Abnehmspritzen: Ein umfassender Ratgeber

Natalia Olaizola-Heil

Medizinisch geprüft von

Natalia Olaizola-Heil

Letzte Änderung: 07 Okt. 2026

Abnehmspritzen sind sogenannte Fertigpens, die sich Anwender selbst verabreichen können – ähnlich wie bei Diabetes. Die enthaltenen Wirkstoffe unterstützen beim Abnehmen und sind für Menschen gedacht, die aus medizinischer Sicht Gewicht verlieren sollten. Erhalten Sie hier Antworten auf alle Fragen rund um Kauf, Anwendung und Wirkung.

Inhalt
Eine Hand hält drei Abnehmspritzen vor einem grauen Hintergrund
 

Kurzübersicht zu Abnehmspritzen

Geeignet bei:

  • Adipositas (BMI ab 30 kg/m²)
  • Übergewicht mit mind. 1 Begleiterkrankung (BMI ab 27 kg/m²)

Gängige Präparate und möglicher Gewichtsverlust:

  • Wegovy® (Semaglutid): durchschnittlich etwa 21 % des Ausgangsgewichts
  • Mounjaro® (Tirzepatid): durchschnittlich 22,5 % des Ausgangsgewichts
  • Saxenda®, Nevolat® (Liraglutid): durchschnittlich etwa 8 % des Ausgangsgewichts

Wirkung:

  • weniger Hunger
  • stärkere, länger anhaltende Sättigung
  • langsamere Magenentleerung
  • stabile Blutzuckerwerte (und dadurch weniger Heißhunger)

Häufige Nebenwirkungen:

  • Übelkeit
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Bauchschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit

Kosten:

  • je nach Präparat und Dosierung ca. 129-489 € pro Monat
  • keine Kostenübernahme durch die Krankenkassen (Ausnahmen bei gleichzeitigem Diabetes sind möglich)

Was sind Abnehmspritzen?

Abnehmspritzen sind verschreibungspflichtige Medikamente, die flüssige Wirkstoffe zur Gewichtsabnahme enthalten. Die Anwendung erfolgt mithilfe von Fertigpens: Diese kleinen Spritzen ermöglichen es Patienten, die Dosis sicher und unkompliziert selbst zu injizieren.

Wichtig: Abnehmspritzen sind nur für Menschen geeignet, die stark übergewichtig oder adipös sind und medizinische Hilfe benötigen, um Gewicht zu verlieren.

In Deutschland sind die Abnehmspritzen Wegovy® (Semaglutid), Mounjaro® (Tirzepatid) und Saxenda® (Liraglutid) zugelassen. Auch Nevolat® – ein Nachahmerpräparat mit Liraglutid – ist seit Ende 2025 erhältlich. Weitere Generika von Abnehmspritzen stehen noch nicht zur Verfügung.

Wie wirken Abnehmspritzen?

Die Wirkstoffe in Abnehmspritzen ahmen natürliche Botenstoffe nach. Semaglutid und Liraglutid gehören zur Gruppe der GLP-1-Analoga, Tirzepatid wirkt zusätzlich am GIP-Rezeptor.

Das führt zu mehreren Effekten:

  • Die Wirkstoffe regulieren die Ausschüttung von Insulin und Glukagon. Das führt zu einem stabileren Blutzucker und dadurch zu weniger Heißhunger.
  • Die Steuerung von Hunger und Sättigung im Gehirn wird beeinflusst: Anwender spüren weniger Appetit.
  • Nahrung bleibt länger im Magen liegen. Das fördert eine stärkere und länger anhaltende Sättigung.

Meist essen Anwender während der Behandlung weniger, da sie weniger Hunger verspüren und sich schneller satt fühlen. Die geringere Kalorienaufnahme führt in der Regel zu einem deutlichen Gewichtsverlust.

Für wen sind Spritzen zum Abnehmen geeignet?

Abnehmspritzen kommen infrage, wenn ein Gewichtsverlust aus medizinischer Sicht sinnvoll ist. Das bedeutet, sie eignen sich bei Adipositas oder bei starkem Übergewicht, wenn das Körpergewicht die Gesundheit bereits beeinträchtigt.

Für Erwachsene gelten 2 Richtwerte:

  • ein BMI von mindestens 30 kg/m² oder
  • ein BMI ab 27 kg/m² in Kombination mit mind. 1 gewichtsbedingten Begleiterkrankung.

