Augenlidbeschwerden

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 05 Jun 2020

Augenlider schützen unsere Augen vor äußeren Einflüssen und Fremdkörpern wie Staub, starkem Licht, extremen Temperaturen oder Berührungen. Sie verteilen die Tränenflüssigkeit über die gesamte Oberfläche des Auges. Trotz des äußerst dünnen und sensiblen Aufbaus besteht das Augenlid aus Muskeln, Bindegewebe und Drüsen, die unsere Augen mit Nährstoffen versorgen. Die Muskeln des Augenlids gehören zu den schnellsten im Körper. Sie reagieren reflexartig innerhalb von Sekundenbruchteilen. Manchmal bereiten sie Beschwerden – Augenlider schwellen an, jucken, kratzen, tränen oder schmerzen. Wir erklären, was es damit auf sich hat und was Sie dagegen tun können.

Inhalt
Entzündetes Augenlid

Die meisten Augenlidbeschwerden sind harmlos

Unsere Augenlider, eine Art Schutzwall aus Muskeln, Gewebe und feinen Drüsen, sind zwar äußerst flexibel und beweglich, gleichzeitig aber auch sensibel und anfällig.

Folgende Beschwerden treten häufig auf:

  • Geschwollene Augen: Das äußere Lidblatt nimmt aus dem umgebenden Gewebe Flüssigkeit auf und kann deshalb besonders über Nacht anschwellen.
  • Entzündungen, z. B. Gerstenkörner, die durch Bakterien ausgelöst werden und als kleiner Abszess mit Eiterbildung am Lidrand entstehen können, klingen meist innerhalb weniger Tage von selbst ab.
  • Knötchen, die nach 3 bis 4 Wochen von selbst verschwinden
  • Augenlider jucken und sind verklebt. Nach ein paar Tagen verschwinden diese Symptome meist von selbst
  • Schwellungen nach Insektenstichen, Verletzungen oder Operationen, die nach etwa einer Woche wieder abklingen. Manchmal schwellen Augen durch falsche Ernährung an, z. B. durch zu viel Salz oder Konservierungsstoffe im Essen
  • Gelegentliches Zucken oder gehäuftes Blinzeln, vor allem bei Müdigkeit oder Mineralstoffmangel
  • Hängende Lider oder sogenannte Schlupflider, die sich mit zunehmendem Alter entwickeln

Haben Sie die Beschwerden länger oder in Verbindung mit weiteren Symptomen oder Schmerzen, sollten Sie unbedingt zum Augenarzt, damit er den Grund feststellen und mit der richtigen Behandlung beginnen kann.

Bei diesen Beschwerden besser gleich zum Arzt:

  • Sie sind wegen Ihrer Augenlidbeschwerden sehr beunruhigt
  • Sie vermuten, dass eine Allergie der Auslöser sein könnte
  • Ihre Symptome verschlimmern sich
  • Ihre Augenlider schmerzen
  • Es haben sich gelbe Knötchen oder Flecken um Ihre Augen gebildet
  • Zusätzlich zu Knötchen an den Augen haben Sie auch Hautausschlag
  • Sie haben hohes Fieber oder Schüttelfrost und fühlen sich allgemein nicht gut
  • Sie haben schmerzhafte Schwellungen am Hals, in den Achselhöhlen oder der Leistengegend (geschwollene Lymphknoten)

Gehen Sie umgehend zum Arzt, wenn:

  • Ihr geschwollenes Augenlid gerötet ist, schmerzt, sich heiß anfühlt, sehr empfindlich oder von Bläschen bedeckt ist
  • Ihr Augenlid plötzlich nach unten verrutscht
  • Sie Schmerzen im Auge, nicht nur am Augenlid spüren
  • Ihre weiße Augenhaut komplett oder auch nur teilweise gerötet ist
  • Ihre Augen plötzlich sehr lichtempfindlich sind (Photophobie)
  • Sie Veränderungen beim Sehen feststellen, Sie zum Beispiel wellenförmige oder flackernde Linien oder Schlieren sehen
  • Sie Atembeschwerden haben
  • Mund oder Zunge anschwellen
  • Ihnen schwindelig ist oder Sie die Orientierung verlieren
  • Sie einen Schwächeanfall oder das Gefühl haben, ohnmächtig zu werden
  • sich Ihre Haut oder Lippen bläulich färben

