Hitzewallungen

Nicht nur ein Symptom in den Wechseljahren

Letzte Aktualisierung: 06 Jun 2019

Eine Frau sitzt erschöpft von ihren Hitzewallungen an ihrem Schreibtisch, ein Ventilator bläst ihr Luft auf den Körper.
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Hitzewallungen treten meist in den Wechseljahren auf, können aber auch andere Ursachen haben. Sie werden als ein intensives Wärmegefühl erlebt, das mit Schweißausbrüchen und Herzklopfen einhergehen kann und mehrere Minuten lang anhält. Je nach Ursache stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Zava erklärt, wieso es zu Hitzewallungen kommt, wie sie sich bemerkbar machen und was man dagegen tun kann.

Was sind Hitzewallungen?

Hitzewallungen sind zunächst einmal keine Erkrankung, sondern ein Symptom, das sich im Rahmen von Erkrankungen, im Zuge von hormonellen Umstellungen oder als Reaktion auf die Umwelt zeigen kann. Vor allem in den Wechseljahren sind Hitzewallungen häufig: Etwa 80 Prozent der Frauen in den Wechseljahren leiden für ein Jahr an Hitzewallungen, etwa ein Viertel sogar für mehr als fünf Jahre. Die Betroffenen leiden unter wiederkehrenden Wärmeempfindungen im gesamten Körper, teils in Verbindung mit Schweißausbrüchen, welche die Lebensqualität stark beeinträchtigen können.

Was ist die Ursache für Hitzewallungen?

Treten die Hitzewallungen während der Wechseljahre auf, sind die Ursache meist hormonelle Umstellungen. Durch den abfallenden Östrogenspiegel ist die Temperaturregulation des Körpers gestört. Unter Östrogenmangel weiten sich die kleinen, direkt unter der Haut liegenden Gefäße und die Haut wird besser durchblutet, was als Wärmegefühl wahrgenommen und als Hautrötung sichtbar wird. Der genaue Mechanismus, also wie die Hormonumstellung mit den Hitzewallungen zusammenhängt, ist noch unklar.

Leiden jüngere Frauen von unter 45 Jahren unter Hitzewallungen, kommen dafür nur in seltenen Fällen die Wechseljahre ursächlich infrage. Hier können die Hitzeschübe durch eine hormonelle Störung verursacht sein. Es wird empfohlen, dies von einem Arzt abklären zu lassen.

Auch Männer können unter Hitzewallungen leiden. In diesem Fall können die Ursachen sehr unterschiedlich sein: Es können beispielsweise ein niedriger Testosteronspiegel oder auch die sogenannte „männliche Menopause“ dafür verantwortlich sein. Aber auch bestimmte Erkrankungen bzw. damit zusammenhängende Faktoren können eine Rolle spielen. Diese können auch beide Geschlechter betreffen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Übergewicht und Fettleibigkeit
  • Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose)
  • Unterzuckerung (Hypoglykämie), z.B. im Rahmen von Diabetes
  • Allergien
  • Karzinoide, also hormonbildende Tumore
  • Depressionen
  • Medikamentennebenwirkungen z.B. im Rahmen der Behandlung von Brust- oder Prostatakrebs

Ganz unabhängig von den Hormonen oder Erkrankungen kann es auch im Alltag natürlicherweise immer wieder zu Hitzewallungen kommen, z.B. durch den Verzehr von scharfem oder stark gewürztem Essen, durch heiße, koffein- oder alkoholhaltige Getränke oder durch Stress und Anspannung. Der Unterschied zu den Hitzewallungen, die durch hormonelle Umstellungen entstehen, ist, dass ein klarer Auslöser benannt werden kann. Die Hormone befinden sich hier im Gleichgewicht und es besteht kein Behandlungsbedarf.

Wie machen sich Hitzewallungen bemerkbar?

Hitzewallungen zeigen sich als ein plötzliches Wärmegefühl, das an Gesicht, Hals, Nacken, Brust, Rücken und Oberarmen auftritt und auch mit einer Rötung einhergehen kann. Entsprechend der Bezeichnung „Wallung“ kann sich das Wärmegefühl auch in den Rest des Körpers ausbreiten. Oftmals kommt es zusätzlich zu Schweißausbrüchen und/oder Herzklopfen.

