Fußpilz

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 01 Dez 2020

Etwa jeder 3. in Deutschland ist von Fußpilz betroffen. Es handelt sich hierbei also um eine häufige Erkrankung, die oft als sehr unangenehm und nicht als ästhetisch ansprechend wahrgenommen wird. Hier können Sie sich über das Thema informieren und hilfreiche Tipps für den Umgang mit Fußpilz und dessen Behandlung bekommen.

Inhalt
 

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Unter Fußpilz versteht man eine Pilzerkrankung der Haut an den Fußsohlen oder den Zehenzwischenräumen. Er betrifft etwa 30% der Bevölkerung in Deutschland, also ungefähr jeden Dritten. Damit ist es eine sehr häufige Erkrankung.

Symptome: Juckreiz, Schmerzen, Rötung, Schuppung und weißliche Verfärbung der Haut, schmerzhafte Risse, gegebenenfalls Bläschenbildung.

Ursachen: Anfällig sind vor allem Personen mit familiärer Vorbelastung, Fußfehlstellungen oder Durchblutungsstörungen, Diabetiker, Männer oder Personen, die öffentliche Badeeinrichtungen oder Duschen benutzen.

Behandlung: In der Regel ist die Behandlung mit Cremes, die Antipilzmittel (Antimykotika, z.B. Azole) enthalten ausreichend. Es kann aber auch die Anwendung von Tabletten notwendig werden. Diese enthalten ebenfalls Wirkstoffe, die antimykotisch wirken. Achten Sie zudem auf eine zuckerarme Ernährung, um die Ausbreitung zusätzlich zu verhindern.

Heilungsverlauf: Die Heilung von Fußpilz kann langwierig sein. Sie dauert meist mehrere Wochen. Die Creme muss in einigen Fällen auch bei Genesung noch eine Weile (etwa 2-4 Wochen) aufgetragen werden. Dadurch sollen auch tiefere Hautschichten erreicht werden.

Was ist Fußpilz?

Unter Fußpilz versteht man eine Pilzerkrankung der Fußsohle oder der Zehenzwischenräumen (insbesondere zwischen 4. und 5. Zeh). Er sieht nicht schön aus und kann in einigen Fällen äußerst schmerzhaft sein. Die Krankheit wird durch sogenannte Fadenpilze (Dermatophyten) verursacht und ist sehr häufig. In Deutschland sind etwa 30% der Bevölkerung davon betroffen. Männer leiden öfter unter Fußpilz als Frauen. Es gibt Orte, an denen es häufig zu einer Ansteckung kommt. Hierzu zählen insbesondere öffentliche Bade- oder Duscheinrichtungen.

Fußpilz erkennen

Fußpilz

Wie können Sie eigentlich erkennen, ob Sie von Fußpilz betroffen sind? In den meisten Fällen entsteht Fußpilz in den Zehenzwischenräumen, insbesondere zwischen den 4. und 5. Zehen. Die Fußsohle kann allerdings ebenso befallen sein. Achten Sie an diesen Stellen vor allem auf folgende Symptome:

  • Schmerzen
  • Juckreiz
  • Rötung
  • Schuppung
  • weißliche, aufgequollene Haut
  • Bläschenbildung, insbesondere an den Zehenrändern
  • entzündete Haut
  • Risse in der Haut

In der Regel ist Fußpilz harmlos und lässt sich gut behandeln. In manchen Fällen kann sich der Pilz aber auch auf den Nagel ausbreiten und zu Nagelpilz (Onychomykose) führen. In sehr seltenen Fällen kann es zu einer bakteriellen Superinfektion (z.B. Erysipel) kommen. Denn Krankheitserreger können die durch den Pilz geschädigte Haut als Eintrittspforte nutzen. Dies betrifft vor allem immungeschwächte Personen oder Diabetiker (Menschen, die an Zuckerkrankheit leiden).

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Formen von Fußpilz

Es gibt drei verschiedene Formen von Fußpilz, die unterschiedliche Merkmale aufweisen:

