Hoher Blutdruck – Niedriger Puls

Dr. Maike Michel

Medizinisch geprüft von

Dr. Maike Michel

Letzte Änderung: 17 Jun 2019

Wie hängen diese beiden Werte zusammen?

Inhalt
Mann ist nach seiner Blutdruckmessung nachdenklich über seinen hohen Blutdruck und niedrigen Puls.

Es gibt zahlreiche Gerüchte und viel Halbwissen zum Thema Blutdruck und Puls. Oft wird der Blutdruck gemessen oder der Puls getastet, ohne dass die Patienten genau wissen, was damit nun erreicht werden sollte. Die Werte sind für Ärzte von großer Wichtigkeit und Begleitsymptome vieler Krankheiten. Die Kombination der Werte lässt noch weitere Rückschlüsse zu. Wenn ein hoher Blutdruck zusammen mit niedrigem Puls auftritt, kann dies auf verschiedene Erkrankungen hindeuten, ist aber nicht unbedingt gleich besorgniserregend. Zava beschreibt im folgenden Artikel diese Wertekombination genauer und beantwortet wichtige Fragen.

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Hängen Blutdruck und Puls zusammen?

Der Blutdruck und der Puls werden nicht unbedingt abhängig voneinander hoch- oder herunterreguliert. Wenn also einer der beiden Werte ansteigt, muss der andere nicht automatisch ebenso steigen, im Gegenteil:

Blutdruck und Puls sind Regelgrößen, um die Blutversorgung im gesamten Körper zu gewährleisten. Der Blutdruck steigt, wenn die Blutgefäße enger werden – so gelangt ausreichend Blut durch jedes Gefäß. Der Druck wird also auch durch den Durchmesser der Blutgefäße mit festgelegt. Aber es gibt auch noch andere Mechanismen, die den Blutdruck steuern, wie etwa der Volumenhaushalt des Körpers.

Der Puls wird allein dadurch bestimmt, wie oft sich das Herz pro Minute zusammenzieht (kontrahiert). Werden also die Gefäße enger, steigt der Blutdruck, nicht aber der Puls. Wird jedoch mehr Blut pro Zelle benötigt, muss das Herz öfter schlagen, wodurch der Puls, also die Anzahl der Pulsschläge, steigt.

Je nach Situation, in der wir uns befinden, sieht also die Kombination von Blutdruck und Puls anders aus. Ein gesunder Körper passt die Werte immer möglichst so an den Bedarf an, dass alle Zellen mit dem benötigten Blut versorgt werden. Die Werte sind also immer im Sinne des gesamten Körpers und seines Bedarfs an Sauerstoff reguliert. Dabei hängen letztendlich alle Werte zwar zusammen, ein hoher Blutdruck geht jedoch nicht automatisch mit einem hohen Puls einher oder umgekehrt.

Wann kann die Kombination „hoher Blutdruck mit niedrigem Puls“ auftreten?

Ein hoher Blutdruck muss nicht unbedingt mit einer Erkrankung assoziiert sein. Auch im Alltag eines Gesunden schwankt der Blutdruck. Er steigt beispielsweise durch körperliche Anstrengung kurzzeitig an, wird dann aber so reguliert, dass sich dies nicht negativ auf den Organismus auswirkt. Auch durch psychische Aufregung kann ein hoher Blutdruck gemessen werden, weshalb die Blutdruckwerte immer in einer ruhigen Atmosphäre gemessen werden sollten. Chronisch hoher Blutdruck, besonders die arterielle Hypertonie, hingegen sind häufige Erkrankungen, die besonders im höheren Lebensalter zunehmen und zahlreiche Ursachen haben.

Ein niedriger Puls weist ebenfalls nicht gleich auf eine Krankheit hin. Die meisten Ausdauersportler haben einen eher niedrigen Ruhepuls, unter anderem deshalb, weil ihr Herz so trainiert ist, dass es mit einem Schlag mehr Blut in die Hauptschlagader pumpt. Wer sich also regelmäßig bewegt, wird in Ruhe einen Puls von etwa 60 bis 80 Schlägen pro Minute aufweisen. Sehr sportliche Menschen können dabei sogar unter 60 Schläge pro Minute kommen.

