Kontaktallergie: Allergisches Kontaktekzem an Gesicht, Hand & Co.

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. med. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 23 Jun 2022

Kontaktallergien zählen zu den häufigsten Allergien und gleichzeitig zu den häufigsten Berufskrankheiten. Aufgrund der Beschwerden fühlen sich Betroffene im Alltag oft beeintträchtigt. Durch gezielte Vermeidung der Auslöser und Medikamente können Kontaktallergien aber meist gut behandelt werden.

Inhalt
Kontaktallergie: Nahaufnahme einer geröteten Hautstelle. Mit einem Finger wird Creme aufgetragen.
 

Tipp: Wenn Sie den Verdacht haben, an einer Kontaktallergie zu leiden, können Sie bei ZAVA online einen Online-Hautcheck anfordern. Sie haben schon Klarheit? Über unseren Ekzem-Service besteht die Möglichkeit, ein Medikament gegen Kontaktallergien direkt bei unseren Ärzten anzufragen.

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Eine Kontaktallergie äußert sich als juckender Hautausschlag nach Kontakt mit einem auslösenden Allergen. Kontaktallergien sind sehr verbreitet und betreffen rund 25 % der Bevölkerung. Außerdem sind sie für jede 10. Berufskrankheit verantwortlich.

Symptome: Kontaktallergien zeigen sich als sogenannte Ekzeme. Das sind Hautausschläge an den Stellen, die mit dem Auslöser in Berührung gekommen sind. Die Ausschläge jucken immer und können aus Rötungen, Schwellungen, Bläschen, Knötchen, Schuppen oder nässenden Bereichen bestehen.

Ursachen: Es sind mehrere 1.000 auslösende Stoffe bekannt, die Kontaktallergien hervorrufen können. Die häufigsten davon sind Nickel, Kobalt, Duftstoffe, Kolophonium und Perubalsam.

Behandlung: Der wichtigste Bestandteil der Behandlung ist die absolute und dauerhafte Vermeidung von Kontakt mit dem Auslöser. Zudem sollte eine schonende Hautpflege mit sanften Waschlotionen und rückfettenden Cremes erfolgen. Bei einem akuten Ausschlag können Cremes mit Glucocorticoiden Linderung verschaffen.

Was ist eine Kontaktallergie?

Die Kontaktallergie bezeichnet eine Ekzemerkrankung und wird auch allergisches Kontaktekzem oder allergische Kontaktdermatitis genannt. Es handelt sich dabei um eine allergische Reaktion der Haut, die zu unangenehmen Hautausschlägen an Stellen führt, die mit dem auslösenden Allergen in Kontakt gekommen sind. Oft entsteht der Kontakt im beruflichen Umfeld. Kontaktallergien sind häufige Hautkrankheiten und für 10 % aller Berufskrankheiten verantwortlich. Etwa 25 % der Gesamtbevölkerung weisen eine Allergieneigung gegen mindestens ein Kontaktallergen auf.

Welche Symptome verursachen Kontaktallergien?

Kontaktallergien entstehen mit Verzögerung nach Hautkontakt mit einem auslösenden Allergen. Innerhalb von 24-72 Stunden entsteht dabei an der Kontaktstelle ein Hautausschlag, der sich aus

  • Rötungen,
  • Schwellungen (Ödeme),
  • Bläschen,
  • Knötchen,
  • nässenden Stellen und
  • Juckreiz

zusammensetzt. Im weiteren Verlauf verkrustet der Ausschlag und schuppt sich, außerdem können sichtbare Schäden an der Oberhaut auftreten (Erosionen). Die Unterscheidung zu anderen typischen Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Nesselsucht ist manchmal schwierig. Da nur die Kontaktstellen betroffen sind, können durch die Ausschläge aber häufig typische Muster entstehen, zum Beispiel ring- oder gürtelförmig bei Schmuck und Armbanduhren oder in Form von Abrinnspuren bei flüssigen Stoffen.

Die Zeit bis zur Abheilung ist von Patient zu Patient verschieden und hängt von der Stärke und Dauer des Kontakts, der Häufigkeit vorangegangener Allergenkontakte und der individuellen Hautreaktion ab. Wenn der Auslöser zukünftig vermieden wird, verschwinden die meisten kontaktallergischen Ausschläge innerhalb weniger Tage. Je häufiger und stärker der Kontakt, desto intensivere Ausschläge bilden sich. Dadurch können auch chronische Kontaktekzeme mit Knötchen und verdickter, grober Hautstruktur (Lichenifikation) entstehen. Das chronische Kontaktekzem ist deutlich schwerer zu behandeln und kann permanent bestehen bleiben.

