Länger können: Wie schaffen es Männer, beim Geschlechtsverkehr länger zu können?

Dr. Nadia Schendzielorz

Medizinisch geprüft von

Dr. Nadia Schendzielorz

Letzte Änderung: 24 Mär 2022

Laut Studien kennen über 20 % der deutschen Männer das Phänomen: Ein vorzeitiger Samenerguss beendet sexuelle Aktivität schneller als geplant. Für einen Großteil ist das ein Tabu-Thema. Dabei gibt es zahlreiche Methoden, dieses Problem erfolgreich anzugehen und die Zeit bis zur Ejakulation zu verlängern. Beim Sex „länger können“ gelingt mit verschiedenen Trainingsmethoden. Zudem existieren Hilfsmittel wie spezielle Kondome, die unterstützend zum Einsatz kommen können. Liegt eine besondere Überempfindlichkeit, vor allem eine erhöhte Sensibilität der Penisspitze vor, ist auch ein Einsatz von Medikamenten bei vorzeitigem Samenerguss möglich. Zu den bekanntesten Präparaten gehören die lokalanästhetische Emla® Creme (ab 40.60 €) sowie Priligy® Tabletten (ab 33.50 €).

Die Ursachen des vorzeitigen Samenergusses sind sehr unterschiedlich. Es ist deshalb wichtig, eine für den Betroffenen richtige und individuelle Strategie herauszufinden. Eine persönliche Beratung über vorzeitigen Samenerguss bieten die Ärzte von ZAVA.

Inhalt
Länger können: Beine einer Frau und eines Mannes im Bett.
 

Länger durchhalten – ab wann sind Maßnahmen sinnvoll?

Es gibt keine genaue Definition, ab wann man beim frühzeitigen Samenerguss (auch: Ejaculatio praecox) von einer Funktionsstörung spricht, die behandelt werden sollte. Allgemein gilt, dass ein Samenerguss in weniger als 1-2 Minuten nach Beginn der Penetration oder Stimulation ein Indiz für eine Orgasmusstörung ist. Auch wenn Betroffene ihre Ejakulation weder steuern noch kontrollieren können, ist ein medizinisch relevantes Problem wahrscheinlich.

Wichtig: Wenn das Phänomen vereinzelt während des Geschlechtsverkehrs auftritt, ist dies normal und nicht behandlungswürdig. Erst wenn die Symptomatik über einen längeren Zeitraum anhält und zur Belastung für den Betroffenen oder seine Partnerin/seinen Partner wird, ist es sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen.

Analysieren Sie die Beschwerden, Ihren Körper und Ihre eigenen Bedürfnisse daher näher, um sich über das weitere Vorgehen klarer zu werden:

  • Wann und wie oft tritt der vorschnelle Orgasmus ein?
  • Stellt der vorzeitige Samenerguss eine Belastung für Sie oder die Partnerschaft dar?
  • Gibt es Momente, in denen die Symptomatik nicht auftritt?
  • Existieren körperliche Begleiterscheinungen, beispielsweise Schmerzen oder ein trockener Orgasmus?

Anhand dieser Überlegungen können Männer abschätzen, ob bestimmte Maßnahmen notwendig sind. Sollten psychologische Ursachen wie Versagensängste oder Beziehungsstress infrage kommen, ist es angeraten, sich mit diesen zuerst auseinanderzusetzen. Spezielle Techniken zum Trainieren des Ejakulationszeitpunkts helfen Männern zudem, länger durchzuhalten und die Ejakulation zu verzögern.

Wenn dies nicht anspricht, können Betroffene über weitere Maßnahmen nachdenken. Das Ärzteteam von ZAVA berät Sie rund um das Thema vorzeitiger Samenerguss. Nach Angemessenheit ist auch eine Therapie mit Medikamenten denkbar. Bei ZAVA erhalten Sie nach ärztlicher Beurteilung und Notwendigkeit ein passendes Medikament gegen vorzeitigen Samenerguss:

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Welche konkreten Verzögerungstechniken gibt es, um länger zu können?

Bevor Medikamente oder sogar dapoxetinhaltige Tabletten für längere sexuelle Ausdauer zum Einsatz kommen, ist es sinnvoll, zunächst einige spezielle Techniken auszuprobieren. So kann es Betroffenen gelingen, (mehr) Kontrolle über den Zeitpunkt des Orgasmus und damit der Ejakulation zu erlangen.

