Grade der Adipositas

Dr. Jürgen Kolbeck, Arzt bei Zava

Medizinisch geprüft von

Dr. Jürgen Kolbeck

Adipositas ist der medizinische Begriff für starkes Übergewicht. Innerhalb der Adipositas gibt es verschiedene Schweregrade. Je höher der Grad, desto schwerwiegender die Symptome und desto höher das Risiko für Folgeerkrankungen.

Inhalt

Grade der Adipositas: Unterteilung

Die Grade der Adipositas werden anhand des BMI (Body-Mass-Index) bestimmt. Er gibt einen Hinweis darauf, wie hoch das Gewicht unter Einbezug der Körpergröße ist. Die Grade sind festgelegt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese klassifiziert die Adipositas in 3 Grade und 1 Vorstufe, die sogenannte Präadipositas.

Grade der Adipositas

BMI Grad der Adipositas

25 bis 29,9

= Übergewicht oder Präadipositas

ab 30

= Adipositas Grad I

ab 35

= Adipositas Grad II

ab 40

= Adipositas Grad III (Adipositas per magna)

BMI bestimmen

Um den Grad der Adipositas zu bestimmen, wird der BMI errechnet. Dieser ergibt sich aus dem Gewicht und der Körpergröße.

Formel für den BMI:

Körpergewicht (in kg) geteilt durch Größe (in m) zum Quadrat.

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Präadipositas (Übergewicht)

Bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 besteht Übergewicht. Dieser Bereich ist die Präadipositas, die Vorstufe der Adipositas. Das heißt, das Gewicht liegt über dem sogenannten Normalgewicht.

Bitte beachten: Das Risiko für Diabetes und Bluthochdruck ist für übergewichtige Menschen stark erhöht – insbesondere wenn eine Fettansammlung im Bauchraum vorliegt.

Beispiele für Präadipositas

Eine Frau mit einem Gewicht von 81 kg und einer Körpergröße von 1,70 m hat einen Body-Mass-Index von 28 und liegt damit im Bereich der Präadipositas.

Ein Mann mit einem Gewicht von 87 kg und einer Körpergröße von 1,80 m hat einen BMI von 27 und ist somit ebenfalls präadipös.

Geschlecht und Muskelmasse berücksichtigen

In sogenannten BMI-Rechnern werden zudem Geschlecht und Alter berücksichtigt. Der Grund dafür: Männer haben von Natur aus mehr Muskelmassen als Frauen. Dementsprechend ist bei ihnen ein höheres Gewicht eher im Normalbereich. Wie viel Muskelmasse beziehungsweise Fettmasse tatsächlich vorhanden und wie sie verteilt ist, ist individuell und teilweise genetisch bedingt. Hauptsächlich bestimmt dies jedoch der Lebensstil, also die tägliche Bewegung beziehungsweise der Sport. Mit steigendem Alter wird zudem ein höherer BMI als normalgewichtig eingestuft.

Handlungsbedarf: auch bei Präadipositas

Für Menschen mit Übergewicht, die noch nicht den Bereich der Adipositas erreicht haben, ist Vorsicht geboten. Wenn das Gewicht weiter steigt, wächst das Risiko für Folgeerkrankungen. Zudem ist es, je höher da Gewicht, umso schwerer, es wieder loszuwerden. Auch bei der Präadipositas sollten Sie das Gewicht reduzieren und wieder in den gesunden Normalbereich gelangen. Denn häufig ist diese Vorstufe der erste Schritt in die Adipositas.

Adipositas Grad 1

Der erste Grad der Adipositas besteht bei einem BMI im Bereich zwischen 30 und 34,9. Das Übergewicht wird hier als krankhaft eingestuft und die Folgen, zum Beispiel eingeschränkte Beweglichkeit und Kurzatmigkeit, machen sich im Alltag bemerkbar. Ein Arzt sollte Sie auf mögliche Folgen untersuchen.

Beispiele für Adipositas Grad 1

Frau Müller hat mit einem Gewicht von 78 kg und einer Körpergröße von 1,60 m einen Body-Mass-Index von 30,5 und damit gerade den Bereich der Präadipositas überschritten, eine Adipositas Grad 1 liegt vor.

Herr Schneider liegt mit einem Gewicht von 113 kg und einer Körpergröße von 1,80 m bei einem BMI von 34,9. Damit hat er eine Adipositas Grad 1 und ist beinahe bei einer Adipositas Grad 2 angekommen.

Adipositas Grad 1: Arzt aufsuchen

Bei einer Adipositas Grad 1 sollten die Folgen unbedingt von einem Arzt begutachtet und gegebenenfalls behandelt werden. Frau Müller, mit einem BMI am unteren Rand des ersten Grades, spürt die Folgen vermutlich noch nicht so stark wie Herr Schneider, der bereits an der Grenze zur Adipositas 2 liegt. Hier gilt zu sagen, dass die Symptome wie auch das Risiko und die Ausprägung von Folgeerkrankungen individuell sind.

