Ekzem

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 08 Dez 2020

Die Bezeichnung Ekzem ist ein Sammelbegriff für eine Gruppe von Hautveränderungen, die im Rahmen unterschiedlicher Erkrankungen und aus verschiedenen Gründen auftreten können. Ekzeme gehören zu den häufigsten Krankheitsbildern der Haut und fast jeder Mensch erkrankt mindestens einmal im Leben an einem Ekzem. Neben dem sichtbaren Ausschlag können Ekzeme durch Begleitsymptome wie Schmerzen oder Juckreiz in schweren oder häufig wiederkehrenden Fällen einen großen Leidensdruck auf die Betroffenen haben.

Auf dieser Seite bieten wir Ihnen Informationen zur Entstehung von Ekzemen, erläutern die verschiedenen Arten von Ekzemen und zeigen, wie man ein Ekzem erkennen kann. Außerdem finden Sie einen Überblick zu möglichen Behandlungsoptionen und vorbeugenden Maßnahmen gegen Ekzeme.

Inhalt

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Ekzem ist keine Diagnose, sondern der Oberbegriff für eine Reihe von Hauterkrankungen, die durch die Schädigung der obersten Hautschicht entstehen und meist von äußeren Einflüssen wie Allergenen, Chemikalien oder extremen Temperaturen ausgelöst werden. Es handelt sich um die häufigste Gruppe von Hauterkrankungen, an der mindestens 5-8 % der Bevölkerung leiden.

Symptome: Die Symptome variieren je nach Unterform des Ekzems. Typische Symptome sind eine begrenzte Hautrötung und Bläschen, Pusteln oder Knötchenbildung. Während der Abheilung bilden sich häufig Schuppen oder Krusten, bei chronischen Ekzemen können Knötchen und eine Verdickung der Haut mit einer Vergröberung der Hauttextur auftreten.

Ursachen: Am häufigsten verantwortlich für ein Ekzem sind reizende Substanzen wie Mineralöle, bestimmte Pflanzen oder Laugen sowie Allergene, beispielsweise Nickel, Duftstoffe oder Propolis. Auch physikalische Auslöser wie Kälte oder Sonneneinstrahlung und mechanische Reize wie Druck oder Zug auf die Haut können Ekzeme verursachen.

Behandlung: Viele Ekzemformen sind gut behandelbar. Am wichtigsten ist eine Meidung des Auslösers. Zur medikamentösen Behandlung eingesetzt werden vor allem Kortikosteroide oder Antihistaminika. Je nach Ekzemform kommen noch weitere Wirkstoffe wie Immunsuppressiva zum Einsatz.

Was ist ein Ekzem?

Als Ekzem bezeichnet man Schädigungen der Oberhaut, durch die es zum Auftreten von Hautrötungen, Bläschen, Krusten und Schuppen auf der Haut kommen kann. Ein Ekzem ist deswegen keine eigenständige Diagnose, sondern ein Oberbegriff für diese Hautveränderungen. Ein Ekzem kann aufgrund einer einmaligen Hautreaktion auf einen reizenden Stoff auftreten; es kann aber auch ein Zeichen für eine zugrundeliegende Erkrankung sein, beispielsweise ein seborrhoisches oder dyshidrotisches Ekzem. In Deutschland leiden geschätzt 5-8 % der Gesamtbevölkerung, also bis zu über 6 Millionen Menschen, an einem Ekzem.

Ekzem oder Dermatitis: Gibt es einen Unterschied?

Obwohl die Begriffe Ekzem und Dermatitis häufig als Synonyme verwendet werden, haben sie streng genommen nicht die gleiche Bedeutung. Als Dermatitis kann jede Entzündungsreaktion der Haut bezeichnet werden, unabhängig von der Entstehung. Auch beim Ekzem liegt bei genauer Betrachtung eine Entzündungsreaktion der Haut, also eine Dermatitis, vor. Ein Ekzem ist jedoch gekennzeichnet durch eine Schädigung der Oberhaut (Epidermis) sowie die dadurch entstehenden Symptome, also Hautrötung, Bläschenbildung, Krusten und Schuppen. Trotzdem werden beide Begriffe oft nebeneinander verwendet, zum Beispiel kann ein Kontaktekzem auch als Kontaktdermatitis bezeichnet werden.