Zu den gewichtsbedingten Erkrankungen gehören unter anderem:

  • Diabetes mellitus (Typ 2)
  • erhöhte Blutfettwerte
  • Atemaussetzer in der Nacht (Schlafapnoe)
  • Bluthochdruck

Gut zu wissen: Wenn Sie unsicher sind, ob eine Behandlung bei Ihnen infrage kommt, können Sie Ihr aktuelles Körpergewicht mit unserem BMI-Rechner einordnen.

Welche Abnehmspritzen gibt es?

Aktuell sind in Deutschland mehrere Abnehmspritzen zugelassen. Sie unterscheiden sich insbesondere bei ihren Wirkstoffen und der Anwendungshäufigkeit. Für alle Präparate stellt der Arzt ein Privatrezept aus – welches Mittel er auswählt, hängt unter anderem von der individuellen Verträglichkeit und der bevorzugten Anwendung ab (täglich vs. wöchentlich).

Wegovy®

Wegovy® enthält den Wirkstoff Semaglutid. Das Medikament unterstützt die Gewichtsabnahme, indem es das Sättigungsgefühl verstärkt, den Appetit vermindert und den Blutzucker reguliert.

Die Anwendung erfolgt 1-mal wöchentlich. Alle 4 Wochen kann die Wegovy® Dosierung auf die nächsthöhere Stufe gesteigert werden:

  • 0,25 mg (grüner Pen)
  • 0,5 mg (pinker Pen)
  • 1,0 mg (brauner Pen)
  • 1,7 mg (blauer Pen)
  • 2,4 mg (grauer Pen)
  • 7,2 mg (violetter Pen)

Mehrere Studien untersuchten den Abnehmerfolg mit Wegovy®. Zuletzt wurde die höchste Dosierung von 7,2 mg geprüft: Über einen Zeitraum von 72 Wochen hatten Studienteilnehmer durchschnittlich etwa 21 % ihres Ausgangsgewichts verloren.

Mounjaro®

Die Abnehmspritze Mounjaro® enthält den Wirkstoff Tirzepatid. Im Gegensatz zu reinen GLP-1-Spritzen ahmt Tirzepatid 2 Hormone gleichzeitig nach (GLP-1 und GIP). Dadurch werden Blutzucker, Sättigung und Appetit beeinflusst.

Die Spritze wird 1-mal in der Woche angewendet. Es gibt 6 Mounjaro® Dosierungen: Die Behandlung startet mit der niedrigsten Dosis und steigert sich je nach Verträglichkeit alle 4 Wochen.

Folgende Dosierungen sind erhältlich:

  • 2,5 mg
  • 5 mg
  • 7,5 mg
  • 10 mg
  • 12,5 mg
  • 15 mg

In Studien wurde untersucht, wie viel man mit Mounjaro® abnehmen kann. Die Ergebnisse zeigen: Teilnehmer verloren innerhalb von 72 Wochen durchschnittlich bis zu 22,5 % ihres Ausgangsgewichts (mit 15 mg Tirzepatid).

Saxenda®

Der Saxenda® Pen enthält den Wirkstoff Liraglutid. Ende 2025 erhielt mit Nevolat® zudem das 1. Generikum von Saxenda® seine Zulassung. Die Präparate unterstützen die Gewichtsabnahme durch eine verstärkte Sättigung, ein vermindertes Hungergefühl und einen stabileren Blutzucker.

Beide Liraglutid-Präparate werden 1-mal täglich unter die Haut gespritzt. Die Anwendung beginnt mit der niedrigsten Dosis von 0,6 mg und erhöht sich über 5 Wochen nach und nach.

In den meisten Fällen läuft die Behandlung so ab:

  • Woche 1: 0,6 mg täglich
  • Woche 2: 1,2 mg täglich
  • Woche 3: 1,8 mg täglich
  • Woche 4: 2,4 mg täglich
  • ab Woche 5: 3,0 mg täglich

Den genauen Ablauf und die Dosierung legt immer der Arzt fest.

Klinische Tests haben die Wirksamkeit von Saxenda® bestätigt: In Studien hatten Patienten nach 56 Wochen durchschnittlich knapp 8 % ihres ursprünglichen Gewichts verloren. Etwa 1 von 10 Behandelten verlor sogar mehr als 15 % seines Ausgangsgewichts.

