Penispilz (Candida-Balanitis)

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Medizinisch geprüft von

Denise Drechsel

Letzte Änderung: 07 Dez 2022

Penispilz ist eine Pilzinfektion im Genitalbereich des Mannes, die meist mit einer Entzündung der Eichel einhergeht. Die Erkrankung ist für die Betroffenen zwar sehr unangenehm, heilt mit der richtigen Behandlung aber innerhalb weniger Tage wieder ab. Lesen Sie hier, durch welche Symptome sich ein Pilz am Penis äußert und wie sich die Erkrankung therapieren lässt.

Inhalt
Mann mit Penispilz greift sich im Genitalbereich auf seine blaue Jeans.
 

Kurzübersicht

Definition: Penispilz wird durch den Hefepilz Candida albicans ausgelöst. Er kommt natürlicherweise auf den Schleimhäuten vor. Gerät die Hautbarriere aus dem Gleichgewicht, kann sich der Pilz zum Krankheitserreger entwickeln und eine Entzündung im Bereich der Eichel auslösen.

Symptome: Eine Pilzinfektion am Penis zeigt sich zunächst durch eine Rötung der Eichel und der Vorhaut, wobei diese auch geschwollen sein kann. Typische Symptome sind zudem Brennen, Juckreiz und Schmerzen, die vor allem beim Geschlechtsverkehr und Wasserlassen auftreten. Manchmal bilden sich auch mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen und weiß-gräuliche Ablagerungen unter der Vorhaut.

Ursachen: Auslöser der Infektion ist ein Hefepilz, meistens Candida albicans. Risikofaktoren für einen Genitalpilz sind Erkrankungen wie Diabetes mellitus, falsche Intimhygiene oder AIDS. Eine Übertragung kann jedoch auch bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder durch häufig wechselnde Sexualpartner stattfinden.

Behandlung: Bei einer Pilzinfektion verschreibt der Arzt in der Regel eine pilzabtötende Salbe oder Creme. Diese sogenannten Antimykotika mit Wirkstoffen wie Nystatin oder Clotrimazol trägt der Patient auf die betroffenen Stellen am Penis auf. Alternativ gibt es auch Tabletten gegen Pilzinfektionen.

Was ist Penispilz?

Beim Penispilz handelt es sich um eine Pilzinfektion beim Mann, die insbesondere im Bereich der Eichel auftritt. Bei unbeschnittenen Männern breitet sich der Befall häufig bis auf die Vorhaut aus. Der verantwortliche Erreger ist meistens der Hefepilz Candida albicans.

Candida albicans bleibt prinzipiell harmlos und tritt auch bei vielen gesunden Menschen in geringer Menge auf der Haut auf. Erst unter bestimmten Bedingungen, beispielsweise bei einem geschwächten Immunsystem oder falscher Genitalhygiene, kann sich der Erreger vermehren und zu einer Infektion führen. Der Hefepilz ist auch für die Entstehung von Scheidenpilz verantwortlich. Frauen leiden dann, ähnlich wie Männer, unter Juckreiz, Brennen, Schmerzen sowie Hautveränderungen.

Ausschlag am Penis: Pilzinfektion erkennen

Der Penispilz geht meistens mit einer unangenehmen Entzündung der Eichel (Balanitis) einher, die sich durch Rötung und Schmerzen im vorderen Bereich des Penis äußert. Darüber hinaus kann der Pilz weitere Symptome hervorrufen – insbesondere wenn sich auch die Vorhaut entzündet, was bei unbeschnittenen Männern in der Regel der Fall ist.

Zu den möglichen Anzeichen gehören:

  • Juckreiz
  • Brennen
  • Schmerzen
  • kleine nässende Bläschen
  • weiß-gräuliche und übelriechende Ablagerungen unter der Vorhaut

Wenn die Infektion nicht therapiert wird und ungehindert in die Blase oder Prostata aufsteigt, kommen meist Symptome wie Brennen beim Wasserlassen, Abgeschlagenheit und Fieber hinzu. Um mögliche Komplikationen zu verhindern, ist bei Penispilz daher eine zeitnahe Behandlung wichtig.

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Ursachen: Wie bekommt man Eichelpilz?

Generell kann eine Pilzinfektion beim Mann durch verschiedene Hefepilze ausgelöst werden, für gewöhnlich steckt jedoch die Art Candida albicans hinter der Erkrankung. Zwar kommt dieser Pilz auch bei gesunden Menschen in geringer Menge auf der Haut, im Darm und auch im Intimbereich vor; unter bestimmten Umständen kann sich der Erreger jedoch stark vermehren – und so eine Entzündung auslösen.

