Prostataentzündung: Symptome erkennen und behandeln

Ulrike Thieme, MD

Medizinisch geprüft von

Dr. med. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 26 Mär 2022

Die Prostata, im Deutschen auch als „Vorsteherdrüse“ bezeichnet, befindet sich bei Männern etwas unterhalb der Blase und umschließt die Harnröhre. Arbeitet sie wie gewohnt, fällt sie in der Regel gar nicht weiter auf – erst wenn eine Erkrankung wie die Prostataentzündung vorliegt, kann das Organ starke Schmerzen und weitere unangenehme Symptome verursachen. Die Ärzte von ZAVA erläutern in diesem Beitrag Ursachen, Diagnose und Behandlung einer Prostataentzündung. Sollten im Anschluss an die Prostataentzündung Erektionsstörungen entstehen, können sie zudem ein passendes Medikament dagegen verschreiben.

Inhalt
Junger Mann leidet an den Schmerzen einer Prostataentzündung und liegt mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Sofa.
 

Was ist eine Prostataentzündung?

Wenn die Prostata entzündet ist, sprechen Mediziner von einer Prostatitis oder Prostataentzündung. Unter anderem kommt es dabei zu einer Schwellung der Vorsteherdrüse, die sich auch auf die Blase auswirken kann. Die Prostatitis wird – je nach Ursache und Dauer der Symptome – in 4 Typen eingeteilt:

  • akute bakterielle Prostatitis
  • chronische bakterielle Prostatitis
  • chronisches Schmerzsyndrom des kleinen Beckens (auf Englisch: Chronic Pelvic Pain Syndrome, CPPS); wird weiter unterteilt in ein entzündliches und ein nicht-entzündliches Syndrom
  • asymptomatische entzündliche Prostataerkrankung

Bei der akuten bakteriellen Prostatitis gelangen Bakterien in die Prostata und verursachen dort eine starke Entzündung. Bei unzureichender Behandlung oder schlechtem Ansprechen auf die Therapie kann sich daraus eine chronische bakterielle Prostataentzündung entwickeln, die zwar ebenfalls deutliche Beschwerden verursacht, jedoch nicht mehr so hochakut verläuft.

Die Ursache eines chronischen Schmerzsyndroms im kleinen Becken ist bisher wenig verstanden. Bei der asymptomatischen Prostatitis wird meist zufällig eine Prostatitis festgestellt, ohne dass der Patient von Symptomen berichtet.

Was sind typische Symptome einer Prostataentzündung?

Im Normalfall bemerken Männer ihre Prostata gar nicht. Entwickelt sich eine Entzündung, kann sich das aber ändern. Eine akute Prostatitis führt mitunter zu starken Schmerzen, die meist auf dem Damm bis hin zum After lokalisiert sind.

Außerdem können folgende Symptome bei einer akuten sowie bei einer chronischen Prostataentzündung auftreten:

  • Fieber
  • Schüttelfrost
  • Gelenkschmerzen
  • allgemeines Unwohlsein
  • Muskelschmerzen
  • Brennen beim Wasserlassen
  • abgeschwächter Harnstrahl
  • häufiger Harndrang mit nur geringen Harnmengen
  • unangenehmes Druckgefühl im Unterbauch
  • Rückenschmerzen
  • Schmerzen bei und/oder nach der Ejakulation
  • Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion)

Sie leiden infolge einer Prostataentzündung unter längerfristigen Erektionsstörungen und möchten diese ärztlich behandeln lassen? Dazu können Sie auch den Service von ZAVA nutzen: Sie füllen einen medizinischen Fragebogen aus, den unsere Ärzte im Anschluss überprüfen. Wenn die Therapie bei Ihnen medizinisch sinnvoll ist, erhalten Sie je nach Angemessenheit ein passendes Rezept.

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Welche Ursachen kann eine Prostatitis haben?

Die bakterielle akute Prostatitis geht auf Bakterien zurück, die in die Prostata gelangen. Die Erreger erreichen die Vorsteherdrüse zum Beispiel über die Harnröhre, den Blut- oder Lymphstrom oder durch bakteriell entzündetes benachbartes Gewebe (bspw. vom Enddarm). Die Bakterien, unter anderem E. coli, Neisseria gonorrhoe (Erreger der Gonorrhoe) und Chlamydien, werden daneben auch bei ungeschütztem Sexualverkehr übertragen.

Die chronische Prostatitis kann zusätzlich zum Erregerspektrum der akuten Prostatitis durch sehr langsam wachsende Bakterien wie das Mykobakterium tuberculosis (Erreger der Tuberkulose) oder Viren entstehen. Anatomische Veränderungen wie Verengungen der Harnwege begünstigen langwierige Verlaufsformen.

