Wenn Sie sich nicht hinlegen können, setzen Sie sich und legen Sie die Beine hoch.
  • Wasser trinken: Wenn zu wenig Flüssigkeit im Körper vorhanden ist, ist das Blut dickflüssiger und fließt langsamer – der Blutdruck sinkt. Durch die Aufnahme von Wasser steigt der Blutdruck dagegen nach kurzer Zeit wieder an.
  • Wadenpumpe: Bewegen Sie Ihre Zehen auf und ab, sodass sich die Wade immer wieder anspannt. Das unterstützt das Kreislaufsystem dabei, das Blut aus den Beinen zurück in Richtung Rumpf und Kopf zu pumpen.
  • kalter Waschlappen: Legen Sie sich einen nassen, kalten Lappen in den Nacken oder auf die Stirn.
  • Bürstenmassagen: Durch kreisende Bürstenmassagen können Kreislaufprobleme bei manchen Personen gelindert werden. Dabei ist es wichtig, immer von den herzfernen Regionen (Füße, Hände) zum Herzen hin zu arbeiten. Durch die Massage werden Durchblutung, Stoffwechsel und Kreislauf angeregt.

Wenn Ihre Kreislaufprobleme im Zusammenhang mit Nackenschmerzen auftreten, können Lockerungsübungen hilfreich sein. Kreisen Sie zum Beispiel die Schultern nach vorne und nach hinten. Auch Wärme kann unterstützend wirken, die Verspannungen zu lösen. Legen Sie sich dazu beispielsweise eine Wärmflasche oder ein Körnerkissen auf die betroffene Stelle.

Kreislaufproblemen vorbeugen

Um Kreislaufproblemen vorzubeugen, sollten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge achten. Die ideale Flüssigkeitszufuhr variiert je nach Person stark und richtet sich unter anderem nach der körperlichen Leistung und der Umgebungstemperatur. Erwachsene sollten aber mindestens 1,5 Liter Wasser am Tag trinken. Personen mit Vorerkrankungen des Herzens oder der Nieren sollten zuerst mit Ihrem Arzt sprechen, bevor sie die Trinkmenge erhöhen.

Treten Kreislaufprobleme vorwiegend bei Lagewechseln auf, ist es ratsam, sich vor dem Aufstehen erst kurz hinzusetzen und einige Sekunden zu warten.

Bestimmte Maßnahmen der Hydrotherapie haben sich bei manchen Personen ebenfalls als hilfreich erwiesen. Dazu zählen zum Beispiel Güsse nach Kneipp und Wechselduschen. Dabei wird das Kreislaufsystem trainiert und gegen äußere Einflüsse abgehärtet. Eine Wechseldusche können Sie ganz einfach zuhause durchführen: Duschen Sie zunächst wenige Minuten mit warmem Wasser. Dann beginnen Sie, Ihre Beine und Arme kühl abzuduschen. Sie arbeiten sich dabei immer bis zum Rumpf vor und wieder zurück. Dann folgt ein warmes Abduschen des ganzen Körpers. Sie schließen immer mit einer kalten Einheit ab. Die Wirkung: Durch die wechselnde Temperatur ziehen sich die Blutgefäße immer abwechselnd zusammen und weiten sich wieder. Das hat einen positiven Effekt auf Kreislauf, Stoffwechsel und Immunsystem.

Generell ist bei Kreislaufproblemen eine ausgewogene Ernährung wichtig. Nehmen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag zu sich als wenige große – vor allem, wenn die Kreislaufschwäche bei Ihnen oft nach dem Essen auftritt. Salzreiches Essen kann unter Umständen sinnvoll sein. Aber Vorsicht: Fragen Sie in jedem Fall zunächst Ihren Arzt, ob eine solche Ernährungsweise bei Ihnen infrage kommt.

Regelmäßige Bewegung trainiert das Herz-Kreislauf-System und kann so auch Kreislaufproblemen entgegenwirken. Es ist empfehlenswert, mehrmals die Woche mindestens 30 Minuten Ausdauersport zu treiben. Geeignet sind zum Beispiel Walken, Radfahren und Schwimmen. Ältere Menschen oder Personen mit Vorerkrankungen am Herzen sollten sich zunächst von einem Arzt untersuchen lassen, bevor sie mit dem Training beginnen.

Wann treten in der Schwangerschaft Kreislaufprobleme auf?

Kreislaufprobleme treten typischerweise in den ersten Monaten der Schwangerschaft auf. Der Körper, insbesondere das Herz-Kreislauf-System, muss sich erst an die Schwangerschaft anpassen. In der Folge kommt es oft zu niedrigem Blutdruck, Schwindel und Co. Sie sollten die Symptome vom Arzt abklären lassen, wenn die Beschwerden häufig auftreten oder schwerwiegender sind sowie wenn sie später in der Schwangerschaft vorkommen.

Wann kommt es typischerweise zu Kreislaufproblemen?

Kreislaufprobleme werden meist durch einen Blutdruckabfall ausgelöst. Unter anderem führen Flüssigkeitsmangel, Hitze oder hormonelle Umstände wie die Periode oder eine Schwangerschaft zu niedrigem Blutdruck. Betroffen sind oft junge Frauen, aber auch ältere Menschen leiden unter Kreislaufproblemen.

Wann muss man bei Kreislaufproblemen ins Krankenhaus?

Sie sollten sich ins Krankenhaus fahren lassen, wenn Sofortmaßnahmen wie Beine hochlegen und Wasser trinken nicht helfen und die Symptome länger als ein paar Minuten dauern. Bei sehr starken Beschwerden wie Kaltschweißigkeit, blauer und blasser Haut sowie sehr schnellem Herzschlag sollte der Notarzt gerufen werden. Gleiches gilt für starke Brustschmerzen und Luftnot.

Was hilft bei Kreislaufproblemen?

Am besten legen Sie sich hin und lagern die Beine hoch, sobald sich Kreislaufprobleme anbahnen. Trinken Sie viel Wasser und legen Sie bei Hitze einen kalten Waschlappen auf die Stirn oder in den Nacken. Wenn Sie Kreislaufprobleme beim Aufstehen bekommen, bleiben Sie immer erst ein paar Sekunden sitzen, bevor Sie ganz aufstehen.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Stellv. Ärztliche Leiterin Deutschland

Dr. Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei ZAVA und vertritt zur Zeit Beverley Kugler als ärztliche Leiterin. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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