Schuppenflechte: Ursachen, Symptome und Behandlung der Psoriasis

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 16 Sep 2021

Schuppenflechte behandeln – das ist dank moderner Therapien mittlerweile gut möglich. So lässt sich die Ausbreitung der entzündlichen Hauterkrankung weitestgehend eindämmen. Bei leichteren Krankheitsverläufen leben Betroffene oft sogar symptomfrei. Dennoch ist Schuppenflechte – auch Psoriasis genannt – eine Belastung. Denn komplett heilbar ist die Krankheit bisher nicht. Lesen Sie hier, welche Symptome bei der Schuppenflechte auftreten, was die Ursachen sind und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.

Inhalt
Schuppenflechte (Psoriasis): Nahaufnahme eines Ellenbogens mit leicht schuppiger, geröteter Haut.

Kurzübersicht

Definition und Häufigkeit: Die Psoriasis ist eine chronische und nicht ansteckende Hauterkrankung, die in Schüben verläuft. Sie betrifft etwa 2 % der deutschen Bevölkerung. Es gibt zahlreiche Unterarten der Schuppenflechte.

Symptome: In den meisten Fällen äußert sich Psoriasis durch entzündlich gerötete Haut, silbrig-weiße Schuppung, Juckreiz, Brennen und schmerzhafte Hautrisse.

Ursachen: Mediziner vermuten eine Kombination aus genetischer Veranlagung und verschiedenen Auslösern, wie zum Beispiel Infektionen und Stress, als Ursache für die Schuppenflechte.

Behandlung: Bei der Therapie geht es darum, die Entzündungsreaktion der Haut einzudämmen, die Schuppenschicht aufzuweichen beziehungsweise zu lösen und weich zu halten. Dies gelingt mit lokal wirksamen Mitteln wie Glukokortikoiden (Steroidhormone), Salicylsäure oder Vitamin-D3-Präparaten. UV-Therapien und Medikamente zum Einnehmen kommen unter Umständen hinzu.

Schuppenflechte: Was ist das und ist sie ansteckend?

Die Schuppenflechte (Psoriasis) ist eine entzündliche Hauterkrankung. Sie kennzeichnet sich durch scharf abgegrenzte rote bis gräuliche Flecken auf der Haut, die mit silbrig-weißen Schuppen bedeckt sind (sogenannte Plaques). Patienten leiden mitunter an starkem Jucken oder Brennen, das von den befallenen Hautarealen ausgeht und das Wohlbefinden stark einschränken kann.

Wichtig: Was allen Formen der Psoriasis gemein ist: Schuppenflechte ist nicht ansteckend! Dahingehend herrscht großer, allgemeiner Aufklärungsbedarf – auch um die Stigmatisierung Betroffener zu vermeiden.

Die Schuppenflechte kann sich auf verschiedenen Körperpartien ausbreiten und dort unterschiedlich stark ausfallen. Daher lässt sich die Schuppenflechte in verschiedene Unterformen einteilen, die bei jedem Patienten mit unterschiedlichen Symptomen und Therapiemaßnahmen einhergehen.

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Gewöhnliche Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris)

Wer an Schuppenflechte erkrankt, leidet zumeist an der gewöhnlichen oder gemeinen Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris). Sie ist die häufigste Form der Psoriasis und tritt bei etwa 80-90 % der Psoriatiker auf. Die autoimmun vermittelte Entzündungskrankheit ist nicht ansteckend. Dies im sozialen Umfeld zu vermitteln, kann den Alltag der Patienten erheblich erleichtern.

Psoriasis vulgaris: Rissige, trockene, gerötete Haut an den Ellenbogen einer Frau.

Die Psoriasis vulgaris äußert sich durch erhabene und gerötete bis gräuliche Hautareale mit einer silbrig-weißen Schuppung. Solche Hautveränderungen treten bei der Psoriasis vulgaris vor allem an den Ellbogen, Knien und am Oberkörper, aber auch am Rücken und im Genitalbereich auf.

