Adipositas Behandlung

Dr. Jürgen Kolbeck, Arzt bei ZAVA

Medizinisch geprüft von

Dr. Jürgen Kolbeck

Letzte Änderung: 27 Nov 2020

Adipositas gilt als chronische Erkrankung mit einem Risiko für Folgeerkrankungen. Reduzieren adipöse Menschen ihr Gewicht, kann auch das Risiko wieder sinken. Eine Adipositas sollte daher unbedingt behandelt werden.

Inhalt
Adipositas Behandlung

Wie wird eine Adipositas behandelt?

Das Ziel der Adipositastherapie ist eine nachhaltige Gewichtsreduktion. Eine kurzfristige Diät reicht hier nicht aus. Um Folgeerkrankungen zu vermeiden und den durch die Adipositas gestörten Stoffwechsel wieder zu normalisieren, ist eine dauerhafte Reduzierung des Gewichts notwendig. Hierzu müssen Betroffene grundlegende Veränderungen ihres Lebensstils vornehmen. Um diese erfolgreich umzusetzen, sind sowohl eine Ernährungs- und Bewegungstherapie als auch eine verhaltenstherapeutische Begleitung dringend notwendig.

Ab wann sollte Adipositas behandelt werden?

Eine Adipositas besteht gemäß Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 30. Der BMI ergibt sich aus dem Körpergewicht (in kg) geteilt durch die Größe (in m) zum Quadrat. Der BMI selbst wird in 3 verschiedene Schweregrade eingeteilt. Je höher der Grad, desto dringender die Gewichtsreduktion beziehungsweise die Behandlung.

Ab wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Bei einem BMI von 30, also einer bestehenden Adipositas, ist das Risiko für Folgeerkrankungen, unter anderem Diabetes Typ 2, Fettleber und Gicht, erhöht. Daher sollte Sie spätestens hier einen Arzt aufsuchen und sich auf mögliche Folgen des Übergewichts untersuchen lassen. Zudem sind regelmäßige Kontrollen notwendig. Je früher Erkrankungen entdeckt werden, desto besser.

Bitte wenden Sie sich auch an einen Arzt, wenn Diabetes oder eine Fettleber bei Ihnen diagnostiziert worden und Sie übergewichtig sind. Also einen BMI zwischen 25 und 30 haben. Der Arzt kann mit Ihnen die bestmögliche Therapie besprechen.

Auch, wenn Sie keine weiteren Erkrankungen haben und „nur” übergewichtig sind (ab einem BMI von 25), aber einen BMI unter 30 haben, kann es sehr hilfreich sein, sich professionelle Unterstützung zu holen. Mit konventionellen Diäten und ohne Begleitung ist es oftmals sehr schwer, Gewicht abzunehmen und dieses auch dauerhaft zu halten. Informationen zum Vorgehen finden Sie weiter unten auf der Seite.

Basis-Komponenten der Therapie: Ernährung, Bewegung, Verhalten

Das Ziel der Therapie ist immer, Ihr Gewicht langfristig zu reduzieren. Grundsätzlich sind die Komponenten Ernährung, Essverhalten und Bewegung die Basis dafür. Wenn süchtiges Essverhalten vorliegt, wird zudem zu einer Verhaltenstherapie geraten.

Ernährung und Essverhalten

Wird dem Körper weniger Energie zugeführt, als er benötigt, nutzt er seine Energiereserven – das heißt, seine Fettdepots werden kleiner. Während strenge Diäten meistens nur kurzzeitig Wirkung zeigen, setzt eine Ernährungsumstellung auf langfristigen Erfolg. Für Menschen mit Adipositas ist es daher sinnvoll, eine Ernährungsberatung in Anspruch zu nehmen, um sich professionell dabei unterstützen zu lassen, eine Ernährung zu finden, die zu ihren individuellen Bedürfnissen passt. Liegt eine Adipositas vor, bezuschussen die Krankenkassen in der Regel die Ernährungstherapie. Menschen mit Adipositas lernen hier nicht nur, wie sie ihren Körper mit der angemessenen Energie und wichtigen Nährstoffen versorgen, sondern sie erhalten auch Strategien für aufkommende Schwierigkeiten bei der Gewichtsabnahme und praktische Essensideen für den Alltag.

Bewegungstherapie

Die Bewegung ist bei der Therapie von Adipositas ebenso wichtig wie die Ernährung. Denn je mehr wir uns bewegen, desto höher der Energieumsatz. Bewegung trägt, neben einer ausreichenden Eiweißversorgung über die Ernährung, dazu bei, die Muskelmasse trotz Gewichtsverlust zu erhalten. Dies ist in vielerlei Hinsicht äußerst wichtig, unter anderem da der Anteil an Muskelmasse maßgeblich beeinflusst, wie hoch unser Grundumsatz ist, also wie viel Energie der Körper in Ruhe verbraucht.

