Infoseite zu SARS-CoV-2

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von

Dr. Nadia Schendzielorz

Letzte Änderung: 30 Jun 2020

Bei SARS-CoV-2 handelt es sich um einen bislang unbekannten Virustyp aus der Familie der Coronaviren, der von Mensch zu Mensch übertragen wird. Der Krankheitsverlauf ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich und kann von symptomlos oder milden Erkältungssymptomen bis hin zu einem schweren Verlauf reichen. Wir erklären Ihnen hier, wie das Virus übertragen wird, für welche Menschen eine Infektion besonders gefährlich verlaufen kann und wie Sie sich selbst und andere am besten vor einer Ansteckung schützen.

Inhalt
Coronavirus

Kurzübersicht

Erreger: Auslöser ist das SARS-CoV-2 Virus, welches zu der Familie der Coronaviren gehört.

Symptome: Die Symptome einer Coronavirus-Infektion ähneln denen einer gewöhnlichen Erkältung:

  • Vorübergehender Geruchs- oder Geschmacksverlust
  • Fieber
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Allgemeine Schwäche
  • Laufende Nase
  • Durchfall

Übertragung: Die Übertragung erfolgt in erster Linie durch eine Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch (z.B. beim Sprechen, Niesen oder Husten).

Inkubationszeit: Zwischen Ansteckung und dem Auftreten von Krankheitssymptomen können bis zu 14 Tage liegen. In der Regel macht sich eine Erkrankung jedoch schon nach 5-6 Tagen bemerkbar.

Diagnose: Eine Coronavirus-Infektion ist aufgrund der uneindeutigen Krankheitssymptome nur schwer zu erkennen. Ob eine Ansteckung vorliegt, kann daher nur ein Labortest sicher beantworten. Eine akute Infektion wird mittels eines PCR-Tests ermittelt. Eine zurückliegende Infektion lässt sich mit einem Antikörpertest bestätigen.

Behandlung: Das Virus ist noch so neu, dass weder spezielle Medikamente für die Behandlung noch eine Impfung, die vor einer Infektion mit SARS-CoV-2 schützen könnte zur Verfügung stehen. Die Behandlung richtet sich daher momentan nach der schwere des Krankheitsbildes und den individuellen Symptomen.

Vorbeugung: Den besten Schutz vor Ansteckung bietet derzeit die konsequente Einhaltung von Hygienemaßnahmen, wie regelmäßiges und sorgfältiges Händewaschen.

Risikogruppen: Anstecken kann sich zunächst einmal jeder. Besonders anfällig für einem schweren Krankheitsverlauf sind jedoch vor allem ältere Menschen über 50 Jahre sowie Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen, die das Immunsystem schwächen (z.B. eine aktuelle Krebserkrankung oder eine bestehende HIV-Infektion).

Über Corona

Im Dezember 2019 wurde in der chinesischen Stadt Wuhan erstmals von einem neuen Virus berichtet, das zu einer schweren Atemwegserkrankung führen kann. Es handelt es sich um einen bislang unbekannten Virustyp aus der Familie der Coronaviren, das von Mensch zu Mensch übertragen wird.

Das neue Virus ist seit dem 11. Februar 2020 offiziell als SARS-CoV-2 bekannt. Das Akronym SARS steht hierbei für Severe Acute Respiratory Syndrome (Schweres Akutes Atemwegssyndrom) und weist auf die enge Verwandtschaft zum SARS-Coronavirus hin; CoV-2 bedeutet Coronavirus-2. Mit COVID-19 wird hingegen die Lungenkrankheit bezeichnet, welche durch SARS-CoV-2 ausgelöst werden kann (Coronavirus disease 2019).

Symptome

Eine Infektion mit Coronaviren (SARS-CoV-2) macht sich durch verschiedene Symptome bemerkbar, die unterschiedlich schwer ausfallen können. Während einige Infizierte unter ausgesprochen starken Beschwerden leiden, verspüren viele Menschen nur milde Symptome. Mitunter kommt es vor, dass Erkrankte die Infektion überhaupt nicht bemerken. Das ist besonders gefährlich, denn eine Infektion mit SARS-CoV-2 ist schon vor dem Auftreten der Symptome ansteckend. Dadurch besteht die Gefahr, dass viele Infizierte das Virus unbemerkt weitergeben.