Im Gegensatz zum Intimbereich der Frau bleibt die Genitalregion beim Mann eher trocken. Pilze und weitere krankheitserregende Keime finden deshalb meist keinen Nährboden und breiten sich weniger stark aus. Ist die Hautflora des Penis jedoch gestört, kann sich der Pilz auch in diesem Areal des Körpers schnell ausdehnen.

Folgende Erkrankungen und Risikofaktoren begünstigen das Auftreten von Eichelpilz:

  • geschwächtes Immunsystem (bspw. in Folge von Erkrankungen wie Diabetes mellitus oder AIDS)
  • bestimmte Medikamente wie Antibiotika, Cortison oder Arzneimittel im Zuge einer Krebsbehandlung
  • Vorhautverengung (Phimose)
  • mangelnde oder übertriebene Intimhygiene
  • häufiger und ungeschützter Geschlechtsverkehr mit wechselnden Partnern

Bei einer Vorhautverengung lässt sich die Vorhaut des Penis nicht mehr oder nur unter großen Schmerzen gänzlich zurückziehen. Dies kann sowohl die Intimhygiene als auch die Atmung der Haut erschweren, was die natürliche Schutzbarriere beeinträchtigt und somit auch Pilzen die Ausbreitung erleichtert.

Hohes Alter und Übergewicht sind weitere Risikofaktoren für Penispilz, da sich dieser aufgrund des feucht-warmen Milieus auch in Hautfalten besonders gut ausbreiten kann.

Reibende und zu enge Kleidung kann die Hautflora irritieren und eine Pilzinfektion begünstigen. Insbesondere synthetische Unterwäsche hemmt die Luftzirkulation auf der Haut, sodass der Schweiß nicht richtig trocknet – und die Haut einen idealen Nährboden für Bakterien und Pilze bietet.

Auch wenn die Partnerin unter Vaginalpilz leidet, kann eine Übertragung auf den Mann stattfinden. Erste Anzeichen für eine Scheidenpilzinfektion sind zum Beispiel Juckreiz, Brennen in der Scheide und ein weißer, krümeliger Ausfluss.

Wann zum Arzt?

Betroffene sollten direkt zum Arzt gehen, wenn die ersten Symptome auffallen. Nur der Mediziner kann einschätzen, um welche Erkrankung es sich handelt und anschließend die passende Behandlung empfehlen. Ob Sie sich dabei an einen Allgemeinmediziner oder einen Facharzt wenden, zum Beispiel einen Urologen, ist dabei unerheblich.

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Diagnose von Candida-Balanitis

Zur Diagnose einer Pilzinfektion am Penis wird der behandelnde Arzt zunächst die Krankengeschichte abfragen, um sich ein Bild von seinem Patienten zu machen. Hierzu erkundigt er sich über Beschwerden und bestehende Grunderkrankungen, wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder AIDS, die den Eichelpilz begünstigen können.

Auch die Medikamente, die der Patient regelmäßig oder aktuell einnimmt, sind für die Diagnose von Penispilz relevant. Insbesondere Antibiotika tragen möglicherweise zur Entstehung von Genitalpilzen bei, da sie das Gleichgewicht der natürlichen Hautflora mitunter negativ beeinflussen. Aber auch die Einnahme von Kortison oder bestimmten Krebsmedikamenten kann eine Abwehrschwäche verursachen und somit ein Auslöser für Pilz am Penis sein.

Nach der Anamnese sieht sich der Mediziner die betroffenen Stellen am Penis genauer an. Meistens ist es einem Arzt schon im Zuge dieser körperlichen Untersuchung möglich, eine Diagnose zu stellen – und andere Erkrankungen, wie beispielsweise eine Infektion durch Bakterien, auszuschließen.

Um die Pilzinfektion sicher zu bestätigen, macht der Arzt oder Urologe häufig einen mikroskopischen Abstrich. Liegt eine Pilzerkrankung vor, zeigt sich hierbei eine erhöhte Pilzbesiedelung mit langen, fadenförmigen Strukturen. Um die Art des Pilzes genau zu bestimmen, wird der Abstrich im Anschluss meist an ein Labor geschickt.

Behandlung von Pilz am Penis

Die Therapie des Penispilzes erfolgt direkt auf der Haut. Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Schwere der Infektion. Der Arzt verschreibt hierfür Antipilzmittel, sogenannte Antimykotika mit Wirkstoffen wie Nystatin oder Clotrimazol. Diese Cremes oder Salben greifen die Pilzzellen auf der Haut an und zerstören sie, sodass die Beschwerden innerhalb kurzer Zeit abklingen. Alternativ gibt es auch Tabletten, die Ärzte in schweren Fällen und bei wiederkehrenden Pilzerkrankungen verschreiben können. Auch diese Präparate wirken pilztötend und werden so lange eingenommen, bis keine Infektion am Penis mehr vorliegt.

