Honeymoon-Zystitis

Die Blaseninfektion in den Flitterwochen

Letzte Aktualisierung: 15 Jun 2019

Paar informiert sich mit seinem Smartphone über Honeymoon-Zystitis.
Inhalt

Der Begriff „Honeymoon-Zystitis“ bedeutet übersetzt „Blasenentzündung in den Flitterwochen“. Aufgrund der räumlichen Nähe von Scheide und Harnröhrenmündung, können Bakterien während des Geschlechtsverkehrs leicht in die weibliche Harnröhre gelangen und von dort aus bis in die Blase aufsteigen. Meist ein bis zwei Tage nach dem Geschlechtsverkehr leiden die betroffenen Frauen an häufigem Harndrang, Brennen beim Wasser lassen und Schmerzen im Unterbauch – die typischen Symptome einer Blasenentzündung.

Unter welchen Umständen es zur Infektion nach dem Geschlechtsverkehr kommt und wie man sie vermeiden kann, erfahren sie auf dieser Seite.

Eine unkomplizierte Blasenentzündung kann im Rahmen der Zava Zystitis-Sprechstunde behandelt werden.

Wie kommt es zur Honeymoon-Zystitis?

Es gibt verschiedene Gründe für eine Harnwegsinfektion. Bei der Honeymoon-Zystitis kommt es während des Geschlechtsverkehrs durch die Reibung zu einer mechanischen Belastung der Geschlechtsteile. Darmbakterien, die sich normalerweise am Darmausgang und dem Übergang in Richtung Scheide befinden, können so in die Harnröhre gelangen. Von dort aus können die Bakterien in die Blase aufsteigen und dort zu einer Infektion mit typischen Beschwerden führen. Von der Honeymoon-Zystitis sind nur Frauen betroffen, da Männer über eine sehr lange Harnröhre verfügen, die sie vor diesen „aufsteigenden“ Infektionen schützt.

Wie häufig ist die Honeymoon-Zystitis?

Mindestens jede dritte Frau leidet in ihrem Leben einmal an einer Blasenentzündung. Rund ein Fünftel aller Frauen klagt unter wiederkehrenden Beschwerden. In manchen Fällen berichten Frauen, dass es jedes Mal nach dem Sex zu einer Blasenentzündung kommt.

Warum sind Männer nicht von der Honeymoon-Zystitis betroffen?

Die weibliche Anatomie macht es Bakterien relativ leicht, von der Scheide weiter in die Harnröhre und Blase vorzudringen. Insbesondere die Harnröhre ist deutlich kürzer und bietet deshalb einen wesentlich geringeren Schutz vor einer Infektion, als dies bei Männern der Fall ist. Blasenentzündungen bei Männern treten oft erst in höherem Alter gehäuft auf und werden meist durch Abflussbehinderungen in den Harnwegen, z.B. durch Prostatavergrößerung oder Nierensteine ausgelöst.

Heißt das für Betroffene, dass sie auf Sex verzichten müssen?

Es ist verständlich, dass bei wiederkehrenden Blasenentzündungen nach dem Sex die Lust auf Sex schwindet. Oft lassen sich aber Gründe finden, warum eine Frau anfällig ist für eine Honeymoon-Zystitis. Durch entsprechende Maßnahmen kann erreicht werden, dass der Sex wieder voll genossen werden kann – ohne anschließendes Brennen beim Wasserlassen.

Wie kann man einer Honeymonn-Zystitis vorbeugen?

Viel trinken hilft, eine Entzündung sowohl zu vermeiden als auch zu behandeln. Die Aufnahme von Flüssigkeit (insbesondere ungesüßte Tees und Wasser) erleichtert es dem Körper, in den Harnwegen vorhandene Bakterien mit dem Urin auszuspülen. Auch das regelmäßige Wasserlassen ist wichtig, um Blaseninfektionen zu vermeiden.

Eine Methode, das Risiko für eine Honeymoon-Zystitis zu senken, ist gleich nach dem Verkehr zu urinieren. Dadurch werden Bakterien, die in die Harnröhre gelangt sind, gleich wieder ausgespült. Auch der Gebrauch von Kondomen und Gleitmitteln senkt die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten einer Honeymoon Zystitis.

Der regelmäßige Konsum von Preiselbeer- oder Cranberrysaft kann eine Blasenentzündung verhindern. In diesen Säften sind Stoffe enthalten, die es den Bakterien erschweren, sich an der Schleimhaut in Blase oder Harnröhre festzuhalten. Auch einige weitere pflanzliche Präparate, wie z.B. Kapseln mit Meerettichextrakt aus der Apotheke, können dabei helfen, einer Blasenentzündung vorzubeugen.

Wie wird eine Honeymoon-Zystitis behandelt?

Die medikamentöse Behandlung einer Honeymoon-Zystitis erfolgt wie bei anderen Blasenentzündungen und wird normalerweise erst notwendig, wenn die Symptome auch nach bis zu drei Tagen nicht besser geworden sind. Bei anhaltenden oder zunehmenden Beschwerden sollte ein Arzt aufgesucht werden. Meist genügt ein einfacher Test um herauszufinden, ob die Blasenentzündung eine bakterielle Ursache hat oder nicht. Eine kurze antibiotische Therapie ist häufig völlig ausreichend. Wenn allerdings eine chronische Zystitis vorliegt, ist eine niedrig dosierte Antibiotikabehandlung über einige Monate notwendig. Kehrt eine Blasenentzündung ständig nach dem Sex wieder, kann über eine antibiotische Prophylaxe, die direkt nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen wird, nachgedacht werden.

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Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei Zava. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab und begann anschließend ihre klinische Forschung am National Hospital for Neurology and Neurosurgery London.

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Letzte Aktualisierung: 15 Jun 2019

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