Wie wende ich eine Abnehmspritze an?

Anwender können Abnehmspritzen mithilfe von Fertigpens eigenständig nutzen.

Dafür eignen sich bestimmte Körperregionen:

  • die Vorderseiten der Oberschenkel
  • die Vorderseite des Bauches
  • die Außenseiten der Oberarme

Wichtig: Spritzen Sie Ihren Wirkstoff immer unter die Haut. Er darf nicht in Muskeln oder Venen gelangen. Da Oberschenkel, Oberarme und Bauch mehr Fettgewebe haben, bieten sie sich für die Anwendung von Abnehmspritzen an.

Um Hautreizungen vorzubeugen, sollten Sie die Einstichstelle regelmäßig wechseln. Verwenden Sie außerdem jedes Mal eine neue und unbeschädigte Nadel. Injizieren Sie nur in gesunde und unbeschädigte Haut.

Je nach Präparat unterscheidet sich die Häufigkeit der Anwendung:

  • Wegovy® oder Mounjaro®: 1-mal pro Woche
  • Saxenda® oder Nevolat®: 1-mal täglich, etwa zur gleichen Uhrzeit

Lesen Sie vor der Anwendung die Packungsbeilage Ihres Präparats. Halten Sie die vom Arzt gesetzte Dosis ein und verändern Sie sie nicht selbstständig: Die Behandlung geht mit einer individuellen, schrittweisen Dosiserhöhung einher.

Wann sollte ich Abnehmspritzen nicht anwenden?

Bestimmte Vorerkrankungen oder Risikofaktoren können gegen eine Anwendung von Abnehmspritzen sprechen. Vor Beginn der Behandlung überprüft der Arzt, ob Gegenanzeigen bei Ihnen vorliegen.

Wenn Sie allergisch gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile Ihrer Abnehmspritze sind, dürfen Sie sie nicht anwenden.

Während der Schwangerschaft und Stillzeit kommen Abnehmspritzen nicht infrage. Wenn Sie schwanger sind, eine Schwangerschaft planen oder stillen, ist die Therapie also nicht geeignet. Verwenden Sie bereits eine Abnehmspritze, müssen Sie die Anwendung abbrechen und sich an Ihren Arzt wenden.

Je nach Präparat können weitere Gegenanzeigen gelten. Dazu gehören unter anderem:

  • schwere Herzinsuffizienz
  • eingeschränkte Leber- und Nierenfunktion
  • schwere Darm- und Magenprobleme
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • diabetische Retinopathie (eine Augenkrankheit)

Hinweise zu Eignung und Vorsichtsmaßnahmen können je nach Präparat unterschiedlich sein. Lesen Sie daher immer die Packungsbeilage Ihrer Abnehmspritze, bevor Sie mit der Anwendung beginnen.

Ob eine Behandlung im individuellen Fall trotz Vorerkrankungen möglich ist, entscheidet der Arzt.

Anwendung im höheren Lebensalter

Für einige Wirkstoffe liegen bislang nur wenige Studiendaten bei Menschen im höheren Lebensalter vor:

  • Mounjaro® (Tirzepatid): begrenzte Daten bei Patienten ab 85 Jahren
  • Wegovy® (Semaglutid): begrenzte Erfahrungen bei Patienten ab 85 Jahren
  • Saxenda® und Nevolat® (Liraglutid): begrenzte Daten ab 75 Jahren – Anwendung in dieser Altersgruppe nicht empfohlen

Ob eine Behandlung im höheren Lebensalter sinnvoll ist, sollte der Arzt immer individuell beurteilen. Dabei spielen neben dem Alter auch Begleiterkrankungen, die allgemeine körperliche Verfassung und die Einnahme weiterer Medikamente eine wichtige Rolle.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Bei der Anwendung von Abnehmspritzen können Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten. Die Wirkung eines Arzneimittels fällt dann unter Umständen stärker oder schwächer aus als gewöhnlich. Informieren Sie Ihren Arzt daher über alle Medikamente, die Sie einnehmen – das gilt auch für rezeptfreie Präparate.

