Erektionshilfen: Von mechanischer Unterstützung bis hin zu Medikamenten

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. med. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 24 Okt 2022

In Deutschland leiden bis zu 20 % aller Männer an einer erektilen Dysfunktion (Erektionsstörungen). Ab dem 70. Lebensjahr ist sogar jeder 2. Mann betroffen. Gerade durch ihre Häufigkeit wurde die sexuelle Funktionsstörung, die landläufig auch als Impotenz bekannt ist, mittlerweile gut erforscht: Meist lässt sie sich effektiv behandeln. Betroffene Männer haben dabei die Wahl zwischen einer Vielzahl an Erektionshilfen: Ob mechanische Methoden, Medikamente, natürliche Mittel oder ganzheitliche Therapieansätze – ZAVA hat die wichtigsten Hilfsmittel für die Erektion in einer praktischen Übersicht zusammengestellt.

Inhalt
Mann, sitzend auf Bettkante, hält ein Glas Wasser und blaue Tabletten zur Erektionshilfe in der Hand.
 

Welche Erektionshilfe ist die beste?

Das Wichtigste vorweg: Die eine, ideale Erektionshilfe, die für alle Männer gleichermaßen wirksam ist, gibt es nicht. Vielmehr existieren zahlreiche Therapieansätze, die jeweils unterschiedliche Wirkmechanismen besitzen. Je nach konkreter Ursache können manche Erektionshilfen sehr wirksam sein, während andere Behandlungen ungeeignet sind.

Betroffene sollten deshalb immer zusammen mit einem Arzt die Gründe für die Erektionsprobleme abklären. Erst danach kann eine sinnvolle Therapie beginnen.

Erektionshilfen: Medikamente sind oft die erste Wahl

Zur Behandlung von Erektionsstörungen steht eine breite Palette an Medikamenten zur Verfügung. Zu den bekanntesten Wirkstoffen zählen dabei die sogenannten PDE-5-Hemmer, auf die auch VIAGRA®, Cialis®, Spedra® und Levitra® setzen.

Die meisten Präparate werden ungefähr 30-60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr als Tablette eingenommen und wirken nur bei gleichzeitiger sexueller Stimulierung. Der versteifende Effekt auf die Schwellkörper im Penis tritt außerdem nur dann ein, wenn die für die Erektion zuständigen Nerven im Becken- und Genitalbereich noch intakt sind.

Bei ZAVA können Sie Erektionshilfen in Tablettenform schnell und unkompliziert von zu Hause aus anfragen. Füllen Sie dazu unseren kurzen medizinischen Fragebogen aus. Nach der Prüfung Ihrer Angaben durch unsere Ärzte und je nach Eignung erhalten Sie anschließend ein passendes Rezept, zum Beispiel für:

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Im Gegensatz zu PDE-5-Hemmern wirken Arzneimittel, die im Rahmen der sogenannten Schwellkörper-Autoinjektionstherapie (SKAT) Anwendung finden, unabhängig von sexueller Erregung und dem Zustand der Nervenfasern. Diese Medikamente mit dem Wirkstoff Alprostadil spritzt sich der Mann einige Minuten vor dem Geschlechtsakt selbst in den Penis.

Die Handhabung dieser Injektionen ist verhältnismäßig kompliziert und muss unter ärztlicher Anleitung eingeübt werden. Als Alternative ist deshalb MUSE mit einem ähnlichen Arzneistoff erhältlich, welches mithilfe eines Applikators direkt in die Harnröhre eingeführt wird.

Sowohl PDE-5-Hemmer als auch SKAT und MUSE wirken in der Regel sehr zuverlässig und können bei bis zu 90 % der Patienten eine zufriedenstellende Erektionsfähigkeit erreichen. Allerdings sind diese Arzneimittel nicht für alle Männer mit erektiler Dysfunktion geeignet: Besonders bei Störungen des Herz-Kreislauf-Systems und Lebererkrankungen, aber auch aufgrund möglicher Nebenwirkungen, müssen die Vor- und Nachteile der Anwendung immer von einem Arzt beurteilt werden.

Gibt es Erektionshilfen mit natürlichen Wirkstoffen?

Das Angebot an natürlichen Mitteln zur Behandlung der erektilen Dysfunktion ist groß. Die tatsächliche Wirkung dieser Präparate und von homöopathischen Rezepturen gegen Erektionsstörungen ist jedoch in den meisten Fällen nicht wissenschaftlich belegt.

Nur bei einigen wenigen natürlichen Potenzmitteln konnten Wissenschaftler – meist vernachlässigbar geringe – Effekte auf die Erektionsfähigkeit beobachten, zum Beispiel bei:

Häufig wurden diese Präparate allerdings nur im Tierversuch oder in Studien mit extrem hohen Wirkstoff-Dosierungen untersucht – der eindeutige Beweis für den Effekt dieser pflanzlichen Erektionshilfen steht also meist aus. Insgesamt sollten natürliche Potenzmittel deshalb lediglich bei leichten bis mittelstarken Erektionsstörungen zum Einsatz kommen.