Weitere häufige Symptome der chronischen Hauterkrankung sind Juckreiz, Brennen und schmerzhafte Hautrisse. Die gemeine Schuppenflechte kann äußerlich durch topisch (auf der Haut) angewendete Wirkstoffe wie Salicylsäure oder Vitamin-D3-Präparate therapiert werden. Auch die Behandlung mit Tabletten und UV-Licht ist möglich. UV-Strahlen, die im Rahmen einer Fototherapie zum Einsatz kommen, hemmen die Zellneubildung und tragen dazu bei, dass Entzündungen abklingen.

Schuppenflechte in den Hautfalten (Psoriasis inversa)

Psoriasis inversa: Nahaufnahme einer Kniekehle mit dunkelroten Hautstellen.

Die Schuppenflechte in den Hautfalten und Gelenkbeugen (Psoriasis inversa) ist eine seltene Form der Schuppenflechte. Sie breitet sich typischerweise in Kniekehlen, Leisten, Brustfalten und auf dem Bauch aus. Charakteristisch zeigen sich hell- bis tiefrote und scharf begrenzte Flecken. Raue und erhabene Hautstellen (Plaques), die zudem nässen können, treten nur vereinzelt auf. Da in den Hautfalten zumeist ein feuchteres Milieu vorherrscht, fehlt oftmals auch die typische, psoriatische Schuppung.

Schuppenflechte auf der Kopfhaut (Psoriasis capitis)

Die Psoriasis capitis äußert sich durch schuppende und gerötete Hautveränderungen auf der Kopfhaut, die sich bis zu den Schläfen und zur Stirn ziehen können. Patienten mit Psoriasis capitis sind nach der Diagnose oft verunsichert, was die richtige Haarpflege betrifft. Tatsächlich sollte hier eine enge Abstimmung mit dem behandelnden Arzt erfolgen: Bei sehr schweren Verläufen kann es zu Brüchen der Haarstruktur kommen. In Einzelfällen ist ein irreversibler Haarausfall möglich.

Psoriasis captis: Nahaufnahme eines Hinterkopfes eines Mannes mit schuppiger Kopfhaut.

Die Psoriasis capitis verläuft chronisch und tritt in Schüben auf. Für die Therapie eignen sich Shampoos mit Salizylsäure zur Aufweichung der Schuppenschicht sowie auswaschbare, rückfettende Öle. Bei schwereren Fällen verordnet der Arzt zudem Biologika (Arzneistoffe, die die Entzündungsreaktionen im Körper unterdrücken) und UV-Lichttherapien.

Interessant: Spezielle Lichtkämme wurden eigens für die Behandlung der Schuppenflechte auf der Kopfhaut entwickelt. Sie stellen sicher, dass die UV-Strahlen direkt auf den betroffenen Hautarealen ankommen und durch die Haare dringen.

Schuppenflechte am Nagel (Nagelpsoriasis)

Die Schuppenflechte am Nagel (Nagelpsoriasis) ist eine häufige Form der Schuppenflechte. Sie kommt meist an den Nägeln der Hände und seltener an den Fußnägeln zum Vorschein. Etwa die Hälfte aller Psoriasis-Patienten hat mit dieser Unterform der Schuppenflechte zu kämpfen. Dabei zeigt sich die Nagelpsoriasis nur selten alleine, sondern tritt oft in Kombination mit anderen Arten der Schuppenflechte auf, beispielsweise mit Psoriasis vulgaris oder Psoriasis palmoplantaris.

Nagelpsoriasis: Nahaufnahme eines Daumens mit schuppigem Nagelbett sowie schuppigem Nagel.

Der Krankheitsverlauf kann sehr unterschiedlich aussehen. Typische Symptome sind Einbuchtungen und Verfärbungen des Nagels sowie Blutungen unter dem Nagelbett bis hin zum Zerfall der Nagelplatte. Patienten mit schweren Verläufen der Nagelpsoriasis leiden unter starken Schmerzen. Auch eine komplette Ablösung des Nagels ist möglich, was die Lebensqualität der Patienten massiv beeinträchtigen kann.