Folgende Arzneimittel können betroffen sein:

  • Medikamente zur Behandlung von Diabetes: Anpassung der Dosierung kann nötig sein
  • Warfarin und andere orale Blutverdünner: möglicherweise häufigere Blutuntersuchungen zur Gerinnungsfähigkeit des Bluts empfohlen

Gut zu wissen: Abnehmspritzen verlangsamen die Magenentleerung und können dadurch generell die Aufnahme von Medikamenten über den Verdauungstrakt beeinflussen.

Abnehmspritzen und Alkohol

Grundsätzlich ist Alkohol während einer Behandlung mit Abnehmspritzen nicht verboten. Dennoch wird empfohlen, auf Alkohol zu verzichten, da die Kombination bestimmte Nebenwirkungen verstärken kann.

Mögliche Folgen sind:

  • verstärkte Übelkeit oder Erbrechen
  • stärkere Magen-Darm-Beschwerden
  • Schwindel oder Kreislaufprobleme
  • Schwankungen des Blutzuckerspiegels, insbesondere bei Menschen mit Diabetes

Wenn Sie Alkohol trinken möchten, sollten Sie dies nur in Maßen tun und darauf achten, wie Ihr Körper auf die Kombination reagiert.

Was passiert, wenn ich die Abnehmspritze absetze?

Wenn Sie die Behandlung mit Ihrer Abnehmspritze beenden, muss sich der Körper – genau wie zu Beginn – auf die neue Situation einstellen. In dieser Gewöhnungsphase können sogenannte Wean-off-Effekte entstehen. Möglich sind Beschwerden wie Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Verdauungsprobleme.

Häufig entscheiden sich Patienten dafür, ihr Medikament auszuschleichen: Das gibt dem Körper Zeit, sich an die Änderung im Stoffwechsel zu gewöhnen.

Wird die Behandlung beendet, fallen auch die positiven Effekte weg, die die Abnehmspritze mit sich gebracht hat. Hunger und Heißhungerattacken können häufiger oder stärker auftreten. Viele Anwender essen mehr als während der Behandlung und nehmen wieder zu.

Um den Jojo-Effekt zu vermeiden, ist aus meiner Sicht eines entscheidend: die richtige Vorbereitung. Nutzen Sie die Zeit während der Behandlung und arbeiten Sie an einer ausgewogenen, langfristig umsetzbaren Ernährungsweise. Gleichzeitig empfehle ich regelmäßige Bewegung, um die Muskelmasse zu erhalten oder sogar aufzubauen. Ein hoher Muskelanteil verbraucht mehr Kalorien und hilft, einer Zunahme gegenzusteuern.

— Dr. med. Ulrike Thieme, Medizinische Leiterin bei ZAVA

Vorteile und Nachteile von Abnehmspritzen

Die Entscheidung für oder gegen die Behandlung mit Abnehmspritzen ist eine äußerst individuelle Frage. Sie hängt von den unterschiedlichsten Faktoren ab: Neben gesundheitlichen Voraussetzungen und den persönlichen Abnehmzielen spielt zum Beispiel auch die Bereitschaft eine Rolle, sich regelmäßig selbst ein Medikament zu spritzen.

In dieser Tabelle wollen wir Ihnen einen kleinen Überblick über die wichtigsten Vorteile und Nachteile von Abnehmspritzen geben:

Vorteile Nachteile

✅ deutlicher Gewichtsverlust möglich (je nach Spritze bis zu 22,5 %)

❌ Nebenwirkungen möglich (insbesondere zu Beginn der Behandlung)

✅ stärkere Sättigung

❌ finanzielle Belastung (keine Kostenübernahme durch die Krankenkassen)

✅ weniger Hunger und Heißhunger

❌ nachhaltige Erfolge nur in Kombination mit angepasster Ernährung und regelmäßiger Bewegung

✅ reduzierter Food Noise

❌ für Frauen: bei aktuellem Kinderwunsch ungeeignet

✅ individuelle Behandlung (Dosierung wird auf den Patienten abgestimmt)


✅ zusätzliche Vorteile für die Gesundheit (Kontrolle des Blutzuckers, positive Effekte auf Herz & Kreislauf)


✅ auch bei langjähriger Adipositas oder Stoffwechselerkrankungen geeignet


Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Wie alle Medikamente können auch Abnehmspritzen mit Nebenwirkungen einhergehen. Die meisten Beschwerden treten zu Beginn der Behandlung oder nach Dosissteigerungen auf und bessern sich häufig, sobald der Körper sich an den Wirkstoff gewöhnt hat.