Mehr Bewegung trägt bei vielen Menschen dazu bei, das erreichte Gewicht auch zu halten. Zusätzlich baut Bewegung Stress ab und wirkt sich positiv auf den Energiestoffwechsel und das Sättigungsgefühl aus. Für adipöse Menschen werden zunächst gelenkschonende Bewegungen und Sportarten wie Fahrradfahren, Nordic Walking und Schwimmen empfohlen. Leichtes Krafttraining trägt dazu bei, die Muskelmasse zu erhalten beziehungsweise weiter aufzubauen.

Verhaltenstherapie

Da ein gestörtes Essverhalten oftmals tiefer gehende Ursachen hat, kann eine klassische Verhaltenstherapie sehr hilfreich sein. Viele Betroffene kompensieren etwa negative Gefühle wie Trauer, Einsamkeit und Wut mit Essen. Durch eine Verhaltenstherapie können sie den dahinterliegenden Ursachen näherkommen und sinnvolle Handlungsalternativen finden. Sie lernen Strategien und Techniken, die ihnen bei der Bewältigung von Stress und der Eigenkontrolle helfen. So eröffnen sich Betroffenen neue Wege, ihr gesundheitsschädigendes Verhalten durch gesündere Methoden zu ersetzen.

Chirurgische Eingriffe

Operative Maßnahmen können Menschen helfen, bei denen konventionelle Therapieformen keine Erfolge zeigen und wenn bereits Begleiterscheinungen oder Folgeerkrankungen auftreten. In Deutschland ist es möglich, ab einem BMI von 40 eine Magenverkleinerung bei der Krankenkasse zu beantragen oder ab einem BMI von 35, wenn Folgeerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes Typ 2 hinzukommen.

Hier kommen verschiedene operative Methoden zum Einsatz, deren Ziel es ist, das Volumen des Magens so zu verkleinern, dass der Operierte anschließend nur noch kleine Nahrungsmengen aufnehmen kann. Nach der Operation ist es ebenso wie bei anderen Therapieformen, unabdingbar, den Lebensstil, das heißt die täglichen Ess- und Bewegungsgewohnheiten, zu verändern.

Die beiden am häufigsten eingesetzten Verfahren sind der Magenbypass und der Schlauchmagen. Wichtig ist: Alle Operationsverfahren stellen einen Eingriff in die Körperanatomie dar und sind nicht wieder rückgängig zu machen. Sie bringen ein nicht zu unterschätzendes Risiko mit sich und ziehen oft lebenslange Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nach sich. Wer eine Operation in Erwägung zieht, sollte sich ausführlich beraten lassen und informieren.

Woher weiß ich, welche Therapie für mich geeignet ist?

Bei Übergewicht im Bereich der Präadipositas (BMI: 25 bis 29,9) gibt es eine gute Chance, die Gewichtsabnahme mit einer Ernährungsumstellung und Steigerung der Bewegung im Alltag beziehungsweise Sport abzunehmen.

Geeignete Ernährungstherapie finden

Da das Angebot an Informationen zur „richtigen Ernährung“ sehr groß ist, fällt es oft schwer ist, die Ernährungsumstellung ohne professionelle Hilfe selbst durchzuführen. Ernährungstherapeuten, die eine Berufsausbildung oder ein Studium absolviert haben und dank des entsprechenden Zertifikats dazu berechtigt sind, mit Krankenkassen abzurechnen, sind hier die beste Wahl. Ihre Beratungen werden von den Krankenkassen bezuschusst.

Sollten Sie eine Adipositas Grad 1, 2 oder 3 haben, ist die Zusammenarbeit mit Ernährungstherapeuten unbedingt notwendig, um Ihre Ernährung genau an Ihre Bedürfnisse anzupassen und so langfristig gesund Gewicht zu verlieren.

Schritte zur Ernährungstherapie:

1. Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt eine Bescheinigung zur Empfehlung einer Ernährungstherapie ausstellen. Wichtig ist, dass hier die Diagnose „Adipositas“ vermerkt ist. Bei Präadipositas wird die Therapie nicht bezuschusst.

2. Ihr Arzt oder auch Ihre Krankenkasse kann Ihnen geeignete Ernährungstherapeuten empfehlen. Wenn Sie sich selbst auf die Suche begeben, fragen Sie immer, ob die Beratungen von der Krankenkasse bezuschusst wird.

3. Ernährungstherapeuten erstellen in der Regel einen Kostenvoranschlag, der bei der Krankenkasse eingereicht wird. Diese teilt Ihnen dann schriftlich mit, wie viel sie zur Ernährungstherapie dazu zahlt.

Adipositas Grad 1: Arzt hinzuziehen

Ab einer Adipositas Grad 1 sollte immer ein Arzt hinzugezogen werden. Ein Hausarzt oder Internist kann Sie auf mögliche Folgeerkrankungen untersuchen und regelmäßig Ihren Gesundheitszustand kontrollieren. Je nachdem, welche Beschwerden Sie durch das Gewicht haben, kann es sein, dass für die Behandlung Ärzte aus anderen Fachbereichen hinzugezogen werden müssen.

