Normale Erektionsdauer

Dr. Emily Wimmer

Medizinisch geprüft von

Dr. med. Emily Wimmer

Letzte Änderung: 08 Nov 2022

Ob 4, 6 oder 8 Minuten – wissenschaftliche Studien sind sich uneins darüber, wie lange die durchschnittliche Erektionsdauer beim Mann tatsächlich ausfällt. Einen maßgeblichen Einfluss darauf haben auch individuelle Faktoren. Jedoch gibt es verschiedene Störungen und Erkrankungen, die die Erektion des männlichen Glieds beeinflussen – und sie stark verkürzen, aber auch verlängern können. Lesen Sie hier, welche Erektionsprobleme und Orgasmusstörungen es gibt und wie sie sich mit Medikamenten sowie alternativen Behandlungsmethoden lindern lassen.

Inhalt
Uhr und Unterwäsche liegen im Bett, Paar unter Bettdecke in unscharfem Hintergrund.
 

Erektionsdauer: Was ist eigentlich normal?

Wie lange eine durchschnittliche Erektion beim Mann andauert, ist schwer festzulegen, da die Erregung mit vielen individuellen Faktoren zusammenhängt. Generell bezeichnet die Erektion die Versteifung des Penis, die durch einen bestimmten Reiz ausgelöst wird und bis kurz nach dem Orgasmus anhält.

Der Auslöser kann sowohl physischer Natur sein, beispielsweise bei der Masturbation, als auch einen psychischen Ursprung haben. Wenn der Mann durch seine Vorstellungskraft und visuelle Eindrücke erregt wird, kann dies ebenfalls eine Versteifung bewirken.

Studien zur durchschnittlichen Erektionsdauer

Eine Studie aus den USA kommt zu dem Ergebnis, dass die normale Erektionsdauer bei einem gesunden Mann durchschnittlich 9 Minuten beträgt. Die Dauer der Versteifung kann, muss dabei aber nicht mit der Länge des Liebesaktes zusammenhängen.

Australische Forscher kamen bei einer Studie mit 500 Liebespaaren allerdings zu dem Ergebnis, dass der Geschlechtsverkehr durchschnittlich 5,4 Minuten andauert. Im Zuge der Studie zeigte sich auch, dass der Akt bei den jüngeren Teilnehmern deutlich länger war (6,5 Minuten) als bei den älteren Männern (4,3 Minuten).

Das zeigt: Wissenschaftler tun sich schwer damit, die Erektionsdauer konkret zu beziffern – das liegt nicht zuletzt daran, dass Sexualität ein hoch individuelles Thema ist.

Welche Faktoren tragen zu einer Erektion bei?

Wie lange der Penis steif bleibt, hängt einerseits damit zusammen, ob und in welchem Zeitraum der Mann erregt ist. Außerdem spielen diese Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Ernährung
  • Lebensstil
  • körperliche Gesundheit

So tragen Sport und eine ausgewogene Ernährung zu einem gesunden Lebensstil bei, der die Grundlage für eine ausdauernde Potenz darstellt.

Es gibt jedoch auch einige Umstände, die die Erektion verkürzen oder stark verlängern: Dahinter können psychische und körperliche Erkrankungen stecken, bei denen eine medizinische Behandlung notwendig ist.

Doch nicht immer empfehlen Ärzte eine Therapie: Ist ein Paar mit der Situation und seinem Liebesleben zufrieden, gibt es meistens keinen Handlungsbedarf. Da die Potenz ein persönliches Thema ist und oft von der individuellen Einschätzung der Betroffenen abhängt, existieren keine allgemeingültigen Zahlen oder Durchschnittswerte. Somit lässt sich eine Abweichung von der Norm nur sehr schwer diagnostizieren.

Achtung: Spätestens sobald Potenzprobleme mit Schmerzen verbunden sind oder über einen längeren Zeitraum bestehen, sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen.

Verkürzte Erektionsfähigkeit – die erektile Dysfunktion

Wenn der Mann über einen längeren Zeitraum keine zufriedenstellende Erektion erzeugen oder aufrechterhalten kann, liegt in vielen Fällen eine erektile Dysfunktion vor. Die maximale Erektionsdauer der Betroffenen beträgt dann meist nur 3-5 Minuten – wenn es überhaupt zu einer Versteifung des Penis kommt. Damit ist die Erektion deutlich kürzer als bei einem gesunden Mann.

