Wegovy® Nebenwirkungen – was tun?

Dr. med. Ulrike Thieme, Medizinische Leiterin bei ZAVA , Foto rund

Medizinisch geprüft von

Dr. med. Ulrike Thieme

Letzte Änderung: 22 Okt. 2025

Wie bei allen anderen wirksamen Medikamenten sind bei Wegovy® Nebenwirkungen grundsätzlich möglich. Welche Beschwerden kommen während der Behandlung häufig vor? Gehen die Nebenwirkungen von Wegovy® von alleine weg oder sind sie ein Fall für den Arzt? Welche Tipps helfen, die Beschwerden zu lindern oder zu vermeiden? Erfahren Sie hier alles Wichtige.

Inhalt
Ein Wegovy® Flextouch mit 0.25 mg: Nebenwirkungen
 

Bekannte Nebenwirkungen von Wegovy®

Mit der Wegovy® Spritze können Nebenwirkungen verbunden sein – sie zeigen sich aber nicht zwangsläufig bei jedem Patienten.

Wenn sich unerwünschte Begleiterscheinungen entwickeln, berichten Anwender am häufigsten von Nebenwirkungen, die die Verdauung betreffen, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall oder Verstopfung.

Im Überblick: Ausgewählte Wegovy® Nebenwirkungen mit Prozentangaben

Beschwerde Anteil der betroffenen Anwender

Übelkeit

43,9 %

Durchfall

29,7 %

Erbrechen

24,5 %

Verstopfung

24,2 %

Haarausfall

2,5 %

Cholelithiasis (Gallensteine)

1,6 %

akute Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung) 

0,2 %

Sehr häufige Wegovy® Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen können mehr als 1 von 10 Behandelten betreffen.

Möglich sind:

  • Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Verstopfung
  • Müdigkeit oder Schwächegefühl

Meist treten diese Beschwerden in der Anfangsphase auf, also während der regelmäßigen Dosissteigerungen. Im weiteren Verlauf der Behandlung legen sie sich in der Regel von selbst.

Häufige Wegovy® Nebenwirkungen

Häufig, das bedeutet bei bis zu 1 von 10 Behandelten, zeigen sich:

  • Schwindelgefühl
  • Aufstoßen (Rülpsen)
  • Sodbrennen bzw. Reflux
  • Magenverstimmung bzw. Verdauungsstörungen
  • Magenschleimhautentzündung (Gastritis)
  • aufgeblähter Bauch und/oder Blähungen (Flatulenz)
  • Gallensteine
  • Haarausfall
  • Reaktionen der Haut (Rötung, Juckreiz, etc.) im Bereich der Injektionsstelle
  • verändertes Geschmacksempfinden (bei Speisen und Getränken)
  • verändertes Hautempfinden
  • bei Anwendern mit Typ-2-Diabetes: Unterzuckerung (Hypoglykämie)

Gelegentliche Wegovy® Nebenwirkungen

Gelegentliche Nebenwirkungen entwickeln sich bei bis zu 1 von 100 Behandelten:

  • Herzrasen
  • niedriger Blutdruck
  • Schwindelgefühl bzw. Benommenheit (beim Aufstehen oder Aufsetzen; bedingt durch niedrigen Blutdruck)
  • Verzögerung der Magenentleerung
  • erhöhte Produktion von Verdauungsenzymen in der Bauchspeicheldrüse (Lipase und Amylase)

Schwere Wegovy® Nebenwirkungen

Je nach individueller Verträglichkeit sind bei Wegovy® auch schwerwiegende Begleiterscheinungen möglich:

Entwickeln sich bei Ihnen starke Nebenwirkungen oder halten Beschwerden über längere Zeit an, halten Sie am besten Rücksprache mit Ihrem Arzt. Er kann Sie eingehend beraten und bei Bedarf empfehlen, die Dosierung anzupassen oder Wegovy® abzusetzen.

Sie haben zudem immer die Möglichkeit, Nebenwirkungen beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte zu melden. Dadurch tragen Sie zu einer Verbesserung der Medikamentensicherheit bei.

Hat Wegovy® Einfluss auf die Psyche?

