Lubrikation

Wie wird die Feuchtigkeit der Scheide reguliert?

Letzte Aktualisierung: 27 Dez 2018

Die Befeuchtung der Scheide wird als Lubrikation bezeichnet
Inhalt

Lubrikation ist der Fachbegriff für die Befeuchtung der Scheide. Die feuchte, schleimige Flüssigkeit wird von Drüsen in der Schleimhaut ständig produziert. Die Menge und die Zusammensetzung der Flüssigkeit ändern sich im Laufe des Menstruationszyklus und bei Stimulation durch sexuelle Erregung. Etwa jede fünfte Frau leidet unter Scheidentrockenheit, was besonders beim Sex und durch wiederkehrende Infektionen problematisch werden kann. Es gibt jedoch auch in seltenen Fällen eine als zu feucht empfundene Scheide, wobei die Reibung beim Sex zu gering ist, um den Penis ausreichend zu spüren.

Die Feuchtigkeit wird durch Hormone, aber auch durch Medikamente wie der Pille beeinflusst. Deshalb muss bei Problemen immer das Gesamtbild der Patientin betrachtet werden. Dazu gehören auch eine ausführliche Medikamenten- und Sexualanamnese.

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Wie funktioniert die Lubrikation der Scheide?

Die Flüssigkeit, die die Vulva benetzt, wird von zahlreichen kleineren und zwei größeren Drüsen in der Vaginalschleimhaut produziert. Sie besteht aus vielen unterschiedlichen Zellen und ist in der Regel klar durchsichtig und flüssig bis etwas schleimig.

Die Flüssigkeit dient der Feuchthaltung der Schleimhaut. Das Immunsystem braucht hier ein bestimmtes Milieu, um aktiv Krankheitserreger bekämpfen zu können. So wird die Aufrechterhaltung einer gesunden Vaginalflora sichergestellt.

Wie verändert sich die Lubrikation während des weiblichen Zyklus?

Während des Zyklus verändert sich die Zusammensetzung des Schleims. Besonders der Schleim in der Gebärmutter ist für die Befruchtung und Einnistung einer Eizelle wichtig. Auch im Gebärmutterhals und der Vagina verändert sich die Konsistenz. Das ist für die natürliche Verhütung mit der Billings Methode relevant, die sich an der Schleimkonsistenz orientiert und damit den Zeitpunkt des Zyklus bestimmen kann. Auch die Schleimmenge vermehrt sich um den Tag des Eisprungs deutlich. Manche Frauen benötigen in diesen Tagen vermehrt Slipeinlagen, da die Feuchtigkeit als sehr unangenehm empfunden werden kann.

Die Flüssigkeit kann außerdem in Geruch und Geschmack stark variieren, da Frauen abhängig vom Zyklus unterschiedliche Pheromone produzieren. Dabei handelt es sich um Duftstoffe, die den Mann erregen und anziehen können. Sie werden besonders in der fruchtbaren Zeit während und nach dem Eisprung mit der Vaginalflüssigkeit ausgeschüttet.

Warum steigt beim Sex die Feuchtigkeit der Scheide?

Sexuelle Erregung wird von Wissenschaftlern in mehrere Phasen eingeteilt. Nach der Erregungsphase, in der bei Frauen vor allem die Schamlippen und die Klitoris anschwellen, kommt es in der Plateauphase zu einer Weitung der Scheide mit verstärkter Durchblutung und Lubrikation des Gewebes. So wird sichergestellt, dass es beim Geschlechtsverkehr zu möglichst wenig Reibung kommt. Ansonsten käme es zu einer starken Reizung die Schleimhaut, was zu einer Senkung des Lustempfindens und unter Umständen sogar zu Schmerzen führen kann. Dank ausreichender Feuchtigkeit der Scheide kann die Frau auch leichter zum Orgasmus kommen.

Durch die Lubrikation steigert sich zudem das Lustempfinden des Mannes, da die allermeisten Männer es als attraktiv und erregend empfinden, wenn die Frau feucht wird.

Kann es passieren, dass die Scheide zu feucht wird?

Manche Frauen empfinden ihre Scheide beim Sex als zu feucht. Das kann daran liegen, dass bei sehr starker Lubrikation das Eindringen des Penis kaum noch gespürt wird. Frauen fehlt in diesem Fall beim Geschlechtsverkehr die Reibung, während Männer das Gefühl von Enge vermindert wahrnehmen. Diese Wahrnehmung wird noch verstärkt, wenn der Mann einen eher schmalen Penis hat.

In solchen Fällen hilft es, darüber zu sprechen. Häufig kann bereits ein Stellungswechsel dazu beitragen, die Empfindungen zu verstärken. Beispielsweise ist die Missionarsstellung eher unvorteilhaft bei einer zu feuchten Scheide, während in der Reiterstellung oder bei einer Penetration von hinten das Reibungsempfinden deutlich gesteigert werden kann.

Eine besondere Form der Lubrikation ist das Squirting oder umgangssprachlich auch Abspritzen der Frau. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Vaginalflüssigkeit und verdünntem Urin, die während des Orgasmus bei manchen Frauen austritt.

Wann ist ein starker Ausfluss bedenklich?

