Nesselsucht (Urtikaria): Symptome, Ursache und Behandlung

Dr. Emily Wimmer

Medizinisch geprüft von

Dr. Emily Wimmer

Letzte Änderung: 08 Okt 2021

Charakteristisch für Nesselsucht sind stark juckende, rötliche Erhebungen (Quaddeln), die sich auf der Haut bilden. Auch wenn die Symptome zum Teil sehr unangenehm ausfallen: In den meisten Fällen verschwindet der Hautausschlag von alleine wieder. Was Sie trotzdem tun können, um die Beschwerden bei Urtikaria zu lindern, und wann Sie lieber zum Arzt gehen sollten – das erfahren Sie hier.

Inhalt
Nesselsucht (Urtikaria): Innenseite zweier Arme, die mit Quaddeln und geröteten Hautstellen überzogen ist.

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Bei Nesselsucht handelt es sich um einen Hautausschlag mit rötlichen Schwellungen, der nicht ansteckend ist. Rund 20 % der Bevölkerung leiden mindestens einmal im Lauf ihres Lebens an Nesselsucht.

Symptome: Bei den Betroffenen bilden sich sogenannte Quaddeln auf der Haut, die zum Teil stark jucken. Manchmal treten auch Angioödeme auf. Dabei entstehen Schwellungen in den tieferen Hautschichten und im Bereich der Schleimhäute.

Ursachen: Die Ursachen sind sehr vielfältig. Neben Infektionen können auch Allergien und Medikamente bei der Entstehung eine Rolle spielen. In vielen Fällen lässt sich kein direkter Auslöser für die Nesselsucht finden.

Behandlung: Meist verschwinden die Symptome innerhalb von 24 Stunden von alleine wieder. Bessern sich die Beschwerden nicht, verschreibt der Arzt beispielsweise Antihistaminika, um der Schwellung und dem Juckreiz entgegenzuwirken. Wenn der Auslöser bekannt ist, sollte er künftig vermieden werden.

Über Nesselsucht

Die Nesselsucht hat ihren Namen von der Brennnessel. Bei einer Nesselsucht bilden sich rote Quaddeln und die Haut juckt, genau wie beim Kontakt mit Brennnesseln. Der Fachbegriff dafür lautet Urtikaria. Er geht auf das lateinische Wort „urtica” zurück, das Nessel bedeutet. Alternativ wird die Krankheit auch oft als Nesselfieber bezeichnet.

Es handelt sich um eine sehr verbreitete Hauterkrankung: Etwa jeder 5. Mensch bekommt im Lauf seines Lebens einmal Nesselsucht.

Gut zu wissen: Nesselsucht ist nicht ansteckend. Dennoch sorgt das Erscheinungsbild der Urtikaria dafür, dass Betroffene sich manchmal unwohl fühlen und die Öffentlichkeit lieber meiden. Nesselsucht kann daher vor allem bei chronischem Vorkommen für eine starke Einschränkung der Lebensqualität sorgen.

Symptome bei Nesselsucht

Das Erscheinungsbild einer Nesselsucht ist geprägt von Quaddeln und/oder Angioödemen, die unterschiedlich stark auftreten können. Außerdem kommt es zu starkem Juckreiz in den betroffenen Regionen.

Quaddeln: Nahaufnahme einer geröteten, bereichsweise angeschwollenen Haut.

Quaddeln sind oberflächliche Schwellungen auf der Haut, die meist von einer Rötung umgeben sind. Die Quaddeln können dabei unterschiedlich groß sein. In den meisten Fällen verschwinden die oberflächlichen Schwellungen innerhalb von 24 Stunden wieder.

Angioödem: Nahaufnahme einer stark angeschwollenen Lippe eines Mannes.

Bei Angioödemen handelt es sich um Schwellungen, die tiefer im Hautgewebe liegen. Angioödeme können auch Schleimhäute wie die Lippen oder die Innenseiten der Augenlider betreffen. Typischerweise nehmen sie eine größere Fläche ein als Quaddeln. Angioödeme klingen zudem langsamer ab: Die Rückbildung kann bis zu 3 Tage dauern.

