Sildenafil: Nebenwirkungen und Wechselwirkungen

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von

Dr. Nadia Schendzielorz

Letzte Änderung: 27 Aug. 2025

Sildenafil ist ein Wirkstoff in Potenzmitteln (z.B. VIAGRA®). Wie bei allen Arzneimitteln sind Nebenwirkungen während der Behandlung grundsätzlich möglich: Sie reichen von leichten Kopfschmerzen über Schwindel bis hin zu Verdauungsproblemen. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die bekannten Begleiterscheinungen und erfahren Sie, was bei Nebenwirkungen zu tun ist.

Inhalt
 

Sildenafil kann Neben- und Wechselwirkungen auslösen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihren Arzt immer über alle Vorerkrankungen und eingenommenen Medikamente informieren. Das sind wichtige Informationen, die der Arzt bei der Auswahl des Wirkstoffs und der Dosierung berücksichtigt.

Online-Arztpraxen wie ZAVA bieten einen diskreten Weg, verschreibungspflichtige Potenzmittel anzufragen. Im medizinischen Fragebogen geben Sie unter anderem Ihre Vorerkrankungen und Medikamente an. Unsere Ärzte entscheiden anschließend, ob das gewünschte Präparat für Sie infrage kommt.

Sildenafil: Mögliche Nebenwirkungen

Bei der Einnahme von Potenzmitteln mit dem Wirkstoff Sildenafil kann es zu verschiedenen Nebenwirkungen kommen.

Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Patienten, entstehen Kopfschmerzen.

Häufige Nebenwirkungen von Sildenafil (bei 1 von 10 bis 1 von 100 Patienten) sind:

  • Schwindel
  • Sehstörungen und Veränderungen der Farbwahrnehmung
  • Flush (anfallsartig auftretende Hautrötung, vor allem am Oberkörper und im Gesicht)
  • verstopfte Nase
  • Verdauungsstörungen

Gelegentlich, bei 1 von 100 bis 1 von 1.000 Patienten, treten folgende Nebenwirkungen auf:

  • Schläfrigkeit
  • herabgesetzte Berührungsempfindlichkeit
  • Probleme an der Bindehaut des Auges und den Augen selbst
  • Drehschwindel
  • Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • zu hoher oder zu niedriger Blutdruck
  • Nasenbluten
  • trockener Mund, Übelkeit, Erbrechen
  • Sodbrennen
  • Hautausschlag
  • Muskelschmerzen
  • Blut im Urin
  • Blut im Sperma und Blutungen des Penis
  • Brustschmerzen
  • erhöhte Herzfrequenz

Eine vollständige Auflistung aller bekannten Nebenwirkungen finden Sie immer in der Packungsbeilage Ihres Arzneimittels.

Schwere Nebenwirkungen von Sildenafil: Wann zum Arzt?

In einigen Fällen ist unbedingt ärztliche Hilfe notwendig. Das gilt bei schweren Sildenafil-Nebenwirkungen wie:

  • Brustenge (Angina pectoris): Dabei kommt es zu einem drückenden Engegefühl in der Brust und Atemnot. Weitere Symptome sind ausstrahlende Schmerzen in Richtung von Armen, Rücken, Hals oder Oberbauch. Grund dafür ist die Verengung von kleinen Blutgefäßen am Herzen (Herzkranzgefäße). Dann wird der Herzmuskel nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt und es entstehen die typischen Schmerzen. Wenn eines dieser Blutgefäße komplett verschlossen ist, handelt es sich um einen Herzinfarkt. Bei diesen Beschwerden sollte sofort ein Notarzt gerufen werden (112).
  • einer schmerzhaften Dauererektion (Priapismus): Hält eine Erektion länger als 2 Stunden an, sollten Sie sich sofort in ärztliche Behandlung begeben, um eine dauerhafte Schädigung des Gewebes zu vermeiden.
  • Herzrhythmusstörungen: Das Herz schlägt unregelmäßig, schneller oder langsamer als normal. Bemerkbar machen sich Herzrhythmusstörungen zum Beispiel durch Herzrasen, Schwindel oder Ohnmacht.
  • Krampfanfällen: Es kommt zu unkontrollierten Muskelzuckungen und/oder Bewusstlosigkeit.
  • Hinweisen auf einen Schlaganfall: Ein Schlaganfall entsteht, wenn Bereiche im Gehirn nicht genügend durchblutet werden. Mögliche Warnsignale sind unter anderem Lähmungen oder Sprachstörungen.

