Nasensekret: Farbe als wichtiger Indikator

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von

Dr. Nadia Schendzielorz

Letzte Änderung: 30 Nov 2021

Jeder hat ihn, aber die meisten finden ihn abstoßend: Nasenschleim. Dabei ist er ganz natürlich – und sogar wichtig. Denn er hält die Schleimhäute feucht und sauber. Zudem dient Nasensekret als wichtiger Indikator für Infektionen. Wenn es die Farbe wechselt, faulig riecht oder blutig wird, sollten Sie genauer hinsehen. Was die Färbung des Nasenschleims aussagen kann, erfahren Sie hier.

Inhalt
Nasensekret: Junge Frau mit braunen, langen Haaren putzt sich die Nase.
 

Welche Bedeutung hat die Farbe von Nasenschleim?

Wenn klares, leicht zähflüssiges Nasensekret austritt, ist das kein Grund zur Besorgnis: Der durchsichtige Schleim ist ganz normal und gesund. Er besteht aus Wasser, körpereigenen Schleimstoffen, Elektrolyten und Proteinen. Insbesondere die Schleimstoffe schützen die Nasenschleimhaut, indem sie helfen, Krankheitserreger und Staub auszuspülen.

Über den Rachenraum fließt das Sekret meistens unbemerkt ab. Teilweise trocknet es auch im vorderen Bereich der Nase zu Krusten aus. Durch Infekte und Allergien kann es aber zu erhöhter Sekretbildung kommen. Dabei ist der Nasenausfluss nicht immer durchsichtig: Weißer, gelber oder grüner Nasenschleim gibt Ihnen unter Umständen Aufschluss darüber, ob beispielsweise ein Infekt im Anmarsch ist oder sich eine Entzündung in den Nasennebenhöhlen festgesetzt hat.

Weißer Nasenschleim: Hinweis auf Infekt oder Allergie?

Bemerken Sie ein verstärktes Aufkommen von klarem Nasenschleim, gegebenenfalls mit weißen Schlieren, so ist Ihr Körper wahrscheinlich damit beschäftigt, einen Infekt abzuwehren. Durch vermehrte Sekretbildung versucht das Riechorgan, Erreger auszuspülen; oder im Falle einer Allergie, die allergieauslösenden Stoffe loszuwerden. Weißer Nasenschleim deutet auf Schwellungen in der Nase hin, die den natürlichen Abfluss hemmen – durch den Stau verliert das Nasensekret an Flüssigkeit und trübt ein.

Gelber Nasenschleim: Abwehr auf Hochtouren

Tritt gelbes Nasensekret auf, ist Schonung angesagt: Denn diese Farbe kommt durch weiße Blutkörperchen (Leukozyten) zustande, die der Körper zur Abwehr einsetzt, sowie durch abgetötete Erreger (Viren oder Bakterien). Diese Zusammensetzung, auch als Eiter bekannt, steckt dahinter, wenn gelber Nasenschleim im Taschentuch landet. Um einen beginnenden Infekt frühzeitig abzufangen, sollten Sie mit einem Mediziner Rücksprache halten. Holen Sie ärztlichen Rat ein, wenn Sie gelbes Nasensekret bemerken und diese Symptome hinzukommen:

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Grüner Nasenschleim: Jetzt ist Vorsicht angesagt

Bemerken Sie zusätzlich zum gelben Nasensekret eine grünliche Einfärbung, ist in den meisten Fällen eine Vorstellung beim Mediziner sinnvoll. Denn gelblich-grüner Nasenschleim kann auf einen höheren Anteil von Bakterien im Sekret hindeuten. Insbesondere morgens tritt das zähe, grüne Nasensekret beim Schnäuzen auf. Möglicherweise liegt eine bakterielle Infektion zugrunde, die medizinisch behandelt werden sollte.

Hinter eitrigem beziehungsweise grünem Nasensekret verbirgt sich unter Umständen eine akute Nasennebenhöhlenentzündung. Dafür sind meist Viren verantwortlich: Eine solche sogenannte Sinusitis kann, muss aber nicht auf eine Erkältung zurückgehen – auch wenn die Anzeichen zunächst einem Schnupfen ähneln. Typische weitere Symptome und Begleiterscheinungen sind:

  • Kopf- und Gesichtsschmerzen, die sich beim Bücken verstärken
  • betroffene Stellen im Gesicht reagieren sehr druck- und klopfempfindlich
  • Abgeschlagenheit
  • Fieber
  • Husten, der durch eitrigen Schleim hervorgerufen wird, der nachts in die Bronchien läuft

Es ist zudem möglich, dass sich eine eitrige Nebenhöhlenentzündung bis auf die Kieferhöhlen erstreckt. In manchen Fällen drückt dann der entzündete Bereich auf einen Zahnnerv, sodass der Patient zusätzlich Schmerzen im Oberkiefer verspürt.

