Scharlach

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 15 Jun 2020

Scharlach ist hochansteckend und betrifft vor allem Kinder. Er lässt sich mit Antibiotika leicht behandeln. Die Infektionskrankheit wird durch Bakterien (Streptokokken) ausgelöst und fast immer durch Tröpfcheninfektion übertragen.

Inhalt
Kind in rotem Oberteil mit Erdbeerzunge durch Scharlach

Anzeichen für Scharlach

Die Symptome von Scharlach ähneln zunächst einer Grippe: 38 Grad oder höheres Fieber, Halsschmerzen und geschwollene Halsdrüsen (äußert sich in einer dicken Schwellung an der Seite des Halses). Vor allem bei kleineren Kindern kann es auch zu Bauchschmerzen und Erbrechen kommen.

Innerhalb von 48 Stunden macht sich Hautausschlag bemerkbar. Er juckt meist nicht, fühlt sich rau, beinahe wie Sandpapier an, beginnt mit kleinen, blassen Flecken, die später gerötet sind – häufig im Brust- und Bauchbereich. Allerdings kann bis auf Hände und Füße jede Körperregion betroffen sein. Auf heller Haut sieht er rosa oder rot aus. Auf dunkler Haut kann man den Ausschlag manchmal kaum sehen, er lässt sich aber erfühlen. Nach etwa einer Woche geht der Ausschlag zurück.

Die Zunge ist mit weißem Belag bedeckt. Fällt die weiße Schicht nach etwa 4 Tagen ab, ist die Zunge himbeerrot und geschwollen (sogenannte Himbeerzunge).

Der Ausschlag kann sich auch im Gesicht ausbreiten. Die Wangen sind gerötet, wobei der Bereich um den Mund meist sehr blass ist oder völlig ausgespart bleibt, charakteristischerweise zeigt sich hier ein dreieckiger heller Bereich.

Erwachsene und Kinder haben dieselben Symptome. Allerdings kommt Scharlach bei Erwachsenen sehr viel seltener vor und wird leicht übersehen, da sich die typischen Symptome (z.B. Fieber, Ausschlag) oft nicht zeigen.

Hilfe in Ihrer Apotheke

In Ihrer Apotheke kann man:

  • Ihnen helfen, die Ursachen für Ihre Bauchschmerzen abzuklären
  • Behandlungsmethoden empfehlen
  • Arzneimittel gegen Verdauungsstörungen oder Verstopfung empfehlen

Wenden Sie sich in diesen Fällen an einen Arzt:

  • Ihr Kind oder Sie selbst haben Scharlachsymptome
  • Wenn eine Woche nach Ihrem ersten Arztbesuch noch keine Besserung auftritt. Das gilt vor allem, wenn Ihr Kind vor kurzem Windpocken hatte.
  • Wenn ein paar Wochen, nachdem die Scharlacherkrankung überstanden ist, erneut Symptome auftreten. Das kann auf Folgeerkrankungen, beispielsweise rheumatisches Fieber, hinweisen
  • Unwohlsein, nachdem Sie Kontakt mit einem Infizierten hatten.

Scharlach ist hochansteckend. Kontaktieren Sie deshalb Ihre Arztpraxis zunächst telefonisch und erklären die Situation. Um andere nicht anzustecken, sollten Sie nicht einfach unangemeldet in die Praxis kommen.

Was geschieht beim Arzt?

Ihr Arzt kann meist schon am Zustand der Zunge und des Ausschlags erkennen, ob es sich tatsächlich um Scharlach handelt. Oft sind auch Rachen und Mandeln entzündet.

Neben einem Bluttest gibt es auch einen Schnelltest, bei dem mittels eines Wattestäbchens ein Abstrich vom Rachen gemacht wird, der dann auf Bakterien untersucht wird.

Behandlung von Scharlach

Haben Sie sich mit den Bakterien angesteckt, dauert es meist bis zu drei Tagen, bis zum Ausbruch der Krankheit. Normalerweise werden bei Scharlach vom Arzt Antibiotika verschrieben. Nach deren erstmaliger Einnahme ist man bereits nach etwa 24 Stunden nicht mehr ansteckend. Ohne eine Behandlung mit Antibiotika ist die Gefahr einer Ansteckung auch 3 Wochen später noch möglich.

Durch die Behandlung:

  • fühlt sich der Patient schnell wieder besser.
  • wird das Risiko ernsthafter Folgeinfektionen wie z.B. einer Lungenentzündung verringert.
  • wird das Ansteckungsrisiko reduziert

Wichtiger Hinweis: Antibiotika sollten so lange genommen werden, bis die vom Arzt verschriebene Packung aufgebraucht ist. Die Einnahme sollte nicht vorher abgebrochen werden, auch wenn sich der Patient schon früher deutlich besser fühlt.

