Dyshidrotisches Ekzem

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 08 Dez 2020

Viele Menschen erkranken von Zeit zu Zeit an Ausschlägen oder anderen Hautveränderungen. Eine relativ häufige Hautveränderung ist das sogenannte dyshidrotische Ekzem. Diese Unterform des Ekzems tritt bevorzugt an Händen und Füßen auf, kann stark jucken und betroffene Patienten im Alltag deutlich einschränken. Im folgenden Artikel finden Sie Informationen zur Entstehung des dyshidrotischen Ekzems, wie man ein dyshidrotisches Ekzem erkennen kann und welche Möglichkeiten zur Behandlung und zur Vorbeugung existieren.

Inhalt
Dyshidrotisches Ekzem: Handinnenflächen mit roten Bläschen.
 

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Das dyshidrotische Ekzem ist eine Entzündungsreaktion der Haut, bei der sich pralle, stark juckende Bläschen oder Blasen an Händen oder Füßen bilden. Es wird geschätzt, dass 0,5 % der Bevölkerung pro Jahr an einem dyshidrotischen Ekzem erkranken.

Symptome: Typische Symptome des dyshidrotischen Ekzems sind kleine Bläschen und größere Blasen an Händen und Füßen, die von einem starken Juckreiz begleitet werden.

Ursachen: Mögliche Ursachen und Risikofaktoren sind Rauchen, Atopie (Neigung zu Überempfindlichkeitsreaktionen), reizende Stoffe und Kontaktallergene, Pilzinfektionen der Haut, Nickel oder Kobalt im Körper, exzessiver Gebrauch von Schutzhandschuhen, Stress und Hyperhidrose. Häufig kann jedoch keine konkrete Ursache festgestellt werden.

Behandlung: Die Behandlung des dyshidrotischen Ekzems kann schwierig sein; in vielen Fällen tritt das Ekzem immer wieder auf. Zum Einsatz kommen vor allem Kortikosteroidcremes und Pflegesalben, aber auch die sogenannte PUVA-Therapie mit UV-Licht. In schweren Fällen müssen Kortikosteroide innerlich angewendet werden. Zudem sollten Allgemeinmaßnahmen wie eine schonende Hautpflege beachtet werden.

Was ist ein dyshidrotisches Ekzem?

Das dyshidrotische Ekzem ist eine spezielle Hautveränderung, die typischerweise an den Handinnenflächen, den Seiten der Finger sowie an den Fußsohlen auftritt. Geschätzt leiden pro Jahr 0,5 % der Bevölkerung an einem dyshidrotischen Ekzem, das auch als dyshidrotische Dermatitis oder dyshidrotisches Hand- und Fußekzem bezeichnet wird. Die genaue Entstehung des dyshidrotischen Ekzems ist noch nicht geklärt, allerdings deuten Forschungsergebnisse darauf hin, dass es sich um eine Art der allergischen Entzündungsreaktion handelt bzw. durch Kontakt mit Reizstoffen ausgelöst werden kann. Das dyshidrotische Ekzem ist daher nicht ansteckend, sondern auf den betroffenen Patienten beschränkt. Hauptsymptome des Ekzems sind prall gefüllte Blasen und Juckreiz an den betroffenen Stellen, die bei stärkerer mechanischer Belastung aufreißen können. Die Unterscheidung zu anderen Hauterkrankungen wird vor allem anhand des Aussehens der Hautveränderungen, ihrer Entstehung und der Verteilung des Ekzems am Körper getroffen.

Symptome und Ausprägungen

Das dyshidrotische Ekzem weist charakteristische Symptome auf. Es betrifft vor allem die Handinnenflächen, die Fußsohlen sowie die Zwischenräume der Finger und Zehen. Dort bilden sich ohne Vorwarnzeichen stark juckende Bläschen, die auch zu größeren Blasen heranreifen können. Die Bläschen sind prall mit Flüssigkeit gefüllt und können bei mechanischer Belastung aufreißen, zum Beispiel durch Kratzen.

Eine Rötung der Haut kann auftreten, sie kann aber auch nur sehr dezent sein. Die Bläschenbildung tritt in der Mehrzahl der Fälle symmetrisch an beiden Händen bzw. Füßen auf, in 80 % der Fälle sind nur die Hände betroffen. Schmerzen oder Brennen wird nur von einem Teil der Patienten beschrieben.

