Die Wirkung von Sildenafil

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von

Dr. Nadia Schendzielorz

Letzte Änderung: 27 Aug. 2025

Sildenafil wird zur Behandlung von Erektionsstörungen (erektiler Dysfunktion) eingesetzt. Der Wirkstoff sorgt dafür, dass sich die Blutgefäße im Penis entspannen. So kann das Blut leichter einströmen – und die Erektionsfähigkeit verbessert sich. Wann und wie lange Sildenafil wirkt und ob sich die Wirkung beeinflussen lässt, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Inhalt
 

Wie wirkt Sildenafil im Körper?

Sildenafil hemmt das Enzym Phosphodiesterase-5 (PDE-5) im Körper. Deshalb werden Sildenafil und Wirkstoffe mit gleicher Wirkweise als PDE-5-Hemmer bezeichnet.

PDE-5 kommt in der Muskulatur der Penisschwellkörper vor. Seine Aufgabe ist es, das zyklische Guanin-Monophosphat (cGMP) abzubauen. cGMP signalisiert unter anderem die Weitstellung der Blutgefäße im Penis. Hemmt Sildenafil das Enzym PDE-5, erfolgt der Abbau von cGMP langsamer als gewöhnlich. Die Folge: ein stärkerer Bluteinstrom in die Schwellkörper. Der Anwender kann leichter eine Erektion aufbauen und aufrechterhalten.

PDE-5-Hemmer wirken ausschließlich symptomatisch. Das bedeutet, dass Sildenafil zwar die Erektionsfähigkeit verbessern kann, jedoch nicht die Ursache der Erektionsstörungen behebt.

Wichtig: Sildenafil begünstigt den Blutfluss in den Penis nur, wenn der Anwender gerade sexuell erregt ist.

Sie leiden unter Erektionsstörungen und möchten ein Medikament mit Sildenafil dagegen einnehmen? Bei ZAVA können Sie über einen kurzen medizinischen Fragebogen ein passendes Präparat anfragen.

Wann beginnt die Wirkung von Sildenafil?

Sildenafil wirkt unabhängig von der Dosierung innerhalb von 30-60 Minuten nach der Einnahme. Es wird nach Bedarf vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen und gilt daher als sogenannte Bedarfsmedikation.

Die exakte Dauer bis zum Wirkeintritt ist von Person zu Person verschieden und wird unter anderem von der Nahrungsaufnahme beeinflusst: Eine große Mahlzeit kann den Effekt etwas verzögern, da es länger dauert, bis der Körper Sildenafil aufgenommen hat.

Wie lange wirkt Sildenafil?

Die Wirkung von Sildenafil hält typischerweise für 4-5 Stunden an. Dabei spielen unter anderem individuelle Faktoren eine Rolle – zum Beispiel bauen manche Männer den Wirkstoff schneller oder langsamer ab.

Gut zu wissen: Die Wirkdauer von Sildenafil entspricht nicht der Dauer der Erektion. Es handelt sich dabei um den Zeitraum, in dem der Wirkstoff Sildenafil eine Erektion begünstigt. Eine Erektion kommt trotzdem nur bei sexueller Erregung zustande.

Wie stark ist die Wirkung von Sildenafil?

Die Konzentration von Sildenafil im Blut ist 30-120 Minuten nach der Einnahme am höchsten. In dieser Phase ist es also ideal, Sex zu haben, da die Wirkung am stärksten ausfällt. Danach nimmt die Konzentration allmählich wieder ab und der Effekt wird schwächer.

Wie stark Sildenafil allgemein wirkt, ist von verschiedenen Faktoren abhängig. Dazu zählen unter anderem:

  • Dosierung: Die übliche Sildenafil-Dosierung liegt bei 50 mg. Je nach Patient kann aber eine niedrigere oder höhere Dosierung notwendig sein, um die gleiche Wirkung zu erzielen.
  • allgemeiner Gesundheitszustand: Stress und körperliche Erkrankungen können Einfluss auf die Wirkung von Sildenafil nehmen.
  • Libido: Hat der Anwender keine Lust auf Sex, zeigt auch Sildenafil keinen Effekt.