  • Fußpilz zwischen den Zehen (Interdigitale Form): Entsteht meist zwischen der 4. und 5. Zehe. Es kann zu leichter Rötung und Schuppung kommen, bis hin zu dickerer, weißlich verquollener Haut mit tiefen schmerzhaften Rissen. Es sollte behandelt werden, da es sonst zur Ausbreitung auf den restlichen Fuß kommen kann.
  • Verhornender Fußpilz (Squamös-hyperkeratotische Form): Sie beginnt an der Fußsohle und kann von dort aus langsam auf die Fußkanten und den Fußrücken übergehen. Sie wird daher auch oft als Mokassin-Mykose bezeichnet. Anfangs kommt es hier zu leichter Schuppung und leicht entzündeter Haut. Später kann es zu tiefen schmerzhaften Rissen kommen. Besonders anfällig sind die Fersen, da diese stark mechanisch beansprucht werden. Vor allem Diabetiker sind von dieser Form betroffen. Diese Form wird gerade in den Anfangsstadien häufig übersehen.
  • Fußpilz mit Bläschen (Vesikulöse-dyshidrotische Form): Hier kommt es zur Bläschenbildung am Fußgewölbe und der Fußkanten. Die Bläschen trocknen im Verlauf oft ein, da die Haut an den betroffenen Stellen von dicken Hornschichten umgeben ist. Dies kann zu Juckreiz und Spannungsgefühl führen.

Behandlung

Die Behandlung von Fußpilz ist langwierig und erfordert die sorgfältige Anwendung von Antipilzmitteln (Antimykotika). Diese muss meist über mehrere Wochen erfolgen. Auch wenn Sie keine Beschwerden mehr haben, kann es notwendig sein für weitere 2-4 Wochen zu therapieren. Dadurch soll sichergestellt werden, dass auch tiefere Hautschichten vom Pilz befreit werden. So werden Rückfälle vermieden. Bitte beachten Sie unbedingt, dass die Behandlung bei Kindern, Schwangeren und stillenden Frauen unterschiedlich sein kann. Fragen Sie daher in diesen Fällen vorher Ihren Arzt.

Meist reicht die lokale Anwendung von Cremes, Salben oder Sprays mit antimykotischen Wirkstoffen (Antipilzmittel). Ihr Arzt oder Apotheker wird Ihnen ein passendes Präparat empfehlen. Vor allem bei leichten Verläufen ist die lokale Anwendung oft ausreichend. Je schwerer die Pilzinfektion ist, desto langwieriger kann die Behandlung werden. Es ist wichtig, dass Sie das Mittel für eine ausreichende Zeit anwenden. Denn Fußpilz kann hartnäckig sein, insbesondere bei falscher Anwendung der Antipilzmittel.

Eine zuckerarme Ernährung ist sinnvoll bei Fußpilz, da so der Zuckergehalt des Schweißes sinkt – dies macht es dem Pilz schwerer, sich zu verbreiten.

Behandlung mit Tabletten

Sollten Sie zusätzlich zu Fußpilz auch an Nagelpilz leiden, kann die Behandlung mit Tabletten notwendig werden. Vor allem dann, wenn große Teile Ihres Nagels vom Pilz befallen sind. Ihr Arzt kann Ihnen aber auch aus anderen Gründen zu Tabletten raten, z.B. wenn Sie Diabetiker sind oder an Durchblutungsstörungen leiden. Als Wirkstoffe kommen ebenfalls Antimykotika in Betracht (z.B. Itraconazol, Fluconazol). Wie oft Sie die Tabletten einnehmen müssen, ist abhängig von Wirkstoff und Dosis. Ihr Arzt wird sie über die richtige Einnahme aufklären.

Hausmittel bei Fußpilz

Im Internet lassen sich eine Reihe von Hausmitteln finden, die bei Pilzinfektionen helfen sollen. Allerdings gibt es hierfür keine medizinische Evidenz. Die Behandlung mit Antipilzmitteln (Antimykotika) ist daher dringend empfohlen. Unbehandelter Fußpilz kann sich weiterhin ausbreiten und zu schmerzhaften Verläufen führen.

Wann zum Arzt?

Auch wenn Fußpilz in vielen Fällen harmlos ist, empfiehlt es sich in einigen Fällen dennoch zum Arzt gehen. Dies gilt insbesondere, wenn:

  • Sie Immungeschwächt sind.
  • Sie Diabetiker sind.
  • Sie an einer Durchblutungsstörung leiden.
  • Sie Schmerzen haben und die Stelle des Fußpilzes stark entzündet oder betroffen aussieht.
  • Sie schon über einen längeren Zeitraum unter Ihrem Fußpilz leiden.
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Hausarzt oder Hautarzt?

Ihr Hausarzt kann Ihnen in den meisten Fällen bereits weiterhelfen und Ihnen die notwendigen Medikamente verschreiben. Sollte ein Spezialist gebraucht werden, können Sie von Ihrem Hausarzt eine Überweisung zum Dermatologen (Hautarzt) bekommen. In der Regel kann auch ein Online-Termin beim Arzt erfolgen.

Wie bekommt man Fußpilz?

