Abnehmspritzen: Der umfassende Ratgeber zu Anwendung & Wirkung

Dr. med. Ulrike Thieme, Medizinische Leiterin bei ZAVA , Foto rund

Medizinisch geprüft von

Dr. med. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 24 Okt. 2025

Bei Abnehmspritzen handelt sich um sogenannte Fertigpens, die Betroffene sich einfach selbst verabreichen – ähnlich wie bei Diabetes. Die enthaltenen Wirkstoffe unterstützen eine medizinisch erforderliche Gewichtsabnahme bei Menschen mit starkem Übergewicht oder Adipositas. Medikamente wie Wegovy®, Mounjaro®, Saxenda® und Nevolat® sind verschreibungspflichtig und als Fertigpens zur eigenständigen Injektion erhältlich. Informieren Sie sich hier zu den Wirkweisen und Nebenwirkungen.

Inhalt
Eine Grafik mit einer Waage und einer Abnehmspritze
 

Was ist eine Abnehmspritze und wie funktioniert sie?

In einer Abnehmspritze sind flüssige Wirkstoffe zur Gewichtsabnahme enthalten. Die Anwendung erfolgt mithilfe eines Fertigpens: Diese kleine Spritze ermöglicht Patienten, die Dosis sicher und unkompliziert selbst zu injizieren. Sie ist nur für Menschen geeignet, die stark übergewichtig sind oder an Adipositas (Fettleibigkeit) leiden und medizinische Hilfe benötigen, um Gewicht zu verlieren.

Als Anhaltspunkte zählen:

  • ein BMI (Body-Mass-Index) ab 30 kg/m2 oder
  • ein BMI ab 27 kg/m2 in Kombination mit weiteren Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes mellitus (Typ 2)

In Deutschland sind die Abnehmspritzen Wegovy®, Mounjaro® und Saxenda® zugelassen; nach und nach kommen Generika wie Nevolat® hinzu. Sie enthalten die Wirkstoffe Semaglutid, Tirzepatid oder Liraglutid. Die Substanzen ähneln den körpereigenen Appetithormonen GLP-1 beziehungsweise GIP und nehmen Einfluss auf die Insulinausschüttung sowie den Blutzuckerspiegel. Damit tragen die appetithemmenden Wirkstoffe dazu bei, das Hungergefühl zu regulieren – und so weniger Kalorien aufzunehmen.

Wie bekomme ich ein Rezept für Abnehmspritzen?

Sie sind von Adipositas oder starkem Übergewicht betroffen und suchen nach einer Möglichkeit, um nachhaltig Gewicht zu verlieren? Über eine Online-Arztpraxis wie ZAVA können Sie sich ganz einfach beraten lassen: Nutzen Sie dazu unseren Service zum Thema „Abnehmen“.

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Gut zu wissen: Wir möchten Sie auf Ihrer Abnehmreise nachhaltig unterstützen. Bei einer Behandlung mit Spritzen zum Abnehmen erhalten Sie deswegen nicht nur Ihr Rezept bzw. Medikament, sondern auch ein kostenfreies Support-Paket. In diesem ausführlichen Ernährungs- und Lifestyle-Guide stellen wir Ihnen umfassende Informationen rund um die Rolle von Ernährung und Bewegung zur Verfügung, geben Tipps für Ihren Alltag und bieten Tracker und Planer zum Download, damit Sie in allen Lebenslagen den Überblick über Ihren Fortschritt behalten.

Für wen sind Spritzen zum Abnehmen geeignet?

Abnehmspritzen eignen sich für Menschen mit Adipositas oder mit starkem Übergewicht, wenn dieses Mehrgewicht die Gesundheit beeinträchtigt. Als Richtwert zählt bei Erwachsenen ein BMI von über 30 kg/m2 oder ein BMI ab 27 kg/m2, der mit weiteren Krankheiten einhergeht – wie zum Beispiel:

  • Diabetes mellitus (Typ 2)
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Atemprobleme
  • Bluthochdruck

Die Fertigpens stellen eine Ergänzung zu einer Ernährungsumstellung sowie Bewegungstherapie dar.

Wichtig: Spritzen zum Abnehmen sind nicht für normalgewichtige Menschen zugelassen, die sich ein schlankeres Körperbild wünschen. Um Ihr aktuelles Körpergewicht einzuordnen, können Sie ganz einfach unseren BMI-Rechner nutzen.

Welche Abnehmspritzen gibt es?