Ekzem erkennen

Ein Ekzem kann am Aussehen der betroffenen Haut sowie an der Art des Auftretens erkannt werden. Typische Merkmale von akuten Ekzemen sind:

  • eine oft scharf begrenzte Hautrötung
  • kleine Bläschen oder größere Blasen an der betroffenen Hautstelle, die mit klarer Flüssigkeit gefüllt sind. Im weiteren Verlauf können die Bläschen aufplatzen, wodurch das Ekzem feucht wird; bei chronischen Ekzemen oder bestimmten Auslösern kommt es jedoch eher zu Pusteln und Knötchen als zu Bläschen
  • Juckreiz, Schmerzen oder Brennen des Ausschlags
  • ein plötzliches Auftreten ohne Vorwarnzeichen
  • Krusten- und Schuppenbildung während der Abheilung
  • Bei chronischen Ekzemen kann es außerdem zu einer Verdickung und einer gröberen Textur der Haut (Lichenifikation) kommen, dafür treten die Symptome eines akuten Ekzems in vielen Fällen schwächer auf.

Ekzeme können generell überall am Körper auftreten, unter anderem in Hautfalten, an den Gliedmaßen (Extremitäten) oder im Gesicht. Manche Unterformen treten bevorzugt nur an bestimmten Stellen auf, beispielsweise entsteht das dyshidrotische Ekzem hauptsächlich an Händen und Füßen. Gewisse Körperstellen (z.B. unsere Hände) sind zudem häufiger von Ekzemen betroffen, etwa durch beruflich bedingten Kontakt mit Allergenen bzw. reizenden Stoffen, häufiges Händewaschen oder langes Tragen von Handschuhen.

  • Manchmal kann die Unterscheidung zwischen Ekzemen und anderen Hautveränderungen schwierig sein. Im Zweifelsfall kann der behandelnde Arzt, vor allem der Hautarzt, eine eindeutige Zuordnung vornehmen.
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Behandlung und Hautpflege

Ekzeme lassen sich oft gut behandeln. Die Behandlung richtet sich einerseits nach den vorhandenen Symptomen und der Schwere des Ekzems, andererseits aber auch nach der Unterform des Ekzems. Bei den meisten Ekzemen ist eine Kombination aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Methoden empfehlenswert.

Arten von Ekzemen und Ursachen

Die verschiedenen Arten von Ekzemen haben unterschiedliche Ursachen, aus denen sie entstehen können. Bestimmte Ekzeme wie das atopische Ekzem werden zu einem großen Teil durch erbliche Ursachen bedingt. Andere Ekzeme werden durch innere Faktoren wie eine bestehende Allergie begünstigt. Häufig sind aber äußere Ursachen wie der Kontakt mit reizenden Substanzen oder Sonneneinstrahlung für die Entstehung eines Ekzems verantwortlich.

Atopisches Ekzem

Atopisches Ekzem

Symptome: Rötung, Bläschen, Krusten, Schuppen, Juckreiz. Bei Säuglingen und Kindern entstehen häufig nässende Bläschen, bei Jugendlichen und Erwachsenen sind eine Hautverdickung (Lichenifikation) und die Bildung von Knötchen in der Haut möglich. Häufige Begleitsymptome sind Ichtyosis vulgaris (Schuppung an Armen und Beinen), Ausdünnung der Augenbrauen, Blässe in der Mundregion und Weißfärbung der Haut bei Druck (weißer Dermographismus).