Auch als Nebenwirkung mancher Medikamente kann es zu einem niedrigen Puls kommen. Viele Blutdrucksenker wie Betablocker oder manche Kalziumantagonisten senken nicht nur den Blutdruck, sondern auch den Puls. Dies sorgt für eine geringere Belastung des Herzens und ist nicht problematisch, solange die Werte nicht zu gering sind. Andererseits gibt es jedoch auch Erkrankungen, die oft mit niedrigem Puls assoziiert sind. Dazu zählt das Sick-Sinus-Syndrom als Herzerkrankung, außerdem die Schilddrüsenunterfunktion, Typhus und Gelbfieber.

In Kombination kann also die Symptomatik „hoher Blutdruck, niedriger Puls“ zahlreiche Ursachen haben. Viele verschiedene Krankheitskonstellationen, Lebenssituationen und Medikamente bedingen Blutdruck und Puls – deshalb sollte jeder Mensch die Werte immer wieder checken lassen und so Vorsorge betreiben.

Ab wann sind hoher Blutdruck und niedriger Puls problematisch?

Blutdruck und Puls sind individuell natürlich variabel und je nach Lebenssituation auch schwankend. Deshalb gibt es zwar Richtwerte, allerdings ist nicht jede Abweichung behandlungsbedürftig. Beispielsweise beim Sport kann der Blutdruck sinnvollerweise auf höhere Werte steigen, wird dann aber wieder reguliert. Eine kurzzeitige Blutdruckerhöhung beim Gesunden ist also meist nicht gefährlich.

Als problematisch gilt eine chronische Blutdruckerhöhung auf über 140/90. Ist dies der Fall, sollte zunächst eine Grunderkrankung ausgeschlossen und dann der Bluthochdruck gezielt behandelt werden. Ein plötzlicher Anstieg des Blutdrucks ist je nach Ausgangssituation der Person zu bewerten: Nicht immer ist eine Erhöhung auf einen oberen Wert, beispielsweise 170, sofort lebensgefährlich: Menschen mit chronischem Bluthochdruck neigen oft dazu, immer wieder einen solchen Anstieg zu bekommen. Wenn jedoch Gesunde mit einem normalerweise oberen Wert von 120 plötzlich 170 messen, ist Vorsicht geboten.

Besonders in der Schwangerschaft kann eine sogenannte Schwangerschaftsvergiftung auftreten, die sehr gefährlich für Ungeborene und die Mutter sein kann. Unter anderem deshalb sollten Schwangere regelmäßig den Blutdruck kontrollieren lassen.

Ein niedriger Puls ist ebenfalls nicht ab einem Wert von unter 60 Schlägen pro Minute automatisch gefährlich. Auffällig ist jedoch ein rasches Absinkender Herzfrequenz bei Nicht-Sportlern auf unter 60 Schläge pro Minute mit den Symptomen des Leistungsabfalls. Diese sogenannte Bradykardie ist meist ab unter 40 Schlägen pro Minute gefährlich und muss je nach Patient unbedingt behandelt werden. Hier gibt es jedoch individuell große Unterschiede – manche Menschen sind schon bei einem Puls von unter 60 sehr schwach, andere bemerken dies erst bei deutlich niedrigeren Werten. Mögliche Symptome sind Schwindel und Ohnmacht.

Wie sollte man reagieren, wenn der Bluthochdruck zu hoch oder der Herzschlag zu niedrig ist?

Einen hohen Blutdruck bemerkt man meist nicht an körperlichen Beschwerden. Vor allem Patienten mit chronischem Bluthochdruck sind so daran gewöhnt, dass sie die Bluthochdrucksymptome nicht als solche wahrnehmen – falls überhaupt welche auftreten. Tritt der Bluthochdruck jedoch ganz plötzlich auf, kann es zu neurologischen Symptomen wie Taubheit, Krämpfen oder Kopfschmerzen kommen. Auch Brustschmerzen, Nasenbluten und Sehstörungen sind Hinweise auf eine starke akute Blutdruckerhöhung und deshalb Indikationen für sofortigen Handlungsbedarf.

