Donovanosis (Granuloma inguinale)

Dr Friederike Ebigbo

Medizinisch geprüft von

Dr. med. Friederike Ebigbo

Letzte Änderung: 24 Nov 2022

Donovanosis ist eine bakterielle Infektion, die sich durch fleischfarbene Geschwüre an den Genitalien äußert. Die Krankheit wird meist durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und kommt hauptsächlich in tropischen und subtropischen Ländern vor, wobei Männer häufiger betroffen sind als Frauen. Lesen Sie hier, wie sich Donovanosis äußert, wie Verlauf und Therapie der Krankheit aussehen und wie Sie eine Ansteckung vermeiden können.

Inhalt
Angezogene Frau sitzt auf Bett und hält Hände vor ihren Intimbereich
 

Kurzübersicht

Definition & Häufigkeit: Bei Donovanosis, auch Granuloma inguinale oder fleischfressende Geschlechtskrankheit genannt, handelt es sich um eine bakterielle Infektion, die durch Wucherungen an den Genitalien gekennzeichnet ist. Sie wird vorrangig durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen und kommt vor allem in tropischen und subtropischen Ländern vor.

Symptome: Bei der Donovanosis bildet sich an der Infektionsstelle zunächst eine rötliche, schmerzlose Papel, die nach kurzer Zeit wieder verschwindet. Danach treten wulstige, fleischfarbene Geschwüre auf. Diese Wucherungen können im Verlauf der Erkrankung eitern und bleibende Gewebeschäden verursachen.

Ursachen: Donovanosis wird durch das Bakterium Klebsiella granulomatis ausgelöst, das sich hauptsächlich durch ungeschützten Vaginal- oder Analverkehr überträgt.

Behandlung: Die Geschlechtskrankheit wird mit Antibiotika wie Doxycyclin behandelt, die die Patienten bis zur Ausheilung der betroffenen Hautpartien einnehmen. Je nach Verlauf der Krankheit können Narben und Knötchen verbleiben, die sich nur operativ entfernen lassen.

Donovanosis: Was ist das?

Donovanosis, auch Granuloma inguinale oder Granuloma venereum, ist eine sexuell übertragbare Krankheit, die der Tropenarzt Charles Donovan erstmals im Jahr 1905 beschrieb. Sie tritt vor allem in tropischen und subtropischen Ländern auf, zum Beispiel in Teilen von Afrika, Lateinamerika, Nordaustralien oder Papua-Neuguinea. In Europa kommt es nur sehr selten zu Erkrankungsfällen.

Granuloma inguinale äußert sich durch Geschwüre im Genitalbereich, die das Bakterium Klebsiella granulomatis (auch Donovan-Körperchen oder ehemals Calymmatobacterium) auslöst. Wegen der auffälligen Hautveränderungen, die sich mit der Zeit immer weiter ausbreiten und das Gewebe zerstören, bezeichnen einige Mediziner die Donovanosis als fleischfressende Geschlechtskrankheit. Sie betrifft vor allem Menschen zwischen 20 und 40 Jahren, wobei Männer öfter erkranken als Frauen. Der Grund dafür lässt sich nicht eindeutig festhalten: Sowohl ein häufiger Wechsel der Sexualpartner als auch ungeschützter Geschlechtsverkehr begünstigen die Ausbreitung.

Donovanosis: Symptome der Geschlechtskrankheit

Donovanosis wird über direkten Hautkontakt während des Geschlechtsverkehrs übertragen. Die Zeit von der Ansteckung bis zu dem Moment, in dem der Erkrankte die ersten Symptome bemerkt, lässt sich nicht genau bestimmen. Die sogenannte Inkubationszeit beträgt meistens 1-12 Wochen.

An der Stelle, an der die Bakterien in die Haut eingedrungen sind, bilden sich zunächst schmerzlose, rötliche Papeln, die nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Im Anschluss entstehen fleischfarbene, feuchte und erhabene Knötchen oder Geschwüre.

