Online-Krankschreibung / Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung: Das sollten Sie wissen

Wer krank im Bett liegt, sollte sich auskurieren und nicht den Weg zur Arztpraxis auf sich nehmen müssen, nur um ein Rezept oder eine Krankschreibung zu erhalten.

Die gute Nachricht: Überfüllte Wartezimmer gehören nun der Vergangenheit an. Dank der Online-Krankschreibung können Sie ganz bequem von Zuhause aus einen Arzt konsultieren. Dieser kann Ihnen eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (umgangssprachlich auch AU oder ärztliches Attest) und bei Bedarf auch ein Rezept ausstellen.

Inhalt

Online-Krankschreibung bei Zava

Der behandelnde Arzt kann Ihnen im Rahmen einer Telefon- oder Videosprechstunde (über die Zava App) eine Krankschreibung ausstellen. Dies liegt, ganz wie in einer Praxis vor Ort, im Ermessen des Arztes und kann entsprechend nicht garantiert werden. Zum Beispiel können medizinische Gründe gegen die Verschreibung eines bestimmten Medikamentes sprechen.

Wichtig: Aufgrund der Corona-Pandemie sind für gesetzlich Versicherte bis Ende 2020 wieder telefonische Krankschreibungen bei Erkältungssymptomen möglich. Bei Zava können Sie sich über unsere App, egal ob per Video- oder Telefonanruf, generell und für bis zu 7 Tage krankschreiben lassen, da es sich um eine Selbstzahlerleistung und somit eine Privatsprechstunde handelt – für Privatpatienten ist die telefonische Krankschreibung nämlich schon länger erlaubt.

Bitte beachten Sie: Die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, die Sie über die Zava App erhalten, dient ausschließlich der Vorlage beim Arbeitgeber bzw. der Schule oder Universität. Der Arzt unterschreibt das Attest zwar, jedoch erhalten Sie nicht den üblichen Gelben Schein. Das heißt, falls Sie insgesamt länger als 6 Wochen aufgrund derselben Erkrankung arbeitsunfähig sind, haben Sie mit dieser Krankschreibung keinen Anspruch auf Krankengeld von Ihrer Krankenkasse. Arbeitgeber, Universitäten und Schulen erkennen die ärztliche Krankschreibung aber natürlich trotzdem an.

Wie erhalte ich meine Krankschreibung von Zava?

Die Krankschreibung erhalten Sie von uns im Rahmen einer ärztlichen Beratung (über unsere App) innerhalb eines Werktages per Post.

Kosten für eine Krankschreibung bei Zava

Der Preis für eine Krankschreibung bei Zava beträgt gemäß der deutschlandweit gültigen Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) 5,36 €. Die Krankschreibung erfolgt dabei im Rahmen einer ärztlichen Beratung mittels des Zava App Services. Für solch eine Sprechstunde werden entsprechend zusätzlich 20,10 € berechnet.

Wichtig: Privatversicherte können sich die Behandlungskosten von Ihrer privaten Krankenkasse erstatten lassen. Dazu müssen Sie nur die erhaltene Rechnung von Zava einreichen. Gesetzlich Versicherte können die Zava App gerne als Selbstzahler nutzen. Bisher ist nämlich noch keine Kostenübernahme durch gesetzliche Kassen möglich. Wir arbeiten jedoch daran, dies zukünftig anbieten zu können.

Online-Krankschreibung – allgemeine Infos

Ist ein Arbeitnehmer krankheitsbedingt arbeitsunfähig, erhält er zunächst Entgeltfortzahlung vom Arbeitgeber und im Anschluss Krankengeld von der Krankenkasse. (Ausnahme: Wenn der Arbeitnehmer in einem Unternehmen noch keine 4 Wochen beschäftigt ist und in diesem Zeitraum erkrankt, hat er Anspruch auf Krankengeld von der Krankenkasse.) Voraussetzung ist, dass sich der Arbeitnehmer bei seinem Arbeitgeber umgehend krankmeldet und bis zum 4. Tag eine AU vorliegt. Ansonsten kann der Arbeitgeber die Entgeltfortzahlung verweigern und unter Umständen sogar das Arbeitsverhältnis kündigen.

Kurzübersicht

Ab wann benötigt man eine AU? Laut Gesetz muss dem Arbeitgeber eine AU vorgelegt werden, wenn man länger als 3 Tage nicht am Arbeitsplatz erscheint. Diese Frist kann jedoch von Arbeitgeber zu Arbeitgeber unterschiedlich geregelt sein und wird individuell im Arbeitsvertrag festgeschrieben.