Es ist bisher nicht bestätigt, dass Wegovy® Spritzen die Psyche beeinflussen oder dass Nebenwirkungen auftreten, die die psychische Gesundheit betreffen. Es gibt jedoch Fälle, in denen Personen nach der Anwendung von Wegovy® von vermehrtem depressivem Verhalten und Suizidgedanken berichten. Die europäische Arzneimittelbehörde EMA beobachtet daher weiterhin engmaschig die aktuelle Studienlage. In jedem Fall ist wichtig, dass sich Betroffene frühzeitig professionelle Hilfe holen, wenn sie Verhaltensänderungen, depressive Verstimmungen oder suizidale Gedanken bei sich bemerken.

Kann Wegovy® Müdigkeit verursachen?

Ja, zwischen Erschöpfung und der Behandlung mit Wegovy® kann es tatsächlich einen Zusammenhang geben: Schwächegefühle und Müdigkeit zählen zu den sehr häufigen Nebenwirkungen von Wegovy®.

Insbesondere zu Beginn der Anwendung berichten viele Patienten von Abgeschlagenheit. Dafür kommen mehrere Gründe infrage:

  • Der Körper muss sich zunächst an die Behandlung gewöhnen – während er den Stoffwechsel umstellt, entsteht schnell ein Gefühl von Müdigkeit.
  • Wenn Wegovy® seine Wirkung entfaltet, nehmen Anwender oft deutlich weniger Kalorien zu sich als vorher. Auf diese verringerte Energiezufuhr reagiert der Organismus anfangs mit Müdigkeit.
  • Kurzfristig kann auch der Blutzuckerspiegel beeinflusst werden und ein Schwächegefühl auslösen.

Ähnlich wie die Verdauungsbeschwerden lässt die Müdigkeit in der Regel nach, sobald sich der Körper an Wegovy® gewöhnt hat. In der Zwischenzeit können Betroffene darauf achten,

  • ausreichend zu schlafen.
  • regelmäßig und genug zu essen (kleine Portionen, auch wenn vorübergehend kein Appetit vorhanden ist).
  • abwechslungsreich und gesund zu essen (um Nährstoffmängeln vorzubeugen).
  • viel zu trinken.
  • Stress nach Möglichkeit zu vermeiden.

Sollte die Erschöpfung stark ausgeprägt sein oder sogar mit Kreislaufproblemen einhergehen, ist Rücksprache mit dem Arzt notwendig.

Nebenwirkungen der Wegovy® Spritze: Wann treten sie auf?

Gerade zum Beginn der Anwendung von Wegovy® können Nebenwirkungen auftreten. Das kommt daher, dass der Körper möglicherweise etwas Zeit braucht, um sich an den Wirkstoff Semaglutid zu gewöhnen.

Auch nach einer Dosiserhöhung der Abnehmspritze können Nebenwirkungen vermehrt auftreten. Ähnlich wie beim Anwendungsbeginn muss sich der Körper bei einer Erhöhung der Dosis zunächst an die neue Situation gewöhnen.

Doch auch während der laufenden Behandlung lassen sich Nebenwirkungen nicht ganz ausschließen. Teilweise werden diese eher indirekt durch das Medikament verursacht und sind vor allem in einer schnellen Gewichtsabnahme begründet. Bei Haarausfall oder Gallensteinen zum Beispiel scheint das der Fall zu sein.

Umgang mit Wegovy® Nebenwirkungen: Was kann ich tun?

Es gibt einiges, was Sie selbst tun können, um die Nebenwirkungen von Wegovy® zu reduzieren oder ihnen eventuell sogar ganz vorzubeugen. Meist sind nur kleine Veränderungen nötig, die bereits einen positiven Effekt entfalten.

Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über die besten Tipps gegen häufige Wegovy® Begleiterscheinungen:

Zusatz-Tipp: Die Dosis schrittweise erhöhen

Sie können das Risiko für Wegovy® Nebenwirkungen reduzieren, indem Sie die Dosis nur langsam erhöhen, sodass Ihr Körper mehr Zeit zur Gewöhnung hat. Grundsätzlich sollten Sie Dosisänderungen aber immer mit Ihrem Arzt abstimmen.