Meistens befallen die Bakterien die Genitalien von Frau und Mann, allerdings kann sich Donovanosis auch in verschiedenen anderen Körperregionen ansiedeln:

  • Leiste und Oberschenkel
  • Anus und Gesäß
  • Gesicht

Bleibt die Donovanosis unbehandelt, breiten sich die Erreger weiter aus, die betroffenen Areale nässen und eitern. Häufig kommt es zu einer zusätzlichen Besiedlung durch andere Bakterien, in Fachkreisen auch Superinfektion genannt, die zu weiteren Gewebeschäden und Schwellungen führen kann.

Mit Fortschreiten der Erkrankung werden die Geschwüre immer größer und zerstören während ihrer Ausbreitung anderes Gewebe, weshalb die Infektion auch als fleischfressende Geschlechtskrankheit bekannt ist. Außerdem ist ein fauliger Geruch kennzeichnend für eine fortschreitende Donovanosis. Lebensgefahr besteht, wenn sich die Donovanosis-Bakterien über die Blutbahn bis in die Leber, die Lunge oder die Knochen ausbreiten.

Ursachen von Donovanosis: Wie bekommt man Granuloma inguinale?

Der Erreger Klebsiella granulomatis verursacht die Donovanosis. In den meisten Fällen wird das Bakterium durch ungeschützten vaginalen oder analen Geschlechtsverkehr übertragen. Allerdings ist die Ansteckung auch über Hautkontakt mit verunreinigten Gegenständen möglich, zum Beispiel:

  • Sexspielzeug
  • Textilien
  • Spritzen

Daneben sind auch einzelne Fälle bekannt, in denen die Geschlechtskrankheit durch Oralverkehr im Mundraum entstanden ist. Da die Bakterien über winzige Verletzungen in die Schleimhaut eindringen und eine Entzündung verursachen, ist eine Ansteckung über nicht-sexuellen Kontakt selten, aber möglich.

Die fleischfressende Geschlechtskrankheit tritt vor allem in Ländern und Regionen auf, in denen sexuelle Aufklärung noch zu verbessern und keine ausreichende medizinische Versorgung verfügbar ist. Insbesondere ungeschützter Geschlechtsverkehr, wechselnde Partner und eine zu späte Diagnose führen dazu, dass Infektionen häufiger auftreten.

Donovanosis: Wann zum Arzt?

Bei auffälligen Hautveränderungen, sogenannten Läsionen, im Genitalbereich sollten Betroffene umgehend einen Arzt aufsuchen. Dasselbe gilt für Menschen, die sexuellen Kontakt mit einer Person hatten, bei der bereits Donovanosis diagnostiziert wurde. Eine schnelle Therapie ist dann essenziell, um der Ausbreitung des Erregers und einer möglichen Narbenbildung entgegenzuwirken – denn ohne Behandlung greift die Donovanosis das Gewebe an und zerstört es.

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Wie lässt sich Donovanosis diagnostizieren?

Häufig kann ein Arzt bereits an der Art der Wucherung erkennen, ob es sich um Donovanosis handelt – insbesondere, wenn Patienten mit Infizierten sexuellen Kontakt hatten oder in Regionen unterwegs waren, in denen die Geschlechtskrankheit verbreitet ist.

Um andere mögliche Geschlechtskrankheiten wie Syphilis oder Herpes auszuschließen, nimmt der Mediziner einen Abstrich oder eine Gewebeprobe von der betroffenen Körperstelle. Im Labor lässt sich der Erreger unter dem Mikroskop meist mit den für die Donovanosis typischen Donovan-Körperchen nachweisen. Ist dies nicht der Fall, kann das Anlegen einer Zellkultur Aufschluss geben.

Behandlung von Donovanosis

Um die bakterielle Infektion Donovanosis zu behandeln, kommen Antibiotika zum Einsatz, die die Bakterien gezielt abtöten. Dabei muss der Patient diese Medikamente, zum Beispiel Doxycyclin oder Azithromycin, bis zur vollständigen Ausheilung für etwa 3 Wochen einnehmen. Innerhalb 1 Woche beginnen die Läsionen bei ansprechender Therapie langsam zu heilen, wobei die vollständige Genesung mehrere Wochen oder sogar Monate dauern kann.