40 % der von Nesselfieber Betroffenen bekommen nur Quaddeln. Bei der Hälfte aller Patienten treten sowohl Quaddeln als auch Angioödeme auf.

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Begleitend entstehen bei manchen Patienten folgende Beschwerden:

Tritt die Nesselsucht im Rahmen einer allergischen Reaktion auf, können noch weitere Symptome auftreten:

  • Enge- bzw. Kloßgefühl im Hals
  • Luftnot
  • Blutdruckabfall

Wichtig: Rufen Sie bei einer starken allergischen Reaktion unbedingt einen Notarzt. Personen, bei denen die Allergie bereits bekannt ist, haben meistens entsprechende Medikamente dabei. So können Sie als Ersthelfer schon mit der Behandlung beginnen, bevor der Krankenwagen eintrifft.

Nesselsucht: Ursachen

Auslöser einer Nesselsucht ist unter anderem der Botenstoff Histamin: Bei der Erkrankung wird er von den sogenannten Mastzellen in der Haut vermehrt ausgeschüttet. Histamin bewirkt, dass sich die kleinen Blutgefäße unter der Haut weiten. Dadurch kommt es zu Flüssigkeitsansammlungen unter der Haut (Quaddeln und Angioödeme). Schmerzen und Juckreiz entstehen, weil das Histamin die kleinen Nervenenden unter der Haut aktiviert.

Was ist Histamin eigentlich? Den Namen Histamin trägt ein Botenstoff, der fast überall im menschlichen Körper vorkommt, etwa in der Lunge und der Haut sowie im Magen-Darm-Trakt. Er ist zum Beispiel an der Steuerung des Schlaf-Wach-Rhythmus, an Entzündungsreaktionen und allergischen Reaktionen beteiligt. Histamin wird nicht nur vom Körper selbst hergestellt, sondern auch über Nahrungsmittel aufgenommen. Besonders viel Histamin befindet sich in Lebensmitteln, die durch Fermentation gewonnen werden. Dazu zählen unter anderem Käse, bestimmte Wurstsorten und Sauerkraut.

Die Mastzellen in der Haut können von unterschiedlichen Reizen zur Histamin-Bildung angeregt werden. Nicht bei jeder Form von Nesselsucht ist vollständig geklärt, wie diese Stimulation zustande kommt. In manchen Fällen handelt es sich jedoch um eine Autoimmunreaktion, bei der das Immunsystem Abwehrstoffe gegen körpereigene Substanzen bildet.

Es gibt zudem Hinweise darauf, dass bei der Entstehung von Nesselsucht neben dem Histamin noch andere Entzündungsstoffe einen Effekt haben. Dazu gehören zum Beispiel Prostaglandine und Leukotriene. Allerdings ist die Rolle der einzelnen Entzündungsmediatoren noch nicht genügend wissenschaftlich untersucht.

Wenn eine Person an Nesselsucht erkrankt, kann das nach derzeitigem Forschungsstand mehrere Ursachen haben. Zugrunde liegen möglicherweise:

  • ein Infekt (bakteriell oder viral)
  • eine Autoimmunreaktion (das Immunsystem reagiert auf körpereigene Substanzen)
  • die Einnahme von bestimmten Medikamenten
  • Unverträglichkeit beispielsweise von Farbstoffen in Lebensmitteln
  • äußere Reize wie etwa Druck, Wärme oder Kälte

Je nach Auslöser diagnostiziert der Mediziner eine entsprechende Form der Nesselsucht.

Formen von Nesselsucht

Ärzte unterscheiden bei Nesselsucht 3 Kategorien:

  • spontane Nesselsucht
  • physikalische Nesselsucht
  • andere Formen

Die mit Abstand häufigste Ausprägung ist die spontane Nesselsucht. Etwa 80% aller erwachsenen Betroffenen leiden daran.

