Psoriasis guttata: Die tröpfchenförmige Schuppenflechte

Dr. Emily Wimmer

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Dr. Emily Wimmer

Letzte Änderung: 16 Sep 2021

Gerade Eltern sollten schon einmal etwas von der tröpfchenförmigen Schuppenflechte (Psoriasis guttata) gehört haben: Diese Form ist die häufigste Erstausprägung der Schuppenflechte im Kindesalter und kann eine Psoriasis vulgaris nach sich ziehen. Wer weiß, dass das eigene Kind davon betroffen ist, kann potenzielle Auslöser der Erkrankung nach Möglichkeit ausschalten. Informieren Sie sich hier über Symptome und Verlauf der tröpfchenförmigen Schuppenflechte und erfahren Sie, wie die Psoriasis guttata diagnostiziert und behandelt werden kann.

Inhalt
Psoriasis guttata: Oberkörper eines Kindes ist völlig mit linsen- bis münzgroßen schuppigen Hautstellen überzogen.

Kurzübersicht

Definition und Häufigkeit: Die tröpfchenförmige Schuppenflechte ist die häufigste Ausprägung (Manifestation) der Schuppenflechte bei Kindern. Die Psoriasis guttata kann aber auch bei Erwachsenen auftreten.

Symptome: Die Hautkrankheit äußert sich durch linsen- bis münzgroße, gerötete bis grau-weiße Hautareale mit leichten Schuppen, die sich über Arme, Rumpf und Beine verteilen. Häufig sind diese sichtbaren Symptome von einem leichten Juckreiz begleitet und bilden sich nach einer Dauer von 1-4 Monaten von selbst zurück. Jedoch kann später eine gemeine Schuppenflechte daraus entstehen.

Ursachen: Insbesondere nach Streptokokken-Infektionen der Atemwege können Kinder eine Psoriasis guttata entwickeln. Die Erkrankung tritt auch bei Schuppenflechte-Patienten nach Einnahme bestimmter Medikamente oder bei einem Krankheitsschub auf.

Behandlung: Die Schuppung wird äußerlich (topisch) mit Glukokortikoiden in Kombination mit einer UV-A-Lichttherapie behandelt.

Tröpfchenförmige Schuppenflechte – was ist das?

Die tröpfchenförmige Schuppenflechte, auch Psoriasis guttata genannt, ist eine besondere Manifestation der gemeinen Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris). Sie stellt die häufigste Form der Schuppenflechte bei Kindern und daher meist eine Erstausprägung der Psoriasis dar.

Die Psoriasis guttata tritt in mehr als 60 % der Fälle nach streptokokkenbedingten Atemwegsinfekten auf. Nicht selten sind Eltern aufgrund der plötzlichen Hautveränderungen beunruhigt – die blitzschnelle Entwicklung ist ein typisches Merkmal der Erkrankung. In der Regel heilt die Psoriasis guttata aber nach einer Dauer von mehreren Wochen bis 4 Monaten von selbst aus. Linderung verschafft bis dahin unter anderem eine Lichttherapie.

Die tröpfchenförmige Schuppenflechte ist, wie die gemeine Schuppenflechte, nicht ansteckend. Die Veranlagung dafür wird vererbt. Das bedeutet aber nicht, dass die Schuppenflechte auch ausbrechen muss. Forscher vermuten, dass sich die Hauterkrankung nur zeigt, wenn zusätzlich bestimmte Auslöser (sogenannte Trigger-Faktoren) vorliegen. Dazu zählen unter anderem Infektionen der Atemwege.

Zu erklären, dass Schuppenflechte nicht ansteckend ist, kann den Betroffenen im Alltag helfen und einer Stigmatisierung entgegenwirken. Es handelt sich bei Psoriasis guttata um eine autoimmun vermittelte Erkrankung der Haut: Durch fehlgeleitete Prozesse greift das Immunsystem körpereigenes Gewebe an. So entstehen Entzündungsherde, die den Körper zur beschleunigten Produktion neuer Hautzellen anregen. Erhabene Stellen (Papeln und Plaques) auf der Haut mit der namensgebenden silbrig-weißen Schuppenschicht sind die Folge.