Auftreten: Im Prinzip kann das atopische Ekzem überall auftreten. Bei Kleinkindern zeigt es sich gehäuft im Gesicht und auf der Kopfhaut, später auch am Rumpf und den Gliedmaßen (Extremitäten). Bei Kindern entsteht es bevorzugt im Gesicht, an Hals und Nacken, im Bereich von Brustbein und Schultern, auf Hand- und Fußrücken sowie in Elle- und Kniebeugen. Bei Jugendlichen und Erwachsenen tritt es am häufigsten an der Stirn, den Augenlidern, am Hals, den Beugeseiten von Armen und Beinen sowie den Hand- und Fußrücken auf.

Ursache(n): Das atopische Ekzem entsteht durch eine Barrierestörung der Haut im Zusammenspiel mit einer Störung des Immunsystems. Wichtigster Grund hierfür ist eine erbliche Veranlagung. Auch Asthma, Heuschnupfen und eine Fehlbesiedlung der Haut mit bestimmten Mikroorganismen werden als wichtige Auslöser diskutiert.

Seborrhoisches Ekzem

Seborrhoisches Ekzem Kopfhaut

Symptome: Scharf begrenzte, gelb-rote Ausschläge mit matter Oberfläche und fettig wirkenden Schuppen. Häufig juckt das Ekzem stark, teilweise kann es auch nässen.

Auftreten: Typische Orte sind die behaarte Kopfhaut sowie Stirn, Nase, der obere Rumpf und die Beugeseiten von Armen und Beinen.

Ursache(n): Die Ursachen sind nicht vollständig geklärt. Wahrscheinlich entsteht das seborrhoische Ekzem aus einer Besiedlung der Haut mit dem Hefepilz Malassezia furfur und dem Einfluss männlicher Geschlechtshormone mit einer Überproduktion von Talg. Außerdem kann auch eine erbliche Neigung eine Rolle bei der Entstehung des seborrhoischen Ekzems spielen.

Periorale Dermatitis

Periorale Dermatitis

Symptome: Kleine Knötchen (Papeln), die erst hautfarben sind und im Verlauf hell- oder dunkelrot werden. Die betroffene Haut ist leicht geschwollen und kann zwischen den Papeln ebenfalls gerötet sein. Meist fühlt sich die Haut trocken, gespannt und brennend an.

Auftreten: Die periorale Dermatitis tritt am häufigsten im Mundbereich auf, kann aber auch im restlichen Gesicht, vor allem im Bereich der Augen und der Nase, entstehen.

Ursache(n): Die Hauptursache für eine periorale Dermatitis ist die Verwendung von Cremes im Gesichtsbereich, zum Beispiel kosmetische Salben oder Sonnencremes. Dadurch wird die Gesichtshaut aufgeweicht und so gereizt. Die Verwendung von Kortikosteroiden im Gesichtsbereich ist ein weiterer möglicher Auslöser.

Dyshidrotisches Ekzem / Trockenheitsekzem/ Pompholyx

Dyshidrotisches Ekzem Fußzehen

Symptome: Kleine Bläschen und größere Blasen, die stark jucken. Eine Hautrötung kann vorkommen. Nach mehreren Wochen heilen die Bläschen unter Bildung von Schuppen ab. Bei chronischem Verlauf wird die betroffene Haut dicker und gröber (Lichenifikation).

Auftreten: Vorzugsweise tritt das dyshidrotische Ekzem an den Handinnenflächen, den Fußsohlen und seitlich an Fingern und Zehen auf.

Ursache(n): Die Ursachen sind nicht vollständig aufgeklärt. Mögliche Auslöser sind aber der direkte Kontakt zu Allergenen wie Nickel und reizenden Stoffen wie Laugen sowie Pilzinfektionen der Haut. Auch eine gestörte Hautbarriere, zum Beispiel durch Austrocknung bei der häufigen Verwendung nicht-rückfettender Desinfektionsmittel, erhöht das Risiko für ein dyshidrotisches Ekzem. Weitere Risikofaktoren sind Stress, eine erhöhte Schweißabsonderung (Hyperhidrose) und das häufige Tragen von Einmalhandschuhen.

