Hexenschuss (Lumbago): Symptome, Behandlung & Dauer

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 22 Feb 2021

Bei einem Hexenschuss (Lumbago) handelt es sich um starke und sehr plötzlich einsetzende Rückenschmerzen. Meistens treten die Schmerzen nach einer unglücklichen Bewegung oder dem Heben schwerer Gegenstände auf. Zwar ist ein Hexenschuss sehr schmerzhaft, in den meisten Fällen jedoch auch harmlos und die Schmerzen verschwinden nach einigen Tagen wieder. Lesen Sie hier, was Sie bei einem Hexenschuss selbst tun können, wie lange die Beschwerden anhalten und wann Sie einen Arzt aufsuchen sollten.

Inhalt
Frau mit braunen Haaren und rosa T-Shirt sitzt auf dem Bett und hält sich mit der Hand den Rücken

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Ein Hexenschuss (Lumbago) bezeichnet plötzlich eintretende, starke Rückenschmerzen, meist im unteren Rücken. Etwa 80 % der Deutschen leiden im Lauf ihres Lebens einmal an den starken Rückenschmerzen.

Symptome: Starke Schmerzen im unteren Rücken, Blockade der Wirbelsäule, Schmerzen beim Gehen und/oder Stehen.

Ursachen: Plötzliche, ungewohnte oder ungeschickte Bewegung, zum Beispiel beim Bücken, Heben oder Drehen des Oberkörpers. Die Rückenmuskeln verspannen sich und drücken auf die empfindlichen Nerven in der Wirbelsäule.

Dauer: Die Beschwerden klingen meist nach kurzer Zeitinnerhalb weniger Tage von alleine wieder ab.

Behandlung: Wärme, Hochlagern der Beine, leichte Bewegung und Rückenübungen, Schmerzmittel.

Definition: Was ist ein Hexenschuss?

Es handelt sich dabei um ein Symptom und nicht um eine eigenständige Krankheit. Ein Hexenschuss wird auch Lumbago oder Lumbalgie genannt, da vor allem der Bereich der Lendenwirbelsäule (Lende = Lumbo) betroffen ist.

Die Rückenschmerzen setzen in den meisten Fällen nach einer ungewohnten oder ungeschickten Bewegung ein. Einige Beispiele dafür sind Bücken, Heben oder eine Drehung des Oberkörpers.

Der Hexenschuss betrifft in der Regel den unteren Rücken, also den Bereich der Lendenwirbelsäule über dem Kreuzbein. Ärzte bezeichnen Rückenschmerzen in diesem Bereich als Kreuzschmerzen.

Wer ist betroffen?

Etwa 85% der Bevölkerung leiden im Verlauf ihres Lebens mindestens einmal an starken Rückenschmerzen. Etwa 2/3 der Rückenschmerzen treten im unteren Rücken auf, sind also per Definition Kreuzschmerzen.

Männer und Frauen sind ähnlich oft betroffen. Mit steigendem Alter steigt auch das Risiko für einen Hexenschuss. Das liegt zum einen an den natürlichen Alterungsprozessen des Körpers. Zum anderen nimmt die Mobilität und tägliche Bewegung im Alter ab. Personen zwischen 30 und 45 Jahren erleiden am häufigsten einen Hexenschuss.

Hexenschuss im Nacken

Ein Hexenschuss kann auch im Nacken auftreten. Mediziner sprechen dann von einem Halswirbelsäulensyndrom, Zervikalgie oder umgangssprachlich einem Nackenschuss.

Durch eine plötzliche oder ungeschickte Bewegung kommt es bei einem Nackenschuss zu starken Nackenschmerzen. Außerdem treten Muskelverspannungen und ausstrahlende Schmerzen in Richtung Schulter und Arm auf.

Bei einem Hexenschuss im oberen Rücken halten die Betroffenen den Kopf häufig in einer bestimmten Schonhaltung, in der die Schmerzen geringer sind. Viele Patienten sprechen daher auch von einem steifen Nacken.