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Wie lange halten Wegovy® Nebenwirkungen an?

Die Dauer der Nebenwirkungen von Wegovy® kann individuell verschieden sein. Viele der Nebenwirkungen, die zu Beginn der Anwendung oder nach einer Dosisanpassung auftreten, halten oft nur für einige Tage an und lassen dann meist von alleine wieder nach. Manche Beschwerden wie Verstopfung können hingegen über mehrere Wochen hinweg bestehen bleiben.

Nebenwirkung von Wegovy® Dauer im Durchschnitt

Erbrechen

2 Tage

Durchfall

3 Tage

Übelkeit

8 Tage

Verstopfung

47 Tage

Die oben genannten Tipps (z.B. mehr trinken und kleinere Portionen essen) können Ihnen während dieser Zeit helfen, die Nebenwirkungen von Wegovy® zu lindern.

Wann zum Arzt?

Sie sollten immer dann einen Arzt kontaktieren, wenn Nebenwirkungen der Wegovy® Spritze wie Durchfall oder Übelkeit länger als einige Tage anhalten. Das gilt auch bei leichteren Nebenwirkungen oder wenn Beschwerden auftreten, die nicht in der Packungsbeilage als mögliche Nebenwirkungen gelistet sind.

Sie sollten Ihren Körper während der gesamten Anwendungszeit gut beobachten und Ihren Arzt informieren, wenn Sie auffällige oder anhaltende Veränderungen bemerken. Das gilt ebenfalls für psychische Veränderungen, wenn Sie etwa vermehrt niedergeschlagen sind oder gar suizidale Gedanken haben.

Auch wenn Sie sich bezüglich einer Dosisanpassung unsicher sind und dadurch Nebenwirkungen befürchten, informieren Sie bitte Ihren Arzt.

Wichtig: Rufen Sie umgehend einen Arzt unter der 112, wenn ernste Nebenwirkungen auftreten, zum Beispiel Herzrasen oder eine schwere allergische Reaktion, unter Umständen mit Atemnot. Diese Symptome können auf eine lebensbedrohliche Situation hinweisen.

Hat die Wegovy® Spritze Langzeitnebenwirkungen?

Wegovy® ist ein relativ neues Medikament zur Gewichtsabnahme. Während akute Nebenwirkungen (z.B. Übelkeit oder Durchfall) bekannt sind, wurden mögliche Langzeitnebenwirkungen noch nicht abschließend erforscht.

Ist das Krebsrisiko durch Wegovy® erhöht?

In mit Mäusen durchgeführten Langzeituntersuchungen mit Wegovy® kam es vermehrt zu Schilddrüsenkrebs bei den Tieren. Zwar lässt sich ein erhöhtes Risiko für Schilddrüsenkrebs auch bei Menschen, die Wegovy® anwenden, nicht ganz ausschließen, dieses wird allerdings als gering eingestuft. Weitere Zusammenhänge zwischen der Behandlung und Krebserkrankungen sind nicht bekannt.

Klar ist jedoch, dass starkes Übergewicht einen großen Risikofaktor für viele Krebserkrankungen (wie Leber- oder Darmkrebs) darstellt. Es ist daher durchaus denkbar, dass Menschen mit starkem Übergewicht, die Wegovy® zum Abnehmen nutzen, auch häufiger an Krebs erkranken.

Augenerkrankung bei Diabetes

Bei Diabetikern, die an einer diabetischen Retinopathie leiden, kann es während der Behandlung mit Wegovy® zu Komplikationen kommen.

Bei dieser Form der Retinopathie entstehen diabetesbedingte Schädigungen an der Netzhaut: Der hohe und/oder stark schwankende Blutzucker verändert die feinen Blutgefäße an der Hinterwand des Auges – die Versorgung mit Blut und Sauerstoff verschlechtert sich. Schnelle Besserungen des Blutzuckerspiegels – wie sie durch Semaglutid eintreten können – sind zwar wünschenswert, beschleunigen unter Umständen aber das Fortschreiten der Retinopathie.