Ein weiterer Vorteil dieser Methoden: Als Paar lassen sie sich kreativ ins Liebesspiel einbauen. Je nach Ursache für den vorzeitigen Samenerguss trägt dieses Training nicht nur dazu bei, länger durchzuhalten. Es kann auch die Lust an der Interaktion miteinander und damit die Erregung beider steigern.

Gut zu wissen: Die Start-Stopp- sowie die Zeitlupen-Technik zielen auf eine dauerhafte Umstellung der Gewohnheiten ab. Dabei ist die Wirksamkeit dieser Methoden in der Forschung bislang noch umstritten. Viele Ärzte empfehlen daher, die genannten Techniken zu testen. Unter Umständen erweist sich eine medikamentöse Therapie aber als sinnvolle Ergänzung.

Länger können durch die Start-Stopp-Technik

Die Stopp-Start-Technik ist die bekannteste Methode, um einen Samenerguss hinauszuzögern. Dabei ist entscheidend, dass der Betroffene den sogenannten „point of no return“ identifizieren kann. Ab diesem ist es nicht mehr möglich, den Höhepunkt aufzuhalten.

Bei der Durchführung der Technik bricht der Betroffene oder der Sexualpartner die Stimulation des Penis kurz vor dem „point of no return“ ab. Darauf wird die Stimulation für 30-60 Sekunden pausiert, bevor der Penis erneut angeregt wird. In den Pausen ist es hilfreich, tief durchzuatmen, um die Entspannung zu fördern. Erst nachdem dieser Prozess 4- bis 5-mal erfolgt ist, lässt der Mann die Ejakulation dann zu.

Diese Verzögerungsmethodik lässt sich aktiv ins Liebesspiel einbauen. Allerdings erfordert es einige Übung, den richtigen Punkt herauszufinden. Daher kann es passieren, dass die Technik bei den ersten Versuchen nicht funktioniert. Um nachhaltige Erfolge zu erzielen, empfehlen Sexualwissenschaftler, die Methode regelmäßig mehrmals die Woche durchzuführen. Die Anwendungsdauer beläuft sich auf mehrere Monate. Mit der Zeit entwickelt der Mann ein Gefühl dafür, die Erregung und die Ejakulation zu kontrollieren.

Länger durchhalten durch Beckenbodentraining

Forscher haben das Training des Beckenbodens ursprünglich als Methode zur Behandlung der Harninkontinenz entwickelt. Die Methode lässt sich jedoch auch zur Therapie eines frühzeitigen Samenergusses einsetzen, um den Höhepunkt zu verzögern. Gehen Sie dafür wie folgt vor:

  1. Ziel ist es im ersten Schritt, die Kontrolle über die Beckenbodenmuskulatur zu erhöhen. Ein Gefühl dafür erhalten Sie, indem Sie die Muskeln beim Urinieren oder bei der Stuhlausscheidung lokalisieren.
  2. Regelmäßiges Anspannen im Alltag (nicht beim Toilettengang) hilft dann, den Beckenboden zu trainieren. Männer empfinden die Schwierigkeit dieser Übung als sehr unterschiedlich. Anfängliche Misserfolge sollten deshalb nicht entmutigen.
  3. Im nächsten Schritt wird die Beckenbodenmuskulatur mehrmals aus einer Ruheposition angespannt und wieder entspannt. Hier sollten 40-50 Wiederholungen als Zielwert gelten. Variationen der Übung wie mehrmaliges Anspannen der Beckenbodenmuskulatur über einige Sekunden sind ebenfalls hilfreich.

Ist der Betroffene soweit, dass er diese Bewegungen bewusst kontrollieren kann, lässt sich die Methode beim Sex zum Einsatz bringen. Kurz vor dem „point of no return“ wird dann der Beckenboden angespannt und wieder entspannt. So wird es möglich, den Ejakulationsreflex zu unterdrücken und den Orgasmus zu verzögern.

Beim Sex länger können durch Zeitlupentechnik

Länger durchhalten gelingt auch durch den Einsatz der sogenannten Zeitlupentechnik. Das bedeutet: Das Paar geht den Geschlechtsverkehr und die Penetration besonders ruhig und langsam an. Diese Methode hilft dem Betroffenen, beim Sex die Kontrolle über den Orgasmus zu behalten. Zusätzlich wird das Glied im erregten Zustand an das Gefühl in der Scheide gewöhnt.