Aktuell sind in Deutschland mehrere Abnehmspritzen zugelassen. Für alle Präparate stellt der Arzt ein Privatrezept aus – welches Mittel er auswählt, hängt unter anderem von der individuellen Verträglichkeit und der bevorzugten Anwendung ab (täglich vs. wöchentlich).

Wegovy®

Das Medikament Wegovy® ist seit dem 17. Juli 2023 in Deutschland auf dem Markt und mit Rezept erhältlich. Es enthält den Wirkstoff Semaglutid, der den Appetit hemmt. Die Arznei kommt bei einer Adipositas-Therapie in Kombination mit einer Diät sowie körperlicher Bewegung zum Einsatz.

Nach aktuellem Stand (Oktober 2025) werden die Kosten für Wegovy® von den Krankenkassen nicht übernommen: Die höchste Dosis mit 2,4 mg Semaglutid liegt preislich bei circa 280 € pro Monat. Studien haben die Wirksamkeit von Wegovy® bestätigt: In klinischen Tests konnten Anwender 15-17 % ihres Gewichts reduzieren.

Mounjaro®

Seit Ende 2023 ist in Deutschland das Medikament Mounjaro® mit dem Wirkstoff Tirzepatid zur Behandlung von Menschen mit Adipositas zugelassen. Zunächst war es nur in niedriger Dosierung für Diabetiker und zur Anwendung mit selbst aufgezogenen Spritzen erhältlich. Seit Mai 2024 gibt es auch Fertigpens zu kaufen: Mounjaro® wirkt ähnlich wie andere Diätinjektionen, indem es die Insulinfreisetzung optimiert und den Appetit hemmt.

Die Kosten für Mounjaro® werden derzeit nicht von den Krankenkassen übernommen.

Studien haben die Wirksamkeit von Mounjaro® bestätigt: Bei höchster Dosierung (15 mg Tirzepatid) verloren die Patienten während der Anwendung durchschnittlich bis zu 22,5 % ihres Ausgangsgewichts.

Saxenda®

Der Saxenda® Pen zählt ebenso zu den Appetitzüglern und enthält den Wirkstoff Liraglutid. Das Medikament zum Abnehmen ist seit 2015 in Deutschland zugelassen. 2025 hat mit Nevolat® zudem ein erstes Generikum von Saxenda® seine Zulassung erhalten. Um Übergewicht nachhaltig entgegenzuwirken, ist auch bei Saxenda® und seinen Nachahmerprodukten eine zusätzliche Ernährungsumstellung und Sport notwendig.

Die Anwendung beginnt mit der niedrigsten Dosis von 0,6 mg und wird in 5 Wochen nach und nach erhöht. Den genauen Ablauf und die Dosierungshöhe legt der Arzt fest.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten derzeit nicht.

Klinische Tests haben die Wirksamkeit von Saxenda® bestätigt: In Studien haben Patienten nach 56 Wochen durchschnittlich knapp 8 % ihres ursprünglichen Gewichts verloren. Etwa 1 von 10 Behandelten verlor sogar mehr als 15 % des Ausgangsgewichts.

Wie wende ich eine Abnehmspritze an?

Anwender können Abnehmspritzen mithilfe von Fertigpens eigenständig unter die Haut spritzen.

Dafür eignen sich bestimmte Körperregionen:

  • die Vorderseiten der Oberschenkel
  • die Vorderseite des Bauches
  • die Oberarme

Wichtig: Achten Sie darauf, vor jeder Anwendung eine neue und unbeschädigte Nadel zu verwenden. Außerdem sollten Sie die Einstichstelle wechseln sowie nur unverletzte Hautpartien ohne Muttermale wählen.

Wegovy®, Mounjaro® und Saxenda® unterscheiden sich im Anwendungszeitpunkt:

  • Wegovy® oder Mounjaro®: 1-mal pro Woche
  • Saxenda® oder Nevolat®: 1-mal täglich, etwa zur gleichen Uhrzeit

Details zu den jeweiligen Anwendungsformen finden Sie in der Packungsbeilage Ihres Präparats.

Was spricht gegen eine Anwendung von Abnehmspritzen?

Wenn Sie gegen einen der Wirkstoffe in Abnehmspritzen allergisch sind, dürfen Sie die Medikamente nicht zur Behandlung von starkem Übergewicht verwenden. Dasselbe gilt für Patienten mit Allergien gegen weitere Bestandteile des jeweiligen Mittels.