Die Ursachen für das chronische Beckenschmerzsyndrom bleiben bislang noch weitgehend ungeklärt. Forscher diskutieren verschiedene Möglichkeiten – unter anderem könnten psychische Faktoren, unbekannte Erreger, Schwierigkeiten bei der Entleerung der Blase oder Autoimmunerkrankungen eine Rolle spielen.

Gut zu wissen: Die Befürchtung, eine Prostataentzündung könnte durch Radfahren entstehen, hat sich nur teilweise bestätigt: Ein Zusammenhang besteht hier höchstens indirekt. Wichtig ist, richtig zu sitzen (ohne die Knie durchzudrücken) und den passenden Sattel zu verwenden. Das nimmt den Druck von der Region um die Prostata und lenkt ihn auf die Sitzhöcker um. Lastet andernfalls für längere Zeit das Körpergewicht auf der Harnröhre, entsteht in seltenen Fällen eine Entzündung, die auf die Vorsteherdrüse übergreifen kann.

Abgesehen von einem geringen Risiko für Prostataentzündung ergeben sich durch Radfahren unzählige gesundheitliche Vorteile. Verzichten muss daher nur, wer gerade erst an der Prostata operiert wurde.

Wie häufig kommen Prostataentzündungen vor?

Nach derzeitigen Schätzungen leiden 15 % aller Männer mindestens 1-mal in ihrem Leben an einer Prostataentzündung. Im Mittel sind die Erkrankten 40-50 Jahre alt.

Wie lange dauert eine Prostataentzündung?

Akute Formen der Prostataentzündung dauern in der Regel nicht länger als ein paar Tage, wenn sie passend behandelt werden. Bei etwa einem Drittel der Erkrankungen braucht die Prostatitis allerdings länger als 1 Jahr, um abzuheilen. Circa 50 % dieser langwierigen Entzündungen entwickeln sich weiter zu chronischen Verläufen.

Wann müssen Betroffene einen Arzt aufsuchen?

Wer den Verdacht hegt, an einer Prostataentzündung erkrankt zu sein, sollte einen Arzttermin vereinbaren. Der beste Ansprechpartner ist hier der Hausarzt oder der Urologe, also der Facharzt für das Harnsystem und die männlichen Geschlechtsorgane.

Je nach Schwere der Beschwerden können Patienten einen regulären Arzttermin wahrnehmen. Wenn jedoch hohes Fieber, starke Allgemeinsymptome oder sehr deutliche Schmerzen auftreten, ist es wichtig, sich sofort an einen Arzt zu wenden.

Welche Untersuchungen wird der Arzt durchführen?

Zunächst wird der Arzt sorgfältig die Vorgeschichte erheben (Anamnese). Dazu zählen auch Fragen nach dem Sexualverhalten, um ein Erregerspektrum abschätzen zu können. Die Körpertemperatur wird gemessen und Blut abgenommen. Auch eine Urinprobe muss abgegeben werden, um diese auf Bakterien oder Entzündungszellen zu untersuchen. Lässt der Urin keinen eindeutigen Befund zu, fordert der Arzt außerdem eine Untersuchung von Ejakulat und Prostatasekret an.

Falls nötig, führt der Mediziner eine digital-rektale Untersuchung (mit dem Finger) und einen Ultraschall durch. Bei einem sogenannten transrektalen Ultraschall schiebt er vorsichtig einen Ultraschallkopf in den After beziehungsweise in den Enddarm (Rektum). Von dort aus kann er die Prostata deutlich besser beurteilen als bei einem Ultraschall durch die Bauchdecke. Gut zu wissen: Diese Untersuchung verursacht keine Schmerzen.

Wenn weiterhin diagnostische Unklarheiten bestehen, kann der Urologe eine Magnetresonanztomografie (MRT) und eine Biopsie anordnen.

Liegt eine Prostataentzündung vor, kann zudem der PSA-Wert im Blut erhöht sein. Das Prostata-Spezifische-Antigen eignet sich ohne weitere Befunde allerdings nicht für die Diagnose: Auch andere Erkrankungen der Prostata, wie eine gutartige Vergrößerung oder Prostatakrebs, können für gestiegene PSA-Werte verantwortlich sein.

Wie wird die Prostataentzündung behandelt?

