Grade der Adipositas

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. med. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 20 Dez 2022

Übergewicht ist nicht gleich Übergewicht: Je nach BMI, also Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße, wird in 3 verschiedene Grade von Adipositas und eine Vorstufe, die Präadipositas unterschieden. Diese Einteilung der World Health Organization (WHO) hilft dabei, die Schwere der Erkrankung einzustufen und damit auch das Risiko für Folgeerkrankungen und den Handlungsbedarf einschätzen zu können. Auf dieser Seite finden Sie ausführliche Informationen zu BMI-Bereichen, Symptomen und Folgeerkrankungen für die einzelnen Grade der Adipositas.

Inhalt
Grade der Adipositas
 

Grade der Adipositas: Unterteilung nach BMI

Die Grade der Adipositas werden anhand des BMI (Body-Mass-Index) bestimmt. Er gibt einen Hinweis darauf, wie hoch das Gewicht relativ zur Körpergröße ist. Die Grade sind festgelegt von der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Diese klassifiziert die Adipositas in 3 Grade und 1 Vorstufe, die sogenannte Präadipositas.

Grade der Adipositas

BMI Grad der Adipositas

25 bis 29,9

= Übergewicht oder Präadipositas

ab 30

= Adipositas Grad I

ab 35

= Adipositas Grad II

ab 40

= Adipositas Grad III (Adipositas per magna)

Um den Grad der Adipositas zu bestimmen, wird der BMI errechnet. Dieser ergibt sich aus dem Körpergewicht und der Körpergröße: Rechnen Sie dazu Körpergewicht (in kg) durch Körpergröße (in m) zum Quadrat (Körpergewicht / Körpergröße2).

Geschlecht und Muskelmasse berücksichtigen

In sogenannten BMI-Rechnern werden zudem Geschlecht und Alter berücksichtigt. Der Grund dafür: Männer haben von Natur aus mehr Muskelmassen als Frauen. Dementsprechend ist bei ihnen ein höheres Gewicht eher im Normalbereich. Die tatsächliche Menge und Verteilung von Fett- und Muskelmasse ist sehr individuell und teilweise genetisch bedingt. Hauptsächlich bestimmt dies jedoch der Lebensstil, also Ernährung, Bewegung und zum Teil auch persönliches Stresslevel. Mit steigendem Alter wird zudem ein höherer BMI als normalgewichtig eingestuft: Während ein BMI zwischen 25 und 30 bei jungen Erwachsenen noch als Übergewicht beziehungsweise Präadipositas gilt, wird er ab 65 als ideal eingestuft.

Vorstufe: Präadipositas (Übergewicht)

Bei einem BMI zwischen 25 und 29,9 besteht Übergewicht. Dieser Bereich ist die Präadipositas, die Vorstufe der Adipositas. Das heißt, das Gewicht liegt über dem sogenannten Normalgewicht.

Handlungsbedarf: Auch bei Präadipositas

Für Menschen mit Übergewicht, die noch nicht den Bereich der Adipositas erreicht haben, ist Vorsicht geboten. Denn wenn das Gewicht weiter steigt, steigt auch das Risiko für Folgeerkrankungen. Zudem lässt sich vereinfacht sagen: Je höher das Gewicht ist, desto schwieriger wird es auch, wieder abzunehmen. Darum sollten Sie bereits bei Präadipositas verschiedene Maßnahmen ergreifen, um das Gewicht wieder zu verlieren und in den gesunden Normalbereich zu gelangen. Denn häufig ist diese Vorstufe der 1. Schritt in die Adipositas.

Gut zu wissen: Bereits bei Übergewicht beziehungsweise Präadipositas können einige Folgeerkrankungen auftreten, etwa Diabetes Typ 2 oder Bluthochdruck. Das genaue Risiko hängt aber auch von der Fettverteilung (Apfel- oder Birnentyp) und sonstigen Lebensweise ab.

Adipositas Grad 1

Der erste Grad der Adipositas besteht bei einem BMI im Bereich zwischen 30 und 34,9. Das Übergewicht wird hier als krankhaft eingestuft und die Folgen, zum Beispiel eingeschränkte Beweglichkeit und Kurzatmigkeit, machen sich im Alltag bemerkbar. Ein Arzt sollte Sie auf mögliche Folgen untersuchen.

Adipositas Grad 1: Arzt aufsuchen

Bei einer Adipositas Grad 1 sollten die Folgen unbedingt von einem Arzt begutachtet und gegebenenfalls behandelt werden. Wer einen BMI knapp über 30 vorweist, spürt die Folgen vermutlich noch nicht so stark wie jemand, dessen BMI näher an 35 liegt. Dennoch gilt zu sagen, dass die Symptome wie auch das Risiko und die Ausprägung von Folgeerkrankungen nicht allein vom BMI abhängig, sondern sehr individuell sind.

