Ernährung und Hausmittel bei Magen-Darm-Grippe

Dr. Emily Wimmer

Medizinisch geprüft von

Dr. Emily Wimmer

Letzte Änderung: 07 Dez 2020

Ein Magen-Darm-Infekt ist äußerst unangenehm, viele Patienten fragen sich „Was kann ich dafür tun, dass er schnell wieder vergeht, was darf ich überhaupt essen und welche Hausmittel helfen?“ Im Folgenden werden Ihre Fragen zu diesem Thema beantwortet.

Inhalt

Was darf ich essen?

Wenn Sie sich über die richtige Ernährung während einer Magen-Darm-Grippe informieren, lesen Sie vielleicht öfter das Wort „Schonkost“. Doch was ist damit gemeint? Ziel ist es dafür zu sorgen, dass Ihre Magen-Darm-Schleimhaut nicht noch zusätzlich durch falsche Lebensmittel gereizt wird. Kleine Mahlzeiten und ausreichendes Kauen sind wichtige Maßnahmen und unterstützen den Verdauungsvorgang. Es gibt unterschiedliche Meinungen darüber, ob Sie gewisse Lebensmittel komplett meiden sollten. Generell gibt es allerdings Nahrungsmittel, die Ihren Verdauungstrakt besonders reizen.

Besonders gut verträglich sind:

  • Bananen: Wirken stopfend und sind reich an Kalium.
  • Geriebener Apfel mit Schale: Darin enthaltene Pektine wirken Durchfällen entgegen.
  • Gemüse: Bestenfalls gedünstet oder gekocht.
  • Kartoffeln
  • Zwieback
  • Magere Fleischsorten, z.B. Hähnchenfleisch.
  • Elektrolyt-Trinklösungen aus der Apotheke: Diese enthalten eine besondere Zusammenstellung an Inhaltsstoffen, um Ihren Flüssigkeits- und Elektrolytverlust auszugleichen.
  • Falls Ihr Kind bereits Beikost isst, eignet sich insbesondere Brei aus Karotten oder Kartoffeln. Zerdrückte Banane ist ebenfalls bekömmlich.

Was sollten Sie mit Vorsicht genießen?

  • Brot: Vollkornprodukte oder frisches Brot eher meiden.
  • Nudeln und Reis: Auch hierbei auf Vollkornprodukte verzichten.
  • Fettige Fleischsorten: Besser auf magere Varianten zurückgreifen
  • Gemüse: Rohkost ist weniger bekömmlich.
  • Obst: Bananen und Äpfel (gerieben) können Sie essen, ansonsten besser verzichten

Lebensmittel, die Sie meiden sollten

Meiden sollten Sie vor allem folgende Lebensmittel:

  • Fettige Speisen
  • Scharfes Essen
  • Kohlensäurehaltige Getränke (z.B. Sprudelwasser, Limonaden, Cola)
  • Kaffee
  • Milchprodukte
  • Alkohol und Zigaretten
  • Zucker (dies gilt auch für Früchte, mit Ausnahme von Bananen oder Äpfeln)
  • Nuss-/ Nougatcreme
  • Snacks: Chips, Salzstangen, süßes Gebäck

Ballaststoffreich oder lieber ballaststoffarm?

Ballaststoffe können die Verdauung anregen. Dies ist bei einem Magen-Darm-Infekt von Nachteil. Daher sollten Sie ballaststoffreiche Lebensmittel, wie z.B. Vollkornprodukte, Müsli, (Back-)Obst und Beeren vermeiden.

Cola und Salzstangen – Hilft es wirklich?

In der Literatur gibt es unterschiedliche Meinungen zu diesem Thema. Generell gilt allerdings, dass Sie zuckerhaltige Getränke mit Kohlensäure meiden sollten. Cola enthält beides, daher sollten Sie hiervon eher die Finger lassen. Kinder können durch den enthaltenen Zucker sogar stärkere Durchfälle bekommen.