Zur lokalen Therapie der Nagelpsoriasis kommen entzündungshemmende und rückfettende Cremes zum Einsatz. Bei schweren Verläufen zieht der behandelnde Arzt Tabletten und Spritzen in Erwägung, um die Erkrankung auch von innen – also systemisch – zu bekämpfen. Zur Anwendung kommen Wirkstoffe, die das Immunsystem unterdrücken (z.B. Fumarsäureester, Methotrexat). Auch Biologika (Medikamente, die Entzündungsreaktionen im Körper reduzieren) sind für die systemische Therapie geeignet.

Schuppenflechte mit eitrigen Bläschen (Psoriasis pustulosa)

Psoriasis pustulosa: Kleine Eiterpickel in der Handinnenfläche.

Die Psoriasis pustulosa gehört zu den seltenen Unterformen der Schuppenflechte. Sie lässt sich in 5 Krankheitsbilder klassifizieren. Bei den Betroffenen treten typischerweise Eiterbläschen auf den entzündeten und geröteten Hautstellen auf. Allerdings ist der Eiter nicht infektiös, weshalb auch diese Form der Schuppenflechte zu keiner Ansteckung führt. Je nach Typ können weitere Beschwerden hinzukommen, wie zum Beispiel Fieber und Gelenkschmerzen.

Anders als zum Beispiel bei der gewöhnlichen Schuppenflechte gibt es bei der Schuppenflechte mit eitrigen Bläschen keine genetische Veranlagung. Patienten werden typischerweise durch lokale Therapien mit Cremes und Salben behandelt, die die Entzündung hemmen sollen. Spezialisten greifen aber auch auf eine systemische Therapie in Form von Spritzen und Tabletten zurück. Wirkstoffe wie Fumarsäureester oder Methotrexat hemmen das Immunsystem und mindern so das Auftreten von Entzündungen im Körper. Sogenannte Biologika greifen in körpereigene Prozesse ein und blockieren Entzündungsprozesse.

Tropfenförmige Schuppenflechte (Psoriasis guttata)

Psoriasis guttata: Oberkörper eines Kindes ist völlig mit linsen- bis münzgroßen schuppigen Hautstellen überzogen.

Die tropfenförmige Schuppenflechte (Psoriasis guttata) äußert sich durch etwa linsen- bis münzgroße, tropfenförmige Rötungen mit leichter Schuppung. Die Hautveränderungen breiten sich in kurzer Zeit über den gesamten Körper aus und bilden sich nach 1-4 Monaten häufig von selbst zurück. Allerdings entwickeln die Betroffenen in der Folge meist eine gemeine Schuppenflechte.

Die Psoriasis guttata ist die häufigste Ausprägung der Schuppenflechte im Kindesalter. Insbesondere nach streptokokkenbedingten Infektionen der Atemwege entwickelt sich die Krankheit bei Kindern, bei denen auch eine genetische Veranlagung für die Schuppenflechte vorliegt. Wie die anderen Formen der Psoriasis ist sie nicht ansteckend und lässt sich äußerlich, innerlich sowie durch Fototherapie behandeln. Für die topische (äußerliche) Therapie kommen entzündungshemmende und juckreizstillende Wirkstoffe infrage, zum Beispiel Cortison. Innerlich werden Immunsuppressiva, wie Furmasäureester angewandt, die die körpereigene Abwehr und die Entzündungsaktivität hemmen.

Schuppenflechte an den Handflächen und Fußsohlen (Psoriasis palmoplantaris)

Die Psoriasis palmoplantaris ist eine Variante der Schuppenflechte, bei der Krankheitsherde an Handinnenflächen und/oder Fußsohlen auftreten. Dabei handelt es sich um runde oder ovale Plaques, die oft sehr trocken und dick sind. Was dem Betroffenen besonders zu schaffen macht: Die rissige und teils blutige Haut kann zu starken Schmerzen und schwerwiegenden Infektionen führen.