Die Symptome einer Coronavirus-Infektion ähneln denen einer gewöhnlichen Erkältung:

  • Vorübergehender Geruchs- oder Geschmacksverlust
  • Fieber
  • Husten
  • Halsschmerzen
  • Allgemeine Schwäche
  • Laufende Nase
  • Durchfall

Weitaus seltener kommt es zu starken Atembeschwerden, die eine ärztliche Behandlung im Krankenhaus erfordern.

Wichtig: Eine Infektion mit SARS-CoV-2 ist schon vor dem Auftreten von Krankheitssymptomen ansteckend. Die Einhaltung strenger Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen ist somit generell empfehlenswert.

Risikogruppen

Generell kann sich jeder mit dem Coronavirus anstecken. Der Verlauf der Krankheit variiert jedoch stark.

Ältere Menschen & Menschen mit Vorerkrankungen

Besonders anfällig für einen schweren Krankheitsverlauf sind vor allem:

  • ältere Menschen über 50 Jahre – und ganz besonders Senioren über 80 Jahre
  • Patienten mit Vorerkrankungen die das Immunsystem schwächen (beispielsweise Patienten, die wegen einer aktuellen Krebserkrankung eine Chemo- oder Strahlentherapie bekommen oder Menschen, die wegen dauerhafter Erkrankungen wie Rheuma, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Lungenleiden wie Asthma oder COPD, schlecht eingestellte oder langjährige Zuckerkrankheit behandelt werden)

Asthma-Patienten

Gut eingestellte Asthma-Patienten, die unter Therapie keine Symptome zeigen, haben kein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf. Voraussetzung ist allerdings, dass die Asthmatherapie nicht unterbrochen wird und Medikamente regelmäßig eingenommen bzw. angewendet werden.

Anders verhält es sich bei Asthmapatienten, die trotz regelmäßiger Therapie noch Beschwerden haben. Diese Patienten sind wahrscheinlich etwas gefährdeter als Gesunde. Ein höheres Risiko haben auch ältere Menschen mit sehr schwerem Asthma sowie Patienten, die zur Asthmakontrolle auf die regelmäßige Einnahme von Kortisontabletten angewiesen sind.

Regelmäßig überarbeitete Informationen und Empfehlungen für Asthmatiker finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.

Bluthochdruck-Patienten

Laut der European Society of Hypertension (ESH) gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass Bluthochdruck-Patienten ein höheres Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 haben. Zudem begünstigt Bluthochdruck auch nicht das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Bei weiteren Fragen zum Thema Bluthochdruck und SARS-CoV-2 wenden Sie sich am besten an Ihren behandelnden Arzt, oder besuchen die Seite der Deutschen Hochdruckliga. Dort finden sie regelmäßig überarbeitete Informationen für Bluthochdruck-Patienten.

Diabetiker

Nicht alle Diabetiker sind gleich stark gefährdet. Wenn Ihre Blutzuckerwerte gut eingestellt und sie ansonsten gesund sind, so ist Ihr Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf gering. Menschen, die neben ihrer Diabetes-Erkrankung noch an weiteren Folge- oder Begleiterkrankungen leiden, haben hingegen ein höheres Risiko für Komplikationen und einen schweren Krankheitsverlauf im Falle einer Infektion mit SARS-CoV-2.

Eine enge ärztliche Betreuung und regelmäßige Kontrolle der Blutzuckerwerte ist daher für alle Diabetes-Patienten ratsam.

Falls Sie weitere Fragen zum Thema Diabetes und Corona haben, sprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt oder besuchen Sie die Webseiten der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) sowie der Deutschen Diabetes Hilfe.