Gerade bei wiederkehrenden Pilzinfektionen raten Mediziner zu einer Umstellung des Lebensstils und einer Verringerung von Risikofaktoren. Im Fall einer Vorhautverengung, in der Fachsprache auch als Phimose bekannt, empfehlen sie in der Regel einen operativen Eingriff (Beschneidung). Erkrankungen, die die Abwehr schwächen, wie zum Beispiel Diabetes oder AIDS, sollten fachgerecht behandelt werden, um auch den Befall mit Penispilz zu vermeiden.

Wichtig: Während der Behandlung einer Penispilz-Erkrankung sollten Sie Ihren Penis möglichst trocken halten – denn ein feuchtes Milieu begünstigt das Wachstum von Keimen und Pilzen: Tupfen Sie Ihr Glied nach dem Urinieren vorsichtig ab und vermeiden Sie synthetische, luftundurchlässige Unterwäsche. Verzichten Sie zudem auf Sauna- und Schwimmbadbesuche, bis die Infektion abgeklungen ist. Auch von ungeschütztem Geschlechtsverkehr ist bei Penispilz abzuraten, da dieser häufig nicht nur schmerzhaft für den Betroffenen ist, sondern auch zur Übertragung der Infektion führen kann.

Vorbeugung: Risiko für Penispilz verringern

Um einer Pilzerkrankung vorzubeugen, ist vor allem ein gut funktionierendes Immunsystem wichtig. So bleibt auch die Hautflora im Gleichgewicht und wehrt den Pilzbefall auf natürliche Weise ab. Setzen Sie deshalb auf eine gesunde und nährstoffreiche Ernährung sowie auf ausreichend Schlaf und Bewegung. Darüber hinaus können Sie auch einige weitere Tipps berücksichtigen:

Weder zu viel noch zu wenig waschen

Die Genitalhygiene ist bei der Vorbeugung von Pilzinfektionen essenziell. Sie sollte weder vernachlässigt werden, noch zu aggressiv auf die sensiblen Schleimhäute wirken. Reinigen Sie Ihren Intimbereich am besten täglich mit Wasser und verzichten Sie auf scharfe Seifen, da diese das natürliche Hautmilieu schädigen können.

Die richtige Kleidung

Verwenden Sie außerdem Unterwäsche aus Baumwolle und achten Sie darauf, dass sie nicht zu eng sitzt. Handtücher sollten Sie immer mit einer Temperatur von 60 Grad waschen und nicht mit anderen teilen, um eine mögliche Ansteckung zu vermeiden. Liegt die Pilzinfektion bereits vor, ist es ratsam, ein spezielles Handtuch für den Intimbereich zu nutzen, das Sie jeden Tag auswechseln und heiß waschen sollten.

Safer Sex

Auch häufiger Geschlechtsverkehr mit wechselnden Sexualpartnern birgt das Risiko, sich mit einem Genitalpilz anzustecken. Safer Sex ist essenziell, um eine Pilzinfektion (und andere Geschlechtskrankheiten) zu vermeiden. Im Falle einer Übertragung ist es ratsam, auf Sex zu verzichten, bis die Behandlung des Penispilz abgeschlossen ist.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange dauert eine Pilzinfektion beim Mann?

Eine Pilzinfektion des Penis lässt sich gut mit pilzabtötenden Salben und Cremes behandeln, sodass die Symptome innerhalb von 3-6 Tagen wieder abklingen. Um eine Ansteckung zu verhindern, sind eine gute Intimhygiene und der Verzicht auf Geschlechtsverkehr entscheidend.

Wie erkenne ich Eichelpilz?

Eine Pilzinfektion des Penis äußert sich meistens durch die Rötung der Eichel sowie eine Schwellung der Vorhaut. Zudem treten häufig Juckreiz, Brennen und Schmerzen auf – zum Beispiel beim Geschlechtsverkehr. Auch weiß-gräuliche Ablagerungen unter der Vorhaut und kleine Bläschen sind mögliche Anzeichen eines Penispilzes.

Wie behandelt man Pilz beim Mann?

Männer können von verschiedenen Pilzinfektionen betroffen sein, beispielsweise von Penispilz. Diese Erkrankung lässt sich mit speziellen pilzabtötenden Salben und Cremes, sogenannten Antimykotika, gut behandeln. Alternativ gibt es auch Tabletten gegen Pilzinfektionen.

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Denise Drechsel Medizinische Autorin

Denise Drechsel unterstützt ZAVA bei der medizinischen Texterstellung und -prüfung. Sie ist Apothekerin und hat ihr Pharmaziestudium an der Freien Universität in Berlin 2017 abgeschlossen. Seit Erhalt der Approbation war Sie als Filialleiterin und angestellte Apothekerin in verschiedenen Apotheken tätig. Zurzeit befindet Sie sich in der Weiterbildung zur Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie.

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