Systolischer Blutdruck

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Medizinisch geprüft von: Dr. Nadia Schendzielorz

Letzte Änderung: 22 Mär 2019

Ein Blutdruckmesser zeigt nach einer Messung unter anderem den systolischen Blutdruck an.
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Der Blutdruck wird immer mit zwei Werten angegeben. Zum Beispiel beträgt der optimale Blutdruck bei Erwachsenen 120/80 mmHg, gesprochen sagt man "120 zu 80". Die erste Zahl steht für den Blutdruck während der Systole, den systolischen Blutdruck, die zweite für den Blutdruck während der Diastole. Systole und Diastole sind die zwei unterschiedlichen Zustände des Herzschlags. Die Einheit mmHg (für Millimeter Quecksilbersäule) stammt dabei aus der mittlerweile veralteten Messmethode, bei der mit Hilfe von Quecksilber die Druckverhältnisse bestimmt wurden.

Was bedeutet Systole?

Systole und Diastole sind die Begriffe, mit der Mediziner die beiden Phasen des Herzschlags beschreiben. Während der Systole kontrahiert das Herz und treibt dadurch das Blut aus den Kammern hinaus. Das Blut aus der rechten Herzkammer gelangt dabei in den Lungenkreislauf und von da aus ins linke Herz, während das Blut aus der linken Kammer in den gesamten Körper gepumpt wird.

Die Systole wird deshalb auch „Austreibungsphase“ genannt. In den Blutgefäßen des Körpers wechseln die Drücke ständig. Während der Systole erreicht der Blutdruck sein Maximum. Der erste Wert ist deshalb immer höher als der zweite, der diastolische Wert.

Die Diastole bezeichnet die Entspannungsphase, während der sich das Herz wieder mit Blut füllt. In dieser Zeit wird kein Blut in den Kreislauf gepresst, der Blutdruck ist also deutlich niedriger.

Wie wird der Blutdruck gemessen?

Die Messung des Blutdrucks erfolgt in der Regel am Oberarm. Im Krankenhaus und in vielen Praxen kennt man noch die ältere Methode mit einer Blutdruckmanschette, die aufgepumpt wird. Anschließend wird die Luft langsam abgelassen und die Werte mit Hilfe eines Stethoskops bestimmt.

Für die Messung daheim empfiehlt sich ein automatisches Gerät. Die Anweisungen des Arztes zu den Messbedingungen sollten dabei für die korrekte Verlaufskontrolle unbedingt befolgt werden. Vor allem sollte der Patient auf das richtige Anlegen der Manschette und die Einhaltung von bestimmten, immer gleichen Ruhebedingungen achten. So kann eine Blutdrucktabelle erstellt werden, die dem Arzt bei der Überwachung und richtigen Einstellung der Medikation hilft.

Welche Werte sind für den systolischen Blutdruck normal?

Ein gesunder systolischer Blutdruck liegt bei unter 130 mmHg. Die Normwerte steigen allerdings im höheren Lebensalter an. Der behandelnde Arzt kann eine individuell erstrebenswerte Blutdruckeinstellung beurteilen. Der optimale Blutdruck hängt neben dem Alter nämlich auch von Vorerkrankungen und Medikamenten, die eingenommen werden, ab.

Bei dauerhaft erhöhten Blutdruckwerten von mehr als 140/90 spricht man von arterieller Hypertonie. Daran sieht man schon, dass die beiden Werte gleichermaßen betrachtet werden müssen. Für Ärzte kann auch eine Veränderung von einem der beiden Werte bereits von Bedeutung sein. Von einer rein systolischen Hypertonie spricht man bei systolischen Werten von über 140 sowie diastolischen Werten von unter 90.

Bei welchen Erkrankungen verändert sich der systolische Blutdruck?

Die arterielle Hypertonie betrifft über die Hälfte der über 50-Jährigen in Deutschland. Sie ist der am weitesten verbreitete Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die Hypertonie kann unterschiedliche Ursachen haben. Mindestens 90 Prozent der Patienten mit Bluthochdruck leiden an der sogenannten essenziellen Hypertonie. Ursachen hierfür sind vor allem ein höheres Lebensalter, Rauchen, Übergewicht und familiäre Vorbelastung. In der Folge kommt es zu arteriosklerotischen Veränderungen in den Gefäßen, was einen wichtigen Mechanismus für die Entstehung von Hypertonie darstellt.

Durch einen ungesunden Lebensstil und eventuell genetische Faktoren kommt es zur Arteriosklerose, einer Verkalkung der Gefäße. Der Widerstand, gegen den das Blut aus dem linken Herz in den Körper gepumpt wird, steigt dadurch. Das Herz muss gegen diesen erhöhten Widerstand kräftiger pumpen und der systolische Blutdruck steigt. In der Folge steigt häufig auch der diastolische Blutdruck, da die Gefäße durch die Arteriosklerose weniger elastisch werden. Darunter leidet das Gefäßsystem weiter und es kommt zu chronische Verschlechterung der Erkrankung mit ansteigendem Blutdruck.

Langfristig kann dieser Prozess zu Herzinsuffizienz mit einer deutlich eingeschränkten körperlichen Leistungsfähigkeit führen.

Die sekundäre Hypertonie betrifft nur etwa zehn Prozent der Blutdruck-Patienten. Sie wird als sekundär bezeichnet, weil eine andere Grunderkrankung im Vordergrund steht. Der Bluthochdruck stellt in solchen Fällen eine Folge der Grunderkrankung dar. Häufig sind Menschen mit Schlafapnoe-Syndrom, die im Schlaf Atemaussetzer haben, betroffen. Außerdem können verschiedene Erkrankungen der Nieren sowie hormonelle Störungen eine sekundäre Hypertonie auslösen.

Wann kann der systolische Blutdruck natürlicherweise steigen?

Ein Anstieg des Blutdrucks ist nicht immer mit einer Erkrankung gleichzusetzen. Die kurzzeitige Blutdruckerhöhung bei Belastung stellt eine sinnvolle Reaktion des Körpers zur Erhöhung der Leistungsfähigkeit dar. Bei körperlicher Betätigung ist es sinnvoll und notwendig, dass Blutdruck und Puls ansteigen. Für die ausreichende Durchblutung der Muskulatur und des Herzens ist die Erhöhung unabdingbar. Gäbe es die zugrundeliegenden Mechanismen nicht, wären wir nicht in der Lage, Treppen zu steigen oder Sport zu treiben.

Längerfristig kann der Blutdruck während Stresszuständen steigen. Bei körperlichem oder seelischem Stress wird das Hormon Cortisol ausgeschüttet, das unter anderem einen Anstieg des Blutdrucks bewirkt. Geschieht dies über einen kurzen Zeitraum von wenigen Tagen, kann der Körper in dieser Zeit eine erhöhte Leistung bringen. Wenn der Stress allerdings langfristig anhält und der Cortisolspiegel nicht mehr sinkt, kommt es zu körperlichen Folgen wie Übergewicht und verringerter Infektabwehr. Auch psychische Erkrankungen in Folge von chronischem Stress, vor allem Depressionen und Burn-Out sind häufig.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Nadia Schendzielorz

Dr. Nadia Schendzielorz ist seit 2016 Apothekerin bei Zava. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

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