Achtung: In Abhängigkeit vom Erreger kann eine Nasennebenhöhlenentzündung eitrig, also mit gelbem bis grünem Nasenschleim, oder nicht-eitrig mit klarem Nasensekret auftreten. Achten Sie deshalb auf zusätzliche Symptome, wie Schwellungen, Druckempfindlichkeit oder lang anhaltende Schwierigkeiten bei der Atmung. Denn unter Umständen und insbesondere, wenn die Beschwerden öfter als 4-mal pro Jahr auftreten, liegt eine chronische Sinusitis vor. Sie kann auf anatomische Veränderungen wie Nasenpolypen zurückgehen. Das ist eine Ausstülpung der Schleimhaut, die zu Behinderungen der Luftzirkulation in der Nase führt.

Blutiger Nasenschleim: Oft sind die Schleimhäute gereizt

Entdecken Sie rote, rosa oder braune Spuren nach dem Naseputzen? Dann handelt es sich wahrscheinlich um Blut im Nasensekret. Das rührt sehr häufig von einer simplen mechanischen Verletzung her, die bei trockenen Schleimhäuten sogar schon durch bloßes Schnäuzen verursacht wird.

Hinter blutigem Nasenschleim, der über mehr als 1-2 Tage zu beobachten ist, versteckt sich manchmal eine Entzündung – und die sollte unbedingt von einem Arzt abgeklärt werden. Insbesondere bei Kindern kommt es vor, dass kleine Gegenstände in die Nasennebenhöhlen gelangen und dort zu vermehrter Sekretbildung oder gar Blutungen führen.

Achtung, wenn schwarzer Nasenschleim auftritt

Beobachten Sie, dass sich Ihr Nasensekret dunkel bis schwarz verfärbt, sind Vorsicht und eine aufmerksame Beobachtung notwendig. Grund dafür kann schlichtweg das Einatmen von größeren Mengen Staub oder Schmutz sein, die durch die Flimmerhärchen und Sekretbildung auf natürliche Weise abtransportiert werden. Sind Sie beispielsweise mit Bauarbeiten beschäftigt? Haben Sie in Ihrem Umfeld starke Raucher? Oder konsumieren Sie Schnupftabak?

Lässt sich die schwarze Farbe des Nasensekrets nicht auf einen dieser Faktoren zurückführen, handelt es sich möglicherweise um eine Pilzinfektion der Nasenschleimhaut. Eine solche kann sich beispielsweise aufgrund eines geschwächten Immunsystems ausbreiten. Weitere Symptome, die auf eine Pilzinfektion hindeuten, sind Schmerzen in der Nase, Beschwerden beim Atmen sowie ein eingeschränkter Geschmack und Geruch.

Konsultieren Sie auf jeden Fall einen Arzt, wenn scheinbar grundlos schwarzer Nasenschleim bei Ihnen auftritt. Nutzen Sie beispielsweise die ZAVA App, um noch heute einen Gesprächstermin bei einem unserer Partnerärzte zu buchen:

Übersicht: Nasensekret und seine Farben

Achten Sie doch beim nächsten Schnäuzen einmal auf die Farbe: Nasensekret verrät sehr viel über den eigenen Gesundheitszustand. Die Färbungen des Nasensekrets und ihre möglichen Bedeutungen finden Sie in dieser Übersicht:

Nasensekret Farbe Mögliche Bedeutung

durchsichtig bis glasig

normale Farbe von gesundem Nasensekret; bei gehäuftem Auftreten von Nasenschleim liegt möglicherweise eine Allergie vor

weißes Nasensekret

weißer Nasenschleim entsteht durch eine Stauung, bei der der Nasenschleim Flüssigkeit verliert und zäher wird; geht ggf. auf Schwellungen zurück, die einen Infekt ankündigen

gelber Nasenschleim

zeigt Leukozyten (weiße Blutkörperchen) und abgestorbene Erreger an; gelbes Nasensekret als Anzeichen für einen Infekt der Nasenschleimhaut; Stinknase (Ozäna)

grüner Nasenschleim

wie gelber Nasenschleim; Anzeichen für vermehrten Abtransport von Abfallstoffen; fortgeschrittener Infekt

rosa – rote Spuren im Nasenschleim (Blut im Nasensekret)

deutet auf Beschädigung der Nasenschleimhaut hin (Blut im Nasensekret); unmittelbar nach Entfernung der Mandeln (Tonsillektomie); bei anhaltender Blutbeimengung bzw. Nasenbluten: ernstere Ursachen abklären lassen

braunes Nasensekret

altes Blut, durch mechanische Beschädigung oder Entzündungen in den Nasennebenhöhlen; Nutzung von Schnupftabak, Rauchen, Schmutz

schwarzer Nasenschleim

Einatmen von (Bau-)Staub; Pilzinfektion; Stinknase (Ozäna)

Laufnase: Schnupfen oder Allergie?