Was Sie selbst tun können

In Kindergärten und Schulen kommt es durch den engen Kontakt schnell zu einer Übertragung. Gründliche Hygiene und Händewaschen sind daher besonders wichtig.

Symptome lassen sich mildern durch:

  • Kalte Getränke
  • Weiche Nahrung bei Halsschmerzen
  • Schmerzmittel wie Paracetamol, die auch das Fieber senken. Für Kinder gibt es Paracetamol als Saft. Achten Sie dabei auf die genaue, altersgerechte Dosierung auf dem Beipackzettel.
  • Geben Sie Kindern unter 12 Jahren kein Aspirin (Acetylsalicylsäure ASS), da es im Verdacht steht, das Reye-Syndrom auszulösen. Diese schwere Krankheit, die vor allem Kinder im Alter von 4 bis 9 Jahren betrifft, kann Gehirn und Leber schädigen bzw. im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.
  • Lindernde Salben oder Antihistaminika für den juckenden Ausschlag

Bitte beachten Sie: Bei den meisten Arzneien ist für Kinder einer Dosisanpassung notwendig. Unter keinen Umständen sollten Sie Ihre eigene Medikamente ohne ärztliche Anweisung Kindern verabreichen.

Dauer von Scharlach

Scharlach dauert ungefähr eine Woche.

Bis zu 7 Tage vor Beginn der ersten Symptome und bis zu 24 Stunden nach Beginn der Einnahme von Antibiotika ist Scharlach äußerst ansteckend.

Ohne Einnahme von Antibiotika sind Patienten noch 2-3 Wochen nach Auftreten der ersten Symptome ansteckend.

Wichtiger Hinweis: Kinder und Jugendliche mit Scharlach sollten mindestens 24 Stunden nach Beginn der Behandlung mit Antibiotika zu Hause bleiben, um andere nicht anzustecken. Wird nicht mit Antibiotika behandelt, sollten Kindergarten oder Schule erst dann wieder besucht werden, wenn sie kein Fieber mehr haben und sich topfit fühlen.

Wie gefährlich ist Scharlach?

In der Vergangenheit war Scharlach eine ernstzunehmende Krankheit. Mit einer frühzeitigen Antibiotikatherapie klingen die Symptome heutzutage jedoch rasch ab. In seltenen Fällen kann es durch einen schweren Verlauf zu Spätfolgen oder Folgeerkrankungen kommen.

Sowohl während als auch Wochen nach der Scharlacherkrankung können Folgeerkrankungen auftreten, beispielsweise:

  • Ohrenentzündungen
  • Rachengeschwüre
  • Sinusitis (Nasennebenhöhlenentzündung)
  • Lungenentzündung
  • Meningitis (Hirnhautentzündung)
  • Rheumatisches Fieber

Was in der Schwangerschaft zu beachten ist

Es gibt keine Hinweise dafür, dass eine Scharlacherkrankung während der Schwangerschaft Ihrem Kind schaden kann. Trotzdem sollten Sie den Kontakt mit Menschen, die an Scharlach erkrankt sind, soweit wie möglich meiden, da Scharlach äußerst ansteckend ist. Kontaktieren Sie Ihren Arzt, wenn Sie Symptome bei sich bemerken.

Antibiotika, die gegen Scharlach verschrieben werden, können normalerweise auch während der Schwangerschaft eingenommen werden. Auf der Seite embryotox.de können Arzneimittel auf ihre Eignung während der Schwangerschaft überprüft werden.

Wie Sie eine Ansteckung vermeiden

Scharlach ist hochansteckend, denn die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion, also über Husten, Niesen und Sprechen. Auch Schmierinfektionen sind möglich, wenn Gegenstände oder Flächen berührt werden, die gemeinsam mit Scharlachpatienten benutzt werden.

So können Sie das Risiko einer Ansteckung senken:

  • Häufiges Händewaschen mit warmem Wasser und Seife
  • Niesen und Husten in ein Taschentuch
  • Taschentücher sofort im Mülleimer entsorgen
  • Teilen Sie kein Besteck, Geschirr, Handtücher, Kleidung oder Bettwäsche mit einem Scharlachinfizierten
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Medizinisch geprüft von:
Dr. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie

Dr. Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei Zava. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei Zava arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Artikel erschienen: 15 Jun 2020

Letzte Änderung: 15 Jun 2020

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