Ausfluss riecht: Welcher Geruch ist normal?

Dr Friederike Ebigbo

Medizinisch geprüft von

Dr. Friederike Ebigbo

Tabuthema Scheidenausfluss: Jede Frau hat ihn, doch nur wenige sprechen offen darüber. Dabei ist Scheidenausfluss völlig normal und sogar wichtig für Funktion und Schutz unserer Intimzone. Das Gleichgewicht der Intimflora kann aber aus den Fugen geraten. Anzeichen hierfür ist unter anderem ein veränderter Geruch. Doch welcher Geruch ist eigentlich normal? Auf welche Erkrankungen kann ein riechender Ausfluss hinweisen? Und wann sollten Sie einen Arzt aufsuchen? Verschaffen Sie sich einen Überblick!

Inhalt

Ausfluss riecht: Normal oder bedenklich?

Scheidenausfluss (fluor genitalis) ist normal und kommt bei jeder Frau vor. Gesunder Ausfluss kann geruchsneutral und klar bis milchig sein. Aber auch ein leicht säuerlicher oder aromatischer riechender Ausfluss muss kein Grund zur Sorge sein.

Einfluss auf den Geruch des Ausflusses können verschiedene Faktoren nehmen. Hierzu gehören:

  • Genussmittel wie Alkohol und Zigaretten
  • bestimmte Lebensmittel und Gewürze, etwa Zwiebeln, Knoblauch, Curry oder Spargel
  • Einnahme von Antibiotika
  • eine zu aggressive Intimhygiene mit stark parfümierten Pflegeprodukten
  • anstrengende Sporteinheit mit hoher Schweißproduktion

Wenn Sie also Ihren veränderten Intimgeruch beispielsweise auf eine lange Party-Nacht mit dem einen oder anderen Cocktail zurückführen können, ist das in der Regel unbedenklich.

Einer ärztlichen Abklärung bedarf es allerdings, wenn der Vaginalgeruch ungewöhnlich stark ist und fischig, faulig oder hefeartig riecht. In diesen Fällen kann eine Vaginalinfektion hinter den Auffälligkeiten stehen.

Fischig riechender Ausfluss

Ein nach Fisch riechender Ausfluss kann für betroffene Frauen sehr belastend sein. Doch so unangenehm das Symptom auch ist, so gut können in der Regel die ursächlichen Erkrankungen behandelt werden. Wichtig hierbei ist in jedem Fall die rechtzeitige Behandlung, bei anhaltenden oder starken Symptomen. Folgende Ursachen können den fischigen Intimgeruch hervorrufen:

Bakterielle Vaginose (Entzündung der Intimregion durch Bakterien)

Patientinnen mit bakterieller Vaginose bemerken in der Regel einen grau-weißlichen Ausfluss, der vermehrt auftritt und dünnflüssig bis schaumig ist. Hinzu kommt, dass dem Ausfluss ein unangenehmer, nach Fisch riechender Geruch anheftet. Manche Betroffene klagen zudem über Juckreiz, der hauptsächlich im äußeren Scheidenbereich auftritt.

Bei der bakteriellen Vaginose oder auch Aminkolpitis, handelt es sich um eine Dysbalance der guten und schlechten Bakterien in der Scheide. Die guten Bakterien sind Milchsäurebakterien, welche zu einem sauren Milieu führen und das Überleben anderen Keime, erschweren. Kommt es zu einer Abnahme der Milchsäurebakterien, z.B. durch eine Antibiotika-Behandlung oder Stress, können die schlechten Bakterien überhand nehmen und so eine Infektion auslösen.

Wenn Sie eine bakterielle Entzündung vermuten, sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen, denn es kommen verschiedene Erreger als Verursacher in Frage. Ihr Frauenarzt kann durch weitere Untersuchungen der Ursache nachgehen und eine passende Behandlung einleiten.

Die Behandlung richtet sich nach Ihren Beschwerden sowie dem Schweregrad der Entzündung. In schweren Fällen ist eine Behandlung mit Antibiotika nötig. Ansonsten kommen Vaginalzäpfchen mit Milchsäurebakterien in Betracht, die helfen können, Ihr Scheidenmilieu wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Sexuell übertragbare Krankheiten, zum Beispiel Trichomonaden-Infektion

Ihr Ausfluss riecht fischig-säuerlich und sieht gelblich-grün und schaumig aus? Sollten zusätzlich Schmerzen beim Wasserlassen oder Geschlechtsverkehr, Rötungen und/oder Schwellungen im Intimbereich oder Juckreiz auftreten, kann dies an einer sexuell übertragbaren Erkrankung, zum Beispiel einer Infektion mit Trichomonaden, liegen. Zudem sollten auch andere Ursachen für Ihre Beschwerden ausgeschlossen werden.

