Corona-Impfung im Überblick

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 11 Aug 2021

Welche Corona-Impfstoffe sind in Deutschland zugelassen? Vertragen sich die Impfung und die Antibabypille? Kann ich nach meiner Impfung trotzdem Potenzmittel wie Viagra® einnehmen? Wer gegen SARS-CoV-2 geimpft wird, hat verständlicherweise viele Fragen. Gemeinsam mit Dr. Ulrike Thieme geben wir Ihnen Antworten und stellen die wichtigsten Infos rund um die Corona-Impfung übersichtlich für Sie zusammen.

Inhalt
Ulrike Thieme

Alles Neue bringt am Anfang viele Fragezeichen mit sich – genauso ist es auch bei der Corona-Impfung. Gemeinsam mit Dr. Ulrike Thieme, unserer stellvertretenden Ärztlichen Leiterin, wollen wir in diesem Beitrag Klarheit schaffen.

Allgemeine Fragen rund um die Corona-Impfung

Wie viele Impfstoffe gibt es?

Aktuell stehen in Deutschland 4 zugelassene Impfstoffe zur Verfügung. Bestimmt sind 3 von ihnen für die Anwendung bei Erwachsenen; der Impfstoff von BioNTech/Pfizer kann bereits ab 12 Jahren verabreicht werden. Für einige weitere Wirkstoffe wird die Zulassung bei der Europäischen Arzneimittelbehörde geprüft.

Schützen die verfügbaren Impfstoffe auch gegen die Virus-Mutationen?

Ob die aktuell zugelassenen Impfstoffe auch gegen die Mutationen des neuen Coronavirus SARS-CoV-2 wirken, wird in der Forschung laufend überprüft. Dieses Vorgehen bleibt auch weiterhin sinnvoll: „Inwieweit eine Impfung vor Mutationen schützt, hängt von der jeweiligen Mutation und dem Impfstoff ab. So bieten nach aktuellem Stand die Impfstoffe von AstraZeneca, Moderna und BioNTech/Pfizer Schutz vor der Mutante B.1.1.7 (Alpha-Variante, „britisch”) und mit ihnen zusätzlich auch Johnson & Johnson Schutz vor B.1.617.2 (Delta-Variante, „indisch”), jedoch weniger vor den Mutanten P.1 (Gamma-Variante, „brasilianisch”) und Mutante B.1.351 („südafrikanisch”). Ob andere Impfstoffe vor Virus-Varianten schützen, ist aktuell nicht geklärt. Auch die Frage, ob die Impfstoffe Schutz vor zukünftigen Mutationen bieten werden, kann noch nicht beantwortet werden. Hierzu wird es entsprechende wissenschaftliche Untersuchungen geben müssen“, sagt Dr. Ulrike Thieme, stellvertretende Ärztliche Leiterin bei ZAVA.

Corona-Impfstofftabelle: Welcher schützt wie?

Wer darf sich impfen lassen?

Wegen der vergleichsweise geringen Menge an verfügbaren Impfstoffen bestand bis Anfang Juni 2021 eine Priorisierung der bekannten Risikogruppen. Dieses Prinzip hat die Bundesregierung zum 7. Juni 2021 hin aufgehoben – seitdem kann sich jeder Impfwillige bei Ärzten oder Impfzentren um einen Termin zur Impfung bemühen. Aufgrund der weiterhin bestehenden Impfstoff-Knappheit kann es abhängig von Region und Verfügbarkeit aber zu längeren Wartezeiten kommen.

Warum sollte man sich gegen COVID-19 impfen lassen?

Dr. Ulrike Thieme erklärt: „Durch eine Impfung wird das Risiko, an Corona zu erkranken, sehr stark reduziert. Impfungen tragen also grundsätzlich zum individuellen Schutz bei. Darüber hinaus können sie dafür sorgen, die Pandemie einzudämmen, und es ermöglichen, bestehende Beschränkungen im Alltag wieder zu lockern. Durch Impfungen wird eine Immunität der Bevölkerung erreicht und die Gefahr für schwere Erkrankungsverläufe deutlich reduziert.”