Zu unterscheiden ist die möglicherweise sehr ausgeprägte Lubrikation bei sexueller Erregung von alltäglichem Ausfluss. Dieser ist bei weißlicher Farbe und flüssig bis schleimiger Konsistenz in der Regel normal und variiert individuell sehr stark. Davon abzugrenzen sind Infektionen der Scheide, die sich durch veränderte Stärke und Farbe des Sekrets bemerkbar machen können. Im Zweifel sollte immer ein Gynäkologe für weitere Tests aufgesucht werden.

Was passiert, wenn die Scheide zu trocken ist?

Eine Scheidentrockenheit wird auch als Lubrikationsstörung bezeichnet. Dieser können neben psychischen Ursachen auch verschiedene hormonelle Störungen wie ein Östrogenmangel zugrunde liegen. Häufig sind die Wechseljahre der Zeitpunkt, ab dem Frauen unter Lubrikationsstörungen leiden. In jüngeren Jahren können Faktoren wie Stress, die Einnahme der Pille, Infektionen oder Diabetes Mellitus eine trockene Scheide verursachen.

Bei Scheidentrockenheit kann es zu Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Juckreiz und vaginalen Infektionen kommen. Der beste Ansprechpartner für eine andauernde Trockenheit der Scheide mit möglicherweise weiteren Beschwerden ist der behandelnde Gynäkologe. Er kann bei solchen Problemen wichtige Ratschläge und Behandlungsmöglichkeiten empfehlen.

Was hilft bei Scheidentrockenheit?

Allgemein können Feuchtigkeitscremes und Gleitgele verwendet werden, um Beschwerden zu lindern und den Spaß am Sex wieder zu steigern. Ein wichtiger Tipp ist auch die Verlängerung des Vorspiels. Beim Vorspiel steigt in der Regel die sexuelle Erregung bei beiden Geschlechtern, dass kann gerade im Hinblick auf die ausreichende Lubrikation der Frau sehr wichtig sein. Neben dieser symptomatischen Behandlung sollte jedoch in jedem Fall die Ursache für die Scheidentrockenheit festgestellt werden.

Spielen psychische Faktoren eine Rolle, kann entweder eine allgemeine Psychotherapie oder auch eine spezielle sexualtherapeutische Behandlung sehr hilfreich sein. Oft legt sich das Problem auch, wenn der Stressfaktor beseitigt ist oder sich Beziehungskonflikte lösen.

Bei Östrogenmangel, beispielsweise in den Wechseljahren oder nach der Schwangerschaft, stellen allgemeine Ratschläge zum Lebensstil wie gesunde Ernährung und Bewegung die Basis für die Aufrechterhaltung einer gesunden Vaginalflora dar. Zusätzlich können auch hier Gleitgele beim Geschlechtsverkehr und im Alltag Feuchtigkeitscremes zum Auftragen auf die Vulva helfen.

Liegen weitere Erkrankungen zugrunde, sollte hierfür mit dem behandelnden Arzt zunächst die passende Therapie erfolgen.

Warum beeinflusst die Pille die Lubrikation?

Besonders östrogenfreie Pillen können für Scheidentrockenheit sorgen. Auch die weiter verbreitete Kombinations- oder Mikropille führt bei vielen Frauen zu einer veränderten Lubrikation. Manche Frauen bemerken einen stärkeren Ausfluss oder erhöhte Lubrikation beim Sex, die meisten leiden jedoch eher unter Trockenheit und vermehrten Infektionen. Das kann sich nach einigen Monaten Eingewöhnungszeit legen, bleibt aber häufig bestehen. In solchen Fällen sollte beim behandelnden Gynäkologen um Rat gefragt werden. Am ehesten empfiehlt sich auch hier der Einsatz von Gleitgelen und Cremes zur Verbesserung der Lubrikation.

Schränken Gele zur Verbesserung der Feuchtigkeit die Fruchtbarkeit ein?

Der Einfluss der Lubrikation auf die Fruchtbarkeit wurde bereits in zahlreichen Studien untersucht, wobei vor allem Effekte auf das Sperma betrachtet wurden. Bei In-Vitro Studien mit unterschiedlichen Gleitgelen konnte ein hemmender Einfluss auf das Bewegungsvermögen der Spermien und deren Lebensdauer festgestellt werden. Langzeitstudien ergaben jedoch keinen signifikanten Unterschied in der Empfängnisrate zwischen Paaren, die Gleitgel benutzten und solchen ohne den Einsatz von Gleitgel.

Frauen, die schwanger werden möchten, können also ohne Bedenken Gleitgel beim Geschlechtsverkehr verwenden. Zur Verhütung eignet sich Gleitgel jedoch nicht, außer es enthält den Zusatz „spermizid“. Allerdings zählt es selbst dann nicht zu den sichersten Verhütungsmethoden und sollte nur als zusätzlicher Schutz verwendet werden.

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Dr. Emily Wimmer studierte Humanmedizin an der Universität zu Lübeck und schloss dieses 2009 ab. Danach arbeitete sie in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie an der MedUni Wien und als Assistenzärztin in Hamburg. Seit 2015 ist sie, neben ihrer Tätigkeit als Studienleiterin am Institut für Versorgungsforschung in Dermatologie in Hamburg, eine unserer deutschen Ärztinnen bei Zava.

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Artikel erschienen: 21 Feb 2018

Letzte Aktualisierung: 27 Dez 2018




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