Prostataentzündung

Wie erkennt man sie und wie wird sie behandelt?

Letzte Aktualisierung: 22 Nov 2018

Junger Mann leidet an den Schmerzen einer Prostataentzündung und liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Sofa.
Inhalt

Die Prostata, im Deutschen auch als „Vorsteherdrüse“ bezeichnet, befindet sich anatomisch unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre. Vom jüngeren Mann wird die Prostata meist nicht bemerkt – erst wenn eine Infektion wie eine Prostataentzündung vorliegt, kann das Organ starke Schmerzen und weitere Beschwerden verursachen.

Die Ärzte von Zava erläutern die Diagnose und Behandlung einer Prostataentzündung und können ein Medikament gegen Erektionsstörungen verschreiben, wenn diese zum Beispiel nach einer Prostataentzündung auftreten.

Was ist eine Prostataentzündung?

Wenn die Prostata entzündet ist, wird dies als Prostatitis oder Prostataentzündung bezeichnet. Die Prostatitis wird – je nach Ursache und Dauer der Beschwerden – in vier Typen eingeteilt:

  1. Akute bakterielle Prostatitis
  2. Chronische bakterielle Prostatitis
  3. Chronisches Schmerzsyndrom des kleinen Beckens (auf Englisch: Chronic Pelvic Pain Syndrome, CPPS); dieses wird weiter unterteilt in ein entzündliches und ein nicht-entzündliches Syndrom
  4. Asymptomatische entzündliche Prostataerkrankung

Bei der akuten bakteriellen Prostatitis gelangen Bakterien in die Prostata und verursachen dort eine starke Entzündung. Bei unzureichender Behandlung oder schlechtem Ansprechen auf die Therapie kann sich daraus eine chronische bakterielle Prostatitis entwickeln, die weiterhin unter Umständen deutliche Beschwerden verursacht, jedoch nicht mehr so hochakut verläuft wie die akute bakterielle Prostatitis.

Die Ursache eines chronischen Schmerzsyndroms im kleinen Becken ist bisher wenig verstanden. Bei der asymptomatischen Prostatitis wird zufällig eine Prostatitis festgestellt, ohne dass Symptome berichtet werden.

Wie häufig kommen Prostataentzündungen vor?

Fast jeder zehnte Mann hat irgendwann in seinem Leben eine Prostataentzündung oder prostatitische Beschwerden. Dabei sind die chronischen Verläufe insgesamt häufiger als die akuten.

Was sind typische Beschwerden einer Prostatitis?

Im Normalfall bemerken Männer keinerlei Symptome durch ihre Prostata. Bei Vorliegen eines krankhaften Geschehens kann sich dies ändern.

Eine akute Prostatitis kann zu starken Schmerzen führen, die meist auf dem Damm bis hin zum After lokalisiert sind. Außerdem können folgende Symptome bei einer akuten sowie einer chronischen Prostataentzündung auftreten:

  • Fieber
  • Gelenkschmerzen
  • Allgemeines Unwohlsein
  • Muskelschmerzen
  • Brennen beim Wasserlassen
  • Häufiger Harndrang mit jedoch nur geringen Harnmengen bei Entleerung
  • Ein unangenehmes Druckgefühl im Unterbauch
  • Rückenschmerzen
  • Schmerzen bei der Ejakulation
  • Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion)

Welche Ursachen kann eine Prostatitis haben?

Die bakterielle akute Prostatitis wird durch Bakterien verursacht, die in die Prostata gelangen, z.B. durch die Harnröhre, den Blut- oder Lymphstrom oder durch bakteriell entzündetes benachbartes Gewebe (z.B. vom Enddarm). Die Erreger, unter anderem auch Neisseria gonorrhoe (Erreger der Gonorrhoe) und Chlamydien, können durch ungeschützten Sexualverkehr übertragen worden sein.

Die chronische Prostatitis kann zusätzlich zum Erregerspektrum der akuten Prostatitis auch durch sehr langsam wachsende Bakterien wie z.B. das Mykobakterium tuberculosis (Erreger der Tuberkulose) oder Viren verursacht werden.

Wann muss ein Arzt aufgesucht werden?