Risiko für Folgeerkrankungen: erhöht

Jedoch lässt sich auch sagen, dass das Risiko für Erkrankungen, die aufgrund des Gewichts und dem damit veränderten Stoffwechsel entstehen, mit dem BMI steigt und bei einer Adipositas Grad 1 als eindeutig erhöht gilt. Viele Menschen leiden in diesem Stadium bereits unter entstandenen Folgeerkrankungen.

Folgeerkrankungen:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Diabetes
  • Arteriosklerose (Verkalkung der Gefäße)
  • Gicht (Hyperurikämie)
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Fettleber
  • Krebs

Adipositas Grad 2

Bei einem BMI im Bereich von 35 bis 39,9 liegt eine Adipositas Grad 2 vor. Hier sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen und mögliche entstandene Folgeerkrankungen regelmäßig überprüfen lassen. Ist etwa bei dem ersten Grad bereits eine Insulinresistenz entstanden, kann sich diese hier leicht zu einem Diabetes Typ 2 entwickeln.

Beispiele für Adipositas Grad 2

Eine Frau hat mit einem Gewicht von 95 kg und einer Körpergröße von 1,60 m einen Body-Mass-Index von 37 und damit eindeutig eine Adipositas 2. Grades.

Ein Mann mit einem Gewicht von 118 kg und einer Körpergröße von 1,75 m hat einen BMI von 38,5 und liegt damit ebenfalls im Bereich der Adipositas Grad 2.

Auswirkungen im Alltag spürbar

Im Vergleich zur Adipositas ersten Grades, sind bei dem 2. Grad die Auswirkungen des hohen Gewichts noch deutlicher. Eingeschränkte Beweglichkeit, schnelles Ermüden, vermehrtes Schwitzen und Kurzatmigkeit schränken den Alltag ein. Zusätzlich kommen Rücken- und Gelenkschmerzen, vor allem der Knie hinzu. Wie bei allen Graden steigen die Symptome auch mit dem jeweiligen BMI innerhalb des Grades.

Folgeerkrankungen: Risiko stark erhöht

Das Risiko für Folgeerkrankungen ist hier stark erhöht und häufig sind Krankheiten schon vorhanden.

Folgeerkrankungen bei Adipositas Grad 2:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Insulinresistenz und Diabetes Typ 2
  • Fettleber
  • Gicht (Hyperurikämie)
  • Arteriosklerose (Verkalkung der Gefäße)
  • Herzinfarkt und Schlaganfall

Zusätzlich ist das Risiko für schwerwiegendere Folgeerkrankungen wie Diabetes Typ 2, Schlaganfall und Herzinfarkt bereits stark erhöht.

Adipositas Grad 3

Die Adipositas Grad 3, die ab einem BMI von 40 besteht, ist die schwerste Form. Ärzte sprechen auch von morbider Adipositas oder Adipositas per magna. Die Folgen sollten dringend unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle stehen.

Beispiele für Adipositas Grad 3

Eine Frau mit einem Gewicht von 128 kg und einer Körpergröße von 1,60 m hat einen Body-Mass-Index von 50 und damit eine Adipositas per magna.

Ein Mann mit einem Gewicht von 136 kg und einer Körpergröße von 1,80 m hat einen BMI von 42 und damit ebenfalls eine Adipositas 3. Grades.

Körperliche und psychische Probleme

Die Symptome schränken hier den Alltag Betroffener stark ein. Zu den körperlichen Auswirkungen wie verminderter Leistungsfähigkeit, Gelenkschmerzen und den Auswirkungen der Folgeerkrankungen kommen oft starke psychische Belastungen hinzu, die durch sogenannte psychosoziale Probleme entstehen. Menschen mit Adipositas per magna können häufig kaum noch ihrem Beruf nachgehen. Sie ziehen sich immer mehr zurück und isolieren sich teilweise ganz. Depressionen kommen in diesem Stadium immer häufiger vor.

Adipositas Grad 3: Folgeerkrankungen höchstwahrscheinlich

Folgeerkrankungen sind hier höchst wahrscheinlich. Zu den bereits genannten Erkrankungen, die bei Adipositas Grad 1 und 2 auftreten, steigt das Risiko für weitere Krankheiten stark.

Risiko außerdem immer wahrscheinlicher für:

  • Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer)
  • Diabetes Typ 2
  • koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall
  • Krebserkrankungen

Auch die Lebenserwartung ist bei einer Adipositas dritten Grades vermindert.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Jürgen Kolbeck Facharzt Innere Medizin

Dr. Jürgen Kolbeck ist seit über 15 Jahren als Internist in seiner Hamburger Hausarztpraxis tätig. 2007 erhielt er den Zusatztitel Ernährungsmediziner.

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Artikel erschienen: 27 Nov 2020

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