Schwere, aber sehr seltene Nebenwirkungen von Sildenafil sind die Erblindung (durch eine Schädigung des Sehnervs), das Stevens-Johnson-Syndrom (eine Ablösung der Haut/Schleimhaut) und der plötzliche Herztod.

Was tun bei Nebenwirkungen?

Treten bei der Einnahme von sildenafilhaltigen Medikamenten Nebenwirkungen auf, kann der Arzt zunächst die Dosis anpassen. 25 mg Sildenafil sind die niedrigste verfügbare Dosierung.

Wenn weiterhin unangenehme Nebenwirkungen bestehen, kann der Arzt ein anderes Präparat mit der gleichen Wirkweise in Erwägung ziehen. Bei ZAVA können Sie verschiedene Potenzmittel online anfragen: Unsere Ärzte beurteilen individuell anhand Ihrer Angaben, ob das angefragte Medikament für Sie geeignet ist.

Es hilft weder die Anpassung der Dosierung noch der Umstieg auf ein anderes Präparat? Auch dann haben Betroffene Optionen: Es gibt verschiedene weitere Behandlungsmöglichkeiten bei erektiler Dysfunktion. Viele Männer machen zum Beispiel gute Erfahrungen mit Penispumpen, Psychotherapie oder auch Implantaten. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt beraten, welche Methode für Sie am besten geeignet ist.

Vorerkrankungen: Machen sie Nebenwirkungen wahrscheinlicher?

Leber- und Nierenfunktionsstörungen können das Auftreten von Sildenafil-Nebenwirkungen begünstigen. Das liegt daran, dass in diesen Fällen die Verstoffwechslung und Ausscheidung (Elimination) von Sildenafil vermindert wird oder langsamer abläuft. Der Wirkstoff verbleibt dann länger und in größerer Menge im Körper.

Auch mit Vorerkrankungen des Herzens kann es eher zu Nebenwirkungen kommen.

Gut zu wissen: Sildenafil hat eine gefäßerweiternde Wirkung. Bei ohnehin zu niedrigem Blutdruck kann das zu einem gefährlichen Abfall des Blutdrucks führen. Bei Bluthochdruck dagegen kann Sildenafil sogar eine positive Wirkung entfalten.

Sildenafil-Nebenwirkungen: Wie lange halten sie an?

Normalerweise dauern die Nebenwirkungen höchstens genauso lange an wie die Wirkung von Sildenafil, das heißt in der Regel 4-5 Stunden.

Leichtere Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Schwindel sind auf die Weitstellung der Blutgefäße zurückzuführen und legen sich wieder, sobald die Wirkung von Sildenafil nachlässt. Wann und wie lange Nebenwirkungen auftreten, ist aber eine sehr individuelle Angelegenheit und kann von Mann zu Mann unterschiedlich sein.

Gibt es Langzeitnebenwirkungen von Sildenafil?

Nur selten gibt es bei der Einnahme von Sildenafil langfristige Folgen. Angina pectoris (plötzliche Brustschmerzen) und eine schmerzhafte Dauererektion (Priapismus) stellen medizinische Notfälle dar – unbehandelt können sie zu dauerhaften Schäden führen. Suchen Sie sich daher umgehend ärztliche Hilfe.

Gut zu wissen: In einer Studie zur langfristigen Sicherheit von Sildenafil wurden Männer zwischen 27 und 82 Jahren befragt, die bei Bedarf Sildenafil einnehmen. 94 % der Männer waren nach 4 Jahren immer noch zufrieden mit der Wirksamkeit von Sildenafil.

Sildenafil: Wechselwirkungen mit Medikamenten oder Genussmitteln

Bei der Einnahme von Potenzmitteln mit dem Wirkstoff Sildenafil sind Wechselwirkungen mit Arznei-, Genuss- und Lebensmitteln möglich. Die Inhaltsstoffe beeinflussen sich dann gegenseitig: Ihre Effekte verstärken sich oder schwächen sich ab. Wechselwirkungen können aber auch zu stärkeren Nebenwirkungen führen.

Wechselwirkungen mit Medikamenten

Zu Wechselwirkungen kann es zwischen Sildenafil und Ritonavir kommen. Ritonavir ist ein Medikament zur Behandlung einer HIV-Infektion. Es hemmt den Abbau von Sildenafil in der Leber, sodass eine größere Menge Sildenafil für längere Zeit im Körper bleibt.