Hexenschuss: Symptome erkennen

Aus heiterem Himmel fährt ein stechender Schmerz in den unteren Rücken. Gleichzeitig verspannen sich die Muskeln dort und blockieren so die Wirbelsäule. So oder so ähnlich äußert sich ein Hexenschuss bei den meisten Patienten.

Die Symptome eines Hexenschusses lassen sich daher wie folgt zusammenfassen:

  • scharfer, intensiver Rückenschmerz, sofort nach der auslösenden Bewegung
  • starke Schmerzen im unteren Rücken, über dem Kreuzbein, mittig am Rücken oder etwas seitlich der Wirbelsäule
  • Verspannung der Rückenmuskulatur
  • Blockade der Wirbelsäule
  • verstärkte Schmerzen beim Niesen, Husten oder Pressen
  • Missempfindungen wie Kribbeln auf der Haut oder der Verlust von Kraft und dem Bewegungsreflex am Knie sind möglich. Wichtig: Diese Symptome müssen zügig ärztlich abgeklärt werden, damit ein Bandscheibenvorfall oder Schaden an der Wirbelsäule ausgeschlossen werden können.

Durch die starken Kreuzschmerzen sind die Betroffenen in ihrer Beweglichkeit deutlich eingeschränkt. Sie verfallen automatisch in eine Schonhaltung.

Im Bereich der Lendenwirbelsäule entsteht häufig eine Blockade. Die Betroffenen können sich nicht mehr bücken. Gehen und Stehen verursachen ebenfalls starke Schmerzen, sodass Hexenschuss-Patienten kaum in der Lage sind, eine schmerzfreie Körperhaltung zu finden. Diese Symptome sind ganz typisch für einen Hexenschuss.

Die Kreuzschmerzen bei einem Hexenschuss strahlen ab und an auch in das Gesäß oder die Beine aus. Das ist allerdings eher selten. Bei den meisten Patienten sitzt der Hauptschmerz im unteren Rücken.

Hexenschuss: Ursachen

Wie entsteht ein Hexenschuss? In den meisten Fällen entsteht ein Hexenschuss lediglich durch eine plötzliche, ungewohnte oder ungewöhnliche Bewegung. Bei der Bewegung kann ein Wirbelgelenk regelrecht blockieren oder sich verschieben.

Das verursacht eine reflexartige Muskelverspannung im unteren Rücken. Diese Verspannung drückt auf die empfindlichen Nerven im Rücken. Das löst den typischen stechenden und intensiven Schmerz im Rücken aus. Die Wirbelsäule ist wie blockiert, der Betroffene nimmt automatisch eine Schonhaltung ein.

Nicht nur Bewegung, auch ständiges Sitzen kann einen Hexenschuss verursachen. Der Hüftbeuger, der vordere Hüftmuskel, verkürzt auf Dauer und erhöht die Spannung auf Rücken- und Gesäßmuskeln – das belastet die Wirbelsäule. Um sie vor einer Überlastung zu schützen, erzwingt der Hexenschuss durch Schmerz und Bewegungssperre eine sofortige Schonung.

Funktionelle Ursachen

Funktionelle Einschränkungen sind die häufigste Ursache für eine Lumbago. Betroffen sind die Rumpfmuskeln und Wirbel:

  • Muskelverspannungen oder -zerrungen
  • blockierte Wirbelgelenke
  • verschobene Wirbel

Geschädigte Strukturen

In manchen Fällen verursachen Schäden an der Wirbelsäule den Hexenschuss. Dazu gehören:

  • entzündete Wirbelgelenke
  • Bandscheibenvorfall
  • Bandscheibenvorwölbung
  • Einengung der Nervenkanäle durch arthrotische Veränderungen

Hexenschuss: Was tun?

Was tun, wenn plötzlich stechende Schmerzen in den Rücken schießen? Mit ein paar Tricks können Sie die Wirbelsäule entlasten und dadurch die Schmerzen reduzieren.