Sehr häufig zeigen sich Beschwerden wie:

  • Kopfschmerzen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Erschöpfung bzw. Müdigkeit
  • niedriger Blutzucker (bei gleichzeitiger Behandlung mit bestimmten Diabetes-Medikamenten)

Eine vollständige Liste aller bekannten Nebenwirkungen von Wegovy®, Mounjaro® und Co. finden Sie immer in der jeweiligen Packungsbeilage.

Bei schweren Nebenwirkungen sollten Sie die Behandlung mit Ihrer Abnehmspritze sofort abbrechen. Dazu zählen:

  • eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • allergische Reaktionen wie Atembeschwerden, Schwellungen oder Bewusstlosigkeit
  • Komplikationen einer diabetischen Retinopathie (Erkrankung der Netzhaut)
  • Zeichen für einen Darmverschluss
  • nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie (NAION), eine seltene Augenerkrankung, die zu einem plötzlichen oder schleichenden Verlust des Sehvermögens führen kann

Suchen Sie in diesen Fällen umgehend ärztliche Hilfe. Bei lebensbedrohlichen Symptomen (etwa Atemnot) rufen Sie einen Notarzt.

Abnehmspritze kaufen: Wo bekommt man sie?

Wer eine Abnehmspritze kaufen möchte, braucht dafür zunächst ein Rezept. Eine solche Verordnung können Patienten entweder über ihren Arzt vor Ort oder über eine Online-Arztpraxis wie ZAVA anfragen. Einlösen lässt sich das Rezept bei einer Apotheke in der Nähe oder bei einer Online-Apotheke.

Für Menschen, die aus medizinischen Gründen abnehmen müssen, bieten wir bei ZAVA einen eigenen Service zum Thema „Gewicht verlieren” an. Einer unserer Ärzte prüft Ihre Angaben und stellt bei Eignung ein passendes Rezept aus. Sie entscheiden, ob Sie Ihr Rezept per Post erhalten, eine Apotheke vor Ort aufsuchen oder das Arzneimittel direkt zugeschickt bekommen möchten.

Gut zu wissen: Wir möchten Sie auf Ihrer Abnehmreise nachhaltig unterstützen. Bei einer Behandlung mit Spritzen zum Abnehmen erhalten Sie deswegen nicht nur Ihr Rezept bzw. Medikament, sondern auch kostenfreies Support-Material. In diesem ausführlichen Ernährungs- und Lifestyle-Guide stellen wir Ihnen umfassende Informationen rund um Ernährung und Bewegung zur Verfügung, geben Tipps für Ihren Alltag und bieten Tracker und Planer zum Download, damit Sie in allen Lebenslagen den Überblick über Ihren Fortschritt behalten.

Kann man eine Abnehmspritze ohne Rezept kaufen?

Nein. Abnehmspritzen sind verschreibungspflichtige Medikamente und können nur mit einem Rezept gekauft werden.

Bei Anbietern, die Abnehmspritzen ohne Rezept verkaufen, ist Vorsicht geboten: Hier handelt es sich um illegale Verkäufe, mit denen sich beide Seiten strafbar machen. Gleichzeitig besteht das Risiko, gefälschte, falsch gelagerte oder verunreinigte Arzneimittel zu erhalten. Spritzen Sie sich solch ein Präparat unter die Haut, kann das gesundheitliche Folgen haben.

Um die Sicherheit der Behandlung zu gewährleisten, müssen mögliche Vorerkrankungen und eingenommene Medikamente berücksichtigt werden. Deswegen ist es so wichtig, ein Rezept von einem Arzt zu erhalten und das Medikament von einer seriösen Apotheke (vor Ort oder online) zu beziehen.

Preis von Abnehmspritzen: Wie viel kosten sie?

Wie viel die Behandlung mit Abnehmspritzen kostet, hängt in erster Linie davon ab, welches Präparat der Arzt verordnet. Daneben wirkt sich auch die Dosierung auf den Preis aus. Da die Dosis zu Beginn der Therapie schrittweise gesteigert wird, können die monatlichen Kosten im Verlauf der Behandlung variieren.

Zu beachten ist auch, wie gut Sie die Dosissteigerungen vertragen: Wenn Sie sich beispielsweise gemeinsam mit Ihrem Arzt dafür entscheiden, Ihr Medikament länger als geplant auf einer niedrigeren Dosierung anzuwenden, ist die Therapie günstiger als auf der jeweiligen Höchstdosis.