Sildenafil darf nicht gleichzeitig mit Nitraten (z.B. Nitroglyzerin-Spray) eingenommen werden, da es dabei zu lebensbedrohlichen Abfällen des Blutdrucks kommen kann. Aus diesem Grund ist auch bei der Einnahme von Alphablockern, zum Beispiel Tamsulosin, Vorsicht geboten.

Auch bei sogenannten CYP3A4-Inhibitoren können Wechselwirkungen mit Sildenafil auftreten. Zu dieser Gruppe gehört zum Beispiel das Antibiotikum Erythromycin.

Wichtig: Vor der Einnahme von Tabletten mit Sildenafil sollten Sie Ihren Arzt unbedingt informieren, ob und welche Medikamente Sie bereits einnehmen. Er wird dann entscheiden, ob sich die Einnahme von Sildenafil für Sie eignet.

Wechselwirkungen mit Genuss- und Lebensmitteln

Sildenafil kann mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Eine reichhaltige Mahlzeit führt unter Umständen allerdings dazu, dass die Wirkung des Arzneimittels etwas später eintritt als geplant.

Der Konsum von Alkohol kann vorübergehend die Fähigkeit hemmen, eine Erektion zu erreichen, und damit auch die Wirksamkeit von Sildenafil beeinträchtigen. Daher sollten Sie keine größeren Mengen Alkohol trinken, wenn Sie das Arzneimittel einnehmen.

Grapefruit bzw. Grapefruitsaft sollte ebenfalls nicht gleichzeitig mit Sildenafil konsumiert werden. Eine Studie zeigte 2002, dass Grapefruit den Abbau von Sildenafil im Körper verzögert. In der Folge sind stärkere Nebenwirkungen möglich.

Wer sollte Sildenafil nicht nehmen?

Sie sollten Sildenafil nicht einnehmen, wenn Sie…

  • keine Erektionsstörungen haben
  • weiblich sind
  • jünger als 18 Jahre sind
  • Nitrate einnehmen (etwa zur Behandlung von Angina pectoris)
  • Stickstoffmonoxid-Donatoren einnehmen (bspw. Molsidomin)
  • Erkrankungen haben, bei denen generell von sexueller Aktivität abzuraten ist (bspw. schwere Herzinsuffizienz)
  • die Sehkraft auf einem Auge aufgrund einer nicht arteriitischen anterioren ischämischen Optikusneuropathie (NAION) verloren haben
  • an schwerer Leberinsuffizienz leiden
  • niedrigen Blutdruck (Hypotonie) unter 90/50 mmHg haben
  • kürzlich einen Schlaganfall oder Herzinfarkt erlitten haben
  • unter einer erblich bedingten degenerativen Retina-Erkrankung (Erkrankung der Netzhaut im Auge) leiden

Auf Sildenafil verzichten müssen außerdem Menschen, die allergisch auf den Wirkstoff reagieren. Eine Allergie kann sich beispielsweise durch Schwellungen von Lippen, Zunge oder Rachen bemerkbar machen. Außerdem können Hautveränderungen wie Ausschlag, Schwindel und Verwirrtheit Anzeichen für eine schwere allergische Reaktion sein. Bei Verdacht auf eine schwere allergische Reaktion gilt: Rufen Sie die 112.

Nebenwirkungen vermeiden

Um die Wirkung von Sildenafil zu optimieren, sollten Sie das Präparat genau so einnehmen, wie vom Arzt verordnet. Dabei sollten Sie sich an Ihre individuelle Dosierung halten und maximal 1-mal am Tag eine Tablette einnehmen.

Um die Nebenwirkungen gering zu halten, ist es außerdem sinnvoll, auf den Konsum von Alkohol zu verzichten. Zum einen kann Alkohol einen negativen Einfluss auf die Erektionsfähigkeit haben. Zum anderen ist es möglich, dass Nebenwirkungen wie Schwindel und Herzrasen durch Alkohol verstärkt werden.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Nadia Schendzielorz Medizinische Autorin

Dr. Nadia Schendzielorz war von 2016 bis 2020 Apothekerin bei ZAVA und unterstützt das Team nun freiberuflich bei der medizinischen Textprüfung. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

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Letzte Änderung: 27 Aug. 2025

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