In einigen Fällen sind die Hautveränderungen (Läsionen) mit kleinen Pusteln bedeckt, die jedoch nicht infektiös sind. In diesem Fall spricht man von der Psoriasis pustulosa palmoplantaris. Aufgrund der Dicke und Festigkeit der Verhornung der Hautareale zeigen lokale Behandlungsmethoden oftmals keine ausreichende Wirkung. Deshalb kommen in solchen Fällen Badetherapien oder systemische Methoden zum Einsatz, um die Schuppen zu lösen und die Haut weich und geschmeidig zu halten.

Psoriasis palmoplantaris: Handinnenflächen sind vollständig mit roten Pünktchen überzogen.

Innerlich werden Wirkstoffe wie Acitretin eingenommen. Hierbei handelt es sich um ein Retinoid, also einen Vitamin-A-Abkömmling, der zur Ablösung der Plaques beiträgt. Wichtig: Retinoide sind fruchtschädigend und dürfen bei bestehendem Kinderwunsch und während einer Schwangerschaft nicht angewendet werden.

Krankheitsverlauf der Schuppenflechte

Die Psoriasis ist eine chronische Erkrankung, die in Schüben verläuft. Phasen mit Beschwerden können sich dabei ein Leben lang mit relativer Beschwerdefreiheit abwechseln. Zu den entzündlichen Hautveränderungen kommt es durch eine Fehlreaktion des Immunsystems – die Psoriasis wird daher auch als autoimmun vermittelte Entzündungskrankheit bezeichnet.

Die Abwehrkräfte greifen dabei körpereigenes Gewebe an und verursachen Entzündungsherde, die den Körper permanent zur Produktion von Hautzellen anregen. Die Folge: Eine Überproduktion von Zellen, aus denen nun die für die Psoriasis charakteristischen Plaques entstehen. Normalerweise erneuern sich die Zellen der oberen Hautschicht innerhalb von 4 Wochen. Bei Patienten mit Schuppenflechte verkürzt sich dieser Prozess auf nur 3-4 Tage.

Schuppenflechte ist nicht ansteckend, sondern vor allem genetisch bedingt. Ungefähr 2 % der Bevölkerung leiden daran. Das sind allein in Deutschland über 1,5 Millionen Menschen. Die ersten Symptome treten meistens vor dem 40. Lebensjahr auf (Typ 1-Psoriasis, schwererer Verlauf typisch). Der seltenere und oft mildere Spättyp (Typ 2-Psoriasis) entwickelt sich in der Regel erst zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr.

Zwar ist die Psoriasis bis zum heutigen Stand nicht heilbar, doch müssen sich Betroffene davon nicht entmutigen lassen: Durch die richtige Therapie lässt sich Schuppenflechte von Anfang an gut behandeln. Eine frühzeitige Diagnose und ein schneller Therapiestart direkt zu Beginn der Schuppenflechte sind daher äußerst wichtig. Auch die Sensibilisierung des sozialen Umfeldes für das Thema kann Psoriasis-Patienten den Alltag erleichtern.

Schuppenflechte: Ursachen der Hautkrankheit

Die Ursachen für die Entstehung der Schuppenflechte sind bis zum heutigen Stand noch nicht eindeutig geklärt. Experten gehen davon aus, dass es sich um eine Kombination aus einer erblichen Veranlagung und bestimmten externen Auslösern handelt, die zur Entstehung der Psoriasis führt.

Kinder, deren Eltern an Schuppenflechte leiden, tragen ein erhöhtes Risiko in sich, ebenfalls zu erkranken. Doch das bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Psoriasis bei genetischer Veranlagung auch ausbricht.