Eine Hitzewallung hält meist 30 Sekunden bis etwa 3 Minuten an, in manchen Fällen dauert sie auch 30 Minuten. Die Häufigkeit der Hitzewallungen variiert zwischen einem bis 30 Mal pro Tag. Bei einigen Frauen in den Wechseljahren zeigen sich die Hitzewallungen bevorzugt nachts und eher seltener bis gar nicht während des Tages.

Wenn die Hitzewallung abklingt, kommt es durch das verstärkte Schwitzen und die damit verbundene Abkühlung manchmal zu einem leichten Frösteln oder sogar Frieren.

Welche Maßnahmen helfen bei Hitzewallungen?

Zunächst einmal ist zu empfehlen, sich entsprechend zu kleiden. Wer sich nach dem sogenannten „Zwiebelprinzip“ anzieht, also mehrere Kleidungsschichten übereinander trägt, kann im Zuge einer Hitzewallung Kleidung ablegen und so die Wärmeabgabe des Körpers erleichtern. Nach dem Abklingen des Hitzeschubes, kann jene dann, um Frieren zu vermeiden, wieder angezogen werden.

Empfehlenswert ist auch, auf Kleidung und Bettwäsche aus Naturfasern wie z.B. Baumwolle, Wolle oder Seide zurückzugreifen, da diese im Gegensatz zu Kleidung mit Polyester- oder Nylonanteilen atmungsaktiver ist.

Um das Auftreten von Hitzewallungen zu verringern, empfiehlt es sich, auf typische Auslöser wie beispielsweise scharfes oder stark gewürztes Essen, koffein- oder alkoholhaltige Getränke sowie schwer verdauliche Nahrungsmittel zu verzichten. Entspannungstechniken wie z.B. Yoga oder Meditation können dem Stress als häufiger Ursache entgegenwirken. Vorbeugend wirkt auch ein Abbau von Übergewicht und regelmäßiger Bewegung an der frischen Luft.

Gibt es Medikamente gegen Hitzewallungen?

Sollten einfache Maßnahmen nicht ausreichen, und wird die Lebensqualität durch Hitzewallungen stark eingeschränkt, können die Hitzewallungen auch medikamentös behandelt werden.

Für Frauen in den Wechseljahren bietet sich die sogenannte Hormonersatztherapie (HET) an. Hierbei wird der in der Menopause natürlicherweise abfallende Östrogenspiegel durch eine Gabe von Östrogenen wieder angehoben. Auf diese Weise wird die Fähigkeit des Körpers, die Temperatur zu regulieren, wiederhergestellt. Möglich ist auch eine Kombination von Östrogen und einem Gelbkörperhormon oder eine Gabe von Tibolon, einem Östrogen-ähnlichen Wirkstoff. Zu beachten ist, dass eine HIT mit Nebenwirkungen und Krankheitsrisiken verbunden sein kann. Dazu zählen beispielsweise ein erhöhtes Risiko für Brustkrebs und Thrombosen. Möglicherweise wird auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen durch die HET erhöht. Ob eine HET in Frage kommt, sollte mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.

Daneben stehen auch pflanzliche Östrogene, die sogenannten Phytoöstrogene, z.B. aus Soja oder Rotklee zur Verfügung. Ihre Wirksamkeit ist allerdings noch nicht ausreichend belegt und auch pflanzliche Präparate können Nebenwirkungen hervorrufen.

Sollte eine der genannten Erkrankungen wie z.B. eine Schilddrüsenüberfunktion oder eine Allergie für die Hitzewallungen verantwortlich sein, kann eine Behandlung der Erkrankung oftmals ein vollständiges Verschwinden der Hitzewallungen bewirken.

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Dr. Maike Michel Medizinische Autorin

Maike Michel unterstützt das Ärzteteam von Zava bei der medizinischen Textprüfung. Sie studierte Medizin an den Universitäten in Münster und Freiburg. Seit 2016 arbeitet sie als Assistenzärztin in einer psychiatrischen Klinik in Deutschland.

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Letzte Aktualisierung: 06 Jun 2019

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