Wie unterscheidet sich die Wirkung bei unterschiedlichen Dosierungen?

Generell ist das Ziel einer Behandlung mit Sildenafil, eine Erektion zu bekommen, die für befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreicht. Der Arzt wählt für seinen Patienten die Dosierung aus, die diesen Effekt erzielt und gleichzeitig zu den gesundheitlichen Voraussetzungen passt. Eine höhere Dosierung zeigt dann keine stärkere Wirkung – es steigt lediglich das Risiko für Nebenwirkungen.

In der Regel beginnt die Behandlung mit der Einnahme von 50 mg Sildenafil. Sollte die Wirkung zu gering ausfallen, kann die Dosis vom Arzt auf 100 mg erhöht werden. Manchmal rufen aber auch schon 50 mg Sildenafil unangenehme Nebenwirkungen hervor (bspw. Schwindel oder Kopfschmerzen). Dann kann eine reduzierte Dosis von 25 mg Abhilfe schaffen.

Wichtig: Eine Erhöhung oder Reduzierung der Dosis ordnet immer der Arzt an. Er kennt Neben- und Wechselwirkungen und kann am besten einschätzen, welche Dosierung für Sie geeignet ist.

Lässt sich die Wirkung von Sildenafil beeinflussen?

Tatsächlich gibt es einige Punkte, mit denen Anwender Einfluss auf die Wirkung von Sildenafil nehmen können – sowohl positiv als auch negativ.

Sildenafil: Können Anwender die Wirkung verstärken?

Konkrete Verhaltensweisen können dazu beitragen, die Wirkung von Sildenafil zu verbessern. Dabei vor allem wichtig:

  • keine großen, fettigen Mahlzeiten vor der Einnahme
  • auf Alkohol verzichten

Wer sich körperlich und seelisch gesund und ausgeglichen fühlt, hat eine deutlich größere Chance auf einen Behandlungserfolg. Achten Sie daher insbesondere auf:

  • genug Schlaf
  • eine größtenteils gesunde und abwechslungsreiche Ernährung
  • Bewegung im Alltag
  • Harmonie in der Partnerschaft

Wechselwirkungen mit Medikamenten und Genussmitteln

Manche Medikamente können gefährliche Wechselwirkungen mit Sildenafil auslösen. Dazu gehören beispielsweise Nitrate, die etwa bei einem Herzinfarkt oder bei Angina pectoris verabreicht werden. Nitrate und Sildenafil dürfen auf keinen Fall zusammen eingenommen werden. Nitrate wirken blutdrucksenkend – die beiden Wirkstoffe können sich hier gegenseitig verstärken und zu einem gefährlichen Blutdruckabfall führen.

Bei anderen Medikamenten wie Blutdrucktabletten oder Antibiotika muss der behandelnde Arzt individuell entscheiden, ob die Verschreibung von Sildenafil möglich ist. Sie können Einfluss darauf nehmen, wie stark Sildenafil wirkt: Die Medikamente werden genau wie Sildenafil in der Leber abgebaut und sorgen unter Umständen dafür, dass der Wirkstoff länger im Körper verbleibt. Es kann also zu stärkeren oder länger anhaltenden Nebenwirkungen kommen.

Unter anderem aufgrund der Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind Präparate mit Sildenafil in Deutschland rezeptpflichtig.

Wie beeinflusst Alkohol die Wirkung von Sildenafil? Größere Mengen Alkohol können die blutdrucksenkende Wirkung von Sildenafil verstärken. In der Folge treten zum Beispiel Kreislaufprobleme oder Herzrasen auf. Während der Einnahme von Sildenafil sollten Anwender also am besten auf Alkohol verzichten.

Was tun, wenn Sildenafil nicht wirkt?

Wenn Sildenafil gar nicht oder nicht ausreichend wirkt, sollten Sie zunächst den Einnahmezeitpunkt überprüfen. Der Wirkstoff muss 30-60 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden, denn er entfaltet erst nach dieser Zeit seine volle Wirkung. Große Mahlzeiten können den Wirkeintritt verzögern.