Sie zweifeln trotzdem, ob Sie die Corona-Impfung in Anspruch nehmen wollen? Damit lassen wir Sie nicht allein: Fragen und Unsicherheiten können Sie mit unseren Partnerärzten besprechen:

Werden auch Kinder gegen Corona geimpft?

Für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ist in Deutschland bislang ein Impfstoff zugelassen (von BioNTech/Pfizer). Theoretisch können Eltern also auch ihre Kinder in dieser Altersgruppe gegen SARS-CoV-2 impfen lassen. Manche Kinderärzte halten sich dabei allerdings noch zurück – und bleiben zwecks der Sinnhaftigkeit skeptisch. Auch die Ständige Impfkommission (STIKO) sieht sich aufgrund der mangelnden Datenlage aktuell nicht in der Lage, eine Corona-Impfung in diesem Alter uneingeschränkt zu befürworten. „Zwar wurde die Impfung bei Kindern in einer Studie im „New England Journal of Medicine“ als gut verträglich bewertet, allerdings basieren die Ergebnisse auf vergleichsweise wenig Daten”, so Dr. Thieme. Eine Empfehlung gilt daher nur für Kinder und Jugendliche mit Vorerkrankungen oder entsprechenden Risikofaktoren (Stand: Juni 2021).

Jüngere Kinder unter 12 Jahren werden bislang nicht gegen Corona geimpft. Für sie gibt es zum einen noch keinen zugelassenen Impfstoff – zum anderen ist bei ihnen eine Impfung generell umstritten. Zur Verträglichkeit der vorhandenen Impfstoffe wird aber auch in dieser Altersgruppe weiterhin geforscht.

Wann sollten sich Menschen mit überstandener Corona-Infektion impfen lassen?

Auch für genesene Patienten hat die Impfung gegen COVID-19 große Bedeutung. Zur Frage, wann genau ein Termin sinnvoll ist, berät Sie der Hausarzt individuell. In der Regel wird die Impfung aber frühestens 6 Monate nach einer überstandenen Erkrankung empfohlen. Der Grund: Es mehren sich die Hinweise darauf, dass der Organismus dann allmählich beginnt, die gebildeten Antikörper wieder abzubauen. Die Impfung frischt den körpereigenen Schutz auf.

Wirkdauer und Risiken der Corona-Impfung

Wie lange hält der Schutz der Corona-Impfung an?

Der Antwort auf diese Frage sind Forscher im Moment noch auf der Spur. Während bislang vermutet wurde, dass eine regelmäßige (gegebenenfalls jährliche) Auffrischung notwendig sein könnte, weckt eine neue Untersuchung Hoffnung: Demnach könnten bei mRNA-Impfstoffen (zum Beispiel den Vakzinen von Moderna und BioNTech/Pfizer) die beiden initialen Impfungen für einen längerfristigen Schutz genügen. Dieses Ergebnis muss aber noch in weiteren Studien bestätigt werden – und hängt auch von den Varianten des Coronavirus SARS-CoV-2 ab. Zum Vergleich: Die Grippe-Impfung müssen insbesondere Risikogruppen jährlich auffrischen lassen, da sich die verantwortlichen Viren laufend verändern.

Stimmt es, dass die Corona-Impfung Folgen für die Libido haben könnte?

Nein, aktuell gibt es keine Hinweise darauf, dass die Impfung gegen COVID-19 direkt mit Veränderungen der sexuellen Lust einhergeht. Auftretende Nebenwirkungen der Impfstoffe werden genauestens nachgehalten – Folgen für die Libido sind dabei nicht bekannt. In den ersten Tagen nach der Impfung könnte höchstens ein indirekter Zusammenhang bestehen: Wer sich im Zuge der normalen Impfreaktion körperlich angeschlagen fühlt, hat wahrscheinlich auch weniger Lust auf Sex.

Welche Nebenwirkungen hat die Corona-Impfung?

