Ozempic® Nebenwirkungen

Natalia Olaizola-Heil

Medizinisch geprüft von

Natalia Olaizola-Heil

Letzte Änderung: 25 März 2026

Müdigkeit, Haarausfall, Sodbrennen: Wie bei allen Medikamenten sind auch bei Ozempic® Nebenwirkungen möglich. Welche Beschwerden können auftreten – und wie lange halten sie an? Verschaffen Sie sich hier einen Überblick.

Inhalt
Eine Ärztin erklärt einem Patienten die Nebenwirkungen von Ozempic
 

Die Fertigspritze Ozempic® enthält den Wirkstoff Semaglutid und ist in Deutschland für die Behandlung von Typ-2-Diabetes vorgesehen. Viele Menschen kennen das Mittel auch als Abnehmspritze. Bei starkem Übergewicht und Adipositas hat Ozempic® aber keine Zulassung: Zum Abnehmen steht stattdessen das wirkstoffgleiche Wegovy® zur Verfügung.

Welche Ozempic® Nebenwirkungen sind bekannt?

Ozempic® greift in die Verdauung und in die Steuerung des Blutzuckers ein. Nebenwirkungen betreffen meist genau diese Bereiche.

Sehr häufige Ozempic® Nebenwirkungen

Sehr häufig, also bei mehr als 1 von 10 Anwendern, zeigen sich:

  • Unterzuckerung (bei gleichzeitiger Behandlung mit Sulfonylharnstoff oder Insulin)
  • Übelkeit
  • Durchfall

Häufige Ozempic® Nebenwirkungen

Begleiterscheinungen, die bei bis zu 1 von 10 Behandelten auftreten, gelten als häufige Nebenwirkungen. Bekannt sind bei Ozempic®:

  • Unterzuckerung (bei gleichzeitiger Anwendung von anderen Diabetes-Medikamenten)
  • weniger Appetit, Gewichtsverlust
  • Aufstoßen
  • Sodbrennen
  • Erbrechen
  • Verdauungsstörungen
  • Magenschmerzen
  • Magenschleimhautentzündung
  • Gallensteine
  • aufgeblähter Bauch, Blähungen
  • Verstopfung
  • Müdigkeit
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • erhöhte Werte von Enzymen, die in der Bauchspeicheldrüse gebildet werden (z.B. Amylase, Lipase)

Gelegentliche Ozempic® Nebenwirkungen

Bei bis zu 1 von 100 Patienten entwickeln sich Nebenwirkungen wie:

  • erhöhter Puls
  • veränderter Geschmackssinn
  • verlangsamte Magenentleerung
  • Reizungen an der Injektionsstelle (z.B. Schmerzen, Blutergüsse)
  • allergische Reaktionen (z.B. Ausschlag, Juckreiz)

Schwerwiegende Nebenwirkungen von Ozempic®

Unter Umständen kann die Behandlung mit Ozempic® auch schwerwiegende Nebenwirkungen auslösen:

  • häufig: Komplikationen bei diabetischer Retinopathie (einer Augenerkrankung bei Diabetes; geht u.a. mit Sehstörungen einher)
  • gelegentlich: akute Bauchspeicheldrüsenentzündung (bspw. mit starken Schmerzen im Bauch- und Rückenbereich)
  • selten: schwere allergische Reaktionen, die etwa zu Problemen beim Atmen und/oder zu starken Schwellungen führen
  • in aktuell unbekannter Häufigkeit: Darmverschluss (eine schwere Verstopfung; z.B. mit krampfartigen Bauchschmerzen, Übelkeit)

Informieren Sie Ihren Arzt vor Behandlungsbeginn immer über alle Erkrankungen und Allergien. So kann er abschätzen, ob Ozempic® tatsächlich für Sie geeignet ist. Bei Bedarf empfiehlt er regelmäßige Kontrolluntersuchungen.

Unklare oder sehr starke Beschwerden während der Behandlung sollten Sie ärztlich abklären lassen. Symptome wie Atemnot oder Benommenheit sind Zeichen für einen medizinischen Notfall – wählen Sie in diesem Fall den Notruf.

Eine vollständige Auflistung aller Ozempic® Nebenwirkungen finden Sie immer in der Packungsbeilage.