Achtung: Auch Erektionshilfen mit natürlichen Wirkstoffen haben mitunter deutlich spürbare Nebenwirkungen. Zudem werden oft Präparate ohne genaue Wirkstoffangabe angeboten. Beziehen Sie rezeptfrei erhältliche Medikamente deshalb immer nur aus vertrauenswürdigen Quellen, zum Beispiel zertifizierten (Online-)Apotheken, und konsultieren Sie vor der Einnahme einen Arzt.

Was sind mechanische Erektionshilfen?

Neben der medikamentösen Behandlung gibt es Erektionshilfen, die mechanisch dazu beitragen, das männliche Glied zu versteifen. Möglich werden diese Verfahren vor allem durch physikalische Effekte, mit denen Blut in den Penis befördert oder am Rückfluss gehindert wird. Alternativ können mechanische Implantate die Erektionsfähigkeit wiederherstellen.

Vakuumtherapie mit der Penispumpe

Die bekannteste mechanische Erektionshilfe ist die sogenannte Vakuumtherapie mit einer Penispumpe, die auf Unterdruck basiert.

Die Anwendung gestaltet sich folgendermaßen:

  • Der Mann stülpt einen Zylinder über sein Glied und entzieht ihm mithilfe einer elektrischen oder handbetriebenen Vakuumpumpe die Luft.
  • Durch den entstehenden Unterdruck strömt Blut in die Schwellkörper – der Penis wird steif.
  • Ist der gewünschte Erektionsgrad erreicht, löst der Anwender die Pumpe durch die Öffnung eines Ventils.
  • Um die Erektion länger aufrecht zu erhalten, kann ein über den Penis geführter Gummiring das Blut am Rückfluss hindern. Bei leichten Erektionsstörungen ist dies auch ohne vorherigen Einsatz der Vakuumpumpe möglich.

Da die Anwendung wenig diskret und zum Teil recht umständlich erscheint, scheuen sich viele Männer vor dem Einsatz dieser Erektionshilfe.

Wenn Medikamente wegen Unverträglichkeiten oder Gegenanzeigen jedoch keine Option sind, kann die Vakuumpumpe eine sinnvolle Alternative darstellen. Auch nach einer Entfernung der Prostata oder wenn geschädigte Nerven eine Erektion verhindern, ermöglicht der Einsatz einer Penispumpe vielen Männern, wieder befriedigenden Geschlechtsverkehr zu erleben.

Implantierte Penisprothese

Sollten alle anderen Erektionshilfen zu keiner hinreichenden Verbesserung der Erektionsfähigkeit führen, bleibt als letzte verfügbare Option die Penisprothese. Dabei werden in einer Operation die Schwellkörper aus dem Penis entfernt und durch hydraulisch aufblasbare Zylinder ersetzt. Sie lassen sich über ein Flüssigkeitsreservoir im Körperinneren und eine Pumpe im Bereich der Hoden bei Bedarf relativ unauffällig auffüllen und wieder entleeren.

Durch dieses Implantat können Männer zwar immer eine Erektion auslösen – allerdings verliert der Penis bei dem Eingriff seine natürliche Erektionsfähigkeit vollständig. Deshalb sollte die Penisprothese als irreversible Möglichkeit nur als letztes Mittel bei Impotenz in Betracht gezogen werden.

Ganzheitliche Therapieansätze: Entspannung und Übungen als Erektionshilfen

Viele Männer mit erektiler Dysfunktion leiden nicht unter einer rein körperlichen Funktionsstörung, sondern haben aufgrund psychischer Ursachen Erektionsschwierigkeiten. Die sexuelle Leistungsfähigkeit eines Mannes ist auch zwischenmenschlich an bestimmte Erwartungen und Vorstellungen geknüpft. Zahlreiche Betroffene stehen deshalb aus eigenem Antrieb oder auch durch die Haltung ihrer Partnerin oder ihres Partners derart unter Druck, dass ihre Erektionsfähigkeit nachhaltig leidet.

Eine klassische Psychotherapie bietet bei solchen seelischen Ursachen meist gute Erfolgsaussichten, kostet viele Männer wegen der gesellschaftlichen Tabuisierung aber große Überwindung. Alternativ sind deshalb auch ganzheitliche Therapieansätze hilfreich.

Relaxt bleiben: Entspannungsübungen unterstützen die Potenz

Nicht immer ist gleich eine umfassende Psychotherapie notwendig: Häufig reichen bereits gezielte Entspannungstechniken, um den psychischen Leistungsdruck aufzulösen und die erektile Dysfunktion zu lindern. Auch eingehende Gespräche mit dem Partner oder der Partnerin können Versagensängsten und damit verbundenen Erektionsstörungen entgegenwirken.

Außerdem wichtig: Eine erfüllende sexuelle Beziehung muss nicht automatisch mit klassischem Geschlechtsverkehr einhergehen. Paare sollten sich vor allem Zeit füreinander nehmen. In einer entspannten Atmosphäre und ohne zeitlichen Druck finden sich häufig auch andere Praktiken, die für beide Sexualpartner befriedigend sind.