Gut zu wissen: Im Internet sind viele weitere Tipps für Betroffene zu finden, zum Beispiel vor dem Sex zu masturbieren. Diese Tipps können für den Moment eine Ejakulation verzögern, bewirken jedoch keine langfristige Verbesserung.

Was kann die Partnerin oder der Partner tun, damit „er“ länger kann?

Länger Sex haben zu können – das ist ein Thema, das in einer Partnerschaft alle Beteiligten gleichermaßen betrifft. Daher spielt auch der Sexualpartner eine sehr entscheidende Rolle. Es ist vorteilhaft, vorhandene Problematiken offen anzusprechen und einen gemeinsamen Lösungsweg zu finden. Dies steigert die Akzeptanz und festigt die Beziehung. Für den Betroffenen ist es zudem entlastend, wenn die Symptomatik zusammen und frei von Vorbehalten angegangen wird.

Die Partnerin/der Partner kann dabei helfen, Versagensängste zu reduzieren und durch Zuneigung die nötige Sicherheit zu geben. Zudem ist es bei vielen Übungen sinnvoll, sie zusammen mit der Partnerin oder dem Partner durchzuführen. Dies sorgt nicht nur für Spaß beim Liebesspiel, sondern stärkt auch das Vertrauen zueinander. Zeigen sich Erfolge, profitieren am Ende beide davon.

Länger durchhalten – welche Tipps und Hilfsmittel gibt es noch?

Ein mögliches Hilfsmittel, um beim Sex länger zu können, sind spezielle Kondome, die die Stimulation des Penis während des Geschlechtsverkehrs verringern. Diese können auf 2 Arten wirken. Entweder besitzen sie eine besondere Dicke, was die Reibung senkt, oder sie haben an ihrer Innenseite eine Beschichtung mit einem leicht betäubenden, meist lidocainhaltigen Gel.

Durch die Verwendung von Gleitmitteln lässt sich die Reibung und damit die Stimulation ebenfalls verringern. Dies kann gerade in Kombination mit Techniken wie der Start-Stopp-Technik besonders effizient sein. Auch die Stellung hat einen Einfluss auf den männlichen Orgasmus. Viele Männer berichten von längerer Ausdauer, wenn sich die Frau beim Sex oben befindet.

Einige Betroffene haben zudem mit einem Penisring positive Erfahrungen gemacht. Er wird im schlaffen Zustand über das Glied gezogen. Bei einer Erektion verhindert er dann den Rückfluss des Blutes. So soll der Penisring dazu beitragen, dass der Mann beim Sex länger kann. Bei einer Übersensibilität der Eichel ist der Penisring jedoch meist nicht die geeignete Wahl – anders als Kondome oder Cremes setzt er nicht die Empfindsamkeit herab, sondern verhindert lediglich den Blutrückfluss.

Emla® Creme: Medikament bei Überempfindlichkeit des Penis

Zudem gibt es extra Salben und Sprays, die die Empfindlichkeit des Penis herabsetzen. Sie besitzen eine örtlich betäubende Wirkung und können so helfen, einer Überempfindlichkeit der Eichel zu reduzieren. Betroffene tragen die Salbe frühzeitig (etwa 15 Minuten vor dem Sex) auf. Nach kurzer Einwirkzeit (empfohlen werden 15 Minuten, mehr als 5 Stunden sind nicht vorgesehen!) und vor dem Geschlechtsverkehr wäscht der Anwender das Präparat ab – andernfalls könnte auch die Empfindlichkeit der Partnerin/des Partners herabgesetzt werden. Die Benutzung eines Kondoms im Anschluss ist deshalb zum Schutz empfehlenswert.

ZAVA bietet für diese Therapiemöglichkeit die Salbe Emla® an. Hierbei handelt es sich um ein örtliches Betäubungsmittel, das auf den Penis aufgetragen wird und so die Sensibilität herabsetzt. Die Anwendung erfolgt 15 Minuten vor dem Geschlechtsverkehr. Die Wirkstoffe Prilocain und Lidocain hemmen die Signalweiterleitung über die Nerven und verringern so die Empfindlichkeit der Eichel. Bei einer Beratung in der Online-Behandlung von ZAVA kann die genaue Dosierung und Anwendungsdauer festgelegt werden.

