Mounjaro® und Haarausfall
Medizinisch geprüft von
Natalia Olaizola-HeilLetzte Änderung: 03 Dez. 2025
Das Medikament Mounjaro® unterstützt beim Abnehmen, indem es unter anderem den Appetit reguliert. Manche Patienten berichten während der Behandlung jedoch von Haarausfall: Auftreten kann die Nebenwirkung indirekt durch zu schnellen Gewichtsverlust oder die körperliche Umstellung auf eine veränderte Ernährung. Erfahren Sie hier, welche Faktoren Haarausfall unter Mounjaro® begünstigen, welche Maßnahmen vorbeugend wirken und wann Sie einen Arzt kontaktieren sollten.
Kurzübersicht zu Haarausfall während der Mounjaro® Behandlung
- Ursache: schneller Gewichtsverlust kann das Haarwachstum in eine Ruhephase bringen, die Folge ist Haarausfall
- Auch möglich: Haarausfall durch Nährstoffmangel oder Stress beim Abnehmen
- Gegenmaßnahmen: ausgewogene Ernährung, schonende Haarpflege, Stressmanagement
- Wichtig: bei anhaltendem oder starkem Haarausfall den Arzt kontaktieren
Mounjaro® & Alternativen bei starkem Übergewicht
Ist Haarausfall eine Nebenwirkung von Mounjaro®?
Einige Patienten berichten von verstärktem Haarausfall während der Behandlung mit Mounjaro®. Das kann beunruhigend sein – besonders, wenn der Gewichtsverlust ohnehin schon viele Veränderungen im Körper auslöst.
In der Gebrauchsinformation von Mounjaro® wird Haarausfall als häufige Nebenwirkung gelistet. Er tritt aber nicht bei jedem Anwender auf. Eine Studie zeigt: Etwa 5-6 % der Anwender waren betroffen. In der Placebo-Gruppe (Personen mit wirkstofffreiem Präparat) trat Haarverlust bei weniger als 1 % der Teilnehmer auf.
Die gute Nachricht: In vielen Fällen hört der Haarausfall von selbst wieder auf. Sobald sich der Körper an das neue Gewicht und die Veränderung im Stoffwechsel gewöhnt hat, wachsen die Haare in der Regel nach.
Warum verliere ich Haare mit Mounjaro®?
Haarausfall während der Behandlung mit Mounjaro® kann verschiedene Ursachen haben. Meist handelt es sich um ein vorübergehendes Phänomen und keinen Grund zur Sorge. Die häufigsten Auslöser sind:
Schneller Gewichtsverlust
Fachleute gehen davon aus, dass die Anwendung von Mounjaro® nicht direkt zu Haarausfall führt. Der Haarausfall hängt vielmehr mit dem schnellen Gewichtsverlust zusammen: Schneller Gewichtsverlust kann den Haarwachstumszyklus beeinflussen. Der Körper reagiert auf die Umstellung, indem er die Haare in eine Ruhephase schickt – medizinisch als „telogenes Effluvium“ bezeichnet.
Betroffene verlieren in dieser Zeit mehr als 100 Haare pro Tag – normalerweise fallen täglich 70–100 Haare aus. Ein ähnlicher Effekt ist vielen Frauen nach einer Schwangerschaft bekannt: Auch dann reagieren die Haarwurzeln empfindlich auf hormonelle oder körperliche Veränderungen.
Das telogene Effluvium tritt oft 2-4 Monate nach dem Auslöser auf – in diesem Fall also nach Beginn der Mounjaro® Behandlung. In der Regel wachsen die Haare wieder nach, sobald sich der Körper an die neue Situation angepasst hat.
Nährstoffmangel
Eine reduzierte Nahrungsaufnahme kann zu Nährstoffmangel führen. Für ein gesundes Haarwachstum sind unter anderem folgende Nahrungsbestandteile wichtig:
- Eiweiß: essenziell für die Bildung von Keratin, dem Hauptbestandteil der Haare
- Eisen: wichtig, um die Haarfollikel mit Sauerstoff zu versorgen
- Zink: unterstützt die Zellteilung und das Wachstum von Haarfollikeln
- Biotin (Vitamin B7): stärkt die Struktur des Haares und kann das Haarwachstum fördern
Fehlen dem Körper diese Nährstoffe, schwächt das die Haarwurzeln und begünstigt Haarausfall.
Hormonelle Veränderungen
Schneller Gewichtsverlust kann den Hormonhaushalt beeinflussen. So ist es möglich, dass Insulin, Schilddrüsenhormone und Stresshormone wie Cortisol aus dem Gleichgewicht geraten. Solche hormonellen Anpassungen stören den Haarwachstumszyklus und stoßen unter Umständen vorübergehenden Haarausfall an.