Ungefähr lässt sich mit den folgenden Kosten für Abnehmspritzen rechnen:

Wegovy®:

  • niedrigste Dosis: ca. 173 € (für 1 Behandlungsmonat)
  • höchste Dosis: ca. 384 € (für 1 Behandlungsmonat)

Mounjaro®:

  • niedrigste Dosis: ca. 207 € (für 1 Behandlungsmonat)
  • höchste Dosis: ca. 490 € (für 1 Behandlungsmonat)

Saxenda®:

  • ca. 292 € (Packung mit 5 Pens; Dosis wird am Pen eingestellt)

Nevolat®:

  • 80 € (Packung mit 3 Pens; Dosis wird am Pen eingestellt)
  • 130 € (Packung mit 5 Pens; Dosis wird am Pen eingestellt)

Gut zu wissen: Krankenkassen übernehmen die Behandlungskosten derzeit nicht. Grund ist die Einstufung der Präparate als sogenannte Lifestyle-Medikamente: Sie sieht den vorrangigen Zweck der Abnehmspritzen in einer Verbesserung der Lebensqualität.

Wie entstehen die Preise für Abnehmspritzen?

Die Preise von Abnehmspritzen werden durch verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu gehören insbesondere die Kosten für:

  • Forschung
  • Entwicklung
  • klinische Studien
  • Herstellung
  • Zulassung der Medikamente

Außerdem sind Originalpräparate für einen bestimmten Zeitraum durch Patente geschützt. Der Hersteller hat so die Möglichkeit, die hohen Kosten wieder zu erwirtschaften, die für Forschung und Erprobung angefallen sind. Während dieser Zeit können keine Nachahmerprodukte auf den Markt kommen. Nach Ablauf der Frist dürfen Generika zugelassen werden, die häufig günstiger angeboten werden als das Original.

Ein Beispiel hierfür ist Nevolat®, ein Generikum des Wirkstoffs Liraglutid, das preislich günstiger ist als das Originalpräparat Saxenda®.

Alternativen zu Abnehmspritzen: Welche anderen Medikamente gibt es?

Wer aus medizinischer Sicht abnehmen sollte, hat neben Spritzen auch andere Möglichkeiten. Abnehmtabletten können den Gewichtsverlust ebenfalls unterstützen. Infrage kommen dabei:

  • GLP-1-Tabletten
  • Fettbinder

GLP-1-Tabletten enthalten – wie die verwandten Spritzen – GLP-1-Analoga. Der Unterschied liegt in der Anwendung: Statt sich selbst eine Spritze zu verabreichen, können Anwender den Wirkstoff als tägliche Tablette einnehmen. Erstes Präparat in dieser Kategorie sind die Wegovy® Tabletten (mit Semaglutid). In Studien ermöglichten sie einen Gewichtsverlust von durchschnittlich bis zu 17 %.

Kapseln mit Fettbindern setzen auf den Wirkstoff Orlistat. Dieser Arzneistoff wirkt anders als Abnehmspritzen: Er blockiert bestimmte Enzyme im Darm, wodurch ein Teil der aufgenommenen Fette nicht verdaut, sondern vom Körper ausgeschieden wird. Das verringert die Kalorienaufnahme und fördert die Gewichtsreduktion. Medikamente mit diesem Wirkstoff sind beispielsweise Orlistat-ratiopharm® und Xenical®. Mit ihnen ist ein durchschnittlicher Gewichtsverlust von 5-10 % nach 1 Jahr möglich.

Häufig gestellte Fragen

Welche Wirkstoffe sind in Abnehmspritzen enthalten?

Abnehmspritzen enthalten je nach Präparat die Wirkstoffe Tirzepatid, Liraglutid oder Semaglutid. Diese Arzneistoffe ähneln Appetithormonen wie GLP-1 und/oder GIP und regulieren das Hungergefühl und den Blutzucker von Adipositas-Patienten.

Welche Medikamente verschreiben Ärzte bei Übergewicht?

Infrage kommen GLP-1-Tabletten (Wegovy® Tabletten), Abnehmspritzen (z.B. Mounjaro®, Saxenda®, Wegovy®) oder Kapseln mit Fettbindern (z.B. Orlistat-ratiopharm®, Xenical®). Liegt ein BMI ab 27 kg/m² (mit mind. 1 Begleiterkrankung) oder ab 30 kg/m² vor, können Ärzte Medikamente zum Abnehmen verschreiben.

