Was hilft gegen Migräne?

Methoden, die bei Migräne wirklich helfen

Eine junge Frau mit Kopfschmerzen fragt sich, was gegen Migräne hilft.
Inhalt

Migräne ist weit verbreitet und neben Spannungskopfschmerzen die zweithäufigste Kopfschmerzart. Etwa jede vierte Frau und jeder fünfte Mann leiden an Migräne. Eine Attacke verursacht intensive, meist halbseitige Kopfschmerzen und ist sehr unangenehm für die Betroffenen. Oft haben Menschen, die unter Migräne leiden, schon viele Medikamente und Hausmittel ausprobiert. Zava erklärt, was gegen Migräne hilft.

Was zeichnet eine Migräne aus?

Die Migräne zählt zu den häufigsten Arten von Kopfschmerzen und tritt in Anfällen auf. Es kommt zu heftigen, meist einseitigen Kopfschmerzen, die von Betroffenen als pulsierend oder pochend beschrieben werden. Begleitet werden die Attacken von Symptomen wie Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit. Eine Attacke dauert zwischen vier und 72 Stunden.

In der Medizin unterscheidet man zwei Arten der Migräne:

  • Migräne ohne Aura (Gewöhnliche Migräne, ca. 80 Prozent)
  • Migräne mit Aura (Klassische Migräne)

Bei der Migräne mit Aura stehen zusätzlich zu den klassischen Symptomen auch Sehstörungen im Vordergrund.

Welche Art Migräne Therapien gibt es?

Viele Migräne-Patienten fragen sich, was gegen Migräne hilft. Migräne ist eine Erkrankung, deren Ursachen noch nicht ausreichend verstanden sind. Durch medizinische Maßnahmen ist sie derzeit nicht heilbar. Die Schmerzen und Beschwerden, die mit einem Anfall einhergehen, lassen sich jedoch durch Medikamente behandeln. Hierzu eignen sich Schmerzmittel (Analgetika) wie z.B. 1000 mg ASS (Acetylsalicylsäure z.B. in Aspirin), Antiemetika gegen die Übelkeit, z.B. 20 mg Metoclopramid. Helfen verschreibungsfreie Medikamente wie Aspirin nicht, kommen Triptane zum Einsatz. Diese können als Tabletten, Injektionen oder als Nasenspray verabreicht werden.

Auch zur Vorbeugung (Prophylaxe) von Attacken gibt es einige Ansätze mit anderen Medikamenten.

Bei der medikamentösen Migräne Therapie richtet sich der Einsatz von Medikamenten nach dem Schweregrad eines Migräneanfalls und geschieht hauptsächlich mit zwei Arten von Medikamenten:

  • schmerz- und entzündungshemmende Medikamente, sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) bei leichter bis mittelschwerer Migräne (z.B. ASS/Aspirin)
  • Medikamente, die an den Rezeptor für den Botenstoff Serotonin binden (Serotonin-Rezeptor-Agonisten) bei mittelschwerer bis schwerer Migräne (z.B. Triptane wie Sumatriptan)

1) Nicht-steroidale Antirheumatika

Diese Gruppe von Medikamenten ist Mittel erster Wahl bei leicht- bis mittelgradigen Migränekopfschmerzen. Sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Wirkstoffe sind zum Beispiel:

  • Acetylsalicylsäure (ASS)
  • Acetaminophen (Paracetamol)
  • Ibuprofen
  • Diclofenac

Im Handel erhältlich sind auch Kombinationspräparate aus Acetylsalicylsäure, Paracetamol und Koffein, die in Studien eine bessere Wirksamkeit gezeigt haben, als die einzelnen Substanzen.

2) Serotonin-Rezeptor-Agonisten

Die wichtigsten Serotonin-Rezeptor-Agonisten zur Behandlung der Migräne sind die sogenannten Triptane. Sie werden von der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft zur Therapie mittelschwerer bis schwerer Migräneattacken empfohlen.

Es sind verschiedene Präparate, zum Beispiel Imigran (Sumatriptan), Zolmitriptan, Naratriptan und Maxalt (Rizatriptan), erhältlich.

Eine andere Gruppe von Medikamenten sind die sogenannten Mutterkornalkaloide, die ebenfalls auf den Rezeptor des Botenstoffes Serotonin wirken. Sie werden heutzutage in der Therapie der Migräne kaum noch verwendet, da sie durch die Triptane abgelöst wurden.