Sie haben noch Fragen zu Emla® oder anderen Medikamenten? Gerne stehen Ihnen unsere Mediziner über die Nachrichtenfunktion in Ihrem Patientenkonto zur Verfügung. Einfach und diskret.

Welche Tabletten gibt es, um länger zu können?

Beim Sex eine längere Ausdauer durch Tabletten? Das ist tatsächlich möglich, allerdings gehen Ärzte diesen Weg in der Regel erst, wenn die oben genannten Maßnahmen keinen Erfolg zeigen. Derzeit gibt es nur einen Wirkstoff, der speziell zur Behandlung des vorzeitigen Samenergusses zugelassen ist.

Dapoxetin wirkt über eine Veränderung des Serotoninspiegels, indem es die Serotoninwiederaufnahme hemmt. Serotonin, ein Neurotransmitter im Gehirn, wird im Verlauf einer Erektion ausgeschüttet und wirkt hemmend auf die Ejakulation. Der selektive Serotonin-Rückaufnahme-Inhibitor (SSRI) Dapoxetin verlängert die Wirkungsdauer des Serotonins. Auf diese Weise nimmt er Einfluss auf den Zeitpunkt des Samenergusses – und zögert die Ejakulation hinaus. Mehrere Studien belegen dem Wirkstoff eine deutliche Erhöhung des Durchhaltevermögens über mehrere Minuten. Auch der persönliche Leidensdruck der Patienten konnte nachweislich gesenkt werden.

Der Wirkstoff Dapoxetin wird unter dem Handelsnamen Priligy® verkauft. Betroffene nehmen Priligy® 1-3 Stunden vor dem Geschlechtsakt in Tablettenform ein. Es handelt sich um ein verschreibungspflichtiges Medikament, bei dessen Einnahme Nebenwirkungen auftreten können. Beispiele hierfür sind Übelkeit, Durchfälle, Kopfschmerzen und Schwindel. Vor der Einnahme des Medikamentes ist deshalb die ausführliche Beratung durch einen Arzt unbedingt notwendig.

Fazit: Beim Sex länger durchhalten – viele Wege führen zum Erfolg

Zahlreiche Männer wünschen sich, beim Sex länger zu können. Studien gehen davon aus, dass mehr als 20 % der deutschen Männer „zu früh kommen“. Neben speziellen Methoden, wie der Start-Stopp-Technik und dem Beckenbodentraining, bieten sich möglicherweise auch medikamentöse Therapien bei vorzeitigem Samenerguss an.

Betäubungscremes mit Lidocain und Prilocain, wie Emla®, setzen unter Umständen die Überempfindlichkeit der Penisspitze herab. Dapoxetinhaltige Priligy® Tabletten können für eine längere Ausdauer beim Sex sorgen. Was bei allen Behandlungsmethoden essenziell ist, sind Rückhalt und Vertrauen in der Partnerschaft – die Basis für ein entspanntes Miteinander ohne Leistungsdruck.

Häufig gestellte Fragen

Wie kann ich beim Sex länger?

Männer können durch die Start-Stopp-Technik oder Beckenbodentraining lernen, den Höhepunkt zu verzögern. Auch Betäubungscremes wie Emla® tragen dazu bei, die Penetrationsdauer beim Sex zu erhöhen.

Helfen Kondome beim länger durchhalten?

Ja, ein Präservativ reduziert die Reibung an der Eichel. Zudem gibt es spezielle Kondome mit lidocainhaltiger Beschichtung, die die Empfindsamkeit des Penis herabsetzen sowie dickere Kondome, welche die Reibung reduzieren.

Längere Ausdauer beim Sex durch Tabletten – geht das?

Ja, das ist mit Priligy® möglich. Jedoch verschreiben Ärzte das Medikament aufgrund der Nebenwirkungen erst, wenn andere Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg gezeigt haben und der Leidensdruck beim Mann besonders hoch ist.

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Dr. Nadia Schendzielorz Medizinische Autorin

Dr. Nadia Schendzielorz war von 2016 bis 2020 Apothekerin bei ZAVA und unterstützt das Team nun freiberuflich bei der medizinischen Textprüfung. Sie schloss ihr Studium der Pharmazie an der Rheinischen-Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn ab. Im Anschluss arbeitete sie an ihrer Dissertation an der Universität von Helsinki in Finnland und promovierte erfolgreich im Fachbereich Pharmakologie.

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