Intertriginöses Ekzem

Intertrigo Unterbrust

Symptome: Dunkelrote, scharf begrenzte und nässende Hautveränderungen, die von kleinen Wunden durchsetzt und von übelriechenden Krusten bedeckt sein können. Meist leiden die Patienten unter Juckreiz und Brennen der betroffenen Stellen. Bei chronischem Verlauf tritt eine Verdickung der Haut und Veränderung der Hautfarbe (Pigmentverschiebung) ein.

Auftreten: Das intertriginöse Ekzem tritt in Hautfalten auf, also vor allem in Bauchfalten, in den Achselhöhlen, an den Leisten, unter den Brüsten und im Genital- sowie Analbereich.

Ursache(n): Auslöser des intertriginösen Ekzems ist ein Stau von Schweiß und Wärme in den Hautfalten sowie die mechanische Reibung der Hautstellen aneinander. Dadurch wird die Haut gereizt. Zusätzlich steigt der pH-Wert an, die Haut weicht an der Oberfläche auf und verliert so ihre Schutz- und Barrierefunktion. Risikofaktoren sind Übergewicht, Diabetes, heißes Klima und schlechte Körperhygiene.

Phototoxisches oder photoallergisches Ekzem

Photoallergisches Ekzem

Symptome: Rötung, Knötchen- und Blasenbildung sowie Brennen und Juckreiz an den betroffenen Stellen.

Auftreten: Die phototoxische Reaktion tritt an Körperstellen auf, die dem Sonnenlicht bzw. UV-Licht ausgesetzt wurden.

Ursache(n): Ursächlich ist der Kontakt zu Substanzen, die die Haut empfindlich gegenüber UV-Licht machen (Photoallergene bzw. Photosensibilatoren) oder die unter der Einwirkung von UV-Licht die Haut schädigen (phototoxische Substanzen). Dadurch wird die Haut durch UV-Licht, beispielsweise beim Sonnenbaden, gereizt und entwickelt ein photoallergisches bzw. phototoxisches Ekzem. Mögliche auslösende Substanzen sind Duftstoffe, Bestandteile von Sonnencremes, Konservierungsstoffe und bestimmte Medikamente, wie zum Beispiel das Breitband-Antibiotikum Doxycyclin.

Toxisches Kontaktekzem

Ekzem Hand

Symptome: Schmerzhafte, brennende und teilweise juckende Hautrötung, die mit Blasen überzogen sein kann, scharf begrenzt ist und sich ohne Vorwarnsymptome nach Kontakt zu einem auslösenden Stoff bildet.

Auftreten: Das toxische Kontaktekzem tritt streng nur an den Stellen auf, die Kontakt zu dem auslösenden Stoff hatten. Bei flüssigen Auslösern können Abrinnspuren erkennbar sein, das bedeutet, dass sich das Ekzem entlang des Abrinnweges des Auslösers ausbreitet.

Ursache(n): Die Ursache für ein toxisches Kontaktekzem ist der Kontakt der Haut zu einem Reizstoff. Die Zahl möglicher Reizstoffe ist sehr groß und umfasst unter anderem basische Stoffe wie Ammoniak, Natronlauge und gelöschten Kalk, Säuren, Öle, Lösungsmittel wie Terpentin, eine Vielzahl an Chemikalien sowie Pflanzenstoffe wie Zitrusfruchtschalen und Blumen. Die auslösenden Stoffe schädigen bei Hautkontakt direkt die Haut und lösen innerhalb von Stunden nach Kontakt ein toxisches Kontaktekzem aus. Es handelt sich dabei nicht um eine allergische Reaktion. Prinzipiell sind die auslösenden Stoffe bei allen Menschen gleich, allerdings haben manche Menschen eine widerstandsfähigere Haut und bekommen ein toxisches Kontaktekzem erst nach längerem oder höher konzentriertem Kontakt zu einem Auslöser. Das Ekzem ist umso stärker, je intensiver der Kontakt zum Auslöser war.