Diese Trigger-Faktoren können im Zusammenspiel mit einer Veranlagung eine Schuppenflechte auslösen oder einen neuen Schub provozieren:

  • Stress
  • Infektionen (v.a. mit Streptokokken)
  • Hautverletzungen (Verbrennungen, Sonnenbrand)
  • mechanische Reizungen (Kratzen oder Druck)
  • bestimmte Medikamente (Blutdrucksenker, Schmerzmittel, Cholesterinsenker, Interferon, Malaria- und Rheumamittel, manche Antibiotika)
  • Stoffwechselstörungen und Hormonschwankungen (Schwangerschaft, Pubertät, Wechseljahre)
  • erhöhter Alkoholkonsum und Rauchen
  • klimatische Einflüsse und Allergene

Psoriasis-Patienten können bis zu einem gewissen Grad versuchen, bekannte Schuppenflechte-Auslöser zu vermeiden. Dennoch: Jeder Psoriatiker reagiert auf Trigger-Faktoren anders. Auslöser sind hochindividuell.

Diagnose der Psoriasis

Oftmals reicht einem erfahrenen Arzt schon ein Blick auf die betroffene Hautpartie aus, um eine Psoriasis zu diagnostizieren. Sie haben Hautveränderungen bei sich bemerkt? Nutzen Sie jetzt die Foto-Diagnose von ZAVA.

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Zur Diagnosestellung trägt auch ein Gespräch (Anamnese) bei, in dem der Arzt den Patienten nach Vorerkrankungen, Krankheitsfällen in der Familie und den vorliegenden Symptomen befragt. Zudem kann der Mediziner verschiedene Verfahren zur Diagnose hinzuziehen:

  • Kerzenwachsphänomen: Die Schuppen, die die Hautveränderungen bedecken, lassen sich wie Kerzenwachs abschaben.
  • Phänomen des letzten Häutchens: Unter der Schuppenschicht kommt ein zartes, glänzendes Häutchen zum Vorschein.
  • Phänomen des blutigen Taus: Bei der Entfernung des letzten Häutchens lässt sich eine punktförmige Blutung beobachten.

Je nach Krankheitsbild kann der Mediziner auch weitere Untersuchungen vornehmen, zum Beispiel eine Gewebeprobe (Biopsie), um die Diagnose zu sichern. Dies kann zum Beispiel sinnvoll sein, um andere Krankheiten, wie Ekzeme oder Pilzinfektionen, auszuschließen.

Bei der Untersuchung wird mithilfe verschiedener Scoring-Systeme (Verfahren zur Klassifizierung von Krankheitsbildern) auch der Schweregrad der Schuppenflechte festgelegt. Dieser hängt vor allem von der Größe der betroffenen Hautpartie ab:

  • leichte Psoriasis zeigt sich auf höchstens 3-5 % der Hautoberfläche
  • mittelschwere auf 5-10 %
  • schwere Psoriasis auf mehr als 10 %

Meistens sind mehrere Körperstellen von der Psoriasis befallen. Durch die Ermittlung des Schweregrads und der Ausbreitung der Krankheit kann der Arzt die Therapie entsprechend anpassen. Oftmals fertigt der Mediziner bei einer diagnostizierten Schuppenflechte Bilder an, um den Krankheitsverlauf zu dokumentieren.

Therapie: Schuppenflechte behandeln

Hoffnung für Betroffene: Die Schuppenflechte kann zwar nicht geheilt, aber gut behandelt werden. Das Ziel der Therapie ist es, die Symptome zu lindern und weitere Schübe möglichst zu unterdrücken.

Da jede Schuppenflechte anders verläuft, wird der Arzt auch die Behandlung individuell auf den Patienten einstellen. Hierbei stehen ihm verschiedene Methoden zur Verfügung.

Äußerliche Behandlung bei Schuppenflechte: Was hilft?

Cremes und Salben können direkt auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Bei der sogenannten topischen Therapie der Schuppenflechte wirken die Medikamente nur lokal auf der Haut. Sie haben einen entzündungshemmenden Effekt und können unangenehmen Juckreiz lindern.

