Postskabiöses Ekzem

Franz Bartmann

Medizinisch geprüft von

Dr. Franz Bartmann

Letzte Änderung: 28 Apr 2022

Wenn nach der Behandlung einer Krätze (Skabies) der juckende Hautausschlag nicht verschwindet oder sogar noch zunimmt, kann es sich dabei um ein postskabiöses Ekzem handeln: Die Vorsilbe „post” in diesem Fachbegriff stammt aus dem Griechischen und bedeutet „danach” oder „in Folge von etwas”. Eine genaue Diagnose ist sehr wichtig, da sich das Ekzem schwer von einem erneuten Krätzebefall unterscheiden lässt.

Inhalt
Postskabiöses Ekzem: Kind mit roten Punkten an der Hand zieht den Ärmel seines Oberteils hinunter.
 

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Das postskabiöse Ekzem ist ein juckender Hautausschlag, der nach der erfolgreichen Behandlung einer Krätze (Skabies) auftritt. Sein Aussehen ähnelt dem ursprünglichen Hautausschlag bei Krätze. Es handelt sich dabei um die häufigste Komplikation der Behandlung einer Krätze.

Symptome: Beim postskabiösen Ekzem besteht ein Hautausschlag mit Rötungen und Knötchen, die am ganzen Körper auftreten können. Außerdem wird der Ausschlag von starkem Juckreiz begleitet.

Ursachen: Die Ursache des postskabiösen Ekzems liegt in einer Entzündungsreaktion durch Bestandteile der abgetöteten Milben in der Haut.

Behandlung: Die Behandlung umfasst die Hautpflege mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Cremes sowie die medikamentöse Therapie mit cortisonhaltigen Cremes zur Abheilung des Hautausschlags. Antihistaminika können zur Linderung des Juckreizes zum Einsatz kommen.

Was ist ein postskabiöses Ekzem?

Unter einem postskabiösen Ekzem versteht sich ein Hautausschlag, der nach der medikamentösen Behandlung einer Krätze (Skabies) auftritt und für mehrere Wochen bis wenige Monate anhalten kann. Er entsteht infolge einer Reaktion auf die abgetöteten Krätzemilben. Das Ekzem an sich ist harmlos, kann aber den gesamten Körper betreffen und schwer von einem erneuten Krätzebefall zu unterscheiden sein. Das postskabiöse Ekzem ist die häufigste Komplikation bei einer Behandlung der Krätze.

Wie sieht ein postskabiöses Ekzem aus?

Postskabiöses Ekzem: Nahaufnahme eines Unterarms mit roten Stellen.

Das postskabiöse Ekzem ist ein Hautausschlag aus geröteten Hautstellen mit Knötchen. Es ähnelt damit der eigentlichen Krätze und kann darüber hinaus auch an einige andere Arten von Hautausschlägen, wie zum Beispiel die Sonnenallergie, erinnern. Zudem wird der Ausschlag meist von einem starken Juckreiz begleitet.

Durch den Juckreiz und das Kratzen an den betroffenen Hautbereichen können außerdem kleine Verletzungen entstehen. In manchen Fällen ist es wiederum möglich, dass diese sich mit Krankheitserregern infizieren und dann zu Pusteln und nässenden oder eitrigen Stellen führen.

Ein postskabiöses Ekzem ist keine erneute Krätze

Die Milben als primäre Auslöser der Krätze sind beim postskabiösen Ekzem bereits durch die vorangegangene Therapie mit Permethrin oder Ivermectin abgetötet worden. Insbesondere Permethrin trocknet bei äußerlicher Anwendung jedoch möglicherweise die Haut aus. Gleichzeitig werden durch den Tod der Milben viele Bestandteile von ihnen freigesetzt, die die Haut reizen und eine Entzündungsreaktion hervorrufen können. Ähnlich wie bei einer normalen allergischen Reaktion entsteht so ein typischer Hautausschlag.

Im Gegensatz zu den Hautveränderungen bei Krätze sind beim postskabiösen Ekzem keine neuen Milbengänge oder lebenden Milben auf der Haut sichtbar.

Muss man bei einem postskabiösen Ekzem zum Arzt?

Ja, ein postskabiöses Ekzem sollte immer von einem Arzt begutachtet werden. Das Ekzem selbst heilt in der Regel zwar auch ohne Behandlung innerhalb einiger Wochen von selbst ab – allerdings kann nur der Arzt mit speziellen Untersuchungsverfahren sicher beurteilen, ob es sich tatsächlich um ein postskabiöses Ekzem oder um einen erneuten, behandlungsbedürftigen Ausbruch von Krätze handelt.