Generell gilt: Sexuell übertragbare Krankheiten sollten stets behandelt werden. Dies betrifft auch Ihren Partner, selbst wenn dieser keine Beschwerden hat. Die Partnerbehandlung dient dazu, den sogenannten Ping-pong-Effekt, also das sich immer wieder gegenseitige Anstecken zweier Sexualpartner, zu verhindern.

Leicht fischiger Geruch kann zum Beispiel in Verbindung mit Schweiß entstehen und bedarf nicht unbedingt einer ärztlichen Kontrolle. Waschen Sie Ihren Intimbereich mit warmem Wasser. Benutzen Sie keine parfümierten Seifen oder Duschgels, die den pH-Wert Ihrer Intimregion aus dem Gleichgewicht bringen, da diese die schützende Scheidenflora zerstören und Nährboden für Infektionen bieten kann.

Faulig riechender Ausfluss

Sie haben bemerkt, dass Ihr Ausfluss einen fauligen Geruch angenommen hat?

Dies kann mitunter folgende Ursachen haben:

Vergessener Fremdkörper (insbesondere Tampons)

Ursache für einen fauligen Intimgeruch kann beispielsweise ein zu lange getragener Tampon sein (länger als 6-8 Stunden, je nach Regelstärke). Nachdem Sie den Tampon entfernt haben, sollte der faulige Geruch in der Regel innerhalb von 24 Stunden von alleine wieder verschwinden.

Falls zusätzlich zum fauligen Geruch Schmerzen beim Wasserlassen, Rötungen und/oder Schwellungen im Intimbereich auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Gleiches trifft zu, wenn Sie selbst nicht in der Lage sind, den Fremdkörper zügig zu entfernen. Ihr Arzt kann den Fremdkörper sicher entfernen und Ihnen falls nötig eine medikamentöse Behandlung verschreiben oder Sie zu weiteren Maßnahmen beraten. Der richtige Ansprechpartner ist Ihr Gynäkologe.

Beckenentzündung

Wenn Sie einen eiterähnlichen Ausfluss bei sich bemerkt haben, der ungewöhnlich riecht, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dies könnte nämlich an einer schlimmer werdenden Infektion der Intimregion liegen, die sich zu einer Beckenentzündung entwickelt hat. Das gilt insbesondere bei ungewöhnlichen Blutungen, Fieber, Schüttelfrost und Erbrechen. Der Arzt wird die Ursache der Entzündung feststellen und in diesem Zusammenhang auch prüfen, ob eventuell eine sexuell übertragbare Erkrankung vorliegt. Die Behandlung richtet sich nach der ursächlichen Infektion und kann beispielsweise den Einsatz von Antibiotika erfordern.

Fistel

Eine Fistel ist eine abnormale, röhrenartige Verbindung zwischen inneren Organen oder zwischen den innenliegenden Organen und der Körperoberfläche. Auch zwischen dem Verdauungstrakt und den Fortpflanzungsorganen können solche Fisteln entstehen.

Falls Sie Stuhl in Ihrem Ausfluss beziehungsweise in Ihrer Scheide bemerkt haben, kann dies an solch einer Öffnung zwischen Darmtrakt und Genitalregion liegen. Eine solche Röhre kann zum Beispiel bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, aber auch nach Entbindungen oder Operationen entstehen. Suchen Sie in diesem Fall bitte zügig einen Arzt auf.

Säuerlich/schal riechender Ausfluss

Ihr Ausfluss hat einen schalen bis sauren Geruch angenommen? Dies kann ebenso wie ein fischiger Geruch auf eine sexuell übertragbare Krankheit wie die Trichomonaden-Infektion hinweisen. Insbesondere in Verbindung mit einer gelb-grünlichen Verfärbung des Ausflusses und Juckreiz. Bitte suchen Sie in diesem Fall einen Arzt auf oder führen Sie einen Geschlechtskrankheiten-Test durch – das geht auch online. Falls sich der Verdacht auf eine sexuell übertragbare Krankheit bestätigt, dann sollten Sie, aber auch Ihr Sexualpartner, unbedingt medikamentös behandelt werden.