Unterstützende Verhaltenstherapie

Mit Ihrem behandelnden Arzt können Sie eine passende Adipositas-Therapie ausarbeiten. Eine begleitende Verhaltenstherapie ist empfehlenswert, um ein gesundes Essverhalten zu lernen und unterstützende Strategien für den Alltag zu erhalten. Auch hier kann der Arzt Ihnen eine entsprechende Überweisung ausstellen. In der Regel werden die Kosten hierfür von den Krankenkassen übernommen. Wenn Sie unter der Essstörung Binge-Eating leiden, das heißt von regelmäßigen Essattacken betroffen sind, ist eine Verhaltenstherapie unbedingt zu empfehlen.

Aufenthalte in Rehakliniken

Es gibt zudem Rehakliniken, die Menschen mit Adipositas behandeln. Hier können Sie für einige Wochen eine ganzheitliche Therapie erhalten, um Ihr Gewicht zu reduzieren. Ob ein Aufenthalt bewilligt und von der Krankenkasse übernommen wird, wird im Einzelfall entschieden. Einen entsprechenden Antrag können Sie gemeinsam mit Ihrem behandelnden Arzt stellen.

Abnehm-App auf Rezept

Es gibt auch digitale Angebote, die beim Abnehmen helfen. Die App zanadio etwa unterstützt Sie mit einem ganzheitlichen digitalen Abnehmprogramm. Das Programm vereint die Komponenten Ernährung, Verhalten und Bewegung und unterstützt Sie individuell in Ihrem Alltag. Die App gibt es jetzt nach Aufnahme in das Verzeichnis für Digitale Gesundheitsanwendungen auf Rezept, d.h. die Kosten werden für Menschen mit bestimmten Indikationen (z.B. BMI 30-40) von der Krankenkasse übernommen.

Abnehmen auf Rezept mit zanadio

Haben Sie einen BMI von 30 bis 40 und versuchen Gewicht zu verlieren? Dann kann zanadio Sie dabei unterstützen. zanadio ist die erste auf Rezept erhältliche App zur Behandlung von starkem Übergewicht. Unsere Partnerärzte können Sie zum Thema Adipositas beraten und mit Ihnen besprechen, ob zanadio für Sie eine geeignete Behandlung darstellt. Die Kosten für die zanadio App werden von allen gesetzlichen Krankenkassen ohne Zuzahlung übernommen.

Beratungstermin vereinbaren

Adipositas per magna

Vor allem bei der schwersten Form der Adipositas ist für manche ein chirurgischer Eingriff, etwa in Form einer Magenverkleinerung, die erfolgversprechendste Therapie. Auch in diesem Fall sprechen Sie zunächst mit Ihrem Arzt. Dieser kann Sie an entsprechende Stellen beziehungsweise Kliniken, verweisen, um die passenden Informationen erhalten. Die Kosten für die Operation werden in der Regel ab einem BMI von 40 von der Krankenkasse übernommen.

Weiterführende Informationen

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Dr. Jürgen Kolbeck Facharzt Innere Medizin

Dr. Jürgen Kolbeck ist seit über 15 Jahren als Internist in seiner Hamburger Hausarztpraxis tätig. 2007 erhielt er den Zusatztitel Ernährungsmediziner.

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Letzte Änderung: 27 Nov 2020

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Kundenrezensionen
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trustpilot-ratings-5-star von Edelgard, 20 Jul 2021
Hat alles prima geklappt. Das gewünschte Medikament wurde auch sehr schnell geliefert. Wenn man mal nicht zu seinem Arzt kommt, ist Zava eine super Alternative.
trustpilot-ratings-5-star von Benjamin, 09 Jul 2021
Zuverlässig und schnelle Lieferung :)
trustpilot-ratings-5-star von Anonym, 14 Jul 2021
Ich habe Zava genutzt da ich vor meinem Urlaub dringend ein Rezept benötigt habe und nicht mehr die Zeit fand meinen Arzt vor Ort aufzusuchen. Habe das Rezept gleich früh über den Fragebogen beantragt und 6h später hatte ich das Medikament in der Hand. (Abholung in Apotheke) Einfach ein super schneller Service. Ich bin sehr zufrieden und kann es nur weiterempfehlen.
trustpilot-ratings-5-star von Nina, 10 Jul 2021
Ich wurde sehr gut beraten. Das Medikament kam schnell bei mir an.
trustpilot-ratings-5-star von Helmut, 07 Jul 2021
Hallo.Ich war sehr überascht über die schnelle und doch sehr kompetente Hilfe von ZAVA.Bei diesem tollen Ärtzteteam fühlt man sich sicher in guten und erfahrenen Händen!Auch die Preise sind unschlagbar günstig. Meine Erfahrungen sind in jeder Beziehung positiv.Danke,das es Sie gibt. Mit lieben Grüßen Harry


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