Deshalb ist in diesem Fall die ansonsten bei Hautveränderungen meist empfohlene primäre Blick oder Foto-Diagnose ausnahmsweise nicht zielführend. Beim postskabiösen Ekzem können durchaus Komplikationen wie eine Infektion der aufgekratzten Hautstellen auftreten, die frühzeitig erkannt und behandelt werden sollten.

Wie wird ein postskabiöses Ekzem festgestellt?

Die beste Anlaufstelle zur Abklärung eines postskabiösen Ekzems ist der Arzt, der Ihre Krätze behandelt hat, da er bereits Ihren Krankheitsverlauf kennt. Er wird Sie fragen, wie sich Ihre Beschwerden entwickelt haben, ob Sie die Therapieempfehlungen wie das Waschen Ihrer Textilien konsequent umsetzen konnten und ob Sie neben dem Juckreiz und Hautausschlag weitere Beschwerden bemerken.

Anschließend wird der Mediziner Ihren Ausschlag genau betrachten und gegebenenfalls auch mit Hilfe einer beleuchteten Lupe (Dermatoskop) die Haut nach Milben oder frischen Milbengängen absuchen. So können meist auch diverse andere mögliche Krankheitsbilder wie eine Kontaktallergie ausgeschlossen werden. Weiterführende Untersuchungen und Tests wie kleine Gewebeproben sind dagegen nur in seltenen Fällen nötig.

Postskabiöses Ekzem: Behandlung

Die Therapie des postskabiösen Ekzems umfasst eine gute Hautpflege sowie die Behandlung der Entzündungsreaktion in der Haut. Zur Hautpflege ist die Verwendung von rückfettenden und feuchtigkeitsspendenden Cremes möglichst ohne Duft- oder Konservierungsstoffe sinnvoll. Um der Entzündung entgegenzuwirken, werden Cremes mit Cortison oder anderen Glukokortikoiden wie Mometasonfumarat verwendet. Diese helfen bei der Abheilung der Haut und somit auch bei der Reduktion des Juckreizes.

Zusätzlich kann der Juckreiz gezielt mit sogenannten Antihistaminika behandelt werden, die Ärzte auch bei anderen klassischen Allergien empfehlen. Wenn sich offene Hautstellen infiziert haben, ist unter Umständen eine Therapie mit desinfizierenden Salben oder Antibiotika notwendig.

Wie lange dauert die Abheilung eines postskabiösen Ekzems?

Ein postskabiöses Ekzem kann für mehrere Wochen oder sogar wenige Monate nach Ende der Krätze-Therapie bestehen bleiben. Um die Abheilung zu unterstützen, ist eine gute Hautpflege mit feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Cremes sowie gegebenenfalls der Einsatz von Cremes mit Glukokortikoiden empfehlenswert.

Wie bekommt man die Krätze wieder weg?

Die eigentliche Krätze wird mit den Mitteln Permethrin oder Ivermectin behandelt, die die Krätzemilben in der Haut abtöten. Die Behandlung muss bei der erkrankten Person sowie bei allen engen Kontaktpersonen erfolgen. Wichtig ist außerdem, über mindestens 14 Tage während der Behandlung alle verwendeten Handtücher, Kleidungsstücke und die Bettwäsche von sämtlichen Personen im Haushalt mindestens 10 Minuten bei mindestens 50 °C zu waschen und anschließend in den Trockner zu geben. Textilien, die nicht auf diese Art gereinigt werden können, sollten Betroffene für 72 Stunden in einem luftdichten Plastikbeutel lagern, um die anhängenden Milben abzutöten.

Woher weiß ich, ob die Krätze-Behandlung erfolgreich war?

Nach Anwendung von Permethrin oder Ivermectin sollten die Symptome (Juckreiz, Hautausschlag und sichtbare Milbengänge) innerhalb von einigen Tagen zurückgehen. Spätestens nach 2 Wochen sind für gewöhnlich die Zeichen einer Krätze verschwunden. Wenn Sie dennoch weiterhin an Juckreiz oder neuerlichen Hautausschlägen leiden, kann es sich entweder um ein postskabiöses Ekzem handeln oder die Therapie war unzureichend und die Krätze besteht noch. In diesem Fall sollten Sie erneut zum Arzt gehen, um abklären zu lassen, ob eine erneute Behandlung notwendig ist.

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Dr. Franz Bartmann Mitglied des medizinischen Beirats und Autor

Dr. Bartmann unterstützt ZAVA seit 2020 als Mitglied des medizinischen Beirats sowie bei der medizinischen Textprüfung. Der gelernte Chirurg und ehemalige Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein beschäftigte sich bei der Bundesärztekammer unter anderem mit den Themen Telematik und Telemedizin sowie Aus-, Fort- und Weiterbildung. Seit 2018 ist Dr. Bartmann als Ehren- und Vorstandsmitglied Sprecher der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin (Landesverband Nord).

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