Cremes und Salben eignen sich besonders bei leichteren Formen der Psoriasis oder in der Kombination mit Tabletten oder UV-Lichttherapie (auch Fototherapie). Die Präparate enthalten häufig einen oder mehrere dieser Wirkstoffe:

  • Vitamin D3 und seine Abkömmlinge, die Entzündungsprozesse eindämmen
  • Salicylsäure zum Aufweichen der Schuppenschicht
  • Glukokortikosteroide (Cortison) zur Entzündungshemmung
  • Calcineurin-Inhibitoren (Calcineurin-Hemmer, also Arzneistoffe mit immunsuppressiver Wirkung) zur Unterdrückung des Entzündungsgeschehens
  • Dithranol (Arzneistoff mit einer immunsuppressiven Wirkung) bremst das Zellwachstum
  • Tazaroten (ein Retinoid, also ein Vitamin-A-ähnlicher Stoff) hemmt die Entzündungsaktivität

Häufig verschreibt der Arzt eine Kombination aus Vitamin-D-Präparaten und cortisonhaltigen Salben. Allerdings ist Cortison nicht für eine Langzeitbehandlung geeignet, da die behandelten Hautstellen mit der Zeit dünner und somit infektionsanfälliger werden können.

PUVA-Therapie

Unter Umständen entscheidet sich der Arzt auch für eine PUVA-Therapie. Dabei handelt es sich um ein Verfahren, bei dem UV-A-Strahlen zum Einsatz kommen. Diese haben eine entzündungshemmende Wirkung. Sie können außerdem die für die Psoriasis typische Zellüberproduktion verlangsamen.

Bei der PUVA-Therapie ist es zunächst notwendig, dass die Haut für die UV-Strahlung empfänglich gemacht wird. Das geschieht in der Regel mit dem Wirkstoff Methoxypsoralen. Dieser wird in Form von Salben und Cremes auf die Haut aufgetragen. Auch möglich ist ein Bad in einer speziellen Lösung oder die Einnahme von Medikamenten.

Wichtig: Die PUVA-Therapie findet immer unter ärztlicher Aufsicht statt. Nur ein Mediziner kann entscheiden, in welchem Maße UV-Strahlung zuträglich ist. Vermeiden Sie unkontrollierte und direkte Sonneneinstrahlung. Bei der PUVA-Therapie kommt UV-A-Strahlung mit spezifischer Wellenlänge zum Einsatz, die sich nicht mit Sonnenlicht vergleichen lässt.

Systemische Therapie bei schwerem Verlauf

Die systemische Therapie lässt sich bei Schuppenflechte in 2 Gruppen einteilen: die klassische systemische Therapie und die Therapie mit Biologika (Arzneistoffe, die bestimmte Botenstoffe im Körper hemmen und so Entzündungsreaktionen unterdrücken). Die entsprechenden Medikamente beeinflussen jeweils das Immunsystem, da dieses für die Entzündungen der Haut verantwortlich ist. So kann der Verlauf der Psoriasis erleichtert werden.

Gut zu wissen: Die Wirkstoffe der klassischen systemischen Therapie hemmen das Immunsystem an mehreren Stellen. Biologika greifen dagegen gezielt in den Entzündungsprozess der Schuppenflechte ein.

Klassische systemische Therapie Biologika
Behandlungsgebiet

mittelschwere bis schwere Schuppenflechte sowie Psoriasis-Arthritis

mittelschwere bis schwere Schuppenflechte sowie Psoriasis-Arthritis

Wirkweise

hemmen den Entzündungsprozess im Körper, indem sie das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva)

greifen gezielt in die fehlgeleitete Abwehrreaktion bei Schuppenflechte oder Psoriasis-Arthritis ein, unterdrücken die Botenstoffe und hemmen die Entzündungsreaktion

Form

Tabletten, Spritzen, Injektionssysteme

Tabletten, Spritzen, Injektionssysteme

Biologika sind aufgrund ihrer gezielten Wirkweise für eine Dauertherapie geeignet. Zudem werden sie von den meisten Patienten gut vertragen und wirken auch bei Entzündungen in den Gelenken. Das Präparat darf allerdings nicht eigenständig abgesetzt werden – auch wenn eine Symptomfreiheit erreicht ist. Im schlimmsten Fall kann das Immunsystem überreagieren und die Anzeichen der Psoriasis treten erneut auf. Daher ist bei dieser Therapie eine enge Absprache mit dem behandelnden Arzt essenziell.