Nach einer Corona-Impfung können milde oder mäßig ausgeprägte Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Manche Patienten reagieren wiederum gar nicht auf den Impfstoff – dies ist individuell sehr unterschiedlich. Je nach Impfstoff können sich die Impfreaktionen unterscheiden. Aus diesem Grund haben wir im Folgenden die häufigsten Impfreaktionen sowie deren Auftrittshäufigkeit aufgelistet. Hierbei muss jedoch zwischen Impfreaktionen und Nebenwirkungen differenziert werden. Impfreaktionen äußern sich direkt nach der Impfung und klingen im Regelfall nach wenigen Tagen wieder ab. Dagegen dauern Nebenwirkungen länger an. Falls Nebenwirkungen nach 4 Tagen auftreten, sollte ein Arzt vor Ort aufgesucht werden.

Comirnaty® von BioNTech/Pfizer:

  • Schmerzen an der Einstichstelle (ca. 80 %)
  • Abgeschlagenheit (ca. 60 %)
  • Kopfschmerzen (ca. 30 %)
  • Schüttelfrost (ca. 30 %)
  • Gelenkschmerzen (ca. 20 %)
  • Fieber (ca. 10 %)
  • Schwellung der Einstichstelle (ca. 10 %)

COVID-19 Vaccine Moderna® von Moderna:

  • Schmerzen an der Einstichstelle (ca. 90 %)
  • Abgeschlagenheit (70 %)
  • Kopfschmerzen (ca. 60 %)
  • Muskelschmerzen (ca. 60 %)
  • Schüttelfrost (ca. 40 %)
  • Gelenkschmerzen (ca. 40 %)
  • Übelkeit (ca. 20 %)
  • Erbrechen (ca. 20 %)
  • Lymphknotenschwellung in der Achselhöhle (ca. 10 %)
  • Fieber (ca. 10 %)
  • Schwellung der Einstichstelle (ca. 10 %)
  • Rötung der Einstichstelle (ca. 10 %)

Vaxzevria® von AstraZeneca:

  • Druckempfindlichkeit an der Einstichstelle (ca. 60 %)
  • Schmerzen an der Einstichstelle (ca. 50 %)
  • Abgeschlagenheit (ca. 50 %)
  • Kopfschmerzen (ca. 50 %)
  • Muskelschmerzen (ca. 40 %)
  • Unwohlsein (ca. 40 %)
  • erhöhte Temperatur (ca. 30 %)
  • Schüttelfrost (ca. 30 %)
  • Gelenkschmerzen (ca. 20 %)
  • Übelkeit (ca. 20 %)

Janssen® von Johnson & Johnson:

  • Schmerzen an der Einstichstelle (ca. 40 %)
  • Kopfschmerzen (ca. 30 %)
  • Müdigkeit (ca. 30 %)
  • Muskelschmerzen (ca. 30 %)
  • Übelkeit (ca. 10 %)

Gibt es bei der COVID-19-Impfung geschlechtsspezifische Unterschiede zwischen Männern und Frauen?

Tatsächlich scheinen Frauen und Männer leicht unterschiedlich auf die Impfung gegen SARS-Cov-2 zu reagieren. Bei Frauen wird sowohl im Zusammenhang mit der Impfung als auch mit einer Erkrankung an COVID-19 von häufigeren und ausgeprägteren Beschwerden berichtet. Die Ursachen dafür diskutieren Wissenschaftler noch – infrage kommt zum Beispiel eine stärkere Bildung von Antikörpern oder eine zu wenig an das tatsächliche Körpergewicht angepasste Impfdosis.

Corona-Impfung und Frauengesundheit

Beeinflusst die Corona-Impfung den weiblichen Zyklus?

Immer wieder tauchen Berichte auf, die der Corona-Impfung eine veränderte Menstruation zuschreiben. Zum Beispiel kommt es bei einigen Frauen im Nachgang zu einer ausbleibenden, verzögerten oder verstärkten Monatsblutung. In die Liste der offiziell anerkannten Nebenwirkungen wurden diese Zyklusstörungen aber noch nicht aufgenommen. Das liegt insbesondere daran, dass ihr Auftreten vergleichsweise schwer einzuordnen ist: Die unterschiedlichsten Faktoren sorgen bei der Menstruation für Schwankungen. So könnten neben den Impfstoffen unter anderem bereits Stress und Aufregung wegen des Termins entsprechende Auswirkungen haben.