Die Psoriasis guttata lässt sich aufgrund ihrer Optik gut von folgenden Formen der Schuppenflechte abgrenzen:

  • Nagelpsoriasis (betrifft Hand- und Fußnägel)
  • Psoriasis capitis (auf der Kopfhaut)
  • Psoriasis palmoplantaris (auf der Innenfläche der Hände und Füße)
  • Psoriasis inversa (in den Hautfalten)

Zu beachten ist dabei jedoch immer: Die Ausprägung der Schuppenflechte fällt bei jedem Patienten individuell aus. Und insbesondere die Psoriasis guttata tritt oft in Kombination mit anderen Formen der Schuppenflechte auf, zum Beispiel der Psoriasis vulgaris.

Psoriasis guttata: Symptome und Krankheitsverlauf

Die Psoriasis guttata lässt sich an linsen- bis münzgroßen, geröteten bis grau-weißen Hautstellen (Plaques) erkennen, die über den gesamten Rumpf, Arme und Beine verteilt sind. Die Plaques treten innerhalb kurzer Zeit auf, tragen leichte Schuppen und können von Juckreiz begleitet sein. Die Dauer der Psoriasis guttata beträgt mehrere Wochen bis 4 Monate, dann bilden sich die Symptome der Krankheit in der Regel von selbst zurück.

Als Auslöser gilt typischerweise eine Streptokokkeninfektion der oberen Atemwege. Aber auch Virusinfektionen können die Psoriasis guttata hervorrufen. Kinderärzte empfehlen daher, junge Patienten mit dieser Form der Psoriasis gründlich auf Entzündungen im Rachenraum oder Mittelohr hin zu untersuchen.

Denn: Nach Ausschaltung der auslösenden Faktoren, in diesem Fall der Infektion, kann die tröpfchenförmige Schuppenflechte vollständig abklingen. Oft geht sie aber im weiteren Verlauf in eine klassische Psoriasis vulgaris über. Innerhalb von 5 Jahren nach den ersten Beschwerden kann sich eine klassische Schuppenflechte auf der Haut ausbilden. Ob dies passiert, variiert von Patient zu Patient.

Ebenso kann ein Krankheitsschub bei bestehender gewöhnlicher Schuppenflechte die Psoriasis guttata bei Erwachsenen auslösen. Die kleinteiligen Plaques der tröpfchenförmigen Schuppenflechte erscheinen dann zusätzlich zu den Hautveränderungen durch die Psoriasis vulgaris. Da ist es vollkommen verständlich, dass sich viele Patienten eine schnelle Linderung wünschen. Die gute Nachricht: Dank der modernen Medizin lassen sich die kurzzeitigen Hautveränderungen durch die Psoriasis guttata schnell in den Griff bekommen.

Wichtig: Auch wenn die durch die Psoriasis guttata hervorgerufenen Herde auf der Haut von selbst zurückgehen, ist eine schnelle Reaktion angezeigt. Wird die Schuppenflechte richtig diagnostiziert, kann ihre spätere Ausprägung durch die passende Therapie frühzeitig eingedämmt werden.

Wenn Sie den Verdacht haben, unter einer tröpfchenförmigen Schuppenflechte zu leiden, und älter sind als 18 Jahre, nutzen Sie doch die Foto-Diagnose von ZAVA. Fertigen Sie dazu 2 Fotos der betroffenen Hautareale an und übermitteln diese an unsere Ärzte.

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Ursachen und Risikofaktoren von Psoriasis guttata

Mit dem tatsächlichen Ausbruch der Psoriasis guttata steht eine vorhergehende, streptokokkenbedingte Infektion der oberen Atemwege in zeitlichem Zusammenhang. Dazu zählen unter anderem:

Seltener wurden auch virale Infektionen oder Impfungen als auslösende Faktoren beobachtet.

Bei Erwachsenen mit bekannter klassischer Psoriasis tritt die tropfenförmige Schuppenflechte auch in Folge der Einnahme bestimmter Medikamente auf. Zu den auslösenden Wirkstoffen zählen Lithium, Beta-Blocker, Chloroquin oder Hydroxychloroquin (Wirkstoffe zur Behandlung von Malaria). Genauso kann ein Krankheitsschub der Schuppenflechte eine Psoriasis guttata auslösen.