Ansonsten führen die Packungsbeilagen weitere Gegenanzeigen auf. Dazu gehören:

  • schwere Herzinsuffizienz
  • eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion
  • schwere Darm- und Magenprobleme
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse

Um ein Rezept für eines der Medikamente zu erhalten, müssen Sie dem behandelnden Arzt Ihre vollständige Krankengeschichte darlegen. Dazu gehören auch andere rezeptpflichtige sowie freiverkäufliche Arzneimittel, die Sie einnehmen. Nur so lassen sich Wechselwirkungen ausschließen und eine sichere Therapie gewährleisten.

Wenn Sie 75 Jahre oder älter sind, wird eine Behandlung mit Saxenda® oder Wegovy® nicht empfohlen: Es existieren derzeit zu wenig Studien zu gesundheitlichen Risiken in dieser Altersgruppe. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, falls Sie dennoch eine Anwendung erwägen.

Wichtig: Während der Schwangerschaft oder Stillzeit dürfen Abnehmspritzen nicht angewendet werden.

Was passiert, wenn ich die Abnehmspritze absetze?

Wenn Sie die Behandlung mit Ihrer Abnehmspritze beenden, muss sich der Körper – genau wie zu Beginn – auf die neue Situation einstellen. In dieser Gewöhnungsphase können sogenannte Wean-off-Effekte entstehen. Möglich sind Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Verdauungsprobleme. Häufig entscheiden sich Patienten deswegen dafür, ihr Medikament auszuschleichen: Das gibt dem Körper Zeit, sich an die Änderung im Stoffwechsel zu gewöhnen.

Wird der Wirkstoff nach und nach abgebaut, fallen auch die positiven Effekte weg, die die Abnehmspritze mit sich gebracht hat: Der Appetit steigt, Heißhungerattacken können häufiger auftreten. Viele Anwender essen mehr als während der Behandlung und nehmen wieder zu.

Um den Jojo-Effekt zu vermeiden, ist aus meiner Sicht eines entscheidend: die richtige Vorbereitung. Nutzen Sie die Zeit während der Behandlung und arbeiten Sie an einer ausgewogenen, langfristig umsetzbaren Ernährungsweise. Gleichzeitig empfehle ich regelmäßige Bewegung, um die Muskelmasse zu erhalten oder sogar aufzubauen. Ein hoher Muskelanteil verbraucht mehr Kalorien und hilft einer erneuten Zunahme gegenzusteuern.

— Dr. med. Ulrike Thieme, Medizinische Leiterin bei ZAVA

Vorteile und Nachteile von Abnehmspritzen

Die Entscheidung für oder gegen die Behandlung mit Abnehmspritzen ist eine äußerst individuelle Frage. Sie hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab: Neben gesundheitlichen Voraussetzungen spielt zum Beispiel auch die Bereitschaft eine Rolle, sich regelmäßig selbst ein Medikament zu spritzen.

In dieser Tabelle wollen wir Ihnen einen kleinen Überblick über die wichtigsten Vorteile und Nachteile von Abnehmspritzen geben:

Vorteile Nachteile

✅ deutlicher Gewichtsverlust möglich (je nach Spritze bis zu 22,5 %)

❌ Nebenwirkungen möglich (insbesondere zu Beginn der Behandlung)

✅ verbesserte Sättigung

❌ finanzielle Belastung (keine Kostenübernahme durch die Krankenkassen)

✅ reduzierter Food Noise

❌ nachhaltige Erfolge nur mit angepasster Ernährung und regelmäßiger Bewegung

✅ individuelle Behandlung (Dosierung wird auf den Patienten abgestimmt)

❌ für Frauen: bei aktuellem Kinderwunsch ungeeignet

✅ zusätzliche Vorteile für die Gesundheit (Kontrolle des Blutzuckers, positive Effekte auf Herz & Kreislauf)

✅ auch bei langjähriger Adipositas oder Stoffwechselerkrankungen geeignet

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie alle wirksamen Medikamente können auch Abnehmspritzen mit Nebenwirkungen einhergehen.

Sehr häufig zeigen sich Beschwerden wie:

  • Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Erschöpfung bzw. Müdigkeit
  • niedriger Blutzucker (bei gleichzeitiger Behandlung mit bestimmten Diabetes-Medikamenten)

Diese Nebenwirkungen hängen meist mit einer Dosissteigerung oder dem Therapiestart zusammen und lassen nach, wenn sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnt hat. Eine vollständige Liste aller bekannten Nebenwirkungen von Wegovy®, Mounjaro® und Co. finden Sie immer in der Packungsbeilage.