Salzstangen können einen stopfenden Effekt haben und den Natriumhaushalt ausgleichen. Das gilt aber nur für Erwachsene. Insbesondere kleine Kinder sollten während eines Magen-Darm-Infektes auf salziges Essen verzichten, da das enthaltene Salz die Blutsalze negativ verändern kann.

Viel trinken ist wichtig – nur was genau?

Durch häufige Brechdurchfälle kann Ihr Körper viel Flüssigkeit verlieren. Eine der wichtigsten Maßnahmen ist daher ausreichend zu trinken, um eine Dehydratation (Austrocknung) zu verhindern. Doch was darf bei einer Magen-Darm-Grippe getrunken werden? Hier finden Sie unsere Übersicht:

Was darf ich trinken?

Wasser

Greifen Sie zu Wasser ohne Kohlensäure. Trinken Sie über den Tag verteilt 2-3 Liter. Um Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden, helfen kleine Schlucke.

Tee

Tee ist gut, um für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu sorgen. Auch hier gilt: Kleine Schlucke über den Tag verteilt trinken. Bitte nehmen sie den Tee im besten Fall ungesüßt zu sich, da Zucker Durchfälle verstärken kann. Besonders geeignet sind:

  • Fenchel-Anis-Kümmel-Tee: Wirkt entblähend.
  • Teesorten mit Gerbstoffen (z.B. Schwarz- oder Heidelbeertee): Gerbstoffe wirken stopfend und beruhigen die Magen-Darm-Schleimhaut.
  • Frauenmanteltee: Hilft u.a. gegen Durchfallerkrankungen.
  • Ingwertee: Ingwer wird als pflanzliches Mittel gegen Übelkeit eingesetzt und kann bei einer Magen-Darm-Grippe wohltuend sein.

Brühe

Klare Brühe kann Ihrem Körper fehlende Flüssigkeit liefern.

Saftschorlen

Allgemein sollten Sie Fruchtsäfte besser vermeiden. Diese sind reich an Fruchtzucker und können Durchfälle verschlimmern. Vielen Patienten fällt es leichter Flüssigkeit mit Geschmack zu trinken. Sie können daher etwas Fruchtsaft mit stillem Wasser mischen (spritzige Apfelschorle ist eher ungeeignet). Je weniger Fruchtsaft Sie zu sich nehmen, desto schonender ist es für Ihren Magen-Darm-Trakt.

Pflanzliche Milch

Kann pflanzliche Milch im Falle eines Magen-Darm-Infektes eine gute Alternative zu tierischen Milchprodukten sein? Eine allgemeine Antwort ist nur schwer möglich. Hören Sie daher auf Ihren Körper. Manche Patienten reagieren auf Sojamilch mit Blähungen und Durchfall, andere Patienten vertragen sie gut.

Kokosmilch ist oft sehr fettig, daher sollten Sie diese besser meiden.

Welche Getränke sollte ich meiden?

Kohlensäurehaltige Getränke

Limos, Apfelschorle, Cola und Sprudelwasser etc. sollten Sie meiden, denn die enthaltene Kohlensäure kann Ihren Magen-Darm-Trakt zusätzlich belasten.

Saft

Säfte enthalten Fruchtzucker und sind oft säurehaltig. Es ist daher ratsam während eines Magen-Darm-Infektes darauf zu verzichten, um der ohnehin schon angeschlagenen Magen-Darm-Schleimhaut nicht zu schaden.

Milch und Milchprodukte

Auf Milchprodukte sollten Sie verzichten. Sie enthalten Milchzucker und Fett. Im Falle eines Magen-Darm-Infektes können sie der Verdauung schaden.

Alkoholische Getränke

Bitte verzichten Sie während eines Magen-Darm-Infektes auf den „Magenschnaps“. Dieser greift die Magenschleimhaut zusätzlich an und kann so zu einer Verschlechterung der Symptome führen. Eine Kombination aus Alkohol und Zigaretten verstärkt dies noch.

5 Hausmittel-Tipps bei Magen-Darm-Grippe

Bei einer Magen-Darm-Grippe verschaffen oft schon einfache Hausmittel oder pflanzliche Medikamente aus der Apotheke Linderung.