Allergisches Kontaktekzem

Allergisches Kontaktekzem

Symptome: Die Symptome können vielfältig sein. Typisch sind nässende, juckende Rötungen mit Bläschen. Auch Schwellungen aufgrund von Wassereinlagerungen (Ödemen) kommen häufig vor. Im Verlauf bilden sich Krusten und Schuppen. Chronische allergische Kontaktekzeme führen zur Verdickung und Verhornung der Haut (Lichenifikation und Hyperkeratose) sowie Einrissen (Rhagaden).

Auftreten: Allergische Kontaktekzeme können überall am Körper auftreten. Bevorzugt entstehen sie dort, wo der Kontakt zu einem auslösenden Stoff stattgefunden hat, also beispielsweise an den Händen. Es gibt aber häufig Streuphänomene, das heißt, dass auch an anderen Körperstellen oder sogar am gesamten Körper Ekzeme nach Kontakt zu einem auslösenden Stoff auftreten können.

Ursache(n): Ursächlich ist der wiederholte Kontakt zu einem Kontaktallergen. Am häufigsten (20 % aller Fälle) ist Nickel der Auslöser, gefolgt von Duftstoffen (15 %) und Perubalsam (10 %), einem Bestandteil mancher Kosmetika. Auch Pollen, Pflanzenbestandteile, Farbstoffe und Färbestoffe wie Paraphenylendiamin, Leder, Gummi, Kolophonium, Bestandteile von Klebern, Chrom, Natur- und Kunstharze, Inhaltsstoffe von Parfums und Bestandteile von Salben können allergische Kontaktekzeme auslösen. Kreuzallergien haben beim allergischen Kontaktekzem eine untergeordnete Bedeutung.

Stauungsekzem

Stauungsekzem

Symptome: Gespannte, gerötete und überwärmte Haut, die gespannt und glänzend aussieht. Normalerweise finden sich auch Schuppen an den betroffenen Stellen.

Auftreten: Das Stauungsekzem tritt an den Unterschenkeln auf.

Ursache(n): Stauungsekzeme entstehen bei chronisch-venöser Insuffizienz, also einer Erkrankung, bei der der Bluttransport durch die Venen hauptsächlich in den Beinen gestört ist. Dadurch bleibt verstärkt Blut in den Beinen zurück, wodurch sich der Druck in den Unterschenkelgefäßen erhöht und Flüssigkeit aus den Venen in das umliegende Gewebe gepresst wird. Dies schädigt auf Dauer die Venen, die Lymphabflusswege und das Bindegewebe in den Unterschenkeln. Es kommt zu einer Unterversorgung der Haut mit Blut und somit zu einer Schwächung ihrer Widerstandsfähigkeit. Als Folge wird die Haut gereizt und es bilden sich unter anderem Stauungsekzeme.

Andere Ursachen

Weniger häufige Ursachen für Ekzeme sind:

  • Ein verminderter Fettgehalt in der obersten Hautschicht durch Austrocknung, Kälte, häufiges Waschen, Saunagänge oder niedrige Luftfeuchtigkeit führt zum asteatotischen bzw. Exsikkationsekzem. Dieses zeigt sich als schuppende Rötung vor allem im Gesicht, an den Händen und den Unterarmen.
  • Das dysregulativ-mikrobielle Ekzem (nummuläres Ekzem) entsteht vermutlich durch eine Sensibilisierung gegenüber bestimmten Bestandteilen von Bakterien. Auch der Einfluss von bestehenden Kontaktallergien wird diskutiert. Auslöser können Infektionen im Mund-Rachen-Bereich sein. Symptome sind runde, rötliche Ablagerungen auf der Haut mit Knötchen oder Bläschen. Verdickungen der Haut, Juckreiz und eine nässende Oberfläche können vorkommen. Häufigste betroffene Stellen sind Unterschenkel, Unterarme und Gesicht.
  • Die Infektion des äußeren Gehörgangs mit Bakterien oder Pilzen kann zum Gehörgangsekzem führen. Sowohl Schuppenbildung und Juckreiz als auch schleimig-nässende Schwellungen und Rötungen im Gehörgang sind möglich.
  • Ein Analekzem kann als Folge von Hautfalten im Anusbereich, Pilzinfektionen, einen Analprolaps (Analvorfall) oder Hämorrhoiden auftreten. Typisch sind Rötungen, Hautverdickungen, weißliche Verfärbungen bzw. Auflagerungen auf der Haut und Juckreiz im Bereich des Anus.
  • Beim Naseneingangsekzem entstehen Rötungen, Verkrustungen und Einrisse durch vermehrte Einwirkung von Nasensekret, beispielsweise bei Schnupfen oder bei kalten Temperaturen.
  • Bei ständiger Befeuchtung der Lippen bildet sich eine sogenannte Cheilose, also eine Reizung der Lippenregion, die besonders zu Einrissen, Rötung und Brennen führt.
  • In den Mundwinkeln kann es im Alter durch schlaffe, überhängende Backen dazu kommen, dass sich Speichel in den Mundwinkeln sammelt, die Haut reizt und Rötungen sowie Pilzinfektionen an diesen Stellen fördert. Man bezeichnet dies als Anguli infectiosi oder Perlèche.

Wann zum Arzt

Nicht jedes Ekzem muss zwangsläufig ärztlich abgeklärt werden. Wenn Sie einmalig ein leichtes Ekzem bei sich bemerken, können Sie zunächst einige Tage abwarten, ob es von alleine abheilt und mit schonender Hautpflege sowie gegebenenfalls mit Hausmitteln die Heilung unterstützen. Wenn das Ekzem durch Kontakt mit einem Allergen oder einem reizenden Stoff ausgelöst wurde, ist es wichtig, weiteren Kontakt zu diesem Stoff vollständig zu vermeiden.

Falls das Ekzem nach einigen Tagen, spätestens nach ein bis zwei Wochen, immer noch in gleicher Intensität vorhanden ist oder sich in der Zwischenzeit verschlimmert, sollte dennoch ein Arzt aufgesucht werden, um die Ursache herauszufinden und bei Bedarf eine systematische Behandlung einleiten zu können. Auch bei häufig wiederkehrenden Ekzemen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen. Eine bestimmte Grenze, ab welcher Häufigkeit ein Arztbesuch notwendig ist, gibt es nicht. Vielmehr sind der individuelle Leidensdruck sowie die Schwere der Symptome ausschlaggebend.

Kinder und Säuglinge

Ekzeme bei Kindern können in leichten Fällen prinzipiell auch abgewartet werden. Häufig kommen Kinder zum Beispiel beim Spielen in Kontakt mit Pflanzen, die ein toxisches Kontaktekzem auslösen, das nach kurzer Zeit wieder von selbst abheilt. Wenn Kinder jedoch wiederholt oder über mehrere Wochen an Ekzemen leiden, sollte vorsorglich eine Untersuchung beim Arzt erfolgen, um eine passende Therapie einleiten zu können. Bei Säuglingen mit Ekzemen sollte dagegen frühzeitig ein Termin beim Arzt ausgemacht werden.

Was sind mögliche Komplikationen und Risikofaktoren?

Offene Wunden

Wenn zusätzlich zum Ekzem offene Wunden vorhanden sind, zum Beispiel durch starkes Kratzen, können sich diese offenen Stellen mit Krankheitserregern infizieren und erfordern dann eine rasche ärztliche Behandlung. Außerdem können sich Ekzeme mit Pilzen infizieren, wodurch eine Behandlung mit Antipilzmitteln (Antimykotika) erforderlich wird.