Körperliche Fitness steigern: Beckenbodentraining und andere Übungen

Zusätzlich zur psychischen Belastung spielen oft das eigene Körpergefühl und das Fitness-Level eine wichtige Rolle bei der Entwicklung von Erektionsstörungen. Um ein besseres Gespür für den eigenen Körper und Kontrolle über die Erektion zu erlernen, eignen sich beispielsweise Beckenbodentraining oder Kegelübungen.

Eine gesunde Ernährung sowie der Verzicht auf Alkohol und andere Genussmittel legen den Grundstein für alle weiteren Körperfunktionen und damit auch für die Erektion. Maßvoller Ausdauersport unterstützt zusätzlich das Herz-Kreislauf-System und die Versorgung der Organe mit Blut und Sauerstoff. So kann ein bewusster und gesunder Lifestyle einerseits zur Prävention und andererseits zur Überwindung von Erektionsstörungen beitragen – und auch die generelle Lebensqualität entscheidend verbessern.

Wie und wo erhält man Erektionshilfen?

Als Erstes sollten Betroffene immer mit einem Arzt sprechen, um alle Hintergründe abzuklären. Gegebenenfalls kann der Mediziner dann notwendige Untersuchungen einleiten und gemeinsam mit dem Patienten eine für die Lebenssituation passende Behandlungsmethode auswählen. Je nachdem, welche Therapie angezeigt ist, stellt der Arzt schließlich ein Rezept für die entsprechende Erektionshilfe aus, das anschließend in der örtlichen Apotheke – oder anonymer in der Versandapotheke – eingelöst werden kann.

Wichtig: Abseits der offiziellen Versandapotheken ist Vorsicht geboten! Viele Händler können weder für die Herkunft ihrer Mittel noch für deren genaue Zusammensetzung garantieren.

Oft werben angebliche „Nahrungsergänzungsmittel“ mit unrealistischen Versprechungen oder sehr niedrigen Preisen. Je nach Präparat sind diese Mittel jedoch häufig wirkungslos oder stellen sich bei genauerer Untersuchung sogar als gesundheitsschädlich heraus. Achten Sie deshalb beim Kauf von Erektionshilfen auf Medikamente aus seriösen Bezugsquellen.

Sie suchen nach einer passenden Behandlung für Ihre Bedürfnisse? Nutzen Sie gerne den ZAVA Service bei Erektionsstörungen. Füllen Sie dazu einfach unseren kurzen medizinischen Fragebogen aus. Nach der ärztlichen Prüfung Ihrer Angaben und bei geeigneter Therapie erhalten Sie ein Rezept für eine angemessene Erektionshilfe.

Übernehmen die Krankenkassen die Kosten für Erektionshilfen?

In der Regel müssen Patienten die Kosten für Erektionshilfen selbst tragen. Besonders medikamentöse Behandlungen mit PDE-5-Hemmern bezahlen die meisten gesetzlichen Krankenkassen nicht. Bei medizinisch notwendigen Therapien können gesetzlich Versicherte dagegen oft mit einer Kostenübernahme rechnen, zum Beispiel bei:

  • implantierten Penisprothesen
  • Vakuumpumpen
  • Psychotherapien

Private Krankenversicherungen bieten häufig umfangreichere Möglichkeiten zur Erstattung – allerdings ist die Situation hier durch die Vielzahl an Versicherungstarifen uneinheitlich. Um die Kosten für Erektionshilfen und die Erstattungsfrage sicher einschätzen zu können, sollten Patienten im Zweifelsfall vorab von ihrer Krankenkasse eine schriftliche – und damit verbindliche – Auskunft zur Kostenübernahme anfordern.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Erektionshilfen

Wie bekomme ich eine kräftige Erektion?

Neben Tabletten sind bei Erektionsstörungen vor allem mechanische Hilfsmittel wie die Penispumpe beliebt: Sie erzeugt mithilfe eines luftdichten Zylinders und einer Pumpe ein Vakuum. Durch diesen Unterdruck wird mehr Blut in die Schwellkörper befördert und eine Erektion ausgelöst.

Was ist das beste Potenzmittel, das rezeptfrei erhältlich ist?

Die beliebtesten Potenzmittel ohne Rezept sind pflanzliche Präparate mit Ginseng, Yohimbin oder Maca. Anwender schätzen sie dank ihrer aktivierenden Effekte als Alternativen zu VIAGRA® und anderen rezeptpflichtigen PDE-5-Hemmern. Die Studienlage zur Wirksamkeit ist jedoch sehr dünn und zum Teil widersprüchlich.

Was ist das beste Potenzmittel für Männer?

Da Erektionsprobleme unterschiedlichste Ursachen haben können, wirken auch Potenzmittel bei jedem Mann anders. Deshalb sollte immer ein Arzt entscheiden, ob Medikamente, mechanische Erektionshilfen oder eine psychologische Therapie angebracht sind.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. med. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Medizinische Leiterin ZAVA Deutschland

Dr. med. Ulrike Thieme ist Medizinische Leiterin bei ZAVA Deutschland und seit 2018 Teil des Ärzteteams. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Dr. med. Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Letzte Änderung: 24 Okt 2022





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