Ozempic® oder Mounjaro® zum Abnehmen: Der Vergleich
Medizinisch geprüft von
Dr. med. Ulrike ThiemeLetzte Änderung: 15 Apr. 2026
Die beiden Medikamente Mounjaro® und Ozempic® können beim Abnehmen unterstützen. Ihre Wirkstoffe gehören zur selben Gruppe – allerdings ist Ozempic® nur zur Behandlung von Diabetes bestimmt, während Mounjaro tatsächlich bei starkem Übergewicht und Adipositas zugelassen ist. Wie unterscheiden sich die beiden Präparate noch in Sachen Wirksamkeit, Nebenwirkungen, Dosierung und Kosten?
Auf einen Blick: Mounjaro® & Ozempic®
| Mounjaro® | Ozempic® | |
|---|---|---|
| Wirkstoff | Tirzepatid |
Semaglutid |
| Schwerpunkt | Gewichtsreduktion (u.a. durch längere Sättigung, verlangsamte Magenentleerung) |
Bessere Blutzuckerkontrolle (durch Ausschüttung von Insulin und Regulierung von Glucagon) |
| Zulassung | bei starkem Übergewicht und Adipositas; bei Typ-2-Diabetes |
bei Typ-2-Diabetes |
| Dosierung | 6 Stufen: 2,5-15 mg |
4 Stufen: 0,25-2 mg |
| Kosten (pro Monat) | ca. 206-489 € |
ab ca. 73 € |
Mounjaro® & Alternativen bei starkem Übergewicht
2 Wirkstoffe mit ähnlichem Effekt
Ozempic® enthält den Wirkstoff Semaglutid, Mounjaro® beinhaltet Tirzepatid. Beide Wirkstoffe gehören zur Gruppe der sogenannten GLP‑1‑Rezeptoragonisten. Sie ahmen natürlich vorkommende Hormone nach, die den Blutzucker regulieren und das Sättigungsgefühl beeinflussen – Mechanismen, die beim Abnehmen eine wichtige Rolle spielen. Mounjaro® hat darüber hinaus einen ähnlichen Effekt wie der Botenstoff GIP.
Ozempic® ist nur für die Behandlung von Typ-2-Diabetes zugelassen. Mounjaro® wurde zusätzlich auch für die Behandlung von starkem Übergewicht oder Adipositas entwickelt. Wenn Sie aus medizinischer Sicht abnehmen sollten, ist es also wahrscheinlicher, dass der Arzt Mounjaro® verordnet.
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Wie wirken Ozempic® und Mounjaro®?
Ozempic® und Mounjaro® greifen in das körpereigene Hormonsystem ein. Ozempic® (Semaglutid) ahmt das Hormon GLP‑1 nach. Mounjaro® (Tirzepatid) imitiert sowohl GLP‑1 als auch den Botenstoff GIP.
Beide Medikamente wirken ähnlich auf Stoffwechsel, Appetit und Sättigung. Sie können:
- die Insulinausschüttung nach Mahlzeiten steigern und den Blutzucker stabilisieren
- die Freisetzung von Glukagon hemmen und so den Blutzucker nach dem Essen reduzieren
- den Appetit senken
- das Sättigungsgefühl steigern
- die Magenentleerung verlangsamen
Zusammen helfen diese Effekte, den Blutzucker zu kontrollieren, und unterstützen beim Abnehmen: Anwender essen weniger, Heißhunger und Appetit auf fettreiche Speisen treten seltener auf.
Ozempic® oder Mounjaro® – was ist zum Abnehmen zugelassen?
Ozempic® und Mounjaro® kommen theoretisch beide zum Abnehmen infrage. Von ihren Herstellern sind sie aber für unterschiedliche Behandlungen vorgesehen:
- Mounjaro® ist zur Behandlung von Diabetes Typ 2 oder zur Gewichtsreduktion bei starkem Übergewicht bzw. Adipositas zugelassen. Die Dosierung ist darauf ausgelegt, den Blutzucker zu senken und eine deutliche Gewichtsabnahme zu ermöglichen.
