Migräne mit Aura

Entstehung und Symptome einer Migräne Aura

Letzte Aktualisierung: 02 Sep 2019

Junge Frau leidet an Migräne mit Aura und hält sich bei der Arbeit vor Schmerzen ihren Kopf.
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Migräne ist eine häufige Form von Kopfschmerzen und wird in Deutschland relativ häufig diagnostiziert. Es gibt zahlreiche unterschiedliche Formen der Migräne. Wenn zu den Kopfschmerzen neurologische Symptome auftreten, dann spricht man von der Migräne mit Aura.

Wie entsteht die Migräne Aura?

Die Migräne Aura kann zusätzlich zu den typischen Migräne-Kopfschmerzen auftreten. Durch Erregung von Nerven unterschiedlicher Hirnareale treten die Aura-Erscheinungen meist schon vor einem Migräneanfall auf. Die Aurasymptome richten sich hierbei nach der Lokalisation der ausbreitenden Erregungswelle. Häufige Auren sind Sehstörungen und Sensibilitätsstörungen, seltener kommt es zu motorischer Beeinträchtigung, Koordinationsstörungen oder Doppeltsehen.

Welche Auren Symptome gibt es?

Am häufigsten tritt die visuelle Aura auf. Dabei kommt es zu Flimmern oder Lichtblitzen im Blickfeld. Meist tritt diese Form der Aura als Zackenkranz auf, der hell in der Mitte des Gesichtsfeldes beginnt und nach außen wandert. Dabei rahmen die Lichterscheinungen einen Bereich normaler bis verschwommener Wahrnehmung ein, außerhalb der Lichterscheinung fehlt die Wahrnehmung in den meisten Fällen. Diese Erscheinung ist beweglich und wandert meist von der Mitte nach außen, wo sie dann verschwindet. Oft wird dies wie das Sehen im Wasser beschrieben, manche Objekte können vergrößert, verkleinert, verzerrt oder unscharf erscheinen.

Auch Teilausfälle beim Sehen, sogenannte Skotome, sind häufige Aura-Formen. Diese können entweder als dunkles Feld oder auch als eine Art Halluzination erscheinen. In schweren Fällen kann es zu einem kurzzeitigen Ausfall einer kompletten Hälfte des Gesichtsfeldes kommen. Dabei sehen Betroffene auf der rechten oder linken Seite eine schwarze Fläche oder nehmen diese nicht wahr. Dies lässt nach maximal 30 Minuten nach und geht wieder in ein normales Sehen über.

Auch die Sprache kann betroffen sein: Bei der sogenannten "Aphasie" kommt es durch eine Störung der Nerven aus dem Sprachzentrum zu Wortbildungs- oder Wortfindungsstörungen. Betroffene können in diesem Zustand stottern, unzusammenhängende Sätze oder Laute hervorbringen oder aber kaum noch zum Sprechen in der Lage sein. Die Spracharmut kann auch durch vorübergehende Verständnisprobleme bedingt sein – je nach betroffenem Gehirnareal wäre das Verstehen der Wörter und Sätze eingeschränkt, Aufforderungen beispielsweise werden nicht mehr verstanden. Diese Erscheinung kann als Veränderung der Persönlichkeit missverstanden werden, hat damit aber nichts zu tun und geht nach wenigen Minuten wieder vorbei, das Sprachverständnis und die Sprachbildung sollten danach wieder wie zuvor sein.

Dazu kommen oft neurologische Ausfälle, die unterschiedlich auftreten: Leichtes Kribbeln, Gefühlsstörungen, Taubheit oder Lähmung können in verschiedenem Ausmaß vorhanden sein. Dabei handelt es sich meist um einseitige Erscheinungen, sie betreffen vor allem die Gliedmaßen.

Ein weiteres Aurasymptom ist der Schwindel, welcher drehend oder schwankend auftreten kann und wie andere Aurasymptome langsam zunimmt und meist vor Beginn des Migränekopfschmerz verschwindet.. Seltenertreten Koordinationsstörungen auf, die zu Gangunsicherheit mit sehr starkem Schwindel führen. Auch die Ohren können betroffen sein, es kommt vorübergehend zu Schwerhörigkeit und Tinnitus.

Wer ist von Migräne mit Aura betroffen?

Migräne ist in Deutschland relativ weit verbreitet, etwa 20 – 30 Prozent der Bevölkerung leiden unter den wiederkehrenden Kopfschmerzen. Es kann bereits im Kindesalter zu ersten Anfällen kommen, meist manifestiert sich die Migräne jedoch erst nach der Pubertät im jungen Erwachsenenalter. Dabei sind Frauen dreimal so häufig betroffen wie Männer. Genetische Faktoren sind aufgrund der oft berichteten familiären Häufung anzunehmen. Speziell familiäre Migräneformen (z.B. familiäre hemiplegische Migräne) wurden bisher beschrieben und verschiedene genetische Mutationen zugeordnet. Auren erscheinen jedoch nur bei etwa 15 Prozent der Migränepatienten.