Besonders in typischen Erkältungszeiten ist es schwer zu unterscheiden: Habe ich mir einen Infekt eingefangen oder ist die Nasenschleimhaut aus einem anderen Grund gereizt? Ein Anhaltspunkt ist dann das Nasensekret. Setzt plötzlich starker Schnupfen in Kombination mit Schwellungen sowie Reizungen der Augen oder des Halses ein, so liegt der Verdacht auf eine Allergie näher. Das gilt vor allem, wenn viel klarer Schleim aus dem Riechorgan fließt. Einen solchen allergischen Schnupfen sollten Sie unbedingt ernst nehmen. Unbehandelt kann sich daraus Asthma entwickeln.

Einem infektbedingten Schnupfen gehen meistens andere Symptome voraus. Dazu gehören beispielsweise:

  • Halskratzen
  • Kopfschmerzen
  • leichter Husten

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Stinknase: Nasensekret mit Geruch

Es ist für Betroffene eine unangenehme Feststellung: Das eigene Nasensekret riecht faulig. Oft fällt es Nahestehenden zuerst auf, denn bei der Stinknase (Ozäna) ist mitunter auch der Geruchssinn beeinträchtigt. Besonders belastend: Die Symptome lassen sich nicht so einfach beseitigen.

Eine Ozäna entsteht durch den Schwund von Gewebe in der Nasenschleimhaut (Athropie). Aufgrund der fehlenden Schleimhaut wird nicht genügend Nasensekret produziert, die Nasennebenhöhlen trocknen aus und es siedeln sich Bakterien an. Der schmierige Belag, der sich in der Folge bildet, strömt einen unangenehmen bis fauligen Geruch aus.

Begleiterscheinungen zu faulig riechendem Nasensekret sind eine sehr trockene Schleimhaut, die leicht aufreißt und Blutungen nach sich zieht. Durch diese Trockenheit wird auch das Nasensekret immer zähflüssiger, das sich im Laufe der Erkrankung gelblich-grün bis gräulich-schwarz verfärbt. Außerdem treten durch die ungenügende Befeuchtung der Schleimhäute verstärkt Krusten und Borken auf.

Verführend ist es in einem solchen Fall, zu Nasensprays zu greifen – die aber das Problem nicht nur verschlimmern, sondern oft sogar Auslöser einer Stinknase sind. Als Ursachen der Stinknase kommen nämlich verschiedene Faktoren infrage:

  • Eine Beschädigung des Naseninneren oder der Nasennebenhöhlen durch einen Unfall oder eine Operation, beispielsweise die Entfernung von Polypen, kann zu einer Stinknase führen.
  • Exzessiver Gebrauch von schleimhautabschwellenden Nasensprays muss bei langfristiger Nutzung als Ursache einer Ozäna ebenfalls in Betracht gezogen werden.
  • In seltenen Fällen kann ein Tumor die Nasenschleimhaut verletzen, genauso löst eine Bestrahlungstherapie unter Umständen eine Rückbildung der Schleimhaut aus.

Gut zu wissen: Tritt bei einem Kind übelriechender, eitriger Nasenschleim auf, dann ist der Grund im Normalfall keine Stinknase. Stattdessen steckt wortwörtlich meist ein kleiner Gegenstand dahinter, den der HNO-Arzt mit speziellen Instrumenten wieder entfernt.

Auch bei Erwachsenen muss nicht immer eine Stinknase vorliegen, wenn das Nasensekret faulig riecht. Genauso können folgende Auslöser für den Geruch verantwortlich sein:

  • Entzündung einer Zahnwurzel
  • Polyp
  • Nasenpilz
  • festsitzende, eitrige Entzündung der Nasennebenhöhlen

Nasenschleim: Nicht nur eklig

So viel Ekel jegliche Form von Nasensekret hervorruft, so hilfreich ist seine Farbe und Konsistenz, um sich ankündigende Infekte und Komplikationen festzustellen. Wagen Sie nach dem Naseputzen also ruhig einmal einen Blick ins Taschentuch, um mehr über Ihren Gesundheitszustand zu erfahren.

Liegen langanhaltend Veränderungen vor, wie weißer Nasenschleim, Blut oder eitriges Nasensekret, so sollten Sie einen Mediziner hinzuziehen, um die Ursache abzuklären. Womöglich stellen Polypen oder andere anatomische Besonderheiten den Auslöser dar.

Genauso ernst sollte eine ständig laufende Nase (Rhinorrhoe) genommen werden – denn auch der vermehrte Fluss von klarem Nasensekret kann ein Symptom verschiedener Erkrankungen sein.

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Dr. Nadia Schendzielorz Medizinische Autorin

Dr. Nadia Schendzielorz war von 2016 bis 2020 Apothekerin bei ZAVA und unterstützt das Team nun freiberuflich bei der medizinischen Textprüfung. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

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