Wie setzt sich eine AU zusammen? Jede AU besteht aus 4 Dokumenten, die an folgende 4 Empfänger adressiert sind:

  1. Arbeitgeber: sie enthält keine Diagnose
  2. Krankenkasse: sie enthält die Diagnose verschlüsselt
  3. Versicherter: sie enthält die Diagnose verschlüsselt
  4. Arzt: sie enthält die Diagnose verschlüsselt

Wer darf eine AU ausstellen? Eine AU darf nur durch einen Arzt und ausschließlich aufgrund einer ärztlichen (Fern-)Untersuchung erteilt werden. Der Arzt attestiert dabei den Grund der Arbeitsunfähigkeit und und eine Prognose über die Dauer der Arbeitsunfähigkeit.

Online-Krankschreibung: Was bedeutet das genau?

Im Mai 2018 wurde auf dem 121. Deutschen Ärztetag in Erfurt eine Lockerung des Fernbehandlungsverbotes beschlossen. Ärztliche Beratung und Diagnose sind seitdem erlaubt, „wenn dies ärztlich vertretbar ist und die erforderliche ärztliche Sorgfalt insbesondere durch die Art und Weise der Befunderhebung, Beratung, Behandlung sowie Dokumentation gewahrt wird”. Deshalb kann eine Online-Behandlung derzeit nicht bei schwerwiegenden Erkrankungen oder Vorerkrankungen in Anspruch genommen werden.

Zu den häufigsten Erkrankungen, bei denen eine Online-Krankschreibung möglich ist, gehören zum Beispiel:

  • COVID-19-Risiko
  • Grippe
  • Magen-Darm-Grippe
  • Erkältung
  • Regelschmerzen
  • Rückenschmerzen
  • Stress
  • Migräne
  • Blasenentzündung
  • Durchfall

Mehr Informationen zu den rechtliche Grundlagen der Online-Behandlung und -Krankschreibung finden Sie hier.

Welche Vorteile bietet eine Online-Krankschreibung?

  • Krankschreibung innerhalb kurzer Zeit
  • Keine zeit- und kräfteraubenden Anfahrtswege
  • Kein unangenehmer, anstrengender Aufenthalt im überfüllten Wartezimmer, dadurch auch keine Ansteckungsgefahr
  • rechtsgültig und von Arbeitgebern, Krankenkassen und Apotheken anerkannt

Richtig krankmelden: Fristen einhalten

Laut Gesetzgeber ist der Arbeitnehmer dazu verpflichtet, dem Arbeitgeber telefonisch oder per E-Mail die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer am 1. Krankheitstag mitzuteilen. Ab dem 3. Krankheitstag muss dem Arbeitgeber üblicherweise eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorgelegt werden. Die Arbeitsunfähigkeit wird nach einer Untersuchung durch einen Arzt feststellt. Beachten Sie, dass der Arbeitgeber unter besonderen Umständen dazu berechtigt ist auch schon früher eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung zu verlangen.

Dauer der Krankschreibung

Der behandelnde Arzt legt je nach Erkrankung die Dauer der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung fest.

In Deutschland sind Arbeitgeber gesetzlich dazu verpflichtet, ihren erkrankten Arbeitnehmern bis zur Dauer von 6 Wochen den vollen Lohn zu zahlen. Wenn der Arbeitnehmer mehr als 6 Wochen krankgeschrieben ist, erhält er von der Krankenkasse Krankengeld. Jedoch sollten Sie hier beachten, dass sich die 6 Wochen auf eine Art der Erkrankung beziehen: Wenn Sie beispielsweise 4 x 2 Wochen innerhalb eines Jahres an unterschiedlichen Krankheiten erkranken sollten, dann wird der volle Lohn vom Arbeitgeber gezahlt. Wenn Sie jedoch 4 x 2 Wochen an der gleichen Krankheit erkranken, dann erhalten Sie ab der 7. Woche Krankengeld von der Krankenkasse. Die Höhe des Krankengelds beträgt 70 Prozent des Bruttoverdienstes, aber nicht mehr als 90 Prozent des Nettogehalts.

Ursachen für eine Krankschreibung

Die Ursachen für eine AU reichen von physischen bis hin zu psychischen Erkrankungen. Die häufigsten Krankheitsarten für die sich Arbeitnehmer eine AU ausstellen lassen, sind folgende:

  • Muskel-Skelett-System
  • Atmungssystem
  • Psychische Erkrankungen
  • Verletzungen
  • Verdauungssystem
  • Unspezifische Symptome
  • Infektionen
  • Nervensystem, Augen, Ohren
  • Kreislaufsystem
  • Neubildungen

ICD-10-GM Schlüssel: International gültiger Code für Erkrankungen

Wenn ein Arzt eine Diagnose stellt, muss er diese verschlüsseln, um zu gewährleisten, dass die Krankheiten der Patienten einheitlich definiert werden. Hierfür gibt es Diagnoseschlüssel – Der ICD-10 Schlüssel ist der Gängigste. Die Abkürzung ICD-10 steht für „International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems“, was übersetzt „Internationale statistische Klassifikation von Krankheiten und verwandten Gesundheitsproblemen“ bedeutet.