Bei einer spontanen Nesselsucht treten die Symptome plötzlich auf. Dabei entstehen Quaddeln und manchmal auch Angioödeme, die sich in einem Zeitraum von 24 Stunden wieder zurückbilden. An anderen Körperstellen kann der Ausschlag anschließend wieder auftauchen. Verschwinden die Beschwerden innerhalb von 6 Wochen komplett, ist die Rede von einer akuten spontanen Nesselsucht. In manchen Fällen bleibt die Nesselsucht länger als 6 Wochen bestehen. Ärzte sprechen dann von einer chronischen spontanen Nesselsucht.

Die häufigsten Ursachen für eine spontane Nesselsucht sind virale oder bakterielle Infekte, Medikamente sowie Allergien. Oft fallen diese Auslöser aber nicht direkt ins Auge, sondern werden erst durch Untersuchungen vom Arzt aufgedeckt. Bei einer chronischen spontanen Nesselsucht gibt es 3 Hauptauslöser: Es kann eine Autoimmunreaktion (das Immunsystem geht dabei gegen körpereigene Strukturen vor), ein Infekt oder eine Intoleranz (z.B. gegenüber Konservierungsstoffen) dahinter stecken.

Bei der physikalischen Nesselsucht besteht ein direkter äußerer Reiz, der den Hautausschlag verursacht. Zu den auslösenden Einflüssen gehören:

  • Kälte: Die Symptome entwickeln sich durch den Kontakt mit kalter Luft bzw. kalten Gegenständen.
  • Druck: Bei Druck auf die Haut (z.B. durch das Tragen eines Rucksacks) treten die Beschwerden mit zeitlicher Verzögerung (bis zu 12 Stunden später) auf.
  • Wärme: Die Beschwerden sind hier auf Wärme zurückzuführen. Probleme entstehen zum Beispiel durch ein heißes Bad oder das Anfassen von warmen Gegenständen.
  • Licht: Hier löst meistens Sonnenstrahlung (UV-Licht) die Nesselsucht aus.
  • Scherkräfte: Die Symptome bilden sich bei Einwirkung des Reizes (z.B. Kratzen auf der Haut) nach 1-5 Minuten.
  • Vibrationen: Bei starken Vibrationen (z.B. beim Bedienen eines Presslufthammers) kann es ebenfalls zur physikalischen Nesselsucht kommen.

Darüber hinaus gibt es noch andere, weitaus seltenere Formen der Nesselsucht. Dazu gehören:

  • Nesselsucht bei Kontakt mit Wasser (aquagene Urtikaria)
  • Nesselsucht bei Erhöhung der Körpertemperatur, etwa durch Sport oder scharfes Essen (cholinergische Urtikaria)
  • Nesselsucht bei Kontakt mit Substanzen wie z.B. einer Brennnessel oder Quallen (Kontakturtikaria)
  • Nesselsucht durch körperliche Anstrengung (anstrengungsinduzierte Urtikaria)

Nesselsucht bei Kindern

Ein Nesselausschlag tritt bei Kindern am häufigsten im Zusammenhang mit Infekten auf. Bekannt ist das insbesondere bei grippalen Infekten und Mittelohrentzündungen. In den meisten Fällen verschwinden die Symptome nach Ausheilen des Infekts wieder.

Treten die Symptome im Zusammenhang mit einer allergischen Reaktion auf, sollten Sie die Beschwerden von einem Arzt abklären lassen. Als Auslöser kommen unter anderem Nahrungsmittel (z.B. Kuhmilch), aber auch Insektenstiche, Medikamentenunverträglichkeiten oder Tierhaarallergien infrage.

Wichtig: Rufen Sie bei starken Symptomen wie Atemnot und Zungenschwellung unbedingt einen Notarzt.

Nesselsucht: Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Eine Nesselsucht bringt zum Teil sehr unangenehme Beschwerden mit sich. Der Hautausschlag und der starke Juckreiz können die Lebensqualität stark einschränken. Deshalb gilt: Suchen Sie einen Arzt auf, wenn Sie an Nesselsucht leiden. Dieser wird Ihnen gegebenenfalls Medikamente verschreiben, um die Symptome zu lindern.