Kinder

Bei Kindern scheint die Erkrankung vergleichsweise selten aufzutreten und mild zu verlaufen. Schwere Krankheitsverläufe treten verhältnismäßig selten auf und betreffen insbesondere Säuglinge und Kleinkinder. Inwiefern Kinder und Jugendliche zur Verbreitung von SARS-CoV-2 in der Bevölkerung beitragen, ist derzeit noch nicht eindeutig geklärt. Aufgrund der leichten Übertragung, dem engen Kontakt zwischen Kindern und Jugendlichen untereinander und dem häufigeren symptomlosen bzw. milden Verlauf geht man jedoch davon aus, dass Übertragungen von Kindern auf andere Menschen stattfinden.

Schwangere und stillende Frauen

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen international keine Hinweise vor, dass Schwangere durch das neuartige Coronavirus gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung.

Das German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG) erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweisen werden.

Bei Schwangeren mit bereits bestehender Herz- oder Lungenerkrankung könnten laut GBCOG hingegen eher Komplikationen bei Atemwegsinfektion (wie beispielsweise einer Coronavirusinfektion) entstehen. In diesen Fällen empfiehlt es sich, bereits im Vorfeld mit Ihrem Frauenarzt über mögliche Maßnahmen zu Schutz und Behandlung zu sprechen. Ihr Arzt berät Sie gerne zu Medikamenten, die problemlos auch während der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden können.

Umfangreiche Informationen und Empfehlungen für Schwangere und stillende Mütter finden Sie auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG).

Übertragung

Eine Ansteckung erfolgt hauptsächlich über kleinste Speicheltröpfchen, die beim Sprechen, Husten oder Niesen in die Atemluft abgegeben und von anderen beim Einatmen aufgenommen werden können (sogenannte Tröpfcheninfektion).

Eine Übertragung erfolgt deshalb in erster Linie durch:

  • die Luft nach Husten und Niesen (sog. Tröpfcheninfektion)
  • engen Körperkontakt
  • unzureichende Händehygiene

Da die Coronaviren auf bestimmten Materialien einige Tage überleben können, ist es auch möglich, sich durch Schmierinfektionen anzustecken. Das ist allerdings deutlich seltener der Fall. Ob auch eine Übertragung durch den Stuhl möglich ist, konnte bisher noch nicht ausreichend geklärt werden. Eine Ansteckung durch Lebensmittel oder das Berühren von Postsendungen, Verpackungen und Gepäck wird bis dato hingegen als unwahrscheinlich eingeschätzt.

Inkubationszeit

Nach derzeitigem Stand der Wissenschaft können bis zu 14 Tage bis zum Auftreten der ersten Krankheitssymptome vergehen. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) treten die ersten Krankheitssymptome im Schnitt 5 bis 6 Tage nach der Ansteckung mit SARS-CoV-2 auf.

Kann ich mich mehrmals mit dem Coronavirus anstecken?

Diese Frage ist derzeit noch nicht eindeutig geklärt. Experten gehen jedoch von einer Immunität gegenüber dem SARS-CoV-2 Virus nach überstandener Infektion aus. Grund für die Annahme ist der Nachweis neutralisierender Antikörper gegen das Virus im Blut von Betroffenen. Wie lange diese Immunität währt ist jedoch noch unklar.

Diagnose per Testverfahren

Eine Corona-Infektion zu erkennen ist nicht einfach. Die Krankheitsanzeichen sind unspezifisch und ähneln zudem den Symptomen anderer Infektionskrankheiten, zum Beispiel der Grippe. Ob eine Ansteckung vorliegt, kann daher nur ein Labortest klar beantworten.

PCR-Test bei akuter Infektion

Wenn Sie akut Symptome einer Coronavirusinfektion aufweisen, dann kann ein PCR-Test Gewissheit verschaffen, ob es sich tatsächlich um eine Infektion mit SARS-CoV-2 oder doch nur um eine einfache Erkältung oder Grippe handelt.

Antikörpertest bei zurückliegender Infektion

Antikörper sind Teil unserer körpereigenen Abwehr und werden als Reaktion auf das Eindringen von Krankheitserregern gebildet. Antikörper heften sich an die Oberfläche von Krankheitserregern, und neutralisieren diese entweder selbstständig oder mit Hilfe anderer Abwehrzellen. Das vorhandensein von Antikörpern gegen das Coronavirus ist also Zeichen einer überstandenen Coronavirusinfektion.