Oftmals ist durch die verkürzte Erektionsdauer ein erfülltes Sexleben nur schwer möglich, sodass die Betroffenen stark unter der Situation leiden. Die erektile Dysfunktion, früher auch bekannt als Impotenz, betrifft bis zu 20 % der Männer zwischen 30 und 80 Jahren. Ärzte unterscheiden dabei zwischen einer kurzzeitigen Erektionsstörung, die nach wenigen Wochen wieder abklingt, und der chronischen erektilen Dysfunktion. Dabei bleiben die Versuche, Geschlechtsverkehr zu haben, innerhalb von 6 Monaten zu mindestens 70 % erfolglos.

Erektile Dysfunktion: Was sind die Ursachen?

Die erektile Dysfunktion betrifft vor allem ältere Männer: Etwa 53 % sind zwischen 70 und 80 Jahre alt. Dies liegt daran, dass die Hauptursache für Erektionsstörungen eine Arterienverkalkung (Arteriosklerose) ist. Sie entsteht häufig durch Bluthochdruck, einen erhöhten Cholesterinspiegel oder mangelnde Bewegung. Ältere Männer leiden zudem häufiger an anderen Vorerkrankungen, die sich auf die Erektionsfähigkeit auswirken können. Das bedeutet aber nicht, dass nicht auch Jüngere von Erektionsstörungen betroffen sind. Häufig spielt die körperliche Verfassung eine wichtige Rolle.

So können auch diese körperlichen Ursachen eine sexuelle Funktionsstörung begünstigen:

  • Diabetes mellitus (50 % der Diabetiker leiden unter einer erektilen Dysfunktion)
  • neurologische Erkrankungen (Multiple Sklerose, Parkinson)
  • niedriger Testosteronspiegel
  • Folgen von Operationen im kleinen Becken
  • Nebenwirkungen von Medikamenten (z.B. Psychopharmaka oder blutdrucksenkende Mittel)
  • Drogen-, Alkohol- und Nikotinsucht

Auch psychische Probleme sind ein möglicher Grund dafür, dass sich die Erektionsdauer verringert. Depressionen, Probleme in der Partnerschaft und Stress können eine zeitweilige Potenzstörung auslösen oder umgekehrt die Folge einer erektilen Dysfunktion sein. Viele Betroffene belastet die Situation stark, weshalb Ärzte bei länger anhaltenden Erektionsproblemen eine Therapie empfehlen.

Wie lässt sich die Erektionsstörung behandeln?

Je nach Ursache schlagen Mediziner unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten für die erektile Dysfunktion vor. So lässt sich eine Erektionsstörung zum Beispiel medikamentös mit sogenannten PDE-5-Hemmern therapieren, die Sie auch bei ZAVA anfragen können. Füllen Sie hierfür einen kurzen medizinischen Fragebogen aus und wählen Sie Ihr bevorzugtes potenzsteigerndes Mittel. Anschließend prüft einer unserer Ärzte Ihre Anfrage.

Spricht bei Ihnen nichts gegen eine Behandlung, erhalten Sie bei ZAVA zum Beispiel folgende PDE-5-Hemmer bei erektiler Dysfunktion:

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Darüber hinaus gibt es zahlreiche alternative Behandlungsoptionen, die die Steifheit des Penis bei erektiler Dysfunktion verbessern können. Hierzu zählen Erektionshilfen wie eine Penispumpe, natürliche Potenzmittel in Form von Supplements und Beckenboden- sowie Kegel-Übungen. Welche Methoden Betroffene am besten dabei unterstützen, eine normale Erektionsdauer zu erreichen, ist jedoch sehr individuell und hängt vom Grund des Erektionsproblems ab.

Als Ergänzung zur medikamentösen Therapie können Sie sich bei ZAVA auch die Kranus Edera Potenz-App verschreiben lassen. Mit diesem ganzheitlichen Programm zur Behandlung der erektilen Dysfunktion gehen Nutzer mithilfe verschiedener Übungen die Ursachen der Potenzstörung an – sofern diese nicht auf eine körperliche Grunderkrankung zurückzuführen sind.

Das 12-wöchige Coaching zur Verbesserung der maximalen Erektionsdauer umfasst Trainingseinheiten aus verschiedenen Gebieten, darunter:

  • Physiotherapie
  • Beckenbodentraining
  • Achtsamkeit bzw. mentale Übungen
  • Ausdauer
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Priapismus: Wenn die Erektion nicht nachlässt

Die normale Erektionsdauer kann sich durch Erektionsstörungen nicht nur stark verkürzen, sondern in seltenen Fällen auch deutlich verlängern. Bei einer Dauererektion (Priapismus) leidet der Betroffene unter einer Versteifung des Penis, die meist länger als 4 Stunden anhält. Die Schwellung ist dabei häufig mit starken Schmerzen verbunden und tritt ohne Lustgefühl auf.

