Chlamydienübertragung

Wie ansteckend ist eine Chlamydieninfektion?

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Medizinisch geprüft von: Dr. Friederike Ebigbo

Letzte Änderung: 25 Sep 2019

Ein Mann zieht vor dem Geschlechtsverkehr ein Kondom aus seiner Hosentasche um sich vor einer Chlamydienübertragung zu schützen.
Inhalt

Die Chlamydien-Infektion ist eine sehr häufige, ansteckende und sexuell übertragbare Krankheit. Unbehandelte Chlamydieninfektionen können zu seltenen, aber ernsten Folgeerkrankungen wie Erblindung und Unfruchtbarkeit führen.

Während bei der Frau im Fall einer Chlamydien-Infektion vor allem Gebärmutterhals, Gebärmutter und Eileiter betroffen sind, sind beim Mann meist Harnröhre, Prostata und Nebenhoden entzündet.

Die typischen Symptome, sowohl bei Frauen, als auch bei Männern sind leichter, dünnflüssiger Ausfluss, der auch gelblich sein kann. Brennen beim Wasserlassen kann damit einhergehen. Da solche Infektionen oft unentdeckt bleiben, kann es später zu gefürchteten Problemen wie Eileiterschwangerschaften kommen, weil die Eileiter dauerhaft verklebt sind.

Chlamydien-Infektionen werden mit Antibiotika behandelt. Eventuell sollte man sich auch auf weitere sexuell übertragbare Infektionen testen lassen.

Falls Sie bereits wissen, dass es bei Ihnen zu einer Chlamydien-Infektion gekommen ist, können Sie hier direkt zu unserer Sprechstunde zur Behandlung von Chlamydien gelangen.

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Wie weiß ich, dass ich von einer Chlamydien Infektion betroffen bin?

Schätzungsweise sind in Deutschland ungefähr 13 Prozent sexuell aktiver, junger Frauen mit Chlamydien infiziert. Symptome können ein bis drei Wochen nach der Chlamydien-Infektion auftreten. Viele Frauen und Männer haben keine Symptome und geben die Erreger unbewusst weiter.

Chlamydien werden durch ungeschützten Geschlechtsverkehr mit Hautkontakt übertragen. Sie können aber auch von einer infizierten Mutter auf das Neugeborene übertragen werden und dort zu Bronchitis, Lungenentzündung, Mittelohrentzündung oder Bindehautentzündung führen.

Ein Test auf Chlamydien ist der einzig sichere Weg herauszufinden, ob man sich infiziert hat. Die Untersuchung erfolgt bei Männern mittels Urintest und bei Frauen mit einem vaginalen Abstrich oder mit einem Urintest.

Was sind Chlamydien?

Chlamydien gehören zur Gruppe der gram-negativen Bakterien. Die Erkrankung des Genitalbereichs wird durch den Erreger Chlamydia trachomatis ausgelöst.

Bei infizierten Personen sind die Schleimhäute der Augen, Atemwege oder des Genitalbereichs von Symptomen betroffen. Da sie sich nur im Inneren einer Zelle vermehren können, wurden sie lange Zeit für Viren gehalten.

Beim Geschlechtsverkehr kommt es zum Eindringen der Bakterien in die Schleimhaut des Genitaltraktes. Dort werden sie mit Antibiotika – in der Regel mit Tetrazyklinen oder Makroliden – bekämpft. Antibiotika bewirken, dass sich die Chlamydien nicht mehr vermehren. Die Entzündung kommt dann automatisch zum Erliegen.

Normalerweise erfolgte die Einnahme der Antibiotika über eine Woche. Es gibt aber auch Medikamente zur einmaligen Einnahme.

Symptome und Test

Bei Frauen, wie Männern treten brennender Ausfluss, Juckreiz und Brennen beim Wasserlassen auf. In seltenen Fällen kommt Fieber hinzu.

Da die Symptome einer Chlamydien-Infektion und Gonorrhoe (Tripper) ähnlich sind, und Chlamydien und Gonokokken häufig gemeinsam auftreten, ist eine Abklärung und Abgrenzung zu anderen Krankheiten wichtig. Hierfür ist eine Laboruntersuchung unbedingt notwendig.

Der Nachweis der Bakterien durch die sogenannte PCR-Methode (Polymerasekettenreaktion) erfolgt per Abstrich aus dem Gebärmutterhals, der Harnröhre oder dem Urin. Mit dieser sehr sensiblen Methode kann man direkt das Erbgut des Erregers nachweisen. Ein solcher Urintest ist über unsere Sprechstunde erhältlich.

Bei Schwangeren gehört der Chlamydien Test zur Routinevorsorge.

Wie kann man sich vor einer Infektion schützen?

Den einzigen Schutz vor einer Chlamydien-Infektion durch den Geschlechtsverkehr bietet die Verwendung von Kondomen, weil damit der Hautkontakt vermieden wird. Einen 100 % Schutz bietet aber auch ein Kondom nicht. Allerdings können Chlamydien auch beim oralen Sexualkontakt übertragen werden. Hier kann ebenfalls die Rachenregion infiziert werden.

Wenn ungeschützter Geschlechtsverkehr mit einem infizierten Partner stattgefunden hat, sollte man immer einen Arzt kontaktieren und eine Behandlung einleiten, da die Ansteckungswahrscheinlichkeit hoch ist. Auch in der Sprechstunde von Zava können Sie ein Rezept und Medikament zur Chlamydienbehandlung anfordern.

Welche Folgen hat eine Infektion?

Chlamydien verursachen Erkrankungen des Genitalbereichs. Dabei treten bei Männern am häufigsten Entzündungen in Harnröhre, Prostata und Nebenhoden auf. Meistens kommt es nicht zu gravierenden, weiteren Erkrankungen. Zusätzlich bemerken Männer häufig morgens eine erschwerte Harnentleerung, Jucken, Schmerzen und Ausfluss.

Bei Frauen entzündet sich auch die Harnröhre oder die Schleimhaut des Gebärmutterhalses. Von dort aus wandern die Erreger über die Gebärmutter zu den Eileitern. Wenn diese verkleben oder vernarben, können die betroffenen Frauen unfruchtbar werden.

Eine andere Folge kann die Eileiterschwangerschaft sein, wenn ein befruchtetes Ei wegen der verklebten Eileiter nicht mehr die Gebärmutter erreichen kann. Auch Bauchhöhlenschwangerschaften können vorkommen.

Eine Chlamydien-Infektion erhöht bei einer Schwangerschaft das Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung und damit die Gefahr einer Frühgeburt.

Wer ist besonders gefährdet?

Außer der Infektion des Genitalbereichs gibt es weitere Erreger der Gattung Chlamydia. Auch diese betreffen hauptsächlich eine Besiedelung der Schleimhäute. Bekannt sind Chlamydia pneumoniae, die hauptsächlich Lungenentzündungen, aber auch chronischen Husten hervorrufen, und Chlamydia psittaci, die durch Vögel übertragen wird. Hierbei sind insbesondere diejenigen gefährdet, die beruflich engen Kontakt mit Tieren haben.

Der für die Genitalerkrankung zuständige Erreger Chlamydia trachomatis kann bei Menschen auch eine reine Bindehautentzündung auslösen.

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Dr. Friederike Ebigbo Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Dr. Friederike Ebigbo ist Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Derzeit arbeitet sie an einer Frauenklinik in der Schweiz. Sie schloss 2011 das Medizinstudium an der Technischen Universität München ab.

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Letzte Änderung: 25 Sep 2019



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