Wichtig: Bitte beachten Sie, dass Sie bei schweren Verläufen einen Arzt aufsuchen sollten. Anzeichen hierfür sind anhaltende Beschwerden, blutige Durchfälle, hohes Fieber, Schläfrigkeit oder Verwirrtheit. Säuglinge unter 3 Monaten sollten in jedem Fall zum Kinderarzt

Nutzen Sie Wärme gegen die Schmerzen

Wärme kann einen krampflösenden Einfluss haben. Daher helfen Wärmflaschen oder Kirschkernkissen oft bei Magen-Darm-Infekten. Sie können sich auch eine Kartoffelauflage zubereiten. Hierfür geben sie gekochte und zerdrückte Kartoffeln in ein Baumwolltuch und legen es auf Ihren Bauch. Bitte beachten Sie, dass hierbei eine Verbrennungsgefahr für Ihre Haut besteht. Bei hohem Fieber ist Wärmeeinwirkung nicht empfohlen.

Besorgen Sie sich rezeptfreie Magen-Darm-Mittel

Es gibt einige rezeptfreie, pflanzliche Mittel, die gegen Magen-Darm-Beschwerden helfen können. Bitte sprechen Sie vorher mit Ihrem Apotheker und erzählen Sie dort von allen Medikamenten, die Sie täglich einnehmen. Einige pflanzliche Mittel können zu starken Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln führen.

Es gibt Tropfen auf Uzarawurzel-Basis, die gute Wirkung gegen Durchfälle zeigen. Beachten Sie, dass dieses Arzneimittel Alkohol enthält und daher nicht bei Lebererkrankungen eingesetzt werden sollte. Es ist erst für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. Für Schwangere oder stillende Mütter ist es nicht empfohlen, da es in diesem Bereich zu wenig Erfahrungswerte gibt. Der Hersteller gibt an, dass die Tropfen nicht bei bakteriellen Erregern angewendet werden sollten. Ein Anzeichen hierfür können blutige Durchfälle sein. Suchen Sie in diesem Fall bitte einen Arzt auf.

Eine weitere Möglichkeit sind Tropfen mit Schöllkraut und anderen Heilkräutern. Sie helfen bei Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen. Bitte beachten Sie, dass Schöllkraut nicht bei einer Leberschädigung angewendet werden sollte. Informieren Sie sich vorher bei Ihrem Arzt oder Apotheker.

Lindern Sie die Symptome mit Adsorbentien und Quellstoffen

Unter Adsorbentien versteht man Stoffe, die bestimmte Erreger oder Gifte aus dem Körper schleusen können. Hierzu zählen z.B. Aktivkohle, weißer Ton oder Heilerde. Sie sollten nur bei leichten Verläufen angewendet werden.

Warnhinweis: Lassen Sie sich zu Adsorbentien immer vom Apotheker beraten. Bei einigen Medikamenten (z.B. Herzglykoside gegen Herzinsuffizienz) sind Wechselwirkungen möglich. Auch die Wirksamkeit von oralen Kontrazeptiva (Pille) kann durch die Einnahme vermindert werden.

Quellstoffe wie z.B. Flohsamenschalen können bei Durchfall helfen, indem sie das überschüssige Wasser binden und ausschwemmen. Nehmen Sie bei Durchfall ca. 5g Flohsamenschalen 1-6x/Tag zu sich. Wichtig: Immer mit ausreichend Flüssigkeit einnehmen!

Flohsamenschalen können ebenfalls zur Behandlung von Verstopfung angewendet werden. Dies klingt im ersten Moment paradox. Als Quellstoffe wirken sie in diesem Fall dadurch, dass sie den Stuhl weichmachen und die Darmpassage anregen.