Wie vertragen sich die Impfung und die Antibabypille?

Die COVID-19-Impfung wirkt auch dann effektiv, wenn eine Frau die Antibabypille einnimmt – und auch umgekehrt beeinflusst die Impfung nicht die Effektivität der Pille. Die einzige Ausnahme: „Leidet eine Anwenderin im Zuge der Impfreaktion unter Durchfall, besteht die Möglichkeit, dass die Wirkstoffe der Pille nicht ausreichend in den Körper aufgenommen werden. Das kann die Wirksamkeit der hormonellen Verhütung einschränken. Ein zusätzliches Verhütungsmittel (z.B. das Kondom) ist in solchen Fällen sinnvoll”, sagt Dr. Thieme.

Sie möchten die Kombination aus Impfstoff und Antibabypille zur Sicherheit mit einem Arzt abklären? Bei ZAVA können Sie einfach und bequem von zu Hause aus einen Termin vereinbaren:

Können sich Frauen mit Kinderwunsch gegen COVID-19 impfen lassen?

Ja, auch Frauen mit einem Kinderwunsch können die Impfung erhalten. Das Gerücht, eine Impfung könnte die Fruchtbarkeit negativ beeinflussen, ist haltlos. Es basiert auf der Annahme, dass ein bestimmtes Protein des Coronavirus einem Protein ähnele, das für die Plazentabildung wichtig ist. Dem Gerücht zufolge würde eine Impfung eine Immunreaktion gegen die Plazenta auslösen. Hierfür gibt es jedoch keinerlei wissenschaftliche Beweise. Wissenschaftler haben sich hierzu klar geäußert und betont, dass die beiden Proteine so unterschiedlich sind, dass eine ungewollte Reaktion (Kreuzreaktion) gar nicht möglich ist.

Brauchen Frauen eine andere Impfdosis als Männer?

Diese Frage diskutieren Forscher noch. Befürworter einer Anpassung der Dosis monieren eine mangelnde Ausrichtung der Impfung am Körpergewicht. Sie verweisen außerdem auf die bisher verstärkt von Frauen gemeldeten Impf-Nebenwirkungen. Gegner der Theorie sehen für eine Anpassung keine Veranlassung: Viel relevanter sei das Alter der geimpften Person, das bei der Vergabe der Impfstoffe bereits berücksichtigt werde.

Corona-Impfung und Männergesundheit

Kann ich nach der Corona-Impfung VIAGRA® und Co. einnehmen?

Für Männer mit Erektionsstörungen kann sich im Zusammenhang mit der Impfung die Frage stellen, ob die Einnahme von Potenzmitteln wie VIAGRA® weiterhin möglich ist. Nach aktuellem Stand spricht nichts gegen die Anwendung entsprechender Präparate, solange Sie sich nach der Impfung körperlich gesund und zu sexueller Aktivität in der Lage fühlen.

Warum wurde die Impf-Empfehlung von AstraZeneca auch für Männer unter 60 Jahren eingeschränkt?

Die Anpassung der Empfehlung ist vor allem auf das Auftreten von Hirnvenen-Thrombosen im Zusammenhang mit der Impfung zurückzuführen. Zwar wurde ein Großteil der Fälle bei Frauen gemeldet, doch traten auch bei Männern unter 60 Hirnvenen-Thrombosen nach einer Impfung mit AstraZeneca auf. Daher besteht die Annahme, dass beide Geschlechter einer Gefahr ausgesetzt sein könnten. Um kein unnötiges Risiko einzugehen, kommt der Impfstoff von AstraZeneca aktuell primär bei älteren Menschen und auf Nachfrage zum Einsatz.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Stellv. Ärztliche Leiterin Deutschland

Dr. Ulrike Thieme ist seit 2018 Teil des deutschen Ärzteteams bei ZAVA und vertritt zur Zeit Beverley Kugler als ärztliche Leiterin. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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