Zusätzlich zu diesen Arzneimitteln verschreiben Ärzte oft Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen, sogenannte Antiemetika (z.B. 20 mg Metoclopramid). Diese sollen die Begleitsymptome der Migräne lindern und dem Körper helfen, die schmerzlindernden Medikamente besser aufzunehmen.

Was hilft neben Medikamenten noch gegen eine Migräne?

Eine leichte Migräneattacke kann in manchen Fällen ohne Medikamente behandelt werden.

Der Rückzug in einen abgedunkelten, ruhigen Raum hilft, den Anfall zu lindern. Kalte Wickel und Kompressen haben ebenfalls eine positive Wirkung gezeigt. Manche Patienten greifen auch auf Aromatherapie zurück oder reiben sich die Stirn mit duftenden Ölen, zum Beispiel Pfefferminzöl, ein.

Wie kann man einer Migräneattacke vorbeugen?

Auch bei der Vorbeugung von Migräneattacken unterscheidet man medikamentöse und nicht-medikamentöse Ansätze.

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung eines Migräneanfalls spielen auslösende Faktoren (Triggerfaktoren), die von Person zu Person unterschiedlich sind.

Es kann hilfreich sein, ein Kopfschmerztagebuch zu führen und so nachzuvollziehen, was den Migräneanfall ausgelöst hat. Zu den häufigsten Triggerfaktoren zählen körperlicher oder emotionaler Stress, Menstruation, helles oder flackerndes Licht und verschiedene Gerüche und Nahrungsmittel.

Auch Alkohol und Tabakrauch können Migräneattacken auslösen.

Hat man persönliche Triggerfaktoren identifiziert, kann man diese vermeiden und so die Entstehung von Migräneattacken verhindern.

Hilft Akupunktur bei Migräne?

Es gibt einige Studien, die die Wirksamkeit von Akupunktur bei Migräne nahe legen. Bei manchen Patienten hat sie sogar den gleichen Effekt wie eine medikamentöse Prophylaxe gezeigt. Dabei ist die Wirkung der Akupunktur sehr von der Einstellung des Ratsuchenden gegenüber solcher Verfahren abhängig.

Gibt es homöopathische Mittel gegen Migräne?

Homöopathische Migräne-Prophylaxen haben in Studien keine nachweisbare Wirkung gezeigt.

Können Entspannungsübungen einer Migräneattacke vorbeugen?

Eine gute Schlafhygiene, das heißt regelmäßiger und ausreichend langer Schlaf, und die Reduktion von Stress verringern nachweislich die Häufigkeit von Migräneanfällen. Die aktive Entspannung mithilfe der sogenannten progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen oder Yoga, autogenes Training und Biofeedback-Training haben ebenfalls positive Effekte auf die Häufigkeit von Attacken.

Welche Medikamente gibt es zur Migränevorbeugung?

Es gibt einige Medikamente, die zur Prophylaxe von Migräneattacken eingesetzt werden. Die wichtigsten sind:

  • Medikamente, die eine bestimmte Gruppe von Adrenalinrezeptoren blockieren, sogenannte Betablocker
  • Medikamente, die den Kalziumeinstrom in Zellen reduzieren, sogenannte Kalziumantagonisten
  • Medikamente, die in der Therapie von Epilepsie eingesetzt werden, sogenannte Antiepileptika

Vor allem Betablocker und Kalziumantagonisten haben in Studien gezeigt, dass sie effektiv Migräneanfälle vorbeugen. Sie werden daher als Mittel erster Wahl zur Migräne-Prophylaxe eingestuft.

Gibt es noch andere Verfahren, die bei der Prophylaxe von Migräne helfen?

Es gibt Verfahren, die mithilfe von elektrischer Stimulation die Entstehung von Migräneattacken verhindern. Ein solches ist zum Beispiel die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), bei der über Elektroden elektrische Impulse auf die Hautoberfläche übertragen werden. Man geht davon aus, dass diese Impulse Hautnerven stimulieren und so im zentralen Nervensystem (ZNS) zur Ausschüttung sogenannter Endorphine führen, die eine schmerzlindernde Wirkung besitzen.

Migräne ist eine schwere Erkrankung, die Betroffene sehr belastet und für deren Ursache es noch keine Heilung gibt. In der Behandlung der Anfälle allerdings werden immer neue Fortschritte gemacht, um den Leidensdruck der Betroffenen zu lindern. Deshalb gilt: Besteht der Verdacht, dass man unter Migräneattacken leidet, sollte man den Rat eines Arztes einholen. Es gibt Hilfe.

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