Wenn der Puls plötzlich sehr niedrig wird, bemerkt man dies an der Unterversorgung des Körpers mit Sauerstoff: Die Leistungsfähigkeit sinkt rapide, es kann zu Atemnot und Schwindel mit Ohnmacht kommen. Bei solchen akut auftretenden Symptomen sollte unbedingt sofort ein Notarzt geholt werden. Sie stellen Anzeichen für eine unter Umständen lebensgefährliche Dysregulation des Herz-Kreislauf-Systems dar.

Was ist gefährlicher – hoher Blutdruck oder niedriger Puls?

Je nach Ursache können beide Faktoren lebensgefährlich sein. Dabei spielt ihre Ausprägung eine Rolle. Ein leichter Blutdruckanstieg kann meist rückgängig gemacht werden, während bei sehr hohen Werten die Blutgefäße in Mitleidenschaft gezogen werden. Sind diese durch andere Grunderkrankungen vorgeschädigt, kann hoher Blutdruck sie zum Reißen bringen, was wiederum zu inneren Blutungen führt. Um dem vorzubeugen, sollten deshalb Menschen mit Grunderkrankungen wie Arteriosklerose, Herzproblemen und Blutgerinnungsstörungen regelmäßig ihren Blutdruck messen.

Ein niedriger Puls ist je nach Situation zu bewerten: Während Sportler davon profitieren, sind Nicht-Sportler dabei deutlich weniger leistungsfähig. Gefährlich wird es, wenn er durch Herzrhythmusstörungen bedingt ist oder starke Beschwerden bereitet. Da diese zahlreichen Ursachen haben können, sollten Patienten mit Herzproblemen, Schilddrüsen- oder Gefäßerkrankungen nicht nur den Blutdruck, sondern auch den Puls regelmäßig messen.

Wie sieht die Behandlung bei dieser Symptomatik aus?

Die Behandlung ist je nach Ursache der Symptomatik unterschiedlich. Auch ist eine Behandlung nicht immer erforderlich, da ein leicht erhöhter Blutdruck oder ein leicht niedriger Puls oft keinerlei Probleme machen.

Ein Beispiel hierfür ist ein Mensch mit arterieller Hypertonie: Er ist durch Medikamente beispielsweise auf einen Blutdruck von 130/80 eingestellt, was im Vergleich zu vorherigen Werten eine deutliche Besserung darstellen kann. Manche Medikamente neigen auch dazu, den Puls zu verlangsamen. Wenn der Patient die niedrige Herzfrequenz gut toleriert, gibt es keinen Grund für eine Medikationsänderung. Ein solcher Patient hat zwar auch die Konstellation „hoher Blutdruck, niedriger Puls“, dies aber unter ärztlicher Betreuung und ohne Beschwerden.

Ist die Symptomatik jedoch akut, also steigt der Blutdruck oder sinkt der Puls plötzlich rapide, muss dem sofort entgegengewirkt werden. Dies muss dem (Not-)Arzt überlassen werden, der sich mit solchen Situationen auskennt. Er kann durch Blutdrucksenker den Anstieg stoppen.

Bei einem niedrigen Puls liegt manchmal eine chronische Erkrankung zugrunde. Oft hilft nur ein Herzschrittmacher, um die Bradykardie zu heilen. Der Arzt kann dies mit diagnostischen Mitteln wie dem EKG beurteilen und wählt die für den Patienten passende Therapie.

Je nach Situation kann also bei einem hohen Blutdruck oder niedrigem Puls rasches Handeln gefragt sein. Es ist von großem Vorteil, wenn man als gefährdete Person regelmäßig seinen Blutdruck und seinen Puls misst und so eine mögliche Gefahr besser einschätzen kann. Menschen mit gesundheitlichen Problemen sollten ohnehin möglichst aufmerksam sein, was ihren Körper angeht und die Werte stets im Blick haben. Hier hilft ein gutes, offenes Verhältnis zum behandelnden Arzt, um eine erfolgreiche Behandlung zu gewährleisten.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Maike Michel Medizinische Autorin

Maike Michel unterstützt das Ärzteteam von Zava bei der medizinischen Textprüfung. Sie studierte Medizin an den Universitäten in Münster und Freiburg. Seit 2016 arbeitet sie als Assistenzärztin in einer psychiatrischen Klinik in Deutschland.

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