Jede Erkrankung wird von den Ärzten einem Code zugeordnet und beispielsweise auf der Krankschreibung oder auf Arztbriefen festgehalten. Die Codes können dann mit dem ICD-10-GM Schlüssel gelöst werden. Der ICD-10-GM Schlüssel klassifiziert Krankheiten in 22 Hauptkategorien. Durch die ersten 3 Ziffern des Codes lässt sich die Hauptkategorie ermitteln.

Auf der Webseite des Deutschen Instituts für Medizinische Dokumentation finden Sie die häufigsten ICD-10-Schlüssel und ihre Bedeutung: https://www.kvno.de/downloads/verordnungen/100icd_15-1.pdf

Wichtig: Für Ihren Arbeitgeber ist es nicht ersichtlich, welche Diagnose Sie bekommen haben, da der Code nur auf der AU für die Krankenkasse notiert ist.

Krankschreibung & AU: Was darf ich machen?

Wenn man krankgeschrieben ist, steht oft die Frage im Raum, welche Tätigkeit man außerhalb der eigenen vier Wände ausüben darf. Grundsätzlich gilt: es ist alles erlaubt, was zur Genesung positiv beiträgt. Dies variiert je nach Erkrankung. Beispielsweise ist sportliche Aktivität bei psychischen Krankheiten gesundheitsfördernd. Gänge zum Supermarkt, zur Post, zur Apotheke oder zum Arzt sind bei jeder Erkrankung gestattet.

Häufig gestellte Fragen

Darf ich arbeiten trotz Krankschreibung?

Sie dürfen, sobald Sie wieder gesund sind, arbeiten gehen. Dies gilt auch, wenn Sie noch krankgeschrieben sind. Jedoch sind Sie dazu verpflichtet so lange zu Hause zu bleiben bis Sie nicht mehr ansteckend sind, da Ihnen ansonsten ein Bußgeld droht.

Kann ich eine Krankschreibung am Wochenende oder an Feiertagen bekommen?

Sollte der Abgabetag der Krankschreibung auf das Wochenenden fallen, sollten Sie nur in die Notaufnahme, wenn es sich tatsächlich um einen Notfall handelt. Da es in Deutschland bei der Berechnung der Abgabefrist der AU eine 3-Tage-Regelung gibt, können Sie sich die AU einfach am folgenden Montag ausstellen lassen. Der behandelnde Arzt kann Sie bis zu 3 Tage rückwirkend krankschreiben. Dem Arbeitgeber können Sie die Krankschreibung nachreichen.

Bei der Berechnung der Abgabefrist ist zu beachten, dass die Kalendertage gezählt werden und nicht die Werk- oder Feiertage. Wenn Sie zum Beispiel am Freitag krank werden, müssen Sie das Wochenende mitzuzählen.

Kann man eine Krankschreibung verlängern?

Es ist möglich sich von seinem behandelnden Arzt eine Folgebescheinigung ausstellen zu lassen. Dies muss bis zum letzten Tag der vorherigen Krankschreibung geschehen, da Sie ansonsten im schlimmsten Falle kein Krankengeld von der Krankenkasse erhalten. Die Folgebescheinigung müssen Sie Ihrem Arbeitgeber bis spätestens 3 Tage nach Ablauf der Gültigkeit der vorangehenden AU vorlegen.

Bitte beachten Sie, dass Sie die Folgebescheinigung auch bei einem anderen Arzt erhalten können.

Wie viele Tage kann ich mich rückwirkend krankschreiben lassen?

Generell können Sie sich von einem Arzt bis zu 3 Tage rückwirkend krankschreiben lassen, jedoch muss Ihr Arzt prüfen, ob Sie auch schon davor arbeitsunfähig erkrankt waren.

Kann der Arbeitgeber die Krankmeldung ablehnen?

Der Arbeitgeber darf die Krankmeldung ablehnen, wenn begründete Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit des Arbeitnehmers bestehen. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer Gegenbeweise vorlegen.

Artikel erschienen: 26 Aug 2020

Letzte Änderung: 26 Nov 2020

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Wie immer ,schnelle und unkomplizierte Bearbeitung. Kann ich nur empfelen. Weiter so.


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