Regulieren Sie Ihren Darm mit Probiotika

Probiotika sind lebendige Organismen, die einen Gesundheitsnutzen bringen können. Es handelt sich dabei z.B. um Milchsäurebakterien oder Hefen. Sie können eine schützende Wirkung auf die Magen-Darm-Flora haben und somit auch bei Magen-Darm-Infektionen helfen. Bitte beachten Sie, dass Menschen mit Immunschwäche (z.B. HIV-Infektion oder nach Leber-/ Knochenmarkstransplantation, etc.) oft nicht für eine Therapie mit Probiotika geeignet sind. In diesen Fällen kann es zu starken Nebenwirkungen kommen. Sprechen Sie vorher mit Ihrem Arzt.

Gleichen Sie Ihren Elektrolythaushalt aus

Wenn Sie Schwierigkeiten haben Nahrung bei sich zu halten, können Ihnen neben Flüssigkeit auch bestimmte Elektrolyte (Blutsalze) fehlen. Diese sind sehr wichtig, um den Wasserhaushalt und pH-Wert des Blutes zu regulieren. Sie spielen bei allen Abläufen im Körper eine wichtige Rolle. Um Ihren Elektrolythaushalt auszugleichen, können Sie in der Apotheke sogenannte Elektrolytlösungen zum Trinken kaufen.

Magen-Darm-Grippe bei Kindern

Wenn sich Ihr Kind aufgrund einer Magen-Darm-Infektion windet und leidet, sind Sie als Eltern im ersten Moment oft überfordert. Insbesondre kleinen Kindern können Sie die Situation meist nicht erklären. Schnelle Hilfe kann z.B. eine Wärmfalsche oder ein Kirschkernkissen bieten, um Bauchkrämpfe und damit verbundene Schmerzen zu lindern.

Was darf mein Kind (nicht) essen und trinken?

Säuglinge, die gestillt werden, sollten unbedingt weiterhin mit Muttermilch versorgt werden. Es kann unter Umständen helfen die Stillfrequenz zu erhöhen, dafür aber die Stillzeit zu verringern. Sollte Ihr Kind Muttermilchersatzprodukte bekommen, verdünnen Sie diese nicht mehr als sonst. Magen-Darm-Infekte bei Säuglingen unter 3 Monaten sollten stets ärztlich abgeklärt werden.

Auch bei älteren Kindern sollten Sie darauf achten, dass diese ausreichend trinken. Zuckerhaltige Getränke oder Lebensmittel (z.B. Cola) sollten Sie besser vermeiden. Es ist empfehlenswert mehrmals täglich kleinere Portionen anzubieten.

Welche Hausmittel sind auch für Kinder geeignet?

Sie können Ihren Kindern ebenfalls Wärmflaschen oder Kirschkernkissen zur Milderung der Bauchkrämpfe geben. Seien Sie bitte mit pflanzlichen Mitteln vorsichtig, da diese oft erst ab gewissen Altersstufen zugelassen sind oder Alkohol enthalten. Fragen Sie am besten Ihren Apotheker oder Arzt um Rat.

Wann zum Arzt oder ins Krankenhaus?

Säuglinge unter 3 Monaten sollten generell einem Arzt vorgestellt werden. Bei älteren Kindern gilt, dass Fieber über 39.0°C abgeklärt werden sollte.

Falls Ihr Kind Anzeichen einer Austrocknung (Dehydratation) zeigt, sollten Sie ein Krankenhaus aufsuchen. Hierzu zählen vor allem Schläfrigkeit, Verwirrung oder Kreislaufinstabilität. Kontaktieren Sie im Zweifel immer einen Arzt.

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Medizinisch geprüft von:
Dr. Emily Wimmer Ärztin

Dr. Emily Wimmer ist seit 2015 eine unserer deutschen Ärzte bei ZAVA. 2009 schloss sie ihr Studium der Humanmedizin an der Universität zu Lübeck ab. Danach arbeitete sie in der Abteilung für Hämatologie und Onkologie an der MedUni Wien sowie als Assistenzärztin in Hamburg bzw. Prüfärztin am Hamburger Institut für Versorgungsforschung in Dermatologie. Seit 2020 arbeitet Sie zudem in Teilzeit in der Praxis von Dr. Jürgen Kolbeck in Hamburg.

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Artikel erschienen: 07 Dez 2020

Letzte Änderung: 07 Dez 2020

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