- Ozempic® wurde in Deutschland hingegen ausschließlich als Arzneimittel bei Typ‑2‑Diabetes zugelassen: Der Gewichtsverlust ist hier ein günstiger Nebeneffekt, nicht das hauptsächliche Behandlungsziel. Bei Ozempic® steht die Kontrolle des Blutzuckers klar im Vordergrund.
Viele Anwender von Ozempic® nehmen ab, weil Appetit und Kalorienaufnahme sinken – doch als alleiniger Anwendungszweck, ohne gleichzeitigen Diabetes, ist die Nutzung nicht ausreichend untersucht.
Daher gilt: Ob der Arzt Ozempic® oder Mounjaro® verschreibt, hängt vor allem vom jeweiligen Therapieziel und der Grunderkrankung ab. Wenn das Hauptziel eine Gewichtsreduktion ist, eignet sich Mounjaro® besser.
Wegovy® als Alternative zu Ozempic®
Die Abnehmspritze Wegovy® enthält – wie Ozempic® – den Wirkstoff Semaglutid. Sie wurde speziell für starkes Übergewicht und Adipositas entwickelt. Die Dosierungen sind höher angesetzt als bei Ozempic®, um den Effekt auf das Körpergewicht zu verstärken. Falls Semaglutid zum Abnehmen eingesetzt werden soll, ist Wegovy® eine gute Alternative zu Ozempic®.
Zugelassene Medikamente bei starkem Übergewicht und Adipositas
Was wirkt als Abnehmspritze besser: Mounjaro® oder Ozempic®?
Mounjaro® führt im Durchschnitt zu einer stärkeren Gewichtsabnahme als Ozempic®.
Laut einer Studie des Herstellers konnten Patienten mit Mounjaro® im Durchschnitt bis zu 22,5 % ihres Ausgangsgewichts verlieren (über 72 Wochen; bei einer Erhaltungsdosis von 15 mg Tirzepatid). An einem Beispiel durchgerechnet: Bei einem Startgewicht von 130 kg sind etwa 29 kg Gewichtsverlust möglich. Je höher die Dosis angesetzt war, desto größer fiel in den Untersuchungen der durchschnittliche Gewichtsverlust aus.
Bei Ozempic® gibt es keine Untersuchungen, die sich speziell auf den Gewichtsverlust fokussieren: Hier gilt die Abnahme als positiver Nebeneffekt. Vielmehr wurden Beobachtungen während der Diabetes-Behandlung festgehalten: In einer Hersteller-Studie verloren Patienten, die 1 mg Semaglutid über 56 Wochen erhielten, im Schnitt bis zu 6 kg Körpergewicht.
Ganzheitliche Umstellung als Erfolgsfaktor
Bei den ermittelten Abnehmerfolgen handelt es sich um Durchschnittswerte, die einer groben Orientierung dienen können. Wie viel Gewicht sich tatsächlich verlieren lässt, hängt unter anderem von der individuellen Wirksamkeit, der Dosierung, der Behandlungsdauer, aber vor allem auch von der Ernährung und körperlichen Aktivität ab. Eine langfristige Gewichtsreduktion lässt sich nur erzielen, wenn Anwender ihren Lebensstil nachhaltig anpassen.
Anwendung von Mounjaro® und Ozempic®
Die Anwendung von Mounjaro® und Ozempic® ist sehr ähnlich:
- Sie spritzen Ihr Medikament 1‑mal wöchentlich unter die Haut.
- Dafür nutzen Sie einen vorgefüllten Fertigpen mit fest eingestellter Dosis.
- Als Einstichstellen eignen sich Bauch, Oberschenkel oder Oberarme.
- Achten Sie darauf, die Einstichstelle regelmäßig zu wechseln, um Hautreizungen zu verhindern.