Sofortmaßnahme: Stufenlagerung

Die sogenannte Stufenlagerung hilft dabei, die stechenden Rückenschmerzen bei einem Hexenschuss zu lindern. Dafür legen Sie sich auf den Rücken. Legen Sie die Unterschenkel so auf einen Stuhl, dass die Knie idealerweise einen 90-Grad-Winkel bilden.

Kopf und Hals liegen dabei in einer geraden Linie auf einem flachen Kissen. Diese Haltung nimmt den Druck von der Wirbelsäule und entlastet die Wirbelgelenke. Der Druck auf die Nerven ist dadurch ebenfalls reduziert und die Schmerzen bessern sich. Bereits nach etwa 15 Minuten sollte sich eine Verbesserung einstellen.

Bewegung statt Bettruhe

Bewegung ist wichtig, wenn eine akute Lumbago Schmerzen verursacht. Die Bewegung hilft dabei, die Blockade der Wirbelsäule zu lockern und die Schmerzen zu reduzieren, weshalbÄrzte bei einem Hexenschuss von Bettruhe entschieden abraten. Inaktivität und eine weiche Matratze sind nämlich nicht hilfreich. Im Gegenteil, Bettruhe kann die Heilung nach einem Hexenschuss verzögern.

Besser ist es, wenn der Patient versucht, seinen gewohnten Alltagsaktivitäten so gut wie möglich nachzukommen. Gegebenenfalls ist es dafür notwendig, leichte Schmerzmittel einzunehmen.

Langsames Spazierengehen eignet sich ebenfalls gut für Hexenschuss-Geplagte. Es lockert die Muskeln und steigert gleichzeitig die Durchblutung.

Bei Bedarf: Schmerzmittel

Sind die Rückenschmerzen durch den Hexenschuss zu groß, um den Alltag zu bewältigen, sollten Sie leichte Schmerzmittel einnehmen.

Zur Schmerzlinderung eignen sich nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR). Dazu gehören die Wirkstoffe Ibuprofen und Diclofenac. Die Mittel bekommen Sie rezeptfrei in Ihrer Apotheke.

Wichtig: Liegt bei Ihnen eine Unverträglichkeit gegen diese Schmerzmittel vor oder leiden Sie an einer chronischen Grunderkrankung, sollten Sie die Medikation mit Ihrem Arzt absprechen. Auch während einer Schwangerschaft oder der Stillzeit besprechen Sie die Einnahme von Schmerzmitteln am besten vorab mit Ihrem Arzt.

Hexenschuss: Dehnübungen gegen Rückenschmerzen

Ist die erste Schmerzwelle überstanden und die Blockade im Rücken gelöst, helfen sanfte Übungen gegen Kreuzschmerzen. Einige Dehnübungen eignen sich beispielsweise dazu, die Muskeln nach einem Hexenschuss zu lockern.

Kniestrecker dehnt den unteren Rücken

Stellen Sie sich auf ein Bein. Beugen Sie das Standbein leicht. Heben Sie das zweite Bein an und umfassen Sie mit der Hand den Knöchel des angehobenen Beines. Beugen Sie das Knie, sodass die Fußspitze in Richtung Gesäß zieht.

Wenn Sie etwas wackelig auf den Beinen sind, halten Sie sich während der Übung fest, zum Beispiel an einem Türrahmen. Im Zweifel können Sie die Übung auch im Liegen durchführen.

Achten Sie darauf, dass die beiden Knie auf einer Höhe bleiben und die Dehnung aus der Hüfte heraus stattfindet. Die Wirbelsäule muss während der gesamten Übung in einer neutralen Position bleiben. Verfallen Sie nicht ins Hohlkreuz und machen Sie auch keinen Buckel. Führen Sie die Übung auf beiden Seiten durch.

Dehnen der tiefen Hüftmuskulatur

Legen Sie sich auf den Rücken und umfassen Sie mit beiden Händen die Kniekehle eines Beines. Ziehen Sie das Knie zur Brust. Der untere Rücken bleibt dabei am Boden. Das Becken bleibt fest und kippt nicht zur Seite.