Corona-Antikörpertest

Woman with test tube and pipette

Sie möchten weitere Informationen zur Diagnose von SARS-CoV-2 mittels Antikörpern? Lesen Sie hier wann ein Antikörpertest Sinn macht, was die Ergebnisse bedeuten und wie verlässlich Sie sind.

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Behandlung

Es gibt bislang weder spezielle Medikamente für die Behandlung von SARS-CoV-2 noch eine Impfung, die vor einer Infektion schützen könnte. Die Behandlung richtet sich momentan nach der schwere des Krankheitsbildes.

Die meisten Infektionen mit SARS-CoV-2 verlaufen mild und erfordern keine ärztliche Behandlung. Viel Ruhe und Schlaf sind hier oft ausreichend, um wieder auf die Beine zu kommen. Symptome wie Husten, Schnupfen oder Fieber können – nach Rücksprache mit dem Arzt – mit Medikamenten gut selbst behandelt werden.

In schweren Fällen kann jedoch die zusätzliche Gabe von Sauerstoff zur Erleichterung des Atmens bis hin zur maschinellen Beatmung, Ausgleich des Flüssigkeitshaushaltes oder die Einnahme von Antibiotika zur Therapie von bakteriellen Begleitinfektionen notwendig sein.

Vorbeugung

Glücklicherweise verläuft eine Infektion mit SARS-CoV-2 bei den meisten Menschen mild. Dennoch ist es sehr wichtig, die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen. Nur so kann vermieden werden, dass sehr viele gefährdete Menschen innerhalb kurzer Zeit gleichzeitig erkranken. Denn dies ist nicht nur für die Betroffenen sehr gefährlich, sondern kann auch zu einer Überlastung des Gesundheitssystems führen.

Hygiene ist das A und O!

Den besten Schutz bieten derzeit gute Hygienemaßnahmen:

Besondere Maßnahmen für Risikopatienten

  • Meiden Sie Kontakte mit möglichen Überträgern. Auch wenn dies bedeutet, dass Sie Familienmitglieder und Freunde eine zeitlang nicht zu Gesicht bekommen. Telefonate und/oder Videokonferenzen können helfen, den Kontakt aufrechtzuerhalten und vermitteln das Gefühl, weiter in das Leben der anderen eingebunden zu sein
  • Wenn möglich notwendige Erledigungen wie Einkäufe an Freunde oder Familienmitglieder abgeben
  • Lassen Sie sich gegen Influenza (Grippe) und Pneumokokken impfen. Diese Impfungen schützen zwar nicht vor einer Infektion mit Coronaviren, senken jedoch das Risiko schwerer Begleitinfektionen, wie beispielsweise einer durch Pneumokokken ausgelösten Lungenentzündung. Gerade für ältere oder immungeschwächte Patienten können diese Erkrankungen sehr schwer verlaufen oder gar tödlich enden. Wichtig: Lassen Sie sich nicht impfen, wenn – beispielsweise aufgrund von Erkrankungsfällen im eigenen Umfeld – die Wahrscheinlichkeit besteht, dass Sie sich bereits mit dem Coronavirus angesteckt haben

Häufig gestellte Fragen

Fast täglich werden neue Erkenntnisse rund um das Coronavirus gewonnen. Die Flut an neuen Informationen kann verunsichern oder weitere Fragen aufwerfen. Das Robert Koch Institut beantwortet – als zuständiges Bundesinstitut für Infektionskrankheiten – häufig gestellte Fragen zum Coronavirus und gleicht die Informationen regelmäßig dem neuesten wissenschaftlichen Stand an – so bleiben Sie bestens und zuverlässig informiert.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Nadia Schendzielorz

Dr. Nadia Schendzielorz ist seit 2016 Apothekerin bei Zava. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

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Artikel erschienen: 30 Jun 2020

Letzte Änderung: 30 Jun 2020

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