Risiko für Folgeerkrankungen: Erhöht

Mit steigendem BMI verändert sich nicht nur das Gewicht, sondern auch der Stoffwechsel. Bereits bei Adipositas Grad 1 ist das Risiko für Folgeerkrankungen eindeutig erhöht. Viele Menschen leiden schon in diesem Stadium unter entstandenen Folgeerkrankungen.

Mögliche Folgeerkrankungen:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Insulinresistenz & Diabetes Typ 2
  • Arteriosklerose (Verkalkung der Gefäße)
  • Gicht (Hyperurikämie)
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Fettleber
  • Gelenkverschleiß (Arthrose)

Die gute Nachricht: Mit dem Gewichtsverlust sinkt auch das Risiko für viele Folgeerkrankungen wieder ab. Zudem können sich einige schon bestehende Krankheiten verbessern. Bei ZAVA erhalten Sie online medizinische Unterstützung beim Abnehmen durch unsere Ärzte – vertraulich, professionell und unvoreingenommen.

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Adipositas Grad 2

Bei einem BMI im Bereich von 35 bis 39,9 liegt eine Adipositas Grad 2 vor. Hier sollten Sie dringend einen Arzt aufsuchen und mögliche entstandene Folgeerkrankungen regelmäßig überprüfen lassen. Ist etwa bei dem 1. Grad bereits eine Insulinresistenz entstanden, kann sich diese leicht zu einem Diabetes Typ 2 entwickeln.

Auswirkungen im Alltag spürbar

Im Vergleich zur Adipositas 1. Grades sind bei dem 2. Grad die Auswirkungen des hohen Gewichts noch deutlicher. Eingeschränkte Beweglichkeit, schnelles Ermüden, vermehrtes Schwitzen und Kurzatmigkeit schränken den Alltag ein. Zusätzlich kommen Rücken- und Gelenkschmerzen, vor allem im Knie hinzu. Wie bei allen Graden steigen die Symptome auch mit dem jeweiligen BMI innerhalb des Grades.

Folgeerkrankungen: Risiko stark erhöht

Das Risiko für Folgeerkrankungen ist hier stark erhöht und häufig sind Krankheiten schon vorhanden. Auch schwerwiegende Erkrankungen treten vermehrt auf, etwa Diabetes Typ 2, Schlaganfälle und Herzinfarkte.

Folgeerkrankungen bei Adipositas Grad 2:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Insulinresistenz und Diabetes Typ 2
  • Fettleber
  • Gicht (Hyperurikämie)
  • Verkalkung der Gefäße (Arteriosklerose) ()
  • Herzinfarkt und Schlaganfall
  • Gelenkverschleiß (Arthrose)

Medizinische Hilfe bei Adipositas

Gewicht verlieren fällt vielen Übergewichtigen sehr schwer. Unsere Ärzte bei ZAVA unterstützen Sie: Bei medizinischer Notwendigkeit erhalten Sie bei uns Ihr Rezept für ein Medikament zum Abnehmen (z.B. Orlistat-ratiopharm©, Saxenda© oder Xenical©). Füllen Sie dazu einfach unseren kurzen medizinischen Fragebogen online aus. Im Anschluss überprüfen unsere Ärzte Ihren Fall und empfehlen beziehungsweise verschreiben Ihnen eine Behandlung.

Adipositas Grad 3

Die Adipositas Grad 3, die ab einem BMI von 40 besteht, ist die schwerste Form der Erkrankung. Ärzte sprechen auch von morbider Adipositas oder Adipositas per magna. Die Folgen sollten dringend unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle stehen.

Körperliche und psychische Probleme

Die Symptome schränken den Alltag Betroffener stark ein. Zu den körperlichen Auswirkungen wie verminderter Leistungsfähigkeit, Gelenkschmerzen und den Auswirkungen der Folgeerkrankungen kommen oft starke psychische Belastungen hinzu, die durch psychosoziale Probleme entstehen. Menschen mit Adipositas per magna können häufig kaum noch ihrem Beruf nachgehen und werden nach wie vor stark stigmatisiert und diskriminiert. Viele ziehen sich immer mehr zurück und isolieren sich teilweise ganz. Depressionen kommen in diesem Stadium häufiger vor.

Adipositas Grad 3: Folgeerkrankungen höchstwahrscheinlich

Folgeerkrankungen sind hier höchst wahrscheinlich. Viele Betroffene leiden unter einer oder mehrerer der folgenden Erkrankungen:

  • Schlafapnoe (nächtliche Atemaussetzer)
  • Diabetes Typ 2
  • Fettleber
  • Gicht (Hyperurikämie)
  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Gelenkverschleiß (Arthrose)
  • koronare Herzkrankheit, Herzinfarkt, Schlaganfall
  • Krebserkrankungen

Auch die Lebenserwartung ist bei einer Adipositas 3. Grades vermindert.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. med. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Medizinische Leiterin ZAVA Deutschland

Dr. med. Ulrike Thieme ist Medizinische Leiterin bei ZAVA Deutschland und seit 2018 Teil des Ärzteteams. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Dr. med. Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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Letzte Änderung: 20 Dez 2022

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