Bei schweren Nebenwirkungen sollten Sie die Behandlung mit Ihrer Abnehmspritze sofort abbrechen. Dazu zählen:

  • eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • allergische Reaktionen wie Atembeschwerden, Schwellungen oder Bewusstlosigkeit
  • Komplikationen einer diabetischen Retinopathie (Erkrankung der Netzhaut)
  • Zeichen für einen Darmverschluss

Suchen Sie sich in diesen Fällen umgehend ärztliche Hilfe. Bei lebensbedrohlichen Symptomen (etwa Atemnot) rufen Sie einen Notarzt.

Abnehmspritzen Preis: Wie viel kosten sie?

Wie viel die Behandlung mit Abnehmspritzen kostet, hängt in erster Linie davon ab, welches Präparat der Arzt verordnet. Daneben wirkt sich auf den Preis aus, wie gut ein Patient die Dosissteigerungen verträgt: Wenn Sie sich beispielsweise gemeinsam mit Ihrem Arzt dafür entscheiden, Ihr Medikament länger als geplant auf einer niedrigeren Dosierung anzuwenden, wird die Therapie günstiger.

Ungefähr lässt sich mit den folgenden Kosten für Abnehmspritzen rechnen:

Wegovy®:

  • Preis für die niedrigste Dosis: ca. 172 € (Packung mit 1 Pen)
  • Preis für die höchste Dosis: ca. 277 € (Packung mit 1 Pen)

Mounjaro®

  • Preis für die niedrigste Dosis: ca. 206 € (Packung mit 1 Pen)
  • Preis für die höchste Dosis: ca. 489 € (Packung mit 1 Pen)

Saxenda®

  • Preis für die Packung mit 5 Pens: ca. 291 € (Dosis wird am Pen eingestellt)

Nevolat®

  • Preis für die Packung mit 5 Pens: ca. 129 € (Dosis wird am Pen eingestellt)

Gut zu wissen: Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten derzeit nicht. Grund ist die Einstufung der Präparate als Lifestyle-Medikamente: Sie sieht den vorrangigen Zweck der Abnehmspritzen in einer Verbesserung der Lebensqualität.

Wie entstehen die Preise für Abnehmspritzen?

Die Preise für Abnehmspritzen orientieren sich unter anderem am Entwicklungsaufwand: Originalpräparate, die speziell für die Behandlung von Übergewicht und Adipositas entwickelt wurden, sind für einen bestimmten Zeitraum durch Patente geschützt – so hat der Hersteller die Möglichkeit, die hohen Kosten wieder zu erwirtschaften, die für Forschung und Erprobung angefallen sind. Bei Generika (sogenannten Nachahmerprodukten) rufen Hersteller anschließend meist geringere Preise auf.

Abnehmspritzen kaufen: Wo bekommt man sie?

Wer Abnehmspritzen kaufen möchte, braucht dafür zunächst ein Rezept. Eine solche Verordnung können Patienten entweder über ihren Arzt vor Ort oder über eine Online-Arztpraxis wie ZAVA anfragen. Einlösen lässt sich das Rezept im nächsten Schritt bei einer Apotheke in der Nähe oder einer Online-Apotheke.

Für Menschen, die aus medizinischen Gründen abnehmen müssen, bieten wir bei ZAVA einen eigenen Service zum Thema “Gewicht verlieren” an. Ist die Anwendung von Medikamenten geeignet, können sich Patienten dann entscheiden, ob sie ihr Rezept per Post erhalten, eine Apotheke vor Ort aufsuchen oder das Arzneimittel direkt zugeschickt bekommen möchten.

Kann man Abnehmspritzen ohne Rezept kaufen?

Nein, für Abnehmspritzen ist immer ein Rezept notwendig. Bei Anbietern, die Spritzen zum Abnehmen rezeptfrei verkaufen, ist Vorsicht geboten: Hier handelt es sich um illegale Verkäufe, mit denen sich beide Seiten strafbar machen. Gleichzeitig besteht große Gefahr, an Medikamentenfälschungen zu geraten, die ein immenses Gesundheitsrisiko darstellen.

Alternativen zu Abnehmspritzen: Welche anderen Medikamente gibt es?

Neben Abnehmspritzen sind weitere Arzneimittel zur medizinischen Reduzierung des Körpergewichts zugelassen – zum Beispiel Orlistat-ratiopharm® und Xenical®.

Bei beiden Mitteln handelt es sich um Kapseln mit dem Wirkstoff Orlistat: Dieser Arzneistoff blockiert bestimmte Enzyme im Darm, um die Fettaufnahme des Körpers zu verringern und so eine Abnahme von Gewicht zu fördern. Aufgrund dieses Effekts bezeichnet man Orlistat auch als Fettbinder.