Die Bläschen heilen unbehandelt nach mehreren Wochen unter Bildung von groben Schuppen ab. Bei häufigem oder chronischem Auftreten verändert sich die Haut und verdickt sich (Lichenifikation), außerdem kann sie sich schälen oder aufreißen.

Das dyshidrotische Ekzem wird in mehrere Unterformen unterteilt. Neben dem normalen dyshidrotischen Ekzem mit den beschriebenen Symptomen existieren noch zwei Unterformen, die Dyshidrosis lamillosa sicca sowie das Pompholyx.

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Dyshidrosis lamellosa sicca

Dyshidrotisches Ekzem Fußzehen

Diese Unterform kann als leichtere chronische Variante des dyshidrotischen Ekzems angesehen werden. Die Bläschen trocknen dabei schneller ein ohne aufzureißen. Zurück bleiben runde, weißliche Vertiefungen in der Haut, die mit der Zeit abschuppen. Entzündungszeichen wie Rötung oder Schmerzen sind nur gering ausgeprägt oder fehlen sogar komplett. Die Dyshidrosis lamillosa sicca tritt in unregelmäßigen Abständen schubartig auf (chronisch-rezidivierender Verlauf).

Cheiropompholyx und Podopompholyx

Podopompholyx

Als Pompholyx wird ein besonders schweres dyshidrotisches Ekzem bezeichnet. Wenn ein Pompholyx an den Händen auftritt, nennt man es Cheiropompholyx, an den Füßen wird der Begriff Podopompholyx verwendet. Beim Pompholyx bilden sich bis zu mehrere Zentimeter große Blasen, die einreißen können. Außerdem können sich diese Blasen relativ leicht mit Krankheitserregern wie Bakterien infizieren. Diese Infektionen können sich in das Unterhautgewebe ausbreiten und müssen ärztlich behandelt werden.

Ursachen und Risikofaktoren

Meistens lässt sich im Einzelfall keine genaue Ursache für die Entstehung des dyshidrotischen Ekzems finden. Es gibt aber eine Reihe von äußeren und inneren Faktoren, von denen bekannt ist, dass sie den Ausbruch eines dyshidrotischen Ekzems begünstigen können. Die frühere Vorstellung, dass dem dyshidrotischen Ekzem eine Störung der Schweißdrüsen zugrunde liegt, ist mittlerweile widerlegt.

Äußere Faktoren

Die wichtigsten äußeren Auslöser eines dyshidrotischen Ekzems sind Allergene, beispielsweise Nickel, und reizende Substanzen wie Säuren oder Laugen. Außerdem treten dyshidrotische Ekzeme häufiger im Frühjahr und Sommer auf.

Weitere äußere Risikofaktoren sind übermäßiges Händewaschen sowie die Anwendung aggressiver Seifen. Durch diese Faktoren wird die Barrierefunktion der Haut gestört, wodurch sie anfälliger für Irritationen wird. Übermäßige Feuchtigkeit, zum Beispiel durch das lange Tragen von Einmalhandschuhen, weicht die Haut auf und stört ebenfalls die Barrierefunktion.

Innere Faktoren

Typische innere Faktoren, die das Risiko für ein dyshidrotisches Ekzem erhöhen, sind bestehende Unverträglichkeiten und Allergien oder eine erbliche Neigung zur Entwicklung von Allergien (Atopie). Das dyshidrotische Ekzem steht nach aktuellem Kenntnisstand häufig im Zusammenhang mit Vorgängen, die auch bei einer allergischen Reaktion ablaufen, und kann daher durch allergische Reaktionen begünstigt werden. Insbesondere sogenannte Kontaktallergien (Typ IV-Allergien) können bekanntermaßen ein dyshidrotisches Ekzem auslösen. Dazu zählen unter anderem Allergien gegen Duftstoffe, bestimmte Inhaltsstoffe in Kosmetikartikeln oder gegen die Metalle Nickel und Kobalt.