Die spezielle Form der Psoriasis guttata betrifft dabei circa 2 % der Psoriasis-Patienten. In seltenen Fällen heilt eine tropfenförmige Schuppenflechte ohne einen späteren Übergang in die gemeine Schuppenflechte aus.

Haben Sie Fragen zur Psoriasis guttata, der Dauer der Erkrankung oder zur Therapie der Schuppenflechte? Über Ihr Patientenkonto können Sie sich jederzeit an die Ärzte von ZAVA wenden.

Psoriasis guttata: Diagnose der tröpfchenförmigen Schuppenflechte

Beim Verdacht auf eine tröpfchenförmige Schuppenflechte ist ein Allgemeinmediziner erster Ansprechpartner. Anhand des Erscheinungsbildes der Plaques auf der Haut kann er die Schuppenflechte meist schon erkennen.

Auch unsere Ärzte unterstützen Sie bei auffälligen Hautveränderungen mit einer Ersteinschätzung. Ab 18 Jahren können Sie die Foto-Diagnose von ZAVA nutzen und unseren Medizinern 2 Fotos von betroffenen Hautarealen zusenden.

Ein Spezialist, in der Regel der Hautarzt, klärt den Krankheitsverdacht (falls nötig) durch weitere Tests und gegebenenfalls eine mikrobiologische Untersuchung ab. Indem der Mediziner sichergeht, dass keine Mikroorganismen (z.B. Pilze) für die Hautveränderung verantwortlich sind, kann er eine eindeutige Diagnose stellen.

Psoriasis guttata: Bilder unterstützen die Diagnose

Um die Diagnose zu unterstützen, helfen Bilder der Psoriasis guttata, da die Plaques meist nach 1-4 Monaten verschwinden. Oft ist nach der Überweisung und Terminvergabe beim Spezialisten von den Plaques nichts mehr zu sehen. Sind eindeutige Fotos vorhanden, erleichtert das den Befund.

Die Diagnoseverfahren bei der Psoriasis guttata gleichen denen der gemeinen Schuppenflechte. Mediziner wenden in der Regel folgende Methoden an, um die Krankheit zu identifizieren:

  • Kerzenwachsphänomen: Die Schuppen, welche die Hautveränderungen (Läsionen) bedecken, lassen sich wie Kerzenwachs abschaben.
  • Phänomen des letzten Häutchens: Unter der Schuppenschicht tritt ein zartes, glänzendes Häutchen zutage.
  • Phänomen des blutigen Taus: Bei der Entfernung des letzten Häutchens kann der Arzt eine punktförmige Blutung beobachten.

Doch Vorsicht: Gerade die Psoriasis guttata kann leicht mit anderen Erkrankungen der Haut verwechselt werden. Denn auf den kleinteiligen Plaques sind die silbrigen Schuppen nicht immer deutlich ausgebildet. Durch den leichten Juckreiz, der oft mit der Erkrankung einhergeht, ist es insbesondere bei Kindern möglich, dass die Schuppenschicht durch Kratzen nicht mehr sichtbar ist.

Differenzialdiagnosen bei Psoriasis guttata

Auch der meist vorhergehende Atemwegsinfekt begünstigt eine Fehldiagnose. Da die Psoriasis guttata zudem gehäuft bei Kindern auftritt, kann sie mit einer Kinderkrankheit verwechselt werden. Zu den Differenzialdiagnosen zählen:

Die Abgrenzung zu den genannten Krankheiten gelingt einerseits durch mechanische Diagnoseverfahren. Zum anderen besteht die Möglichkeit, veränderte Hautstellen mikroskopisch beziehungsweise mikrobiologisch zu untersuchen.

So lässt sich Psoriasis guttata behandeln

Hat der Erkrankte noch nie zuvor an einer Schuppenflechte gelitten, bestehen Chancen auf eine vollständige Heilung der Psoriasis guttata. Und auch ansonsten können Betroffene guten Mutes sein: Mithilfe moderner Therapien lässt sich die Psoriasis guttata in der Regel gut behandeln. So können der Hautzustand deutlich verbessert, weitere Schübe verhindert und teilweise Symptomfreiheit erzielt werden.