Die Dehnung erreicht die Hüfte und den unteren Rücken. Führen Sie die Übung auf beiden Seiten durch und halten Sie sie jeweils für 20-30 Sekunden.

Hexenschuss: Hausmittel gegen akute Rückenschmerzen

Zur Versorgung von starken und unangenehmen Kreuzschmerzen stehen Ihnen einige Hausmittel zur Erstversorgung zur Verfügung.

In manchen Fällen klingen die Rückenschmerzen bereits durch die Hausmittel-Behandlung wieder ab oder verbessern sich deutlich.

Wärme gegen Muskelverspannung

Ein gut geeignetes Hausmittel gegen einen Hexenschuss ist Wärme. Die Wärme dringt tief in die Rückenmuskulatur ein und hilft dabei, die Verspannung zu lockern.

Viele Patienten empfinden deshalb eine Wärmflasche, ein warmes Kirschkernkissen oder ein Wärmepflaster als sehr angenehm. Sie können den Rücken auch mit einer Infrarotlampe bestrahlen.

Ein warmes Bad wirkt ebenfalls schmerzlindernd und löst Muskelverspannungen, zum Beispiel bei einem Hexenschuss. Legen Sie sich dabei am besten so in die Wanne, dass die Beine leicht erhöht sind. Das entlastet die Wirbelsäule zusätzlich und sorgt für Erleichterung.

Beachten Sie bei allen wärmenden Hausmitteln: Sie sollten die Wärme immer nur so lange anwenden, wie sie angenehm ist. Menschen mit Empfindungsstörungen müssen bei Wärmeanwendungen besonders vorsichtig sein. Ist die Temperatur zu hoch, entstehen leicht und unbemerkt Verbrennungen auf der Haut.

Weidenrindentee lindert Schmerzen

Als Hausmittel gegen starke Schmerzen hat sich der Weidenrindentee über Jahrtausende hinweg bewährt. Denn Weidenrinde enthält einen Wirkstoff, dessen chemische Struktur dem Schmerzmittel Acetylsalicylsäure (ASS) stark ähnelt.

Getrocknete Weidenrinde bekommen Sie in der Apotheke oder in einem gut sortierten Reformhaus. Daraus bereiten Sie einen Tee zu: Mischen Sie dazu 1-2 Teelöffel Weidenrinde (1 Teelöffel = ca. 3,6 g) mit 1-2 Tassen Wasser. Lassen Sie das Gemisch über Nacht ziehen.

Bei starken Rückenschmerzen trinken Sie täglich bis zu 3 Tassen Weidenrindentee. Die maximale Tagesdosis für einen Erwachsenen liegt bei 12 Gramm Weidenrinde. Diese sollten Sie nach Möglichkeit nicht überschreiten.

Hexenschuss: Dauer

Wie lange dauert ein Hexenschuss? Wann verschwinden die Kreuzschmerzen nach einer Lumbago? Bei einem Hexenschuss brauchen Sie in der Regel nur etwas Geduld: Die Schmerzen verschwinden innerhalb weniger Tage von selbst wieder.

Die starken Schmerzen halten meist 1-2 Tage lang an. 3-4 Tage nach dem Einsetzen der Kreuzschmerzen sollten diese langsam abklingen, Ihre Bewegungsfähigkeit zurückkehren und Sie wieder mobiler werden.

Leichte Rückenschmerzen können nach einem Hexenschuss bis zu 2 Wochen bestehen bleiben. Danach sollten Sie schmerzfrei sein und den vollen Bewegungsumfang zurückerlangt haben.

Bitte beachten Sie: Leiden Sie an einer Vorerkrankung oder haben Sie bereits einen Bandscheibenvorfall erlitten, können die Schmerzen bei einem Hexenschuss länger andauern. In diesem Fall sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Krankschreibung bei einem Hexenschuss

Wie lange man nach einem Hexenschuss krankgeschrieben ist, ist individuell verschieden. Das hängt unter anderem von der Schmerzintensität und der Bewegungseinschränkung ab. In den meisten Fällen kann der Arzt die Dauer der Krankschreibung bereits nach einem ersten Gespräch mit dem Patienten einschätzen.