Wie lange halten Ozempic® Nebenwirkungen an?

In der Regel halten Ozempic® Nebenwirkungen einige Tage oder wenige Wochen lang an und klingen dann wieder ab. Meist bleiben sie mild und lassen sich gut mit Hausmitteln behandeln.

Typisch sind Nebenwirkungen von Ozempic® am Anfang der Behandlung und bei Dosissteigerungen. Der Körper muss sich in diesen Phasen erst an Semaglutid gewöhnen: Der Wirkstoff greift in den Hormonhaushalt ein und beeinflusst direkt den Blutzucker und die Verdauung.

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Ozempic® Nebenwirkungen

  • länger anhalten als erwartet,
  • sehr stark ausgeprägt sind,
  • im späteren Verlauf der Behandlung auftreten und/oder
  • den Alltag stark einschränken.

Unter Umständen ist es dann sinnvoll, die Dosierung anzupassen oder eine Ozempic® Alternative in Erwägung zu ziehen.

Was tun bei Ozempic® Nebenwirkungen?

Bei vielen Ozempic® Nebenwirkungen können Sie selbst dazu beitragen, die Symptome zu lindern. Oft lohnt es sich zum Beispiel, die Ernährung ein wenig anzupassen.

Die wichtigsten Tipps haben wir hier für Sie zusammengefasst:

Damit diese und andere Nebenwirkungen im Idealfall gar nicht entstehen, verschreibt Ihnen der Arzt anfangs eine niedrige Ozempic® Dosierung. Vertragen Sie die Behandlung gut und zeigen sich positive Effekte auf den Blutzucker, folgt die nächsthöhere Dosis.

Was kann Ozempic® Nebenwirkungen verstärken?

Insbesondere die Ernährung, Alkohol und Medikamente können die Nebenwirkungen von Ozempic® beeinflussen.

Ernährung

Zwischen Ozempic® und Lebensmitteln gibt es eigentlich keine direkten Wechselwirkungen. Dennoch kann die Ernährung zur Entstehung von Nebenwirkungen beitragen: Das liegt daran, dass Semaglutid (der Wirkstoff in Ozempic®) auf die Verdauung wirkt und zum Beispiel die Entleerung des Magens verlangsamt.

Anfangs kann das Verdauungssystem darauf mit leichten Beschwerden reagieren. Nahrungsmittel, die Magen und Darm zusätzlich belasten, verstärken solche Nebenwirkungen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • hochverarbeitete Lebensmittel und Fertiggerichte
  • fettreiche Speisen und Snacks (bspw. Chips, Pizza, Frittiertes)
  • scharfe und/oder stark gewürzte Nahrungsmittel (etwa Salsa, Chili, scharfe Saucen)
  • zuckerreiche Lebensmittel und Getränke (z.B. Limos, Kuchen, Süßigkeiten)
  • Weißmehlprodukte (u.a. Weißbrot, Pasta)

Einzeln oder im Zusammenspiel miteinander können sie:

  • die Bildung von Magensäure anregen
  • die Schleimhäute im Verdauungstrakt reizen und bestehende Schmerzen verschlimmern
  • Übelkeit verstärken
  • die Bildung von Verdauungsgasen fördern (und dadurch Blähungen und Bauchschmerzen verursachen)
  • den Blutzucker stark erhöhen und anschließend schnell wieder abfallen lassen

Wenn Sie Typ-2-Diabetes haben, ist es grundsätzlich sinnvoll, die Ernährung anzupassen – egal ob Sie mit Ozempic® behandelt werden oder nicht. Achten Sie vor allem darauf, ausreichend Ballaststoffe, komplexe Kohlenhydrate, gesunde Fette und Eiweiß zu essen. Das kann Symptome lindern und bei der Anwendung von Semaglutid Nebenwirkungen reduzieren.

Dr. med. Ulrike Thieme, Medizinische Leiterin bei ZAVA

Alkohol

Die Kombination von Alkohol und Ozempic® steigert die Gefahr einer schweren Unterzuckerung. Hier fallen mehrere Effekte zusammen:

  • Ozempic® senkt den Blutzuckerspiegel.
  • Alkoholische Getränke lassen den Blutzucker rasch ansteigen, dann aber auch schnell wieder absacken.
  • Solange die Leber damit beschäftigt ist, Alkohol abzubauen, steuert sie einem niedrigen Blutzuckerspiegel nicht gegen: Sie kann keinen Zucker aus ihren Speichern ins Blut abgeben.