Medial erhielt die Diabetesspritze Ozempic® große Aufmerksamkeit. Bei vielen Menschen ist dadurch der Eindruck entstanden, Ozempic® wäre eine gute Option bei starkem Übergewicht oder Adipositas. Tatsächlich hat das Medikament für diesen Zweck aber keine Zulassung. Stattdessen wurde speziell dafür eine Abnehmspritze mit demselben Wirkstoff (Semaglutid) entwickelt: Wegovy®.

Fazit: Spritzen zum Abnehmen als Teil der Behandlung von Übergewicht

Abnehmspritzen wie Wegovy®, Mounjaro® und Co. können Adipositas-Patienten eine zusätzliche Unterstützung beim Abnehmen bieten. Die Darreichungsform als Fertigpen ermöglicht Anwendern, sich die Lösung selbst zu einem beliebigen Zeitpunkt zu injizieren.

Wichtig ist jedoch, dass Abnehmspritzen nur für Menschen ab einem BMI von 30 kg/m2 oder 27 kg/m2 inklusive Begleiterkrankungen geeignet sind. Auf die Zweckentfremdung von Diabetes-Medikamenten wie Ozempic® – die einen Gewichtsverlust begünstigen können – ist zu verzichten, auch um Lieferengpässe zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Welche Wirkstoffe sind in Abnehmspritzen enthalten?

Abnehmspritzen enthalten Tirzepatid, Liraglutid oder Semaglutid. Diese Wirkstoffe ähneln den Appetithormonen GLP-1 beziehungsweise GIP und regulieren das Hungergefühl von Adipositas-Patienten.

Welche Medikamente verschreiben Ärzte bei Übergewicht?

Liegt ein BMI ab 30 kg/m2 oder ab 27 kg/m2 mit Begleiterkrankungen wie Diabetes vor, können Ärzte Medikamente zum Abnehmen verschreiben. Infrage kommen Tabletten beziehungsweise Kapseln (z.B. Orlistat-ratiopharm®, Xenical®) oder Injektionspens (z.B. Mounjaro®, Saxenda®, Wegovy®).

Was ist der Unterschied zwischen einer Abnehmspritze und einer Fettwegspritze?

Spritzen zum Abnehmen sind verschreibungspflichtige Medikamente, die zur Behandlung von Adipositas zum Einsatz kommen. Eine Fettwegspritze zählt zu den kosmetischen Eingriffen und findet Anwendung, um gezielt an bestimmten Körperstellen Fettpolster zu verkleinern oder aufzulösen.

Wie viel Gewicht kann man mit Abnehmspritzen verlieren?

Wie viel Gewicht man mit einer Abnehmspritze verlieren kann, hängt von vielen individuellen Einflüssen ab – aber auch davon, welches Präparat der Arzt genau verschreibt. Die Spanne reicht von durchschnittlich 8 % des Ausgangsgewichts bei Liraglutid (über 56 Wochen) bis hin zu durchschnittlich möglichen 22,5 % bei Tirzepatid (über 72 Wochen).

Wie lange dauert die Behandlung mit Abnehmspritzen?

Wie lange die Behandlung mit Abnehmspritzen dauert, richtet sich unter anderem nach der individuellen Verträglichkeit und den erzielten Erfolgen. Grundsätzlich sind die Medikamente zum Abnehmen darauf ausgelegt, langfristig genutzt zu werden, also über mehrere Monate oder sogar Jahre.

Wer verschreibt Abnehmspritzen?

Wenn Sie ein Rezept für Abnehmspritzen erhalten möchten, können Sie sich an verschiedene Ärzte wenden, vor Ort oder in einer Online-Arztpraxis wie ZAVA. Der erste Ansprechpartner für viele Patienten ist ein Allgemeinarzt, aber auch Diabetologen, Endokrinologen oder Fachärzte in Adipositas-Zentren können das Rezept ausstellen.

Sind Abnehmspritzen gefährlich?

Nein, Abnehmspritzen gelten nicht als gefährliche Medikamente. Arzneimittel werden vor ihrer Zulassung intensiv getestet – gesundheitsschädliche Präparate kommen so gar nicht erst auf den Markt. Wie alle wirksamen Medikamente sind die Spritzen aber nicht komplett risikofrei: Nebenwirkungen können auftreten, Gegenanzeigen müssen beachtet werden.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. med. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Medizinische Leiterin

Dr. med. Ulrike Thieme ist Medizinische Leiterin bei ZAVA und seit 2018 Teil des Ärzteteams. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Dr. med. Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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