Ausfluss riecht nach Eisen oder metallisch

Einen Eisen- oder Metallgeruch nehmen Frauen teilweise während der Regelblutung wahr. Dies hängt mit Menstruationsblut zusammen, das sich mit dem Scheidenausfluss vermischt. Dies ist kein Grund zur Sorge. Falls Sie blutigen Ausfluss jenseits ihrer Regelblutung feststellen, suchen Sie bitte Ihren Frauenarzt auf.

Hefeartig riechender Ausfluss

Sollten Ihr Ausfluss nach Hefe riechen, kann dies ein Hinweis auf eine Pilzinfektion sein. Ebenso beschreiben Frauen einen Geruch nach Brot oder Bier. Weitere Hinweise sind möglicherweise starker Juckreiz, Schmerzen beim Wasserlassen oder ein weißer bröckelig-klumpiger Ausfluss.

Folgende Ursachen kommen in Frage:

  • Einnahme von Antibiotika
  • viel Stress
  • übermäßige Intimpflege (auch mit Produkten, die speziell für den Intimbereich gedacht sind)
  • hoher Zuckerkonsum
  • das Tragen synthetischer Unterwäsche.

Zur Behandlung einer Pilzinfektion gibt es in der Apotheke rezeptfreie Salben oder Vaginalzäpfchen. Viele Frauen verwechseln jedoch die Symptome häufig mit denen einer Vaginose, weshalb eine ärztliche Abklärung bei Fortbestehen der Beschwerden nach einer Behandlung anzuraten ist.

Wichtig: Sollten Sie schwanger sein oder öfter als 4 Mal im Jahr an einer Pilzinfektion leiden, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Ihr Arzt kann bei Fortbestehen der Beschwerden nach einer Behandlung mit Ihnen der Ursache nachgehen, die richtige Diagnose stellen und sie weiter beraten. In der Schwangerschaft sollte vaginale Beschwerden immer mit dem Arzt besprochen werden, um die richtige Therapie einzuleiten.

Moschusartiger Intimgeruch

Ein Moschusartiger Geruch Ihres Ausflusses kann durch sportliche Aktivität und damit verbundenes Schwitzen entstehen. Durch Unterwäsche aus Synthetik wird dies noch verstärkt. Es ist kein Grund zur Sorge, sondern völlig normal und kann durch das Reinigen des Intimbereichs mit lauwarmem Wasser und pH-neutraler Seife verbessert werden. Vermeiden Sie parfümierte Duschgels oder Intimdeos, da diese die natürliche Schutzflora Ihrer Scheide negativ beeinflussen und das Auftreten von Infektionen begünstigen können.

Knoblauch- oder Zwiebelgeruch im Intimbereich

Sollte Ihr Ausfluss einen strengen Geruch nach Zwiebeln oder Knoblauch angenommen haben, kann dies mit Ihrer Ernährung zusammenhängen. Diese verändert den Geruch des Urins, der auch den Geruch der Scheide beeinflussen kann. Wenn Sie der Geruch stört, sollten Sie Ihren Zwiebel- und Knoblauch-Konsum einschränken. Darüber hinaus ist es ratsam, auf eine ausreichende, aber nicht übermäßige Intimpflege mit pH-neutralen Seifen zu achten (einmal täglich genügt). Bitte verwenden Sie keine Intimdeos- oder Sprays, da diese das Scheidenmilieu negativ beeinflussen können.

Ausfluss mit Geruch in der Schwangerschaft

Sie sind schwanger und haben einen riechenden Ausfluss bemerkt? Dies kann unterschiedliche Ursachen haben.

Im Allgemeinen nimmt der Scheidenausfluss während der Schwangerschaft zu und kann auch intensiver riechen. Das ist vollkommen normal und hängt mit den Hormonveränderungen zusammen. Er übernimmt eine schützende Funktion und ist daher kein schlechtes Zeichen.

Sollten Sie jedoch eine Farbveränderung und/oder unangenehmen Geruch feststellen, suchen Sie bitte einen Arzt auf. Es kann eine Behandlung nötig sein.