Betroffene mit Diabetes, die Wegovy® anwenden, sollten sich mit ihrem Arzt eng abstimmen, um Risiken möglichst zu reduzieren. Außerdem empfehlen sich regelmäßige augenärztliche Kontrollen.

Häufig gestellte Fragen

Wer darf Wegovy® nicht nehmen?

Schwangere und Stillende dürfen Wegovy® nicht anwenden, gleiches gilt für Personen, die eine Allergie gegen Semaglutid haben. Auch bei verschiedenen Erkrankungen (z.B. Nierenleiden, Herzinsuffizienz) ist von Wegovy® abzusehen. Bitte sprechen Sie mit Ihrem Arzt und lassen Sie sich beraten, ob Wegovy für Sie geeignet ist.

Welche Risiken gibt es bei Wegovy® zu bedenken?

Unter der Anwendung von Wegovy® treten sehr häufig Verdauungsleiden auf, wie Durchfall oder Übelkeit. Seltener sind schwere Nebenwirkungen, z.B. die Verschlechterung einer Netzhauterkrankung bei Diabetikern oder schwere allergische Reaktionen. Zudem müssen verschiedene Vorerkrankungen vor der Anwendung bedacht werden. Ihr Arzt berät Sie dazu.

Kann Wegovy® Haarausfall auslösen?

Ja, die Wegovy® Behandlung kann mit Haarausfall einhergehen. Anwender berichten häufig (in bis zu 1 von 10 Fällen) davon, dass ihnen Haare ausgehen. In der Regel ist dafür nur indirekt das Medikament verantwortlich: Der starke Gewichtsverlust hat zu hormonellen Umstellungen und Mangelerscheinungen geführt, die vorübergehenden Haarausfall bedingen. Gewöhnt sich der Körper an die Behandlung und achten Betroffene auf eine ausgewogene Ernährung, legt sich meist auch der Haarausfall.

Gehören Aufstoßen und Sodbrennen zu den Wegovy® Nebenwirkungen?

Aufstoßen und Sodbrennen zählen zu den häufigen Nebenwirkungen von Wegovy®, insbesondere in den ersten Behandlungswochen. Sie entstehen, weil der Wirkstoff Semaglutid die Entleerung des Magens verlangsamt. Magensäure und Verdauungsgase gelangen dann mitunter zurück in die Speiseröhre und verursachen Beschwerden. Essen Anwender mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt (statt wenige, große), sollten sich die Verdauungsprobleme bessern.

Kann Wegovy® eine Magenschleimhautentzündung auslösen?

Ja, bei bis zu 1 von 10 Behandelten verursacht Wegovy® eine Magenschleimhautentzündung (Gastritis). Die verlangsamte Magenentleerung führt dazu, dass auch die Magensäure länger verweilt und unter Umständen die Schleimhaut reizt. Betroffene bemerken dann Symptome wie Bauchschmerzen, Völlegefühl und Übelkeit bis hin zum Erbrechen.

Wie wirkt sich Wegovy® auf die Bauchspeicheldrüse aus?

Weil Wegovy® den körpereigenen Botenstoff GLP-1 nachahmt, nimmt es unter anderem direkten Einfluss auf die Bauchspeicheldrüse: Der Wirkstoff fördert die Bildung von Insulin, wenn der Blutzuckerspiegel ansteigt, und drosselt gleichzeitig die Freisetzung von Glukagon. Das trägt dazu bei, den Blutzucker zu stabilisieren und die Bauchspeicheldrüse zu entlasten. Gelegentlich kann Wegovy® als Nebenwirkung jedoch eine Bauchspeicheldrüsenentzündung auslösen.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. med. Ulrike Thieme Fachärztin für Neurologie, Medizinische Leiterin

Dr. med. Ulrike Thieme ist Medizinische Leiterin bei ZAVA und seit 2018 Teil des Ärzteteams. Ihre Facharztweiterbildung im Bereich Neurologie schloss sie 2018 ab. Vor ihrer Tätigkeit bei ZAVA arbeitete Dr. med. Ulrike Thieme an einem klinischen Forschungsprojekt über neurodegenerative Erkrankungen am National Hospital for Neurology and Neurosurgery, London.

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