Bei einer chronischen Nesselsucht (nach mehr als 6 Wochen) ist es wichtig, dass der Mediziner die zugrunde liegende Ursache findet. So kann er die Nesselsucht gezielt behandeln und die Betroffenen können die auslösenden Faktoren bewusst meiden.

Im Fall von Nesselsucht suchen Sie Ihren Hausarzt oder Hautarzt auf.

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Diagnose von Nesselsucht

Das charakteristische Erscheinungsbild mit Quaddeln, Angioödemen und Juckreiz reicht meistens aus, um eine Nesselsucht zu diagnostizieren. Es gibt sehr wenige Krankheiten, die mit Nesselsucht verwechselt werden können. Möglich ist es zum Beispiel bei Mastozytose, bei der sich zu viele Mastzellen im Körper befinden. Das führt unter anderem zu roten Stellen auf der Haut und Juckreiz.

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Schwieriger ist es, die Ursachen für die Nesselsucht zu bestimmen. Bei einem einmaligen Auftreten einer akuten spontanen Nesselsucht liegt der Fokus darauf, die Beschwerden zu lindern. Der Arzt wird auch versuchen, den Auslöser für Ihre Nesselsucht herauszufinden. Dafür fragt er Sie zum Beispiel nach den Umständen, unter denen die Symptome auftreten. Aufwendige Untersuchungen zur Ursachenforschung führt der Arzt bei spontaner Nesselsucht durch, wenn sie immer wieder zurückkehrt.

Besteht eine Nesselsucht länger als 6 Wochen, spricht man von einer chronischen Nesselsucht. Der Hautausschlag kann dabei immer wieder an unterschiedlichen Körperpartien auftauchen, bleibt meist aber nicht länger als 24 Stunden an einer Stelle. Um die Ursachen herauszufinden, stellt der Arzt zunächst verschiedene Fragen:

  • Welche Symptome haben Sie und wie stark sind diese?
  • Unter welchen Umständen treten die Beschwerden auf?
  • Sind Allergien oder Unverträglichkeiten bei Ihnen bekannt?
  • Welche Medikamente nehmen Sie ein?

Unter Umständen stellt sich dabei heraus, ob Sie beispielsweise an einer physikalischen Nesselsucht leiden. Dabei entsteht der Hautausschlag im Zusammenhang mit einem bestimmten Reiz (z.B. Kälte, Wärme, Druck).

Ist durch die Befragung und die Untersuchung immer noch keine Ursache gefunden, wird es etwas komplizierter. Es gibt 3 Hauptursachen für eine chronische Nesselsucht: eine Autoimmunreaktion, ein Infekt oder eine Intoleranz (z.B. bei Konservierungsstoffen). Um herauszufinden, an welcher Form Sie erkrankt sind, macht der Arzt verschiedene Tests.

Liegt der Verdacht nahe, dass die Urtikaria auf eine Autoimmunreaktion zurückgeht, kann der Arzt einen autologen Serumtest durchführen. Dabei nimmt er dem Patienten zunächst Blut ab und gewinnt daraus das Blutserum, das Stoffe enthält, die unter anderem Antikörper transportieren. Im nächsten Schritt spritzt der Arzt einen kleinen Teil des Serums unter die Haut des Patienten. Er beobachtet anschließend die Reaktion der Haut des Patienten, auf der sich unter Umständen Quaddeln bilden. Eine autoreaktive Nesselsucht liegt vor, wenn die entstandenen Quaddeln größer als 2mm sind.

Für die Abklärung eines zugrunde liegenden Infektes nimmt der Arzt zunächst Blut ab und untersucht es auf Antikörper. Dabei kommen vor allem Infektionen des Magen-Darm-Traktes durch das Bakterium Helicobacter pylori infrage. Um die Diagnose zu sichern, muss das Bakterium in einer Stuhlprobe nachgewiesen werden.