Damit Sildenafil wirken kann, ist außerdem sexuelle Erregung notwendig. Anders als manchmal angenommen, fördert der Wirkstoff nicht etwa die Lust auf Sex. Er hilft lediglich, eine Erektion zu bekommen und aufrechtzuerhalten.

Sie haben die Einnahmehinweise beachtet und trotzdem wirkt Sildenafil nicht? Dann muss unter Umständen die Dosierung angepasst werden. Gegebenenfalls kommt auch der Umstieg auf ein anderes Präparat infrage. Ziehen Sie Ihren Arzt zurate – den Ärzten von ZAVA können Sie über Ihr Patientenkonto ganz einfach eine Nachricht schreiben.

Selbstständig die Dosierung von Sildenafil zu ändern, kann sehr gefährlich sein. Vorerkrankungen und mögliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten müssen dabei berücksichtigt werden. Nur ein Arzt kann hier eine sichere Entscheidung treffen.

Wie wirkt Sildenafil im Vergleich zu anderen Potenzmitteln?

Neben Sildenafil gibt es noch andere Stoffe, die eine sehr ähnliche Wirkweise aufweisen. Dazu gehören zum Beispiel Tadalafil und Vardenafil.

Tadalafil ist genauso wie Sildenafil ein PDE-5-Hemmer. Der größte Unterschied zwischen Sildenafil und Tadalafil ist die Wirkdauer. Die Wirkung von Sildenafil in VIAGRA® oder VIAGRA® Generika hält bei den meisten Männern bis zu 5 Stunden lang an. Potenzmittel mit Tadalafil, wie Cialis® oder Cialis® Generika, wirken deutlich länger – der Effekt hält in der Regel bis zu 36 Stunden lang an und ermöglicht damit innerhalb eines längeren Zeitraums spontanen Geschlechtsverkehr.

Tadalafil 5 mg ist außerdem für eine Dauermedikation geeignet. Dabei wird das Medikament täglich eingenommen, sodass der Wirkstoffspiegel gleichmäßig bleibt. Die Erektionsfähigkeit ist damit dauerhaft gesteigert. Das ermöglicht jederzeit spontanen Geschlechtsverkehr – die Behandlungsform eignet sich daher vor allem für Männer, die öfter als 2-mal pro Woche sexuell aktiv sind.

Der Wirkstoff Vardenafil gehört ebenfalls zur Gruppe der PDE-5-Hemmer. Vardenafil und Sildenafil sind sich generell sehr ähnlich. Vardenafil kann bereits 25 Minuten nach der Einnahme anfangen zu wirken.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich sexuell erregt sein, damit Sildenafil wirkt?

Ja, nur bei sexueller Erregung entfaltet sich die erektionsfördernde Wirkung von Sildenafil.

Kann ich nach einer Ejakulation sofort wieder eine Erektion bekommen?

Nein, nach der Ejakulation tritt zunächst die Refraktärphase ein, in der der Penis erschlafft. Wie lange sie anhält, ist von Mann zu Mann unterschiedlich. Es kann sich dabei um wenige Minuten handeln, manchmal aber auch um Stunden.

Ist die Wirkung von Sildenafil bei jedem gleich stark?

Nein, die Stärke der Wirkung ist von verschiedenen Faktoren abhängig, zum Beispiel vom persönlichen Gesundheitszustand, aber auch von anderen eingenommenen Medikamenten. Diese Aspekte muss der Arzt bei der Dosierung beachten.

Was ist der Unterschied zwischen Sildenafil und VIAGRA®?

Bei Sildenafil handelt es sich um einen Wirkstoff, bei VIAGRA® um ein bestimmtes Medikament, das Sildenafil enthält.

Welche Nebenwirkungen hat Sildenafil?

Zu den häufigsten Nebenwirkungen zählen zum Beispiel Kopfschmerzen, Sehstörungen und eine verstopfte Nase. Vor allem bei einer Überdosierung können negative Begleiterscheinungen auftreten.

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Dr. Nadia Schendzielorz Medizinische Autorin

Dr. Nadia Schendzielorz war von 2016 bis 2020 Apothekerin bei ZAVA und unterstützt das Team nun freiberuflich bei der medizinischen Textprüfung. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

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Letzte Änderung: 27 Aug. 2025

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