Verhütungszäpfchen

Zava erklärt die Anwendung sowie Vor- und Nachteile

Letzte Aktualisierung: 12 Feb 2019

Inhalt

In Deutschland wurden 2016 im dritten Quartal 24.200 Schwangerschaftsabbrüche gemeldet, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden. Das sind zwar 0,2 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, aber die Anzahl ist seit 2004 kontinuierlich gesunken. Dafür sind vor allem die heutigen Möglichkeiten der Verhütung verantwortlich. Eine mögliche Verhütungsmethode besteht hierbei in der Verwendung von Verhütungszäpfchen. Zava klärt auf, wie solche verwendet werden und auf was dabei geachtet werden sollte.

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Was sind Verhütungszäpfchen?

Das Verhütungszäpfchen ist ein Zäpfchen, was vor dem Geschlechtsverkehr in die Scheide eingeführt wird und durch das dortige Auflösen eine Barriere vor dem Muttermund bildet. Oft wird Nonoxinol-9 als Wirkstoff verwendet. Nonoxinol-9 ist ein Spermizid und hindert somit die Spermien an ihrer Bewegung und tötet sie ab. Das Verhütungszäpfchen ist eine chemische Verhütungsmethode, wobei ganz im Gegensatz zu hormonellen Verhütungsmitteln, wie beispielsweise der Pille, keine Hormone im Körper freigesetzt werden.

Wie werden Verhütungszäpfchen verwendet?

Das Verhütungszäpfchen muss mindestens 10 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr fingertief in die Scheide bis vor den Muttermund eingeführt werden, um seine optimale Wirkung zu entfalten. Dabei ist es wichtig, die angegebene Zeit tatsächlich auch zu warten, denn innerhalb dieser löst sich das Verhütungszäpfchen durch die Körpertemperatur auf und das Spermizid wird freigesetzt. Bei nachfolgendem Samenerguss wird die Spermienbewegung gehemmt und die Spermien abgetötet. Wenn es allerdings innerhalb von zwei Stunden nach dem Einführen des Verhütungszäpfchens nicht zu einem Samenerguss kommt, sollte ein neues Verhütungszäpfchen eingeführt werden, denn die Sicherheit der Verhütung ist nicht mehr vollständig gegeben. Zudem ist es nicht möglich das Verhütungszäpfchen ein zweites Mal zu verwenden. Somit muss bei nochmaligem Verkehr ein frisches Verhütungszäpfchen eingeführt und anschließend wieder 10 Minuten gewartet werden, um einen gewissen Schutz vor Schwangerschaft zu erhalten.

Wie zuverlässig sind Verhütungszäpfchen?

Verhütungszäpfchen sind als alleiniges Verhütungsmittel nicht sehr zuverlässig. Der Grund hierfür liegt darin, dass das Spermizid nur in einem bestimmten Zeitraum wirksam ist und somit der Samenerguss innerhalb von 2 Stunden erfolgen muss. Mithin dauert es in etwa 10 Minuten, bis die Wirksamkeit eintritt. Etwas sicherer werden Verhütungszäpfchen, wenn sie in Kombination mit anderen Verhütungsmitteln verwendet werden, wie etwa einem Diaphragma. Auch Kondome können in Kombination mit einem Verhütungszäpfchen, welches den Spermizid-Wirkstoff Nonoxinol-9 enthält, verwendet werden. Der Pearl-Index bei Verwendung von Spermiziden liegt zwischen 3 und 21. Das heißt, in unterschiedlichen Untersuchungen wurden im Verlaufe eines Jahres 3 bis 21 von 100 Frauen schwanger.

Für wen sind Verhütungszäpfchen geeignet?

Die Empfängnisverhütung mit Verhütungszäpfchen ist prinzipiell für alle Frauen geeignet. Besonders für Frauen, die eher unregelmäßig oder selten Geschlechtsverkehr haben, ist die Verwendung besonders angenehm. So brauchen sie nicht auf dauerhafte Methoden wie die Pille oder die Spirale zurückgreifen, da es direkt in der Scheide wirkt und nur dann zum Einsatz kommt, wenn es auch wirklich gebraucht wird.

Das Verhütungszäpfchen kommt für Frauen infrage, die ihren Körper nicht mit Hormonen belasten wollen oder die hormonelle Verhütungsmittel nicht vertragen. Auch für Frauen, die durch die Anwendung anderer Verhütungsmethoden ein Risiko eingehen würden oder bei denen Kontraindikationen vorhanden sind, kann das Verhütungszäpfchen einen Schwangerschaftsschutz bieten. Zusätzlich sind Verhütungszäpfchen in Kombination mit anderen Verhütungsmethoden, wie Kondomen oder einem Diaphragma geeignet und bieten einen zusätzlichen Schutz.