In den meisten Fällen stellt der Arzt eine Krankschreibung für 3-5 Tage aus. Danach sind die intensiven Kreuzschmerzen meist abgeklungen und Arbeiten ist häufig wieder möglich.

Die Dauer der Krankschreibung bei einem Hexenschuss richtet sich auch nach der Art der ausgeübten beruflichen Tätigkeit. Personen, die einer körperlichen Arbeit nachgehen, werden nach einem Hexenschuss länger krankgeschrieben als zum Beispiel Büroangestellte.

Bei einem Hexenschuss stellen Ihnen die ZAVA Partner-Ärzte eine Online-Krankschreibung aus — unkompliziert und schnell.

Hexenschuss: Wann zum Arzt?

Wenn die Rückenschmerzen auch nach etwa 3 Tagen nicht abklingen oder schlimmer werden, sollten Sie unbedingt Ihren Hausarzt aufsuchen. Er kann meistens bereits nach einem ausführlichen Gespräch einschätzen, ob eine Behandlung notwendig ist.

Wichtig: Wenn Sie bereits einen Bandscheibenvorfall erlitten haben oder eine anderen Grunderkrankung wie zum Beispiel Rheuma vorliegt, sollten Sie solche Beschwerden immer von einem Arzt abklären lassen.

Auch wenn Sie weitere Symptome bemerken, suchen Sie bitte umgehend einen Arzt auf. Dazu gehören:

  • Fieber
  • Schmerzen an anderen Körperstellen
  • Taubheitsgefühl in Armen und Beinen
  • Lähmungserscheinungen

Wenn die Kreuzschmerzen so stark sind, dass ein Arztbesuch unmöglich ist, helfen Ihnen die Partner-Ärzte von ZAVA gerne weiter. Per Video-Sprechstunde können Sie mit einem Experten reden – ganz ohne das Haus zu verlassen.

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Lumbago: Das macht der Arzt

Sind die Schmerzen zu stark oder werden von alleine nicht besser, kann eine ärztliche Hexenschuss-Therapie helfen. Wie wird ein Hexenschuss behandelt? Am Anfang der Therapie steht die Diagnose.

Diagnose

Wenn Sie mit einem Hexenschuss einen Arzt aufsuchen, wird er Ihnen zuerst Fragen zu den Beschwerden stellen. Dazu gehören:

  • Seit wann haben Sie die Kreuzschmerzen?
  • Wo genau sitzt der Schmerz?
  • Was haben Sie getan, als die Schmerzen zum ersten Mal aufgetreten sind?
  • Strahlen die Schmerzen aus, z.B. ins Bein?
  • Was haben Sie bislang unternommen, um die Schmerzen zu lindern?

Meist kann der Arzt die Diagnose Hexenschuss bereits nach dem ersten Gespräch stellen und gegebenenfalls eine Behandlung einleiten. Bei Unklarheiten folgt die körperliche Untersuchung.

Wenn eine Erkrankung als Auslöser für die Kreuzschmerzen in Frage kommt, können verschiedene bildgebende Verfahren (MRT, CT, Röntgenaufnahmen) oder Bluttests folgen. Bei den meisten Hexenschuss-Patienten ist das allerdings nicht nötig.

Hexenschuss: Spritze gegen Schmerzen

Bei starken Schmerzen kann der Arzt Ihnen Schmerzmittel und Entzündungshemmer direkt in die Rückenmuskulatur spritzen. Die Schmerzen bessern sich dadurch bei den meisten Patienten schnell.

Die Spritze birgt aber auch Risiken: Eine allergische Reaktion, Entzündungen und Blutergüsse können entstehen. Ob eine Spritze für Sie in Frage kommt, hängt von Ihren Symptomen und körperlichen Konstitution ab.