Da Fußpilz äußerst unangenehm und schmerzhaft sein kann, ist es wichtig zu wissen wo er entsteht, um sich besser zu schützen. Hier finden Sie unsere Auflistung mit den größten Risikofaktoren:

  • Öffentliche Bade- oder Duscheinrichtungen (z.B. Schwimmbäder, Saunen, Sporthallen, Sportplätze, Fitnessstudios, Hotels, Campingplätze, usw.)
  • Infektiöse Hautschuppen
  • Falsches Schuhwerk (zu enge Schuhe, die zu Verletzungen führen)
  • Durchblutungsstörungen in den Beinen (z.B. bei Diabetes mellitus oder peripherer arterieller Verschlusskrankheit)
  • Schwäche des Immunsystems (z.B. bei Einnahme bestimmter Medikamente, HIV, Krebserkrankungen, usw.)
  • Patienten mit peripherer Neuropathie
  • Fußfehlstellungen
  • Familiäre Veranlagung
  • Männer sind öfter betroffen als Frauen

Die Ursache für die Entstehung von Fußpilz sind bestimmte Fadenpilze. Diese können z.B. durch infektiöse Hautschuppen zur Pilzinfektion führen. In öffentlichen Badeeinrichtungen ist die Chance besonders hoch mit infektiösen Hautschuppen in Kontakt zu kommen. Pilze fühlen sich in warmer und feuchter Umgebung besonders wohl. Daher ist die Haut an den Füßen und Zehenzwischenräumen besonders häufig von Pilzinfektionen betroffen.

Vorbeugung

Wenn Sie die häufigen Entstehungsorte von Fußpilz kennen, wird es Ihnen auch leichter fallen diesem vorzubeugen. Hier unsere Übersicht:

  • In öffentlichen Dusch- oder Badeeinrichtungen (Saunen, Schwimmbädern, Hotels, Sporthallen, Fitnessstudios, usw.) sollten Sie nicht barfuß laufen, sondern stets Badeschlappen tragen.
  • In geschlossenen Schuhen sollten Sie Socken (am besten aus Baumwolle) tragen.
  • Die Füße nach dem Duschen, Baden oder Schwimmen gut abtrocknen.
  • Achten Sie darauf, dass Sie die Antipilzmittel gut einziehen lassen, bevor Sie Socken oder Schuhe anziehen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Füße nicht über längere Zeit feucht und schwitzig sind.
  • Waschen Sie Ihre Handtücher, Badematten, Socken und Bettwäsche bei Temperaturen über 60°C.
  • Tragen Sie keine zu engen Schuhe.
  • Wechseln Sie täglich Ihre Socken.
  • Tragen Sie wenn möglich Ihre Schuhe nicht zwei Tage hintereinander, damit sie ausreichend Trocknen können.
  • Achten Sie auf gepflegte Fußnägel und Füße.
  • Achten Sie auf eine optimale Einstellung Ihres Blutzuckers, falls Sie Diabetiker sind.

Folgendes sollten Sie beachten, wenn Sie sich bereits angesteckt haben

Sollten Sie sich bereits mit Fußpilz angesteckt haben, beachten Sie bitte folgende Punkte:

  • Benutzen Sie ein eigenes Handtuch für Ihre Füße und wechseln Sie dieses täglich.
  • Reinigen Sie Ihre Nagelschere oder Feile nach jedem Kontakt mit dem infizierten Nagel gründlich.
  • Waschen Sie Ihre Socken bei mindestens 60°C. Dies kann Pilze abtöten.
  • Desinfizieren Sie Socken und Schuhe in der Zeit der Behandlung.
  • Laufen Sie nicht barfuß, um die Verteilung ansteckender Hautschuppen zu vermeiden.

Kann Fußpilz geheilt werden?

Ja, Fußpilz kann geheilt werden. Allerdings müssen Sie sich in den meisten Fällen auf eine Behandlung von mehreren Wochen einstellen, denn Fußpilz kann sehr hartnäckig sein. Für die Behandlung eigenen sich meist Salben, Cremes oder Sprays.

Kann Fußpilz von alleine weggehen?

Es gibt unterschiedliche Arten von Fußpilz. In der Regel vergeht Fußpilz nicht von selbst. Eine Therapie mit lokalen Mitteln ist daher in den meisten Fällen empfohlen. Unbehandelt kommt es oft zu einer Verschlechterung der Pilzinfektion.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Stellv. Ärztliche Leiterin Deutschland

Dr. Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei ZAVA und vertritt zur Zeit Beverley Kugler als ärztliche Leiterin. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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