Folgende Ursachen können zu einem anders bzw. unangenehm riechenden Ausfluss während der Schwangerschaft führen:

  • Leichter Urin-Abgang kann sich mit Ihrem Ausfluss vermischen und so den Eindruck erwecken, als würde dieser riechen.
  • Weißlicher, klumpig-bröckeliger Ausfluss mit Juckreiz, Brennen und Rötungen kann in Verbindung mit einer Pilzinfektion auftreten und ist behandlungsbedürftig.
  • Gelblich-grünlicher Ausfluss mit Fischgeruch kann an einer bakteriellen Infektion liegen und sollte behandelt werden, um Ihr ungeborenes Kind nicht zu gefährden. Denn die bakterielle Vaginose kann Komplikationen wie vorzeitige Wehen, vorzeitigen Blasensprung und eine Frühgeburt auslösen.
  • Bräunlicher Ausfluss sollte in der Schwangerschaft grundsätzlich abgeklärt werden, da auch eine Blutung die Ursache sein kann. In der Regel steckt jedoch eine Infektion dahinter, die mit Medikamenten gut behandelt werden kann. Suchen Sie daher frühzeitig einen Frauenarzt auf.

Gegen Ende der Schwangerschaft kann ein riechender Ausfluss auch durch einen Blasensprung ausgelöst werden. Fruchtwasser riecht meist süßlich, kann schwallartig auftreten oder tröpfeln. Kontaktieren Sie in diesem Fall bitte Ihren behandelnden Frauenarzt.

Bitte beachten Sie, dass Sie als Schwangere oder stillende Mutter Medikamente nur in Rücksprache mit Ihrem Arzt einnehmen sollten. Dieser muss sicherstellen, dass die Arzneimittel Ihrem Kind nicht schaden.

Informieren Sie sich hier umfassend zum Thema Ausfluss während der Schwangerschaft.

Wann zum Arzt?

Nicht jeder riechende Ausfluss erfordert einen Arztbesuch. Bei einigen Gerüchen sollten Sie allerdings Ihren Frauenarzt aufsuchen, um eine optimale Behandlung zu erhalten. Kontaktieren Sie bitte Ihren Frauenarzt, wenn:

  • Sie schwanger sind
  • Sie unangenehm riechenden Ausfluss in Kombination mit Schmerzen, Leistungsminderung, Gewichtsverlust oder Fieber haben
  • Sie zusätzlich Schwellungen, Juckreiz und/oder Rötungen in der Intimregion bemerkt haben
  • Sie darüber hinaus eine Veränderung der Konsistenz und Farbe des Ausflusses feststellen konnten
  • Sie ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten und eine sexuell übertragbare Krankheit Ursache sein könnte
  • Sie Blut oder Blutklumpen in Ihrem Ausfluss bemerkt haben
  • Sie einen Tampon für längere Zeit in Ihrer Scheide vergessen haben

So können Sie riechenden Ausfluss vorbeugen

Aufgrund der Vielzahl an möglichen Ursachen für unangenehm riechenden Ausfluss, ist es kaum möglich, eindeutige Empfehlungen zur Vorbeugung zu liefern. Es gibt allerdings einige allgemeine Maßnahmen, die eine gesunde Scheidenflora unterstützen und somit auch eine schützende Wirkung haben können:

  • Tragen von Baumwoll-Unterwäsche und Vermeiden von synthetischen Stoffen.
  • Keine übermäßige Intimpflege mit parfümierten Seifen, Intimdeos, Feuchttüchern oder Puder. Stattdessen besser pH-neutrale Seifen oder warmes Wasser verwenden. Es ist völlig ausreichend seinen Intimbereich einmal täglich zu waschen.
  • Zur Intimrasur immer nur eine frischen Einweg-Rasierer benutzen
  • Tampons alle 3-6 Stunden beziehungsweise an den leichten Tagen alle 6-8 Stunden und sofort nach dem Schwimmen wechseln
  • Kondome schützen vor sexuell übertragbaren Krankheiten

Auch durch Ihre Ernährung können Sie Einfluss nehmen. Achten Sie darauf, Ihre Zuckerzufuhr zu reduzieren, da übermäßiger Zuckerkonsum einen Nährboden für Pilzinfektionen bieten kann. Außerdem können Sie durch den Verzicht bestimmter Lebensmittel (zum Beispiel Knoblauch, Zwiebeln, Spargel) einen strengen Geruch Ihres Ausflusses vermeiden.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Friederike Ebigbo Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Dr. Friederike Ebigbo ist Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Derzeit arbeitet sie an einer Frauenklinik in der Schweiz. Sie schloss 2011 das Medizinstudium an der Technischen Universität München ab.

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Artikel erschienen: 17 Nov 2020

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