- Wichtig ist auch, dass Sie das Arzneimittel ausschließlich ins Unterhautfettgewebe spritzen – und nicht in eine Vene oder in einen Muskel.
Am besten wenden Sie Ihr Medikament immer am selben Wochentag an. Eine Erinnerung im Kalender oder Smartphone kann dabei hilfreich sein. Die genaue Tageszeit spielt keine Rolle; auch kann das Spritzen unabhängig von Mahlzeiten erfolgen.
Eine genaue Schritt-für Schritt-Anleitung finden Sie immer in der jeweiligen Packungsbeilage. Bei Fragen oder Unsicherheiten sollten Sie sich an Ihren Arzt wenden.
Wie unterscheiden sich die Dosierungen?
Ozempic® und Mounjaro® gibt es in verschiedenen Dosierungen. Bei beiden beginnt die Behandlung mit einer niedrigen Dosis, die im Abstand von jeweils 4 Wochen schrittweise erhöht wird. So kann sich der Körper langsam an den Wirkstoff gewöhnen und das Risiko für Nebenwirkungen bleibt möglichst gering.
Mounjaro® ist in 6 Dosierungen erhältlich:
- 2,5 mg
- 5 mg
- 7,5 mg
- 10 mg
- 12,5 mg
- 15 mg
Die Behandlung beginnt üblicherweise mit 2,5 mg Tirzepatid, 1-mal pro Woche. Nach 4 Wochen kann die Dosis erhöht werden auf 5 mg, später auf 7,5 mg, 10 mg und 12,5 mg, bis hin zu maximal 15 mg wöchentlich. Welche Erhaltungsdosis langfristig sinnvoll ist, hängt von Ihrem Gewichtsverlauf und der individuellen Verträglichkeit ab – sie kann auch unterhalb der Maximaldosis liegen.
Ozempic® gibt es in 4 Wirkstärken:
- 0,25 mg
- 0,5 mg
- 1 mg
- 2 mg
Die Therapie startet in der Regel mit 0,25 mg Semaglutid, 1-mal wöchentlich. Nach 4 Wochen wird auf 0,5 mg und nach 1 weiteren Monat bei Bedarf weiter auf 1 mg oder 2 mg pro Woche gesteigert. Da Ozempic® der Behandlung von Typ‑2‑Diabetes dient, bleiben die Dosen meist niedriger als bei der wirkstoffgleichen Abnehmspritze Wegovy®.
Wichtig: Ihr Arzt legt Ihr persönliches Dosierungsschema für Ozempic® oder Mounjaro® fest und passt es an, wenn z.B. Nebenwirkungen auftreten oder der Behandlungserfolg ausbleibt.
Welche Nebenwirkungen sind typisch für Mounjaro® oder Ozempic®?
Die Nebenwirkungen von Mounjaro® und Ozempic® ähneln sich. Vor allem Magen‑Darm‑Beschwerden kommen vermehrt vor. Zu den sehr häufigen oder häufigen Nebenwirkungen beider Medikamente zählen daher unter anderem:
- Übelkeit
- Erbrechen
- Sodbrennen
- Durchfall
- Verstopfung
- Bauchschmerzen
- Völlegefühl
- Blähungen
Solche Nebenwirkungen von Ozempic® oder Mounjaro® treten meist zu Beginn der Behandlung oder nach einer Dosiserhöhung auf. Sie legen sich in der Regel wieder, sobald sich der Körper an den Wirkstoff gewöhnt hat. Viele Patienten berichten zudem über Müdigkeit, Kopfschmerzen oder ein allgemeines Schwächegefühl – auch das lässt meist im Behandlungsverlauf nach.
Sowohl bei Mounjaro® als auch bei Ozempic® können Reaktionen an der Einstichstelle vorkommen, zum Beispiel
- Rötungen,
- Juckreiz oder
- leichte Schwellungen.
Selten sind schwere allergische Reaktionen möglich, etwa mit Atemnot oder Schwellungen im Gesicht und Rachen. In solchen Fällen sollten Sie sofort den Notarzt unter 112 rufen.