Manuelle Therapie

Was hilft noch bei einem Hexenschuss? Bessern sich die Schmerzen nicht von alleine, kann der behandelnde Arzt den Patienten an einen Physiotherapeuten oder Chiropraktiker überweisen.

Bewegungstherapie, Akupunktur und Reha-Sport sind Maßnahmen, die nach einem Hexenschuss dabei helfen, die Schmerzen zu lindern und die ursprüngliche Beweglichkeit wiederzuerlangen.

Hexenschuss oder Bandscheibenvorfall?

Wenn die Symptome eines Hexenschusses länger anhalten oder die Schmerzen stärker werden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um einen Bandscheibenvorfall ausschließen zu können.

Ein Bandscheibenvorfall verursacht nämlich ähnliche Beschwerden. Ihr Hausarzt ist dabei der erste Ansprechpartner. Gerne beraten die ZAVA Partner-Ärzte Sie bei andauernden starken Rückenschmerzen online.

Sollte tatsächlich ein Bandscheibenvorfall vorliegen, wird Ihr Arzt Sie zu einem Orthopäden überweisen.

Hexenschuss vorbeugen

Am besten ist es natürlich, gar keinen Hexenschuss zu erleiden. Mit einigen Maßnahmen können Sie das Risiko für einen Hexenschuss, verringern.

Mehr Bewegung im Alltag

Das beste Mittel, um einem Hexenschuss vorzubeugen, ist ein aktiver und gesunder Alltag. Das umfasst täglich ausreichend Bewegung – vor allem bei Personen, die im Sitzen arbeiten.

Integrieren Sie am besten kleine Dehn- und Kraftübungen in Ihren Büroalltag. Nutzen Sie kurze Pausen, um aufzustehen und Rücken und Nacken zu strecken.

Sie sollten regelmäßig Sport treiben. 2-3 mal leichtes Krafttraining pro Woche ist für Hexenschuss-Patienten geeignet. Achten Sie darauf, vor allem Bauch- und Rückenmuskulatur zu trainieren und aufzubauen. Dafür eignen sich klassische Kurse wie Rückenschule und Pilates oder Fitnesstraining im Studio.

Kräftigungsübungen für den Rücken

Eine weitere Möglichkeit, einem Hexenschuss vorzubeugen, sind kräftigende Übungen für die Rumpfmuskulatur und den Rücken. Dies stabilisiert die Wirbelsäule und beugt Kreuzschmerzen vor.

Kräftigung der Rumpfmuskulatur: Der Vierfüßlerstand

Begeben Sie sich in den Vierfüßlerstand, die Knie sind unter den Hüftgelenken platziert, die Hände unter den Schultern. Der Rücken ist gerade, die Finger zeigen nach vorne und die Ellenbogen sind leicht nach außen rotiert.

Heben Sie dann ein Bein so an, dass es die Wirbelsäule in einer geraden Linie verlängert. Strecken Sie das Bein mit angezogener Fußspitze vom Körper weg. Halten Sie diese Stellung kurz und führen Sie das Bein dann wieder zurück auf den Boden. Wiederholen Sie die Übung abwechselnd mit beiden Beinen.

Brücke für einen starken Rücken

Legen Sie sich auf den Rücken, winkeln Sie die Beine an und stellen Sie die Füße hüftbreit nebeneinander. Die Arme liegen entspannt neben dem Körper, die Wirbelsäule ist in einer neutralen Stellung.

Heben Sie das Gesäß vom Boden ab und strecken Sie die Hüften so weit durch, wie es geht. Legen Sie das Gesäß im Anschluss wieder auf dem Boden ab, ohne die Körperspannung zu verlieren. Die Schulterblätter haben während der gesamten Übung Kontakt zum Boden.

Heben und senken Sie das Gesäß auf diese Weise mehrmals hintereinander. Das kräftigt Rücken- und Rumpfmuskulatur.