Ursachen für Augenlidbeschwerden

Ihre Symptome geben Ihnen vielleicht einen Hinweis auf mögliche Ursachen. Sie sollten sich allerdings nicht selbst diagnostizieren, sondern einen Arzt zu Rate ziehen.

Knötchen am Augenlid

Symptome mögliche Ursachen

Schmerzendes Knötchen, meist mit Eiter gefüllt (wie ein Pickel)

Fremdkörpergefühl am Augenlid

Geschwollene, gerötetes, druckempfindliches Augenlid eventuell mit Austritt eitriger Flüssigkeit 

Gerstenkorn (Hordeolum)

Hartes, schmerzloses Knötchen

Hagelkorn (Chalazion)

Gelbe Knötchen oder Flecken

Cholesterineinlagerungen (Xanthelasmen)

Bläschen oder Schorf mit Hautausschlag

Gürtelrose oder Windpocken

Leberflecken oder Sommersprossen, die Farbe oder Form verändern

Hautkrebs

Geschwollene Augenlider

Symptome mögliche Ursache

Schwellung nach Kontakt mit Allergenen (z.B. Tierhaar, Pollen, Hausstaubmilben)

Allergie

Rote, heiße, schmerzhafte Schwellung

Infektion des Augenlids, sowie der Haut und des Gewebes um die Augen (präseptale Zellulitis)

Juckende, kratzende oder verklebte Augenlider

Symptome mögliche Ursache

Jucken mit Verkrustungen oder Flöckchen nach Kontakt mit Allergenen (z. B. Pollen, Tierhaar)

Kontaktdermatitis

Verklebt, gerötet und tränend

Bindehautentzündung (Konjunktivitis) 

Verklebte Augen und Wimpern, gerötete oder gereizte Augen

Blepharitis (Augenlidentzündung) oder trockene Augen

Hängendes Augenlid

Symptome mögliche Ursache

Unteres Augenlid hängt nach unten und dreht sich leicht nach außen und die Lidränder berühren den Augapfel meist nicht 

Fehlstellung des Augenlids (Ektropium)

Unteres Augenlid hängt nach unten und wendet sich nach innen und reibt dadurch am Augapfel

Fehlstellung des Augenlids (Entropium)

Oberes Augenlid hängt über dem Auge, sogenannte Schlupflider

Altersbedingter Hautüberschuss (Dermatochalasis)

Rand des oberen Augenlids hängt über dem Auge, häufig sind Lidmuskulatur oder Nerven geschädigt (z. B. durch Schlaganfall)

Altersbedingte Erschlaffung der Haut (Ptosis)

Augenlid sinkt plötzlich herunter, dazu nachlassendes Sehvermögen und/oder Kopfschmerzen, ggf. weitere neurologische Ausfallerscheinungen

Möglicherweise ernste Krankheiten wie Myasthenia Gravis 

(neurologische Muskelschwäche), Hirnblutungen, Schlaganfall oder Gehirntumor, also bitte unbedingt abklären lassen

Gehäuftes Augenzwinkern oder Zucken

Symptom mögliche Ursache

Häufiges Zwinkern oder Zucken, manchmal kann sich das Auge für eine Weile schließen, ohne dass man es wieder öffnen kann

Augenlidkrampf (Blepharospasmus)

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie

Dr. Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei Zava. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei Zava arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Artikel erschienen: 05 Jun 2020

Letzte Änderung: 05 Jun 2020

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