Stress
Physischer und psychischer Stress, zum Beispiel durch eine schnelle Gewichtsabnahme, können den Haarwachstumszyklus ebenfalls beeinflussen und Haarausfall verursachen. Die Zusammenhänge sind hier eng mit dem Hormonhaushalt verwoben: Anhaltender Stress löst die Ausschüttung von Stresshormonen aus, die wiederum das Wachstum der Haare hemmen.
Haarausfall durch Mounjaro®: Was tun?
Um einem Haarverlust während der Behandlung vorzubeugen und die Haarwurzeln zu stärken, haben Sie mehrere Möglichkeiten.
Ernährung optimieren
Eine ausgewogene Ernährung kann positiv auf die Haarstruktur wirken. Achten Sie dabei vor allem auf:
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Proteine sind ein Hauptbestandteil der Haare. Gute Quellen hierfür sind:
- Eier
- Fleisch
- Fisch
- Hülsenfrüchte
- Tofu
- Milchprodukte wie Skyr
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Besonders wichtig sind Eisen, Zink, Biotin und Omega-3-Fettsäuren, die das Haarwachstum fördern.
Eisen ist Bestandteil von:
- Fleisch
- Hülsenfrüchten
- grünem Blattgemüse
Zink ist enthalten in:
- Nüssen
- Samen
- Vollkornprodukten
Biotin steckt in:
- Eiern
- Nüssen
- Haferflocken
Für genügend Omega-3 integrieren Sie in Ihren Speiseplan:
- Fisch
- Leinsamen
- Walnüsse
Wichtig: Ob Nahrungsergänzungsmittel in Ihrem individuellen Fall sinnvoll sind, entscheidet der Arzt mit Ihnen gemeinsam. Eine Selbstbehandlung kann mögliche Mangelzustände ausgleichen, birgt aber auch Risiken. Dazu gehören unter anderem:
- Überdosierungen
- Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
- eine einseitige Versorgung, die andere wichtige Nährstoffe vernachlässigt
Ihr Arzt prüft, ob Nahrungsergänzungsmittel geeignet sind, welche Dosierung für Sie passt und wie Sie sie am besten in Ihre Ernährung integrieren.
Moderates Abnehmen
Nehmen Sie langsam ab und lassen Sie sich ärztlich begleiten: Ein leichtes Kaloriendefizit reduziert das Risiko für Haarausfall und ermöglicht dem Körper, sich an die Veränderungen anzupassen.
Entspannung fördern
Stress kann das Haarwachstum beeinflussen. Nicht zuletzt deshalb ist es wichtig, Pausen einzulegen und innere Ruhe zu fördern. Viele Patienten machen gute Erfahrungen mit diesen Tipps:
- Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder autogenes Training tragen dazu bei, den Stresspegel zu senken – und ein gesundes Nachwachsen der Haare zu fördern.
- Schlafen Sie ausreichend – idealerweise 7-8 Stunden pro Nacht. Das unterstützt Stoffwechsel und Regeneration.
- Regelmäßige, moderate Bewegung, etwa bei Spaziergängen, Gartenarbeit oder leichter Gymnastik, stärken das allgemeine Wohlbefinden und können sich dadurch positiv auf das Haarwachstum auswirken.
Schonende Haarpflege
Vermeiden Sie übermäßige Hitze bei der Haarpflege. Zu häufiges Föhnen, Glätten oder die Verwendung eines Lockenstabs kann die Haarstruktur schädigen und Haarausfall begünstigen.
Auch chemische Behandlungen schaden dem Haar: Dauerwellen, aggressive Färbungen oder Blondierungen belasten die Haare zusätzlich.
Mounjaro® & Alternativen bei starkem Übergewicht
Mounjaro® und Haarausfall: Wann ist ärztlicher Rat sinnvoll?
Haarausfall während der Behandlung mit Mounjaro® ist meist eine Reaktion des Körpers auf die neuen Lebensumstände. Dennoch ist es in bestimmten Situationen sinnvoll, ärztlichen Rat einzuholen.
Das gilt insbesondere bei:
- Haarausfall, der länger als 6 Wochen anhält oder sich verschlimmert
- begleitenden Symptomen wie Müdigkeit, blasser Haut, brüchigen Nägeln oder Konzentrationsstörungen, die auf einen Nährstoffmangel hindeuten könnten
- vermuteten zusätzlichen hormonellen Veränderungen, etwa in den Wechseljahren oder bei bestehenden Schilddrüsenerkrankungen
- Haarausfall in Verbindung mit starken Stresssymptomen wie Schlafstörungen
Ein Arzt kann durch Untersuchungen die Ursache klären, zum Beispiel mit Bluttests für Eisen, Zink oder Schilddrüsenwerte. Auf dieser Basis können Sie gemeinsam die passenden Maßnahmen besprechen, um den Haarausfall zu lindern oder zu behandeln.
Häufig gestellte Fragen
Ist der Haarausfall mit Mounjaro® dauerhaft oder reversibel?