Licht- und Badetherapie

Zusätzlich zur topischen Behandlung der Schuppenflechte wird häufig eine Lichttherapie mit UV-Strahlen angewandt. Das UV-Licht bremst die zu schnelle und abnormale Zellteilung, die die Entstehung der Plaques beim Psoriasis-Patienten veranlasst. So können die entzündeten Hautareale in der Folge besser abheilen.

Auch Salzwasser trägt zur Linderung der Beschwerden bei, insbesondere Sole. Oftmals werden Licht- und Badekuren auch miteinander kombiniert, da das Salzwasser die Haut empfindlicher für die entzündungshemmende UV-Strahlung der Fototherapie macht.

Achtung: Bestimmte Arten von UV-Strahlung unterstützen die Abheilung von entzündlicher Schuppenflechte. Eine solche Fototherapie (in Kombination mit Salzwasser) muss immer unter ärztlicher Aufsicht stattfinden. Vermeiden Sie unbedingt ungefilterte, direkte und zu lange Sonneneinstrahlung, um das Risiko eines Sonnenbrandes und UV-bedingter Hautschäden gering zu halten.

Davon abgesehen unterstützen auch Bäder mit Salicylsäure, Harnstoff (Urea) oder Milchsäure bei der Aufweichung und Ablösung der Schuppen.

Psoriasis: Folgen der Erkrankung

Schuppenflechte ist eine autoimmun vermittelte Entzündungskrankheit, die nicht nur die Haut, sondern auch andere Bereiche des Körpers betreffen kann. Circa 25 % aller Psoriasis-Patienten leiden zusätzlich an entzündeten Gelenken – der sogenannten Psoriasis-Arthritis. Je früher sie erkannt wird, desto besser lassen sich die Gelenkentzündung behandeln und Schäden im Gelenk vermeiden. Zudem haben Menschen mit Schuppenflechte ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Psoriasis kann auch psychisch belastend sein: Viele Patienten schämen sich für ihre Hauterkrankung und meiden soziale Kontakte. Daraus können sich schwerwiegende Folgen für die Psyche entwickeln, mitunter sogar Depressionen oder Angststörungen. Aus diesem Grund sind eine schnelle Diagnose und geeignete Therapie wichtig, damit die Betroffenen wieder an Lebensqualität gewinnen.

Was löst eine Schuppenflechte aus?

Neben der genetischen Veranlagung gibt es verschiedene Faktoren, die eine Schuppenflechte auslösen können, zum Beispiel Stress, mechanische Reize, Infektionen, Hormonumstellungen, spezielle Medikamente oder Operationen.

Wie bekommt man Schuppenflechte für immer weg?

Die Schuppenflechte ist als genetisch bedingte Erkrankung nicht heilbar. Um den Ausbruch weiterer Schübe möglichst zu vermeiden, sollten bekannte Trigger wie Alkohol oder Rauchen vermieden werden.

Kann eine Schuppenflechte wieder verschwinden?

Die Schuppenflechte ist nicht heilbar. Allerdings lässt sie sich oftmals gut therapieren. Mit der richtigen Medikation können die Schübe unterdrückt werden, sodass der Patient über Jahre symptomfrei ist.

Welche Salben helfen bei Schuppenflechte?

Bei der äußerlichen Behandlung der Schuppenflechte eignen sich Salben und Cremes mit Wirkstoffen wie Cortison, Vitamin D3, Vitamin A-Abkömmlingen und Dithranol.

Wann bricht Schuppenflechte aus?

Die Schuppenflechte ist eine chronische Krankheit, die in Schüben verläuft. Sie bricht typischerweise vor dem 40. Lebensjahr aus, kann aber auch in der zweiten Lebenshälfte eintreten.

Ist eine Schuppenflechte heilbar?

Nein, Schuppenflechte ist zum heutigen Stand nicht heilbar, aber gut therapierbar.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Stellv. Ärztliche Leiterin Deutschland

Dr. Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei ZAVA und vertritt zur Zeit Beverley Kugler als ärztliche Leiterin. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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