Des Weiteren sind Pilzinfektionen der Haut und eine übersteigerte Schweißproduktion (Hyperhidrose) an den Händen Risikofaktoren, da sie die Schutzfunktion der Haut schwächen, die Haut reizen und so die Entzündungsreaktion beim dyshidrotischen Ekzem fördern können. Außerdem können psychischer Stress und Rauchen das Erkrankungsrisiko erhöhen. Ob hormonelle oder genetische Einflüsse eine Rolle spielen, ist Gegenstand aktueller Forschung. Das dyshidrotische Ekzem tritt aber ungefähr viermal so häufig bei Frauen im Vergleich zu Männern auf.

Diagnose

Bei Verdacht auf ein dyshidrotisches Ekzem sollten die Hautveränderungen dem Haus- oder Hautarzt gezeigt werden. Der Arzt wird Sie fragen, wann Ihre Beschwerden aufgetreten sind, ob sich das Ekzem mit der Zeit verändert hat und ob Sie einen konkreten Auslöser benennen können. Außerdem wird er fragen, ob Sie solche Symptome bereits in der Vergangenheit hatten, ob Vorerkrankungen wie zum Beispiel Neurodermitis bestehen und ob Sie Medikamente einnehmen. Anschließend wird der Arzt das Ekzem anschauen. Dabei achtet er besonders darauf, welche Hautstellen genau betroffen sind, wie die Haut beschaffen ist und ob es Anzeichen für eine Infektion der Haut wie Eiter gibt.

Die Diagnose ist eine Blickdiagnose, das bedeutet, dass der Arzt die Diagnose durch die Betrachtung des Ekzems und durch das Patientengespräch stellen kann. Weitere Untersuchungsmethoden wie Blutuntersuchungen oder Gewebeentnahmen an den betroffenen Hautstellen sind in der Regel nicht erforderlich.

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Abgrenzung zu anderen Hauterkrankungen

Das dyshidrotische Ekzem kann je nach Schweregrad und individueller Ausprägung ähnliche Symptome wie bestimmte andere Erkrankungen der Haut aufweisen:

  • Pustulosis palmolplantaris verursacht ebenfalls Bläschenbildung, rissige Haut und Rötung an den Handinnenflächen und Fußsohlen. Die Bläschen heilen unter der Bildung von braunem Schorf ab. Diese Erkrankung wird als eine spezielle Ausprägung der Schuppenflechte (Psoriasis) angesehen. Ein Unterscheidungsmerkmal zum dyshidrotischen Ekzem ist deshalb eine bestehende Schuppenflechte.
  • Pilzinfektionen der Haut sind ein häufiger Grund für ausgeprägten Juckreiz und können auch an Händen oder Füßen auftreten. Sie betreffen eher die Finger- oder Zehenzwischenräume. Im Unterschied zum dyshidrotischen Ekzem entstehen bei Pilzinfektionen aber in der Regel keine prall gefüllten Blasen.
  • Eine akute Nesselsucht (Urtikaria) im Rahmen einer allergischen Reaktion bzw. eine allergische Kontaktdermatitis können zu schmerzenden oder juckenden, geröteten Quaddeln führen. Bei der Nesselsucht ist meist ein eindeutiger Auslöser vorhanden, beispielsweise Gewürze, Kälte oder allergieauslösende Medikamente. Diese Erkrankungen können während symptomfreien Intervallen mit einem Allergietest diagnostiziert werden und bessern sich im Gegensatz zum dyshidrotischen Ekzem bei Anwendung von antiallergischen Medikamenten.
  • Bei der atopischen Dermatitis (Neurodermitis) sind meist noch andere nahe Verwandte von ähnlichen Symptomen (z.B. Asthma oder Heuschnupfen) betroffen. Außerdem liegen oftmals keine prallen Bläschen, sondern kleine Beulen (Papeln) oder lediglich Hautrötungen vor.
  • Eine Reihe seltener, blasenbildender Hauterkrankungen wie Epidermiolysis bullosa simplex, Pemphigus vulgaris oder Impetigo bullosa können Ähnlichkeiten mit dem dyshidrotischen Ekzem aufweisen. Die Blasen bei diesen Erkrankungen sind oft relativ empfindlich gegenüber mechanischer Belastung, trotzdem kann die Unterscheidung schwierig sein.
  • Die Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist eine hochansteckende Infektion mit Coxsackie A-Viren, bei der an Händen, Füßen und im Mundbereich fleckig-knotige Ausschläge und teilweise auch Bläschen entstehen. Zudem bilden sich häufig schmerzende Bläschen an der Mundschleimhaut (Aphthen). Eine Unterscheidung zum dyshidrotischen Ekzem ist daher am Aussehen der Ausschläge und den Begleitsymptomen möglich.
  • Im zweiten Stadium einer Syphilis-Infektion sind ebenfalls Ausschläge möglich, die einem dyshidrotischen Ekzem ähneln können. Das Aussehen dieser Ausschläge ist sehr variabel, daher sollte bei Verdacht auf eine zugrundeliegende Syphilis eine Blutuntersuchung erfolgen.