Priapismus entsteht meistens, wenn das Blut aus dem Schwellkörper nicht mehr richtig abfließen kann (Low-Flow-Typ). Aber auch ein vermehrter Blutstrom kann die Ursache für die Dauererektion sein (High-Flow-Typ). Häufig lässt sich aber nicht genau sagen, wie und warum es zu der Störung kommt. Oft hängt Priapismus aber mit Drogenkonsum oder der Einnahme verschiedener Medikamente zusammen, beispielsweise:

  • Methylphenidat (Ritalin)
  • Kokain
  • ungeeignete Potenzmittel
  • Antidepressiva
  • blutdrucksenkende Mittel
  • Blutverdünner wie Heparin

Auch ein Unfall, Blutkrankheiten oder Rückenmarksverletzungen können zu einer Dauererektion führen.

Wichtig: In jedem Fall handelt es sich bei einer ungewöhnlich lang anhaltenden Erektion um einen urologischen Notfall, der sofort behandelt werden muss. Im schlimmsten Fall kann das Penisgewebe im Zuge der Dauererektion und der damit verbundenen Unterversorgung an Sauerstoff absterben. Auch Gewebeveränderungen und bleibende Erektionsstörungen sind bei einer zu späten Behandlung mögliche Folgen. Gehen Sie daher sofort zu einem Arzt oder in die Notaufnahme, wenn Ihre Erektion über mehrere Stunden nicht nachlässt und schmerzhaft ist.

Um den Penis schnellstmöglich wieder mit Sauerstoff zu versorgen, lässt der Mediziner zunächst das überschüssige Blut mit einer Kanüle ab. Auch möglich ist die Injektion von Adrenalin in den Schwellkörper, wodurch sich die Muskeln in der Zellwand der Arterien zusammenziehen. So sinkt der Druck im Schwellkörper. Begleitend dazu erhält der Patient Schmerzmittel.

In seltenen Fällen ist eine Operation notwendig, damit das Blut wieder normal abfließen kann. Liegt eine Begleiterkrankung vor, sollte diese bestmöglich behandelt werden, um einen wiederkehrenden Priapismus zu verhindern.

Fazit: Welche Erektionsdauer ist normal?

Ob die Erektionsdauer als normal eingeschätzt wird, hängt vom persönlichen Empfinden ab. Während die durchschnittliche Erektionsdauer beim Mann im Zuge des Geschlechtsakts rund 5-6 Minuten anhält, gibt es durchaus Paare, die 30 Minuten lang sexuell interagieren. Kommt die Erektion gar nicht zustande, ist sie stark verkürzt oder dauert sie über mehrere Stunden lang an, liegt häufig eine Erektions- oder Orgasmusstörung vor. Diese kann mit dem Testosteron-Wert, einer körperlichen Grunderkrankung oder psychischen Problemen zusammenhängen.

Eine erektile Dysfunktion lässt sich meistens gut mit Medikamenten wie VIAGRA® oder Cialis® behandeln, während bei einer schmerzhaften Dauererektion oft nur ein medizinischer Eingriff Abhilfe schafft. Beckenbodenübungen und Verhaltenstherapie können die Dauer der Erektion verbessern. Bei jedem Krankheitsbild ist es wichtig, die genaue Ursache zu kennen, um die individuell beste Behandlung zu finden.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zur normalen Erektionsdauer

Was ist die normale Erektionsdauer?

Es gibt keine genauen Werte zur normalen Erektionsdauer, da es sich um eine subjektive Einschätzung handelt. Wissenschaftler beziffern einen ungefähren Zeitraum zwischen 5 und 9 Minuten.

Was sind die Gründe dafür, dass die Erektionsdauer nicht normal ist?

Die Erektionsdauer eines Mannes kann sich aus verschiedenen Gründen verlängern oder verkürzen. Psychische Faktoren, eine ungesunde Lebensweise und verschiedene Grunderkrankungen, zum Beispiel Diabetes, sind oftmals die Ursache für Erektions- und Potenzstörungen.

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Dr. med. Emily Wimmer Ärztin

Dr. med. Emily Wimmer ist seit 2015 eine unserer deutschen Ärzte bei ZAVA. 2009 schloss sie ihr Studium der Humanmedizin an der Universität zu Lübeck ab. Danach arbeitete sie in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie an der MedUni Wien sowie als Assistenzärztin in Hamburg bzw. Prüfärztin am Hamburger Institut für Versorgungsforschung in Dermatologie. Seit 2020 arbeitet Sie zudem in Teilzeit in einer Hausarztpraxis in Hamburg.

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