Eine vollständige Übersicht aller bekannten Nebenwirkungen und weitere wichtige Warnhinweise finden Sie in der jeweiligen Packungsbeilage. Wenden Sie sich bei anhaltenden, starken oder ungewöhnlichen Beschwerden immer an Ihren Arzt vor Ort.
Besondere Nebenwirkungen bei Diabetes
Bei Patienten mit Typ‑2‑Diabetes kann die Behandlung mit Ozempic® oder Mounjaro® das Risiko für Unterzuckerungen (Hypoglykämien) steigern. Das gilt besonders in Kombination mit anderen Diabetes‑Medikamenten. Diabetiker sollten daher regelmäßig ihre Blutzuckerwerte kontrollieren und auf Warnsignale wie Zittern, Herzklopfen oder Konzentrationsstörungen achten. Besondere Vorsicht gilt außerdem bei Sehstörungen: Sie können auf eine diabetische Retinopathie hindeuten, eine Augenkrankheit durch Diabetes, die sich mitunter bei einer schnellen Blutzuckersenkung verschlechtert.
Mounjaro® oder Ozempic® – Kosten im Vergleich
Ozempic® ist in der Regel günstiger als Mounjaro®. Bei einer 3-monatigen Verordnung liegen die Kosten für Ozempic® bei etwa 73 € pro Monat. Bei Mounjaro® fallen dagegen zwischen 206 und 489 € pro Monat an. Die genauen Kosten für Mounjaro® oder Ozempic® hängen vor allem von der Anzahl der Pens pro Packung, der Dosierung und der Behandlungsdauer ab.
Obwohl der Preis eine wichtige Rolle spielt, ist vor allem entscheidend, welches Medikament für Sie am besten passt. Ozempic® ist speziell für Typ-2-Diabetes zugelassen, während Mounjaro® zur Gewichtsreduktion in der Regel bevorzugt wird. Lassen Sie sich hierzu von Ihrem Arzt beraten.
Wer übernimmt die Kosten für Mounjaro® oder Ozempic®?
Bei Ozempic® übernehmen gesetzliche Krankenkassen die Kosten oft vollständig, wenn ein Arzt das Medikament bei Diabetes verschreibt. Die Kosten für Mounjaro® müssen Patienten hingegen selbst tragen, wenn sie das Mittel zum Abnehmen erhalten.
Häufig gestellte Fragen
Was ist besser verträglich, Mounjaro® oder Ozempic®?
Kann ich zwischen Mounjaro® und Ozempic® wechseln?
Ein Wechsel ist generell denkbar. Der Umstieg sollte jedoch nur nach enger ärztlicher Abstimmung erfolgen. Nur so ist sichergestellt, dass der Umstieg sicher verläuft und zu Ihren individuellen Bedürfnissen passt: Die beiden Medikamente haben unterschiedliche Wirkstoffe und teils verschiedene Behandlungsziele.
Kann ich Mounjaro® oder Ozempic® ohne Rezept kaufen?
Nein, beide Medikamente sind verschreibungspflichtig. Sie erhalten Ozempic® oder Mounjaro® nur nach ärztlicher Beratung und Verordnung, wenn das jeweilige Medikament für Sie geeignet ist.
Dr. med. Ulrike Thieme ist Medizinische Leiterin bei ZAVA und seit 2018 Teil des Ärzteteams. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Dr. med. Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.
Lernen Sie unsere Ärzte kennenLetzte Änderung: 15 Apr. 2026
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Ozempic® Gebrauchsinformation, Novo Nordisk, Stand September 2025
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Mounjaro® Gebrauchsinformation, Lilly Deutschland GmbH, Stand Januar 2026
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Mounjaro® Fachinformation, Lilly Deutschland GmbH, Stand Januar 2026
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Semaglutid, Gelbe Liste Pharmaindex, online: https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Semaglutid_55565, abgerufen 05.03.26