Bei ZAVA können Sie online über unseren Online-Hautcheck eine Einschätzung erhalten, ob Sie an einem Kontaktekzem leiden. Falls sich der Verdacht bestätigt, erhalten Sie bei Bedarf ebenfalls ein Medikament gegen Ihre Beschwerden. Laden Sie dazu einfach 2 aussagekräftige Fotos Ihres Ekzems hoch.

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Wie entstehen Kontaktallergien?

Die Kontaktallergie gehört zu den sogenannten verzögerten Typ IV-Allergien. Um eine Kontaktallergie gegen einen bestimmten Stoff zu entwickeln, muss der Körper erst gegen diesen Stoff (Allergen) sensibilisiert werden. Dies geschieht beim ersten Hautkontakt mit dem Allergen, indem ein bestimmter Teil des Immunsystems (T-Zellen) darauf programmiert wird, beim nächsten Kontakt mit dem Allergen eine Entzündungsreaktion auszulösen. Jeder weitere nachfolgende Hautkontakt mit dem Allergen führt dann zu einer Entzündung mit den typischen Hautausschlägen.

Interessant: Es ist dabei egal, ob der Erstkontakt an derselben oder einer anderen Körperstelle erfolgt war. Eine Kontaktallergie im Gesicht kann also beim nächsten Mal auch als Kontaktallergie an der Hand auftreten, wenn Sie das Allergen mit der Hand berühren.

Häufige Auslöser von Kontaktallergien

Bisher sind mehrere 1000 Stoffe bekannt, die zumindest bei manchen Menschen nach wiederholtem Kontakt eine Kontaktallergie auslösen können. Die häufigsten Verursacher von Kontaktallergien sind:

  • Nickel und Kobalt, bspw. in Modeschmuck, Besteck oder Bleichmitteln
  • Duftstoffe, u.a. in Cremes, Parfüms oder Deodorants
  • Perubalsam in Kosmetika und Tabak
  • Kolophonium, z.B. in Pflastern, Polituren, Papier, Enthaarungsmitteln oder Sportwachsen
  • eine Vielzahl beruflich verwendeter Stoffe, wie Gummimaterialien, Öle, Metalle, Reinigungsmittel, Pflanzen oder Farbstoffe

Zu welchem Arzt sollte ich gehen?

Die 1. Anlaufstelle bei Verdacht auf eine Kontaktallergie ist normalerweise der Hausarzt. Bei ihm erhalten Sie eine Ersteinschätzung, ob es sich um eine Kontaktallergie handelt oder ob weitere Erkrankungen infrage kommen. Häufig kann der Hausarzt auch bereits eine Behandlung einleiten. In unklaren Fällen oder zur Abklärung, auf welche Stoffe Sie allergisch reagieren, wird er Sie an einen Hautarzt überweisen. Ein Besuch beim Hautarzt kann auch notwendig werden, wenn die Kontaktallergie durch Ihre berufliche Tätigkeit entstanden ist. In diesen Fällen ist die Einleitung eines sogenannten Hautarztverfahrens zur Meldung des Falls an die Berufsgenossenschaft möglich. Nähere Informationen hierzu finden Sie bei Ihrer Berufsgenossenschaft oder Ihrem Unfallversicherungsträger.

Diagnose einer Kontaktallergie

Um die Diagnose einer Kontaktallergie stellen zu können, wird Ihr Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen. Wichtig sind dabei unter anderem folgende Punkte:

  • Seit wann haben Sie die Beschwerden?
  • Können Sie einen konkreten Auslöser benennen oder erinnert Sie die Form und der Ort des Ausschlags an einen bestimmten Auslöser?
  • Hatten Sie ähnliche Beschwerden bereits in der Vergangenheit?
  • Sind bei Ihnen Allergien bekannt?

Im Anschluss wird der Arzt den Ausschlag genau betrachten und je nach Aussehen des Ausschlags möglicherweise mit einem Holz- oder Glasspatel auf den Ausschlag und auf eine Stelle gesunder Haut drücken, um zu sehen, ob sich der Ausschlag unter Druck verändert und ob sich Ihre Haut unter Druck rötlich oder weißlich verfärbt. Diese Untersuchungen können zum Ausschluss anderer möglicher Ursachen wie Neurodermitis oder Epidermolysis bullosa dienen.