Deshalb sollten Sie während der Behandlung am besten auf Alkohol verzichten. Trinken Sie doch einmal etwas, beschränken Sie sich auf eine sehr geringe Menge und essen zuvor etwas.

Medikamente

Bevor die Behandlung mit Ozempic® beginnt, muss der Arzt alle Medikamente kennen, die Sie gleichzeitig anwenden: Die Wirkstoffe können sich gegenseitig stark beeinflussen. Gerade andere Diabetes-Medikamente lassen den Blutzucker im Zusammenspiel mit Ozempic® zu stark absinken. Deswegen passt der Arzt meist die Dosierung an.

Umgekehrt hat auch Ozempic® Auswirkungen auf andere Arzneimittel: Etwa müssen bei Warfarin und anderen Blutgerinnungshemmern engmaschig die Blutwerte überprüft werden.

Gehen Ozempic® Nebenwirkungen nach der Behandlung weg?

Ja, in der Regel legen sich Ozempic® Nebenwirkungen nach dem Ende der Behandlung. Der Körper braucht etwa 5 Wochen, um den Wirkstoff Semaglutid vollständig abzubauen. Die Abbauprodukte scheiden Anwender nach und nach über den Urin und den Stuhlgang aus. Falls Sie unter Ozempic® Nebenwirkungen leiden, werden die Beschwerden in dieser Zeit allmählich nachlassen.

Wichtig ist, die Anwendung von Ozempic® nicht eigenmächtig abzubrechen. Wenn Begleiterscheinungen stark ausfallen oder sie Ihren Alltag einschränken, sprechen Sie zunächst mit Ihrem Arzt: Er kann Ihnen Tipps geben, um die Beschwerden zu lindern, aber auch eine andere Dosierung oder bei Bedarf eine Ozempic® Alternative empfehlen.

Langzeitnebenwirkungen von Ozempic®

Abschließende Erkenntnisse zu Langzeitnebenwirkungen von Ozempic® liegen noch nicht vor. Gemeint sind mit diesem Begriff Nebenwirkungen, die sich erst nach vielen Monaten oder Jahren der Behandlung zeigen.

Langzeitstudien liefern hier nach und nach neue Ergebnisse. Zwischenzeitlich gab die European Medicines Agency (EMA) etwa beim Thema Schilddrüsenkrebs Entwarnung: Ein Zusammenhang zwischen Semaglutid und der Entstehung von Schilddrüsentumoren konnte nicht bestätigt werden.

Es gibt allerdings einige Nebenwirkungen von Ozempic®, die akut auftreten und langfristige Folgen für Betroffene haben. Dazu gehören:

  • Komplikationen bei einer bestehenden diabetischen Retinopathie (z.B. bleibende Schäden am Auge)
  • Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (z.B. Funktionsverlust der Bauchspeicheldrüse)
  • Darmverschluss (z.B. chronische Verdauungsstörungen)
  • Unterzuckerung (z.B. erhöhtes Risiko für akute Herz-Kreislauf-Erkrankungen)
  • Gallensteine (z.B. Entzündungen der Gallenblase und/oder der umliegenden Strukturen)

Treten Beschwerden auf, die Sie nicht richtig einordnen können, sollten Sie immer mit einem Arzt sprechen. Erwähnen Sie die Behandlung mit Ozempic®, im Idealfall haben Sie die Packungsbeilage bei sich.

Häufig gestellte Fragen

Ist Ozempic® sicher?

Ja, bei Ozempic® handelt es sich um ein sicheres Diabetes-Medikament. Bevor es auf den Markt kam, wurden Wirkung, Risiken und mögliche Nebenwirkungen sorgfältig geprüft.

Hat Ozempic® schlimmere Nebenwirkungen als Wegovy®?

Nein, Ozempic® hat keine schlimmeren Nebenwirkungen als Wegovy®. Beide Medikamente enthalten denselben Wirkstoff (Semaglutid) – allerdings unterschiedlich dosiert, weil sie für verschiedene Behandlungszwecke bestimmt sind. Wegovy® kommt als Abnehmspritze in einer höheren Dosierung zum Einsatz. Deswegen kann hier die Wahrscheinlichkeit von Nebenwirkungen unter Umständen höher sein.