Während der Behandlung mit Mounjaro® ist Haarausfall in den meisten Fällen reversibel. Das bedeutet, dass die Haare nach einer Umstellungsphase des Körpers wieder nachwachsen. Dabei unterstützen eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Schlaf und eine schonende Haarpflege. Der Haarausfall hängt oft mit Faktoren wie schnellem Gewichtsverlust, Nährstoffveränderungen oder Stress zusammen. Sollten die Veränderungen stark sein oder länger anhalten, kontaktieren Sie einen Arzt.
Wie lange hat man mit Mounjaro® die Nebenwirkung Haarausfall?
Wie lange der Haarausfall anhält, kann von Person zu Person unterschiedlich sein. Er tritt meist einige Wochen bis wenige Monate nach Behandlungsbeginn auf. In vielen Fällen hält er an, bis sich der Körper an die Gewichtsveränderung und die Stoffwechselanpassung gewöhnt hat. Innerhalb einiger Monate wachsen die Haare anschließend wieder nach.
Soll ich die Mounjaro® Therapie abbrechen, wenn ich Haarausfall habe?
Nein. Haarausfall kann während der Behandlung mit Mounjaro® vorkommen. In den meisten Fällen ist er aber nicht dauerhaft. Die Fachinformation zur Abnehmspritze empfiehlt, die Therapie nicht selbstständig abzubrechen, auch wenn Haarausfall auftritt. Sprechen Sie stattdessen mit einem Arzt. Er kann prüfen, ob Nährstoffmangel, Stress oder schnelle Gewichtsveränderungen eine Rolle spielen und Tipps für ein gesundes Haarwachstum geben. So kann der Haarausfall begleitet oder gegebenenfalls gelindert werden, ohne die Behandlung abrupt abzubrechen.
Wenn man mit Mounjaro® beginnt, wie kann man Haarausfall vorbeugen?
Haarausfall durch Mounjaro® lässt sich nicht immer komplett verhindern, da er oft mit der Umstellung des Körpers während der Gewichtsabnahme zusammenhängt. Sie können das Haarwachstum jedoch unterstützen, indem Sie auf eine ausgewogene Ernährung achten.
Verursachen auch andere GLP-1-Medikamente wie Wegovy® Haarausfall?
Ja, auch andere GLP-1-Medikamente können Haarausfall verursachen. Bei Wegovy® zählt Haarausfall laut Beipackzettel zu den häufigen Nebenwirkungen; Ozempic® (nur für Diabetes zugelassen) und Saxenda® listen Haarausfall dagegen nicht als mögliche Begleiterscheinung. Grundsätzlich kann ein schneller Gewichtsverlust aber immer negative Auswirkungen auf das Haarwachstum haben – das gilt sowohl bei der Anwendung von GLP-1-Medikamenten als auch beim Abnehmen ohne medikamentöse Unterstützung.
Natalia Olaizola-Heil erhielt nach dem Studium der Pharmazie an der Freien Universität Berlin 1997 ihre Approbation als Apothekerin. Sie arbeitete sowohl in Krankenhausapotheken als auch in öffentlichen Apotheken und absolvierte Weiterbildungen im Bereich Ernährungsberatung und Palliativmedizin. Natalia Olaizola-Heil unterstützt ZAVA bei der medizinischen Texterstellung und -prüfung.
Lernen Sie unsere Ärzte kennenLetzte Änderung: 03 Dez. 2025
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B-Vitamine. Lebenswichtig, aber häufig unterschätzt, Pharmazeutische Zeitung, online: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/lebenswichtig-aber-haeufig-unterschaetzt-157920/seite/5/?cHash=5dd04adef43ad7ba7f729e8322b6f3c7, abgerufen 28.10.25
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Diagnostik und Therapie von Haar- und Kopfhauterkrankungen, Deutsches Ärzteblatt, online: https://www.aerzteblatt.de/archiv/diagnostik-und-therapie-von-haar-und-kopfhauterkrankungen-e704695d-17d2-4b9b-a781-a7d9ff89fd8b, abgerufen 28.10.25
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Does Mounjaro cause hair loss?, Medical News Today, online: https://www.medicalnewstoday.com/articles/drugs-mounjaro-and-hair-loss, abgerufen 28.10.25
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Haarwuchsstörungen. Alopezie hat viele Auslöser, Pharmazeutische Zeitung, online: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/alopezie-hat-viele-ausloeser-155101/seite/2/?cHash=eb064304766aec5a3f3c6f1441e18e1a, abgerufen 28.10.25
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Jastreboff, A. M., Aronne, L. J., Ahmad, N. N., et al. (2022). Tirzepatide once weekly for the treatment of obesity. New England Journal of Medicine, 387(3), 205-216, online: https://doi.org/10.1056/NEJMoa2206038, abgerufen 28.10.25