Nach Abheilung der akuten Kontaktallergie sollte außerdem immer eine Allergietestung beim Hautarzt erfolgen, um den auslösenden Stoff sicher identifizieren zu können. Dabei ist vor allem der Epikutantest wichtig, bei dem winzige Mengen der möglichen Auslöser für einige Tage auf die Haut geklebt werden und anschließend beobachtet wird, ob an diesen Stellen eine entsprechende Rötung entsteht.

Behandlung von Kontaktallergien

Am wichtigsten ist die strikte und dauerhafte Vermeidung von Kontakt mit dem auslösenden Stoff, also beispielsweise der Verzicht auf nickelhaltigen Schmuck bei einer Nickelallergie. Zudem ist eine schonende Hautpflege wichtig. Verwenden Sie pH-hautneutrale Waschlotionen und cremen Sie vor allem stark beanspruchte Stellen wie die Hände regelmäßig mit rückfettenden Basiscremes ohne Duft- oder Konservierungsstoffe ein.

Die medikamentöse Therapie des Kontaktekzems erfolgt mit Glucocorticoid-Cremes (umgangssprachlich auch: Cortisoncremes). Die Dauer der Anwendung sollte individuell nach der Schwere der Allergie durch den behandelnden Arzt festgelegt werden. Durch diese Behandlung heilen die Hautausschläge in der Regel schnell und folgenlos ab. Nur in sehr schweren Fällen ist eine systemische Anwendung in Form von Glucocorticoid-Tabletten notwendig.

Wussten Sie, dass Sie bei ZAVA auch Medikamente gegen Kontaktallergie anfragen können? Sie müssen hierzu nur einen kurzen medizinischen Fragebogen ausfüllen und zur Bestätigung der Diagnose 2 Fotos des Ekzems hochladen. Unsere Ärzte prüfen im Anschluss Ihre Angaben und stellen Ihnen falls angemessen ein Rezept aus.

Zur Verfügung stehen folgende Arzneimittel:

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Häufig gestellte Fragen

Wie sieht eine Kontaktallergie aus?

Eine Kontaktallergie erzeugt ein Kontaktekzem, also einen Hautausschlag an der Kontaktstelle mit dem auslösenden Stoff (Allergen). Der Ausschlag kann aus Hautrötung, Schwellung, Bläschen, nässenden Stellen, Knötchen, Schuppen, Quaddeln oder oberflächlich zerstörten Hautstellen (Erosionen) bestehen. Nach einiger Zeit trocknet der Ausschlag möglicherweise ein und bildet eine Kruste. Die Form des Ausschlags entspricht der Form, in der das Allergen die Haut berührt hat, zum Beispiel ein Ring am Handgelenk bei einer Kontaktallergie durch die Armbanduhr. Dies kann gerade an den Händen ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal zu anderen Ekzemen wie dem toxischen Handekzem sein.

Was kann eine Kontaktallergie auslösen?

Viele Stoffe können eine Kontaktallergie verursachen. Die häufigsten sind Nickel, Duftstoffe, Perubalsam, Kobalt und Kolophonium. Auch viele beruflich verwendete Stoffe wie Färbe- und Reinigungsmittel können zu Kontaktallergien führen.

Was kann man gegen eine Kontaktallergie tun?

Zur Behandlung einer akuten Kontaktallergie und auch zur Vorbeugung vor weiteren Hautausschlägen muss der auslösende Stoff konsequent gemieden werden. Zudem sollten nur sanfte, pH-hautneutrale Waschlotionen und rückfettende Cremes zur Hautpflege verwendet werden. Um ein Kontaktekzem zu behandeln, stehen Cremes mit Glucocorticoiden wie Mometasonfumarat zur Verfügung.

Welche Creme bei Kontaktallergie?

Die Wahl der Creme hängt von der individuellen Schwere sowie Häufigkeit der Kontaktallergie ab und sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Grundsätzlich ist es wichtig, zur Hautpflege rückfettende Cremes ohne Duft- oder Konservierungsstoffe einzusetzen. Die Akutbehandlung eines kontaktallergischen Ausschlags kann mit glucocorticoidhaltigen Cremes, im Alltag oft als „Cortisoncremes” bezeichnet, durchgeführt werden. Diese Cremes wirken der Entzündung in der Haut entgegen und sorgen für eine schnelle Abheilung des Hautausschlags.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. med. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Medizinische Leiterin ZAVA Deutschland

Dr. med. Ulrike Thieme ist Medizinische Leiterin bei ZAVA Deutschland und seit 2018 Teil des Ärzteteams. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Dr. med. Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Letzte Änderung: 23 Jun 2022

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