Die Behandlung der Prostataentzündung orientiert sich an der konkreten Verlaufsform und der Schwere der Symptome. Geht die Erkrankung auf Bakterien zurück, ist die zielgerichtete antibiotische Therapie am wichtigsten. Bei der akuten oder asymptomatischen Prostatitis werden zunächst sogenannte Breitspektrum-Antibiotika verordnet. Nach der Erregerbestimmung stellt der Arzt das Antibiotikum manchmal auf eines um, das spezifischer gegen die vorliegenden Bakterien wirkt. So kann er Resistenzentwicklungen vorbeugen. Der Patient nimmt das Medikament in der Regel für etwa 10 Tage ein.

Bei der chronischen Prostatitis ist das Vorgehen ähnlich (Erregerbestimmung und zielgerichtete Therapie), jedoch müssen die Medikamente teilweise deutlich länger eingenommen werden. Meist dauert es mehrere Wochen, bis der Betroffene auf das Antibiotikum anspricht. Insgesamt ist daher eine Anwendung für 4-6 Wochen vorgesehen.

Unterstützend können bei allen Formen der Prostatitis entzündungslindernde Präparate, Schmerzmittel, warme Sitzbäder und falls nötig Fiebersenker wirken. Lassen sich keine Krankheitserreger nachweisen, kommen unter anderem auch Biofeedback-Behandlungen (Methode, um unbewusste Vorgänge im Körper allmählich lenken zu lernen), psychotherapeutische Angebote, Beckenbodentraining und Alpha-1-Rezeptorenblocker infrage, die die Muskeln um die Prostata und Harnblase entspannen.

Sind Hausmittel bei einer Prostataentzündung sinnvoll?

Um langfristige Folgen wie eine Chronifizierung der Prostataentzündung abzuwenden, spielt vor allem die ärztliche Behandlung eine Rolle. Hausmittel sollten bei Prostatitis ausschließlich unterstützend zum Einsatz kommen, um eine zusätzliche Linderung der Symptome zu erzielen.

Ergänzend zu den verordneten Maßnahmen und in Rücksprache mit dem Arzt können Patienten beispielsweise diese Hausmittel bei Prostataentzündung ausprobieren:

  • Wärmflasche oder Kirschkernkissen auf dem Unterbauch, um die verkrampfte Muskulatur zu entspannen
  • Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training
  • pflanzliche Mittel zur Beruhigung der Prostata, z.B. mit Roggenpollen, Brennnessel, Kürbissamen oder der Sägezahnpalme (die tatsächliche Wirkung dieser Präparate ist allerdings noch nicht ausreichend untersucht)
  • Verzicht auf Koffein, Nikotin und Alkohol in Verbindung mit einer gesunden, ausgewogenen Ernährung
  • regelmäßige Bewegung (es sei denn die Schmerzen verstärken sich dabei)

Welche Spätfolgen kann die Prostatitis haben?

Wenn eine akute Prostatitis schnell und passend behandelt wird, bleibt das Risiko für Langzeitschäden normalerweise gering. Starke akute oder chronische Entzündungen können allerdings die Funktion der Prostata gefährden, was gegebenenfalls zu einer verminderten Menge Ejakulat und zu weniger motilen, also weniger beweglichen, Spermien führt. Außerdem kann es zu einem Prostataabszess kommen (es bildet sich ein mit Eiter gefüllter Hohlraum in der Prostata), der unter Umständen operiert werden muss. Selten geht die Entzündung in eine Blutvergiftung (Sepsis) über.

Macht die Prostataentzündung eine Operation erforderlich – zum Beispiel bei einem Abszess oder bei dauerhaften Störungen der Blasenentleerung –, entstehen dabei in seltenen Fällen Schädigungen von Nerven. Diese Verletzungen können Erektionsstörungen nach sich ziehen.

Auftretende Erektionsstörungen sollten aus diesem Grund immer beim Arzt abgeklärt werden. Spricht nichts gegen eine medikamentöse Behandlung mit Potenzmitteln, können Sie ein entsprechendes Rezept auch bei ZAVA anfragen. Einer unserer Ärzte wird Ihre Anfrage auswerten und falls angemessen ein Rezept ausstellen.

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Chronische Schmerzsyndrome können durch die angeordnete Behandlung oft nur gelindert werden. Meist bleiben wenige Symptome über einen sehr langen Zeitraum bestehen, sodass die Patienten unter anderem auch psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen sollten, um im Alltag mit ihren Beschwerden umgehen zu lernen.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. med. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Medizinische Leiterin ZAVA Deutschland

Dr. med. Ulrike Thieme ist Medizinische Leiterin bei ZAVA Deutschland und seit 2018 Teil des Ärzteteams. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Dr. med. Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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