Bereits bei Verdacht auf eine Prostataentzündung sollte ein Arzt, falls möglich direkt ein Urologe, aufgesucht werden. Je nach Schwere der Beschwerden kann ein regulärer Arzttermin ausgemacht werden.

Wenn jedoch hohes Fieber, starke Allgemeinsymptome oder sehr deutliche Schmerzen auftreten, kann die sofortige Vorstellung beim Arzt indiziert sein.

Welche Untersuchungen wird der Arzt durchführen?

Zunächst wird der Arzt sorgfältig die Vorgeschichte (Anamnese) erheben. Dazu zählen auch Fragen nach dem Sexualverhalten, um ein Erregerspektrum abschätzen zu können. Die Körpertemperatur wird gemessen und Blut abgenommen. Auch eine Urinprobe muss abgegeben werden, um diese auf Bakterien oder Entzündungszellen zu untersuchen.

Falls nötig, wird ein Ultraschall durchgeführt. Bei einem sogenannten transrektalen Ultraschall wird der Ultraschallkopf in den After bzw. in den Enddarm (Rektum) eingeführt. Von dort aus kann die Prostata deutlich besser mit dem Ultraschall beurteilt werden als bei einem Ultraschall durch die Bauchdecke. Wenn weiterhin diagnostische Unklarheiten bestehen, kann eine Magnetresonanztomografie (MRT) indiziert sein.

Wie wird die Prostataentzündung behandelt?

Am wichtigsten ist zunächst die zielgerichtete antibiotische Therapie. Bei der akuten Prostatitis werden sogenannte Breitspektrum-Antibiotika verordnet. Nach der Erregerbestimmung wird das Antibiotikum, um Resistenzentwicklungen vorzubeugen, manchmal umgestellt auf eines, das ein kleineres Wirkspektrum hat, den Erreger aber dennoch angreift.

Wenn das Krankheitsbild sehr schwer ist, kann eine Aufnahme ins Krankenhaus mit intravenöser Antibiotikatherapie notwendig sein. Die antibiotischen Medikamente müssen etwa vier Wochen lang regelmäßig eingenommen/verabreicht werden.

Bei der chronischen Prostatitis ist das Vorgehen ähnlich (Erregerbestimmung und zielgerichtete Therapie), jedoch müssen die Medikamente teilweise deutlich länger (mehrere Monate) eingenommen werden.

Unterstützend können Schmerzmittel, Fiebersenker und warme Sitzbäder verordnet werden. Bei der chronischen Prostatitis ohne Erreger und Schmerzsyndromen können Biofeedback-Maßnahmen Linderung verschaffen.

Welche Spätfolgen kann die Prostatitis haben?

Wenn die akute Prostatitis schnell und ausreichend behandelt wird, ist die Gefahr von Langzeitschäden sehr gering. Starke akute oder chronische Entzündungen können eventuell die Funktion der Prostata gefährden, was zu einem verminderten Ejakulat und weniger motilen, also weniger beweglichen, Spermien führen kann. Außerdem kann es zu einem Prostataabszess kommen (es bildet sich ein mit Eiter gefüllter Hohlraum in der Prostata), der unter Umständen operiert werden muss.

Bei solchen Operationen wiederum ist eine mögliche Komplikation die Schädigung von Nerven im Bereich der Prostata, was zu Erektionsstörungen führen kann. Akute Prostatitiden bergen zudem die Gefahr, in eine Blutvergiftung (Sepsis) überzugehen.

Chronische Schmerzsyndrome können durch Therapien oft nur gelindert werden. Meist bleiben wenige Symptome über einen sehr langen Zeitraum bestehen, sodass diese Patienten unter anderem auch psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen sollten, um besser mit den Beschwerden zurechtzukommen.

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Dr. Emily Wimmer studierte Humanmedizin an der Universität zu Lübeck und schloss dieses 2009 ab. Danach arbeitete sie in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie an der MedUni Wien und als Assistenzärztin in Hamburg. Seit 2015 ist sie, neben ihrer Tätigkeit als Studienleiterin am Institut für Versorgungsforschung in Dermatologie in Hamburg, eine unserer deutschen Ärztinnen bei Zava.

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Artikel erschienen: 22 Feb 2017

Letzte Aktualisierung: 22 Nov 2018

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