Schwere allergische Reaktionen

Bei allergisch bedingten Ekzemen kann es in schweren Fällen zu weiteren Symptomen einer schweren allergischen Reaktion wie Atemnot, Schwellungen im Kopf-Hals-Bereich oder einer Kreislaufschwäche kommen. Diese Fälle sind zwar selten, sie erfordern aber die sofortige Benachrichtigung eines Arztes oder des Rettungsdienstes.

Geschwächtes oder reaktives Immunsystem

Ein erhöhtes Risiko für Komplikationen und für schwere Verläufe von Ekzemen haben Patienten mit geschwächtem Immunsystem, also beispielsweise Personen mit einer HIV-Infektion oder Patienten mit Diabetes mellitus. Auch Menschen mit einer Neigung zu allergischen oder entzündlichen Hautreaktionen wie Patienten mit Atopie können häufiger komplizierte Ekzemerkrankungen haben.

Welcher Arzt ist der beste Ansprechpartner?

Hausarzt/Kinderarzt

Der erste Ansprechpartner bei Ekzemen ist normalerweise der Hausarzt. Viele Ekzeme lassen sich bereits ohne spezialisierte Untersuchungen sicher erkennen und mit einfachen Mitteln wie Cremes gut behandeln. Falls nötig, kann Ihr Hausarzt Sie an einen Hautarzt überweisen. Bei Säuglingen und Kindern ist außerdem der Kinderarzt eine gute Anlaufstelle.

Online-Arzt

Neben niedergelassenen Ärzten ist die Diagnose von Ekzemen in den meisten Fällen auch durch Online-Arztpraxen problemlos möglich. Voraussetzung dafür ist lediglich eine Webcam bzw. Kamera mit ausreichender Bildqualität sowie eine gute Beleuchtung, um aussagekräftige Fotos des Ekzems machen zu können. Vorteile der Online-Arztpraxis sind die einfache Verfügbarkeit sowie die bequeme Möglichkeit, direkt von zuhause aus eine Diagnose zu erhalten. Außerdem können Sie durch die Zusammenarbeit mit großen Versandapotheken direkt ein Medikament nach Hause geschickt bekommen, falls dies zur Behandlung Ihres Ekzems nötig ist.

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Vorbeugung

Vorbeugende Maßnahmen sind ein wichtiger Baustein in der Therapie von Ekzemen. Die Wirksamkeit der Maßnahmen unterscheidet sich aber je nach Art des Ekzems.

Ursache entscheidend

Ekzeme, die stark von einer erblichen Veranlagung abhängen wie das atopische Ekzem, sprechen allgemein schlechter auf Vorbeugung an als Ekzeme, die einen klaren äußeren Auslöser haben wie das toxische Kontaktekzem. Insgesamt können aber bei allen Ekzemarten die symptomfreien Intervalle durch einfache vorbeugende Maßnahmen deutlich verlängert werden.

Richtige Hautpflege wichtig

Wichtig ist zur Vorbeugung die richtige Pflege der Haut, um deren Widerstandskraft zu erhöhen. Dazu gehören die Anwendung von pH-hautneutralen Waschlotionen und der Verzicht auf stark entfettende Seifen oder aggressive Hautreinigungs- oder Hygienemittel. Duschen Sie nach Möglichkeit höchstens einmal täglich, begrenzen Sie die Zeit zum Duschen auf 15 Minuten und verwenden Sie zum Duschen, Baden und Händewaschen kein heißes, sondern warmes Wasser. Außerdem hilft die Verwendung von Basispflegecremes nach jedem Duschen dabei, die Haut zu beruhigen und die Barrierefunktion intakt zu halten. Dadurch wird ein zu starkes Austrocknen der Haut verhindert.

Kleidung und Lebensstil

Tragen Sie am besten lockere Kleidung aus atmungsaktiven Materialien wie Baumwolle, um Ansammlungen von Schweiß auf der Haut zu verhindern. Zudem senkt der Verzicht von Rauchen das Risiko für einige Arten von Ekzemen.