Topische Therapie: Äußerliche Behandlung bei Psoriasis guttata

Eine topische Therapie bedeutet, dass beispielsweise rezeptpflichtige Salben, Tinkturen oder Cremes äußerlich auf die Haut aufgetragen werden. Bei der tröpfchenförmigen Schuppenflechte eignen sich insbesondere topische Kortikoide. Da die Entzündungsherde der Psoriasis guttata aber über den gesamten Körper verteilt sein können, ist die topische Behandlung oft mühsam. Daher wird sie in der Regel mit einer Lichttherapie mit UV-B-Bestrahlung kombiniert.

Lichttherapie bei Psoriasis guttata

Zur Behandlung einer Psoriasis guttata wendet der Arzt häufig eine Fototherapie ein. Die ultraviolette (UV-) Strahlung einer bestimmten Wellenlänge soll Entzündungen eindämmen und kann das Hautbild so deutlich verbessern. Die Psoriasis-guttata-Lichttherapie setzt dabei auf die kurzwellige UV-A-Bestrahlung. Bäder in Salzwasser können die Behandlung der Psoriasis guttata unterstützen.

Häufig entscheiden sich Mediziner dafür, die Haut vor der UV-A-Bestrahlung mit einem lichtsensibilisierenden Wirkstoff zu behandeln. Diese sogenannte PUVA-Therapie hat das Ziel, die Haut empfänglicher für die entzündungshemmende Strahlung zu machen. Eine solche Therapie muss nach strikter Anweisung des Arztes erfolgen, um UV-bedingte Hautschäden zu vermeiden.

Hausmittel: Das kann bei Psoriasis guttata helfen

Da Sonnenlicht ebenfalls UV-B-Strahlung enthält, kann auch der verantwortungsvolle Aufenthalt in der Sonne durch Psoriasis guttata hervorgerufene Hautveränderungen, sogenannte Läsionen, lindern.

Aber Achtung: Übermäßiges Sonnenbaden fügt der Haut mehr Schaden zu, als dass es die Schuppenflechte lindert. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrem behandelnden Arzt, ob und wie lange ein Aufenthalt unter freiem Himmel in Ihrem Fall sinnvoll ist. Gerne stehen Ihnen auch die Ärzte von ZAVA über Ihr Patientenkonto für Rückfragen zur Verfügung.

Generell lässt sich beobachten, dass die Kombination von Salzwasser und Sonne am Meer das Hautbild verbessert. Daher gehören nach Absprache mit einem Arzt auch Heilaufenthalte, beispielsweise am Toten Meer, zum möglichen Spektrum einer Therapie.

Psoriasis guttata: Wann sollte ich zu einem Arzt gehen?

Bemerken Sie bei sich kleinteilige, schuppende Hautausschläge, dann sollten Sie einen Arzt konsultieren. Gleiches gilt bei Kindern, die nach Racheninfektionen Ausschläge mit leichter Schuppung bekommen, insbesondere wenn Verwandte bereits an Psoriasis erkrankt sind.

Was ist Psoriasis guttata?

Bei Psoriasis guttata bilden sich plötzlich etwa linsen- bis münzgroße, gerötete bis gräulich-weiße Hautstellen, die meist von einer feinen Schuppenschicht bedeckt sind. Die Hauterkrankung wird bei Kindern häufig durch streptokokkenbedingte Infekte ausgelöst.

Warum sollten gerade Eltern die Psoriasis guttata kennen?

Bei Kindern mit genetischer Vorbelastung dient die Psoriasis guttata als Anzeiger für die mögliche Entwicklung einer Psoriasis vulgaris oder einer anderen Form der Schuppenflechte. Dadurch können sich Eltern, Kinder und Mediziner schon frühzeitig auf eine Therapie einstellen und gemeinsam Möglichkeiten der Behandlung auszuloten. So steigt die Chance, einen Ausbruch der Psoriasis frühzeitig einzudämmen.

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Dr. Emily Wimmer Ärztin

Dr. Emily Wimmer ist seit 2015 eine unserer deutschen Ärzte bei ZAVA. 2009 schloss sie ihr Studium der Humanmedizin an der Universität zu Lübeck ab. Danach arbeitete sie in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie an der MedUni Wien sowie als Assistenzärztin in Hamburg bzw. Prüfärztin am Hamburger Institut für Versorgungsforschung in Dermatologie. Seit 2020 arbeitet Sie zudem in Teilzeit in der Praxis von Dr. Jürgen Kolbeck in Hamburg.

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