Sofern die Geschlechtskrankheit in einem frühen Stadium entdeckt und behandelt wird, bilden sich die Wucherungen meistens zurück und hinterlassen keine sichtbaren Rückstände. Hat der Erreger bereits große Hautveränderungen mit abgestorbenem Gewebe verursacht, können bleibende Narben, Verstümmelungen oder Flüssigkeitsansammlungen entstehen, die Harnröhre, Scheide oder Analkanal verengen. Gegebenenfalls ist in einem solchen Fall eine Operation notwendig.

Bis zu 18 Monate nach Abschluss der Behandlung ist ein Infektions-Rückfall möglich, weshalb in diesem Zeitraum eine regelmäßige ärztliche Betreuung empfehlenswert ist. Während der Therapie sollten Patienten auf Geschlechtsverkehr verzichten. Sexualpartner, mit denen Betroffene bis zu 40 Tage vor den ersten Symptomen Hautkontakt hatten, können ebenfalls infiziert sein.

Vorbeugung von Donovanosis

Infektionen mit Donovanosis lassen sich mit Safer Sex vermeiden. Insbesondere in Risikogebieten ist die Verwendung von Kondomen der beste Schutz vor einer Übertragung. Dabei beugt der geschützte Geschlechtsverkehr nicht nur einer Ansteckung mit Donovanosis, sondern auch mit vielen anderen übertragbaren Geschlechtskrankheiten wie Syphilis oder Gonorrhoe (Tripper) vor.

Wichtig: Die Infektion mit dem Erreger Klebsiella granulomatis macht nicht immun, weshalb sich Betroffene auch nach einer überstandenen Donovanosis-Erkrankung wieder neu mit dem Bakterium anstecken können. Erkrankte sollten deshalb bis zur vollständigen Heilung auf sexuelle Kontakte verzichten.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Granuloma inguinale?

Granuloma inguinale, auch fleischfressende Geschlechtskrankheit oder Donovanosis genannt, ist eine bakterielle Infektion, die sich durch Geschwüre im Genitalbereich kennzeichnet. Weitere Symptome sind Schwellungen, Entzündungen sowie Vernarbungen. Auch Verstümmelungen der Genitalien sind bei schwerem Verlauf möglich.

Wie bekommt man Donovanosis?

Donovanosis wird durch direkten Hautkontakt während des ungeschützten Geschlechtsverkehrs übertragen. Eine Ansteckung über verunreinigte Gegenstände ist grundsätzlich möglich, aber sehr selten. Die Inkubationszeit beträgt 1-12 Wochen.

Woher kommt Donovanosis?

Donovanosis kommt vor allem in tropischen und subtropischen Ländern wie Nordaustralien, Papua-Neuguinea oder Indien vor. Auch in Teilen von Afrika, Südamerika und auf den karibischen Inseln erkranken regelmäßig Menschen an der fleischfressenden Geschlechtskrankheit.

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Dr. med. Friederike Ebigbo Fachärztin für Frauenheilkunde in gynäkologischer Praxis

Dr. med. Friederike Ebigbo arbeitet seit Anfang 2022 als Partnerärztin für ZAVA, hier berät und behandelt sie Patienten über die ZAVA App. Darüber hinaus unterstützt sie bereits seit vielen Jahren bei der medizinischen Text-Prüfung. 2011 schloss Dr. med. Friederike Ebigbo ihr Medizinstudium an der Technischen Universität München ab. Danach arbeitete sie an Frauenkliniken in Trier, Aachen und in der Schweiz – dort war Sie von 2019 bis 2020 Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Dr. med. Friederike Ebigbo ist seit September 2020 Ärztin in einer gynäkologischer Praxis in Hamburg.

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Letzte Änderung: 24 Nov 2022

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