Behandlung

Die Behandlung eines akuten dyshidrotischen Ekzems erfolgt mit Medikamenten sowie mit nicht-medikamentösen Maßnahmen. Wenn ein konkreter Auslöser bekannt ist oder vermutet wird, sollte in bestimmten Fällen zusätzlich dieser Auslöser behandelt werden, beispielsweise eine Pilzinfektion oder eine übermäßige Schweißproduktion. Wenn sich das Ekzem infiziert hat, muss auch diese Infektion mitbehandelt werden.

Nicht-medikamentöse Behandlung

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Medikamentöse Behandlung

Zur medikamentösen Behandlung des dyshidrotischen Ekzems stehen verschiedene Arzneimittel zur Verfügung. Die Wahl sowie die Anwendung von Medikamenten sollten unbedingt vorab mit einem Arzt besprochen werden. Ihr Arzt kann eine für Ihre Lebenssituation am besten geeignete Behandlung empfehlen.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung und zur Verhinderung eines erneuten dyshidrotischen Ekzems sind vor allem allgemeine Maßnahmen der Hautpflege wichtig.

  • Achten Sie auf die Verwendung milder Wasch- und Pflegeprodukte, also Waschlotionen und Handwaschmittel mit hautneutralem pH-Wert.
  • Vermeiden Sie zu häufiges Händewaschen sowie den Einsatz stark entfettender Seifen und heißen Wassers.
  • Die Anwendung von Feuchtigkeitscremes, Pflegeölen oder -cremes nach dem Händewaschen oder Duschen hilft dabei, die Haut vor Austrocknung zu schützen und ihre Barrierefunktion intakt zu halten.
  • Wenn Sie an den betroffenen Stellen stark schwitzen, sollten Sie die Haut regelmäßig mit einem Baumwolltuch sanft abtrocknen, um ein Aufweichen der Haut durch den Schweiß zu verhindern. Zusätzlich können aluminiumhaltige Sprays oder Salben dabei helfen, das Schwitzen zu reduzieren. Eine weitere, aber relativ aufwendige Vorbeugung ist die Behandlung des Schwitzens mittels Iontophorese. Dabei wird die Haut über mehrere Wochen täglich für 30 Minuten in einem Leitungswasserbad elektrischem Strom ausgesetzt, wodurch die Schweißproduktion reduziert wird.
  • Auch die Vermeidung längerer Duschzeiten von über 15 Minuten kann vorbeugend wirken.
  • Sie sollten möglichst vollständig auf Rauchen verzichten.
  • Bei manchen Patienten kann Stress die Entstehung des dyshidrotischen Ekzems begünstigen. Es ist dann empfehlenswert, Stress bewusst zu reduzieren und Entspannungstechniken wie Yoga oder autogenes Training zu erlernen bzw. regelmäßig anzuwenden.
  • Wenn das dyshidrotische Ekzem bei Ihnen häufig wiederkehrt, sollten Sie mit Ihrem Hautarzt die Möglichkeit einer medikamentösen Prophylaxe besprechen. Es gibt keine einheitliche Empfehlung für eine medikamentöse Prophylaxe für alle Patienten, daher sollten individuelle Lösungen erwogen werden.

Ist ein dyshidrotisches Ekzem ansteckend?

Nein, das dishydrotische Ekzem ist keine ansteckende Erkrankung, sondern eine Reaktion der Haut auf den Kontakt mit bestimmten allergischen oder giftigen Stoffen.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Stellv. Ärztliche Leiterin Deutschland

Dr. Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei ZAVA und vertritt zur Zeit Beverley Kugler als ärztliche Leiterin. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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