Kräftigung der seitlichen Rumpfmuskulatur

Begeben Sie sich in den Seitstütz. Der Ellenbogen ist unter dem Schultergelenk platziert, der Unterarm liegt auf dem Boden auf. Die Knie sind angewinkelt und liegen ebenfalls auf dem Boden. Die Wirbelsäule befindet sich in einer neutralen Stellung.

Bauen Sie Spannung im Rumpf auf und heben Sie Rumpf und Gesäß vom Boden ab, so als würde die Hüfte Richtung Decke gezogen werden. Halten Sie diese Stellung und senken Sie die Hüfte langsam wieder ab.

Achten Sie darauf, dass der Oberkörper nicht nach vorne kippt und dass die Wirbelsäule während der gesamten Übung gerade ist. Wiederholen Sie die Übungen auf beiden Seiten mehrfach.

Stress abbauen

Häufig reagiert der Körper mit Muskelverspannung auf Stress. Daraus kann sich ein Teufelskreis entwickeln und stressbedingte Rücken- und Nackenschmerzen entstehen.

Daher gilt es, Stress zu reduzieren, um Rückenschmerzen zu verhindern. Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung, Yoga, oder Qigong sind geeignet.

Wie bekommt man einen Hexenschuss?

Durch plötzliche, ungewohnte oder ungeschickte Bewegungen, meist beim Bücken, Heben oder bei einer Drehbewegung des Oberkörpers. Die Rückenmuskulatur verspannt sich, die Verspannung drückt auf empfindliche Nerven im Rücken. Die Wirbelsäule blockiert schmerzhaft.

Was kann man bei einem Hexenschuss tun?

Bewegen Sie sich. Bewegung wie langsames Spazierengehen oder sanfte Dehnübungen mobilisieren die Muskeln und lockern die Verspannung. Auch Wärme kann hilfreich sein. Legen Sie sich eine Wärmflasche an den Rücken oder baden Sie warm. Das lindert die Muskelverspannung und Kreuzschmerzen. Wenn das nicht ausreicht, nehmen Sie leichte Schmerzmittel, zum Beispiel Ibuprofen oder Diclofenac.

Soll man bei einem Hexenschuss laufen?

Ja. Ärzte empfehlen bei einem Hexenschuss leichte Bewegungen. Versuchen Sie Ihren alltäglichen Aufgaben, so gut es geht nachzukommen. Von Bettruhe raten Experten definitv ab. Inaktivität verzögert den Heilungsprozess.

Wie lange dauert ein Hexenschuss?

Die intensiven Kreuzschmerzen klingen in der Regel nach 1-2 Tagen langsam wieder ab. Leichte Rückenschmerzen können bis zu 2 Wochen andauern.

Wie lange ist man bei einem Hexenschuss krank geschrieben?

Das hängt von der Schmerzintensität und ausgeübten Tätigkeit ab. Die meisten Betroffenen sind nach einem Hexenschuss 3-5 Tage krankgeschrieben. Sitzende Tätigkeiten können Sie schneller wieder ausüben als körperlich anstrengende Arbeit.

Wann muss man bei einem Hexenschuss zum Arzt?

Wenn die Schmerzen über mehrere Tage anhalten, nicht besser oder gar noch stärker werden, sollten Sie einen Hausarzt aufsuchen. Er weiß in der Regel direkt nach dem ersten Gespräch, ob eine weitere ärztliche Behandlung notwendig ist.

Wo sind die Schmerzen bei einem Hexenschuss?

In der Regel sitzen die Schmerzen bei einem Hexenschuss im unteren Rücken, über dem Kreuzbein. Die Schmerzen sind entweder mittig oder etwas versetzt neben der Wirbelsäule zu spürent.

Welches Schmerzmittel hilft bei einem Hexenschuss?

Ärzte empfehlen die Wirkstoffe Ibuprofen und Diclofenac. Die Schmerzmittel gehören zu den sogenannten nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR).

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Stellv. Ärztliche Leiterin Deutschland

Dr. Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei ZAVA und vertritt zur Zeit Beverley Kugler als ärztliche Leiterin. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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