Neben diesen allgemeinen Maßnahmen gibt es für bestimmte Ekzemarten noch weitere Vorgehensweisen zur Vorbeugung:

  • Zur Vermeidung von toxischen Kontaktekzemen sollten reizende Stoffe nie direkt berührt, sondern immer nur mit Handschuhen angefasst werden. Bei einem beruflichen Umgang mit solchen Substanzen muss auch bei kleinen Mengen von Seiten des Arbeitgebers auf eine angemessene Schutzkleidung geachtet werden. Das Tragen von Schutzhandschuhen über längere Zeit sollte ebenfalls wiederum vermieden werden, weil die Haut durch das vermehrte Schwitzen aufquellen und anfälliger für ein dyshidrotisches Ekzem werden kann.
  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Nickel, Kobalt oder Chrom. Dies gilt auch für Schmuck, der eines oder mehrere dieser Metalle enthält.
  • Wenn Sie einen Auslöser benennen können, der bei Ihnen zu einem allergischen oder phototoxischen Ekzem führt, sollten Sie diesen Auslöser unbedingt vollständig meiden. Bei Auslösern kann es sich beispielsweise um bestimmte Nahrungsmittel, Pflanzenbestanteile, Duftstoffe, Inhaltsstoffe in Kosmetika oder Farbstoffe handeln. Auch eine Vermeidung direkter Sonneneinstrahlung hilft vorbeugend gegen das photoallergische oder phototoxische Ekzem.
  • Um einem intertriginösen Ekzem vorzubeugen, empfiehlt sich der Abbau von Übergewicht zur Reduktion von Hautfalten.
  • Die Verwendung von Shampoos mit Antipilzmitteln ein- bis zweimal wöchentlich kann zur Vorbeugung eines seborrhoischen Ekzems im Bereich der behaarten Kopfhaut dienen.

Eine medikamentöse Prophylaxe kann in schweren oder häufig wiederkehrenden Fällen von Ekzemen sinnvoll sein. Wichtig: Aufgrund der Vielzahl möglicher Medikamente und zur Vermeidung unnötiger Nebenwirkungen muss so eine Vorbeugung aber immer im Vorfeld mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Ist ein Ekzem heilbar? Wie lange dauert es?

Die Heilungschancen bei Ekzemen hängen von der Unterform des Ekzems ab. Meist lassen sich die akuten Hautveränderungen gut mit Hilfe von Medikamenten wie Antihistaminika oder Kortikosteroiden und dem Ausschalten der Ursache behandeln, sodass sie innerhalb einiger Tage bis wenigen Wochen abheilen. Bei bestimmten Ekzemformen wie zum Beispiel der Druckurtikaria (entsteht durch gleichmäßigen Druck, z.B. an der Schulter durch Tragen eines Rucksacks oder an den Füßen durch Stehen auf einer Leiter) treten aber häufig in kurzer Zeit neue Ekzeme auf. Eine ursächliche Heilung ist in solchen Fällen nicht möglich, allerdings können neu auftretende Ekzeme dann erneut behandelt werden.

Können Ekzeme auch bei Babys/Kleinkindern auftreten?

Ja, auch Säuglinge und Kleinkinder können Ekzeme ausbilden. Besonders charakteristisch ist die sogenannte Windeldermatitis, bei der Ekzeme im Bereich der Windel auftreten und sich anschließend häufig mit Hefepilzen infizieren. Auch atopische Ekzeme kommen bereits bei Säuglingen vor. Ekzeme bei Säuglingen und Kleinkindern sind in der Regel gut behandelbar. Sie sollten aber immer einem Arzt gezeigt werden, um eine schnelle und optimale Behandlung sicherzustellen und um Komplikationen zu vermeiden.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Stellv. Ärztliche Leiterin Deutschland

Dr. Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei ZAVA und vertritt zur Zeit Beverley Kugler als ärztliche Leiterin. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Letzte Änderung: 08 Dez 2020

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trustpilot-ratings-5-star von Sk, 23 Mär 2021
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