Welche Vorteile hat die Verhütung mit Verhütungszäpfchen?

Ein Vorteil von Verhütungszäpfchen besteht darin, dass keine künstlichen Hormone eingenommen werden müssen. Zusätzlich ist die Anwendung nicht kompliziert und die Verhütungszäpfchen sind rezeptfrei erhältlich. Außerdem kann die Anwendung nur bei Bedarf erfolgen und ist deshalb besonders für Frauen geeignet, die unregelmäßigen Geschlechtsverkehr haben. Die Verhütungszäpfchen können sehr gut als zusätzliches Verhütungsmittel eingesetzt werden.

Welche Nachteile hat die Verhütung mit dem Verhütungszäpfchen?

Durch einige Faktoren ist die Verwendung von Verhütungszäpfchen im Gegensatz zu anderen Verhütungsmethoden mit einigen Nachteilen verbunden. Vor allem ist die geringe Zuverlässigkeit der Verhütungsmethode (Pearl Index: 3-21) ein Nachteil.

Außerdem besteht durch die Verwendung von Verhütungszäpfchen ein erhöhtes Risiko allergische Reaktionen im Genitalbereich zu entwickeln. Das verwendete Spermizid Nonoxinol-9 kann beispielsweise die Vaginalschleimhaut der Frau oder die Penishaut des Mannes reizen, was sich in Wärmegefühl, Brennen oder Jucken äußert. Laut einer klinischen Studie, die 50 Frauen befragte, berichten 10 Prozent der Frauen über vaginales Brennen, 2 Prozent über Koitalbeschwerden und 4 Prozent über Ausfluss. Weiterhin berichteten 4 Prozent der Sexualpartner über Penisirritationen.

Ein weiterer negativer Punkt besteht in der Möglichkeit, dass durch Verhütungszäpfchen und die damit einhergehende Reizung eine erhöhte Gefahr für sexuell übertragene Infektionen, wie HIV und Chlamydien besteht. Auch die 10 minütige Wartezeit und das Einführen des Verhütungszäpfchens kann dazu führen, dass die Spontanität des Geschlechtsverkehrs nicht mehr gewährleistet ist. Zudem ist die Wirksamkeitsspanne des Schutzes mit zwei Stunden relativ klein.

Zusammen mit einem Kondom für den Mann sollten unbedingt nur geeignete Spermizide gemäß Gebrauchsinformation angewendet werden. So können Verhütungszäpfchen, die Nonoxinol-9, welches ein ölfreier Wirkstoff ist, mit Latex-Kondomen kombiniert werden, wodurch ein erhöhter Schutz erreicht wird. Ölhaltige Spermizide greifen hingegen das Latex-Kondom an und machen es porös. Allerdings können Polyurethan-Kondome mit ölhaltigen Spermiziden angewendet werden.

Kann nach der Verwendung von Verhütungszäpfchen Seife benutzt werden?

Es kommt auf das Spermizid an, welcher als Wirkstoff im Verhütungszäpfchen enthalten ist. So schützen Spermizide, wie Nonoxinol-9 weiterhin, da sie nicht mit normalen Seifen interagieren. Dagegen wird das Spermizid Benzalkoniumchlorid bei Verwendung von Seife weniger wirksam. Grund dafür ist die Wechselwirkung zwischen kationischem Benzalkoniumchlorid und anionischen Verbindungen wie Seife. Durch den Komplex der sich bei der Verbindung dieser beiden Substanzen bildet, wird der Schutz unwirksam.

Wann sollten Verhütungszäpfchen nicht angewendet werden?

Allgemein gilt, dass Verhütungszäpfchen nicht verwendet werden sollten, wenn bekannt ist, dass gegen einen der Bestandteile eine Überempfindlichkeit besteht. Auch sollte bei einer Schwangerschaft und Stillzeit vor der Verwendung abgesehen werden, da keine ausreichenden Erfahrungswerte vorliegen. Das Gleiche gilt bei vermehrtem Sekret-Ausfluss aus der Scheide oder während des Wochenbettes(Wundsekretion nach der Geburt). Falls Infektionskrankheiten vorliegen sollte ein zusätzlicher Schutz, wie beispielsweise durch Kondome erfolgen, da Verhütungszäpfchen nicht davor schützen.

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Dr. Emily Wimmer studierte Humanmedizin an der Universität zu Lübeck und schloss dieses 2009 ab. Danach arbeitete sie in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie an der MedUni Wien und als Assistenzärztin in Hamburg. Seit 2015 ist sie, neben ihrer Tätigkeit als Studienleiterin am Institut für Versorgungsforschung in Dermatologie in Hamburg, eine unserer deutschen Ärztinnen bei Zava.

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Artikel erschienen: 29 Jun 2017

Letzte Aktualisierung: 12 Feb 2019




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