Unverträglichkeiten von Farb-, Aroma- und Konservierungsstoffen können ebenfalls zu einer chronischen spontanen Nesselsucht führen. Ärzte sprechen dabei von Pseudoallergien. Um den Verdacht abzuklären, hält der Patient unter ärztlicher Anleitung eine 3-wöchige Diät, bei der er auf Nahrungsmittel verzichtet, die die kritischen Stoffe enthalten. Dabei führt er außerdem ein Symptomtagebuch. Eine Pseudoallergie liegt vor, wenn sich die Beschwerden während der Diät halbieren und in den Tagen nach der Diät wieder zunehmen.

In 20 % der Fälle lässt sich für eine chronische Nesselsucht keine der beschriebenen Ursachen finden. Dann liegen deutlich seltenere Auslöser vor.

Behandlung von Nesselsucht

Bei einer kurz andauernden Nesselsucht ist häufig keine ärztliche Behandlung notwendig. Die Symptome legen sich nach 24 Stunden oder innerhalb weniger Tage von alleine. Wenn Ihnen der Auslöser der Nesselsucht bekannt ist, sollten Sie Ihn in Zukunft am besten meiden.

Je nach zugrundeliegender Ursache ist folgendes Vorgehen empfohlen:

  • Medikament als Auslöser: Sie sollten Ihren Arzt aufsuchen. Er wird unter Umständen die Dosis anpassen oder ein alternatives Präparat verschreiben.
  • Infekt als Ursache: Der Infekt muss individuell therapiert werden. Dabei kommen beispielsweise Antibiotika zum Einsatz.
  • physikalische Nesselsucht: Ergänzend zur Meidung der jeweiligen Ursache kann der Arzt eine symptomatische Behandlung mit passenden Medikamenten einleiten.

Bei starken oder andauernden Symptomen verschreibt der Arzt Medikamente, die die Beschwerden lindern. Dazu gehören sogenannte Antihistaminika, die die Histamin-Wirkung abschwächen. Um ihren Effekt zu entfalten, müssen Histamine nämlich an bestimmten Rezeptoren andocken. Diese Rezeptoren werden stattdessen durch die Antihistaminika besetzt.

Gut zu wissen: Für die Behandlung von Nesselsucht werden neuere H1-Antihistaminika eingesetzt. Diese machen nicht so müde wie Antihistaminika der ersten Generation.

Helfen die Antihistaminika nicht oder nur bedingt, setzt der Mediziner in manchen Fällen das Medikament Omalizumab ein. Der Wirkstoff bindet sich an einen Antikörper, der normalerweise die Mastzellen aktivieren würde. So kann die Histamin-Ausschüttung verhindert werden.

In besonders schweren Fällen muss der Patient über einen kurzen Zeitraum systemische Glukokortikoide in Form von Tabletten einnehmen. Sie unterdrücken die Immunreaktion und hemmen die Entzündungsreaktion. Glukokortikoide verabreicht der Arzt auch bei starken allergischen Reaktionen.

Hausmittel

Auch wenn sich die Symptome einer Nesselsucht meist von alleine wieder legen – es gibt dennoch einige Hausmittel und Empfehlungen, die Ihre Beschwerden lindern können.

Generell gilt: Ist bei Ihnen der Auslöser bekannt, sollten Sie diesen Faktor meiden. Tritt die Nesselsucht beispielsweise durch den Verzehr eines bestimmten Lebensmittels auf, ist es ratsam, dieses vom Speiseplan zu streichen.

Bei einem akuten Nesselausschlag können unter Umständen folgende Hausmittel helfen:

  • Essigwickel: Mischen Sie dafür einen Teil Essig mit ungefähr 10 Teilen Wasser, tränken Sie ein sauberes Tuch in der Lösung und legen Sie es auf die betroffenen Regionen.
  • Zinksalbe: Zink wirkt auf der Haut Entzündungen entgegen und kann so gegebenenfalls die Beschwerden lindern.
  • Backpulver: In manchen Fällen hat sich Backpulver gemischt mit Wasser als wirksam erwiesen. Sie können die Paste direkt auf die Haut auftragen oder das Backpulver als Badezusatz benutzen.
  • pflanzliche Mittel: Salben oder Präparate mit Ringelblumen oder Teebaumöl lindern möglicherweise die Beschwerden.
  • Kälte: Wenn die Urtikaria bei Ihnen nicht im Zusammenhang mit Kälte auftritt, können kalte Duschen oder Umschläge Schmerzen und Juckreiz entgegenwirken.