Kündigt sich jede Migräne eines Patienten mit der gleichen Aura an?

Bei Migränepatienten mit Aura können sich die Symptome im Laufe ihres Lebens verändern, dies ist allerdings nicht immer der Fall. Eine Neigung zu einem bestimmten Symptom bleibt meist bestehen. Manche Patienten haben ausschließlich visuelle Auren, andere neigen zusätzlich zu anderen neurologischen Ausfällen.

Die Patienten kennen diese Symptome und sind so bereits auf die kommenden Kopfschmerzen vorbereitet, noch bevor sie auftreten.

Wenn die Symptome jedoch mit dem Alter stärker werden, sollten sie mit einem Arzt besprochen werden, da die Schlaganfall-Symptomatik Auren sehr ähnlich sein kann und ein Schlaganfall ausgeschlossen werden muss. Auch bei neu auftretenden, bisher nicht vorhandenen Aura-Erscheinungen, sollte dies mit einem Arzt abgeklärt werden.

Wie verändern sich die Symptome während eines Auraanfalls?

Die Entwicklung der Aura-Symptome ist charakteristisch und läuft immer sehr ähnlich ab: Die Symptomatik beginnt langsam ausbreitend und vergeht innerhalb einer Stunde, woraufhin die Kopfschmerzen eintreten.

Die meisten Patienten, die die Aura-Symptome rechtzeitig erkennen, suchen dann bereits Ruhe, da so die anschließenden Kopfschmerzen oft weniger stark ausgeprägt erscheinen. Je nach Ausprägung der Aura ist ein sofortiges Hinsetzen oder –legen wichtig, da es durch die Ausfälle der visuellen und sensiblen Wahrnehmung zu schweren Unfällen kommen kann.

Werden die Medikamente (Schmerzmittel) sofort eingenommen, vermindern sie die folgenden Kopfschmerzen, auch die Aura-Symptome können bei rechtzeitiger Einnahme gelindert werden. Hiervon ausgenommen sind Triptane, welche während der Aura aus Sicherheitsgründen nicht eingenommen werden sollen. Dennoch ist die Leistungsfähigkeit potenziell auch unter Medikation eingeschränkt, worauf Rücksicht genommen werden muss – beispielsweise im Straßenverkehr oder bei der Arbeit.

Treten nach der Aura immer die Migräne Kopfschmerzen auf?

Nein, es gibt auch die sogenannte „migraine sans migraine“, der französische Ausdruck für „Migräne ohne Kopfschmerzen“. Es kann nach den typischen Aura-Symptomen auch zu einem Abklingen ohne folgende Kopfschmerzen kommen. Besonders bei älteren Migräne-Patienten nimmt die Intensität der Kopfschmerzen oft ab – es kommt mit zunehmendem Alter immer häufiger zu Auren ohne folgende Kopfschmerzen.

Was kann gegen die Aura Symptome helfen?

Im Allgemeinen hilft bei Kopfschmerzen, besonders bei Migräne, Ruhe in einem abgedunkelten Raum und Schlaf. Auch die Aura-Symptome können dadurch gelindert werden.

Medikamentös wirken gegen die Schmerzen die bekannten Schmerzmittel wie Ibuprofen, ASS (Acetylsalicylsäure) u.a. und andere Migräne Tabletten (Triptane) wie Sumatriptan oder Imigran.

Außerdem ist es wichtig, die Einnahme und Wirkung genau zu dokumentieren. Die Medikamenten-Einnahme sollte außerdem von einem Arzt überprüft werden.

Zur Prophylaxe sind Stressabbau und Vermeidung von Alkohol und Nikotin am wirksamsten. Auch Akupunktur kann helfen, die Wirksamkeit ist jedoch nicht nachgewiesen.

Bei sehr häufiger Migräne kommen zusätzlich prophylaktische Medikamente (z.B. Betarezeptorenblocker, Antidepressiva u.a.) in Frage.

Kann die Aura andere Folgen mit sich bringen?

Ja, es hat sich in Studien gezeigt, dass besonders ältere Patienten mit Migräne Aura ein höheres Risiko haben, einen Schlaganfall zu erleiden. Besonders, wenn weitere Risikofaktoren vorliegen, sollten die Symptome genau beobachtet werden. Vor allem Raucher, die unter Migräne mit oder ohne Aura leiden, sind stark gefährdet. Sobald sich die Aura verändert, also beispielsweise stärker ausgeprägt ist, akut beginnt oder deutlich länger als sonst andauert, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

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Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei Zava. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab und begann anschließend ihre klinische Forschung am National Hospital for Neurology and Neurosurgery London.

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