Coronavirus und Schwangerschaft

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Ulrike Thieme, Ärztin

Letzte Änderung: 31 Mär 2020

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Virus

Bin ich als Schwangere durch den Coronavirus gefährdeter als andere?

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt liegen international keine Hinweise vor, dass Schwangere durch den neuartigen Coronavirus gefährdeter sind als die allgemeine Bevölkerung.

Das German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG) erwartet, dass die große Mehrheit der schwangeren Frauen nur leichte oder mittelschwere Symptome, ähnlich einer Erkältung beziehungsweise Grippe aufweisen werden.

Bei Schwangeren mit bereits bestehender Herz- oder Lungenerkrankung könnten laut BVF und DGGG hingegen eher Komplikationen bei Atemwegsinfektion (wie beispielsweise einer Coronavirusinfektion) entstehen.

Welche Auswirkungen hat meine Infektion auf mein ungeborenes Baby?

Da es sich beim neuartigen Coronavirus um einen bislang unbekannten Virus handelt, liegen hierzu nur begrenzt Informationen vor. Es gibt derzeit jedoch keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für Fehlgeburten. Experten sehen es derzeitig auch als unwahrscheinlich an, dass der Virus zu Missbildungen (Anomalien) beim ungeborenen Kind führt.

Kann ich den Coronavirus auf mein ungeborenes Baby übertragen?

In den meisten der bisher aufgezeichneten Fällen aus China, in denen sich Mütter im 3. Trimenon mit dem Coronavirus infiziert hatten, wurde keine Übertragung des Virus auf das ungeborene Kind verzeichnet.

Am 26. März 2020 veröffentlichte das Journal of the American Medical Association (JAMA) jedoch einen Bericht, dessen zufolge es bei 3 Neugeborenen eventuell zu einer Infektion im Mutterleib gekommen sein könnte. In allen 3 Fällen verlief die Infektion relativ mild. Begleitinfektionen und Symptome konnten überwiegend medikamentös behandelt werden und in keinem der Fälle war eine invasive Beatmung erforderlich.

Die derzeitige Datenbasis ist mit nur 3 Fällen jedoch zu klein, um tatsächlich aussagekräftig zu sein. Wenn Sie verunsichert sind oder noch weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an ihren behandelnden Frauenarzt.

Wird sich eine Infektion darauf auswirken, wo ich entbinde?

Als Vorsichtsmaßnahme empfiehlt das German Board and College of Obstetrics and Gynecology (GBCOG) bei bestätigter oder vermuteter Infektion zur Geburt eine Klinik aufzusuchen, in der das Wohlergehen des ungeborenen Kindes fortlaufend von Ärzten und Hebammen überwacht werden kann.

Von Hausgeburten oder Entbindungen in einem Geburtshaus, in dem nur Hebammen anwesend sind, rät die DGGG ab.

Wird sich eine Infektion auf meine Geburt auswirken?

Derzeit gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass Sie nicht auf natürlichem Wege entbinden können oder dass ein Kaiserschnitt bei bestätigter oder vermuteter Infektion sicherer ist.

Es gibt auch keine Hinweise darauf, dass eine Periduralanästhesie (PDA) in diesen Fällen kontraindiziert ist. Von der Verwendung von Lachgas wird hingegen ausdrücklich abgeraten, da es die Ausbreitung des Virus fördern kann.

Wird mein Baby auf den Coronavirus getestet?

Ja, wenn zum Zeitpunkt der Geburt Ihres Babys eine Coronavirus-Infektion bei Ihnen vermutet oder bestätigt wurde, wird Ihr Baby auf den Coronavirus getestet.

Kann ich bei meinem Baby bleiben, wenn das Coronavirus bei mir vermutet oder bestätigt wird?

Ja, solange es Ihrem Baby gut geht und es nicht zusätzlicher spezieller Pflege bedarf. Eine Diskussion über die Risiken und Vorteile sollte zwischen Ihnen, Ihrer Familie und den Ärzten, die sich um Ihr Baby kümmern, stattfinden.

Bitte beachten Sie: Diese Empfehlung kann sich ändern, wenn sich das Wissen über das neue Virus weiterentwickelt.

Coronavirus und Stillzeit: Kann ich mein Baby trotz Coronavirus-Infektion stillen?

Derzeitigen Erkenntnissen zufolge ja. Es gibt momentan keine Hinweise darauf, dass der Coronavirus über die Muttermilch übertragen werden kann. Experten sehen daher die anerkannten Vorteile des Stillens als größer, als das potenzielle Risiko einer Übertragung des Virus.

Bitte beachten Sie: diese Empfehlung kann sich ändern, wenn neuere Informationen zu dem Virus bekannt werden.

Wenn Sie nachweislich mit dem Coronavirus erkrankt sind, oder eine Erkrankung bei sich vermuten, sind die folgenden Hygienemaßnahmen sinnvoll:

  • waschen Sie Ihre Hände gründlich bevor Sie Ihr Baby, die Milchpumpe oder die Flasche berühren
  • tragen Sie einen Mundschutz zum Stillen sowie bei anderen engen Kontakten mit Ihrem Baby, um eine Übertragung des Virus durch Tröpfcheninfektion zu vermeiden
  • wenn Sie Ihre Muttermilch abpumpen, reinigen Sie Pumpe und Fläschchen nach jedem Gebrauch entsprechend der Gebrauchsanleitung
  • folgen Sie Sterilisationsrichtlinien, wenn Sie Ihr Baby mit Milchnahrung oder Milch füttern möchten
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Medizinisch geprüft von:
Ulrike Thieme, Ärztin

Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei Zava. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei Zava arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Letzte Änderung: 31 Mär 2020

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