Hat Ozempic® schlimmere Nebenwirkungen als Saxenda®?

Die Nebenwirkungen von Ozempic® und Saxenda® lassen sich nicht 1:1 miteinander vergleichen. Ozempic® enthält den Wirkstoff Semaglutid und wird 1-mal pro Woche angewendet; Saxenda® setzt auf Liraglutid und kommt 1-mal täglich zum Einsatz. Eine Studie an Typ-2-Diabetikern zeigte, dass Anwender von Semaglutid häufiger wegen Nebenwirkungen die Behandlung abbrechen als Anwender von Liraglutid. Um diese Ergebnisse zu bestätigen, ist allerdings noch weitere Forschung nötig.

Hat Ozempic® schlimmere Nebenwirkungen als Mounjaro®?

Ozempic® und Mounjaro® können beide bei Typ-2-Diabetes verschrieben werden und haben typischerweise ähnliche Nebenwirkungen. Möglich sind zum Beispiel Verdauungsbeschwerden wie Übelkeit oder Durchfall. Ein Vergleich der Wirkstoffe Semaglutid und Tirzepatid ergab, dass Verdauungsbeschwerden bei Tirzepatid (in Mounjaro®) etwas häufiger auftreten als bei Semaglutid. Abschließende Erkenntnisse liegen (ähnlich wie bei Liraglutid) noch nicht vor.

Verursacht Ozempic® Haarausfall?

Haarausfall gehört nicht zu den Ozempic® Nebenwirkungen, die in der Packungsbeilage gelistet werden. Ein indirekter Zusammenhang zwischen Ozempic® und Haarausfall kann aber tatsächlich bestehen. Häufig bemerken Anwender, dass sie weniger Appetit haben und abnehmen. Wenn sie über längere Zeit zu wenig essen, beginnt der Körper damit, Energie zu sparen – das Haarwachstum kann darunter leiden.

Verursacht Ozempic® den Abbau von Muskeln?

Ozempic® kann indirekt mit einem Abbau von Muskulatur einhergehen. Anwender haben während der Behandlung häufig weniger Appetit: Wenn sie zu wenig essen und sich gleichzeitig nicht ausreichend bewegen, „opfert” der Körper Muskelmasse, um schnell Energie zu gewinnen.

Verursacht Ozempic® Krebs?

Nein, nach aktuellem Kenntnisstand verursacht Ozempic® keine Krebserkrankungen. Zunächst hatte es den Verdacht gegeben, dass GLP-1-Analoga wie Semaglutid Schilddrüsenkrebs verursachen könnten. Diese Theorie beruhte auf Studien an Nagetieren, deren Physiologie empfindlicher auf die Wirkstoffgruppe reagiert. Untersuchungen an Menschen konnten keinen Zusammenhang zwischen Semaglutid und dem Auftreten von Schilddrüsenkrebs nachweisen.

Was ist das „Ozempic® Face”?

Das Ozempic® Face (auch Ozempic® Gesicht) ist ein umgangssprachlicher Begriff. Er meint typische Veränderungen im Gesicht, die durch einen schnellen Gewichtsverlust mit Abnehmspritzen entstehen. Bei vielen Anwendern zeigen sich einfallende Wangen, Falten und schlaffere Haut um Mund, Kiefer und Hals. Unter Umständen zeigen sich Augenringe stärker und das Gesicht macht insgesamt einen fahlen, müden Eindruck. Mit der Zeit kann sich das Ozempic® Gesicht wieder zurückbilden.

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Natalia Olaizola-Heil Medizinische Autorin

Natalia Olaizola-Heil erhielt nach dem Studium der Pharmazie an der Freien Universität Berlin 1997 ihre Approbation als Apothekerin. Sie arbeitete sowohl in Krankenhausapotheken als auch in öffentlichen Apotheken und absolvierte Weiterbildungen im Bereich Ernährungsberatung und Palliativmedizin. Natalia Olaizola-Heil unterstützt ZAVA bei der medizinischen Texterstellung und -prüfung.

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