Was ist der Unterschied zwischen einer Abnehmspritze und einer Fettwegspritze?

Spritzen zum Abnehmen sind verschreibungspflichtige Medikamente, die zur Behandlung von Adipositas zum Einsatz kommen. Eine Fettwegspritze zählt zu den kosmetischen Eingriffen und findet Anwendung, um gezielt an bestimmten Körperstellen Fettpolster zu verkleinern oder aufzulösen.

Wie viel Gewicht kann man mit Abnehmspritzen verlieren?

Wie viel Gewicht man mit einer Abnehmspritze verlieren kann, hängt unter anderem vom Präparat, der Behandlungsdauer, der Dosierung sowie der individuellen Ernährung und Bewegung ab. Anwender von Liraglutid verloren durchschnittlich 8 % des Ausgangsgewichts (über 56 Wochen), unter Semaglutid waren es im Durchschnitt etwa 21 % (über 72 Wochen) bis hin zu durchschnittlich möglichen 22,5 % bei Tirzepatid (über 72 Wochen).

Wie lange dauert die Behandlung mit Abnehmspritzen?

Wie lange die Behandlung mit Abnehmspritzen dauert, richtet sich unter anderem nach der individuellen Verträglichkeit und den erzielten Erfolgen. Grundsätzlich sind die Medikamente zum Abnehmen darauf ausgelegt, langfristig genutzt zu werden, also über mehrere Monate oder sogar Jahre. Die genaue Behandlungsdauer legt der Arzt fest.

Wer verschreibt die Abnehmspritze?

Wenn Sie ein Rezept für Abnehmspritzen erhalten möchten, können Sie sich an verschiedene Ärzte wenden, vor Ort oder in einer Online-Arztpraxis wie ZAVA. Der erste Ansprechpartner für viele Patienten ist ein Allgemeinarzt, aber auch Diabetologen, Endokrinologen oder Fachärzte in Adipositas-Zentren können das Rezept ausstellen.

Wie bekomme ich die Abnehmspritze?

Um eine Abnehmspritze zu bekommen, brauchen Sie erst ein Rezept. Wenden Sie sich an einen Arzt vor Ort (z.B. den Hausarzt) oder an eine Online-Arztpraxis wie ZAVA. Es wird ärztlich geprüft, ob eine Behandlung mit Abnehmspritzen im individuellen Fall infrage kommt. Wenn ja, können Sie das Medikament in einer Apotheke vor Ort kaufen oder direkt nach Hause schicken lassen.

Sind Abnehmspritzen gefährlich?

Nein, Abnehmspritzen gelten nicht als gefährliche Medikamente. Arzneimittel werden vor ihrer Zulassung intensiv getestet – gesundheitsschädliche Präparate kommen so gar nicht erst auf den Markt. Wie bei allen wirksamen Medikamenten können auch bei der Anwendung von Abnehmspritzen Nebenwirkungen auftreten. Außerdem müssen vor Beginn der Anwendung Gegenanzeigen und Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten beachtet werden.

Ist Ozempic® zum Abnehmen geeignet?

Medial erhielt die Diabetesspritze Ozempic® große Aufmerksamkeit. Bei vielen Menschen ist dadurch der Eindruck entstanden, Ozempic® wäre eine gute Option bei starkem Übergewicht oder Adipositas. Tatsächlich hat das Medikament für diesen Zweck aber keine Zulassung. Stattdessen wurde speziell dafür eine Abnehmspritze mit demselben Wirkstoff (Semaglutid) entwickelt: Wegovy®.

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Medizinisch geprüft von:
Natalia Olaizola-Heil Medizinische Autorin

Natalia Olaizola-Heil erhielt nach dem Studium der Pharmazie an der Freien Universität Berlin 1997 ihre Approbation als Apothekerin. Sie arbeitete sowohl in Krankenhausapotheken als auch in öffentlichen Apotheken und absolvierte Weiterbildungen im Bereich Ernährungsberatung und Palliativmedizin. Natalia Olaizola-Heil unterstützt ZAVA bei der medizinischen Texterstellung und -prüfung.

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Letzte Änderung: 07 Okt. 2026

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