Leiden Sie unter Druckurtikaria, gibt es einfache Tricks, die Beschwerden zu vermindern. Tritt der Hautausschlag zum Beispiel nach dem Tragen eines Rucksacks mit dünnen Trägern auf, nutzen Sie breitere Träger. Generell ist es sinnvoll, Gewichte auf größere Flächen zu verteilen.

Um genau herauszufinden, in welchem Zusammenhang die Nesselsucht bei Ihnen auftritt, können Sie darüber hinaus ein Symptomtagebuch führen. Notieren Sie jeden Tag, ob und wie stark Sie Beschwerden hatten und was Sie an dem Tag gemacht haben. Dazu zählen zum Beispiel auch Mahlzeiten. Bei einem Arztbesuch kann das Symptomtagebuch hilfreich sein, um die richtige Diagnose zu stellen.

Was ist die Ursache für Nesselsucht?

Die häufigsten Ursachen sind bestehende Infekte, die Einnahme von Medikamenten oder Allergien. Hinter der Nesselsucht kann aber auch eine Autoimmunreaktion stecken. Dabei geht das Immunsystem fälschlicherweise gegen körpereigene Stoffe vor. In seltenen Fällen löst ein physikalischer Reiz (z.B. Druck, Wärme oder Kälte) die Nesselsucht aus. Manchmal lässt sich keine Ursache finden.

Welche Symptome bei Nesselsucht?

Für Nesselsucht ist die Entstehung von Quaddeln typisch. Das sind in der Größe variierende, oberflächliche Schwellungen auf der Haut, die stark jucken. In der Hälfte der Fälle kommt es auch zur Angioödem-Bildung, dabei entwickeln sich Schwellungen in tieferen Hautschichten und im Bereich der Schleimhäute. Um die betroffenen Bereiche ist die Haut gerötet.

Wie bekomme ich die Nesselsucht weg?

Normalerweise handelt es sich bei dem Hautausschlag nur um eine kurzzeitige Erscheinung. Um die Beschwerden zu lindern, bieten sich bestimmte Hausmittel an, beispielsweise Essigwickel. Bei starken Symptomen kann der Arzt sogenannte Antihistaminika verschreiben, um die Beschwerden zu lindern. Wenn der Auslöser der Nesselsucht bekannt ist, empfiehlt es sich, diesen zu meiden.

Wie lange dauert die Nesselsucht?

Für gewöhnlich verschwinden die Quaddeln innerhalb von 24 Stunden wieder. Angioödeme brauchen in etwa 3 Tage, um vollständig abzuheilen. Allerdings können die Hautausschläge an anderen Stellen wieder auftauchen. Besteht der Hautausschlag immer wieder für mindestens 6 Wochen, spricht man von einer chronischen Nesselsucht.

Ist Nesselsucht ansteckend?

Nein, Nesselsucht ist nicht ansteckend. Bei Nesselsucht gibt es keinen übertragbaren Krankheitserreger, der die Symptome auslöst. Auch wenn ein Infekt zugrunde liegt, ist der Hautausschlag an sich nicht übertragbar.

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Dr. Emily Wimmer Ärztin

Dr. Emily Wimmer ist seit 2015 eine unserer deutschen Ärzte bei ZAVA. 2009 schloss sie ihr Studium der Humanmedizin an der Universität zu Lübeck ab. Danach arbeitete sie in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie an der MedUni Wien sowie als Assistenzärztin in Hamburg bzw. Prüfärztin am Hamburger Institut für Versorgungsforschung in Dermatologie. Seit 2020 arbeitet Sie zudem in Teilzeit in der Praxis von Dr. Jürgen Kolbeck in Hamburg.

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