Teebaumöl gegen Feigwarzen

Wie hilft australisches Teebaumöl gegen Feigwarzen?

Letzte Aktualisierung: 12 Jun 2019

Verschiedengroße Gläser Teebaumöl stehen auf einem Tisch. Teebaumöl gilt als Mittel gegen Feigwarzen.
Inhalt

Zu einer der häufigsten durch sexuellen Kontakt übertragbaren Krankheiten zählen die durch humane Papillomaviren verursachten Feigwarzen. Zur effektiven Behandlung der akuten Symptome kann neben auftragbaren Salben wie Wartec Creme oder Aldara Creme auch aus Pflanzen gewonnenes Teebaumöl eingesetzt werden. Mit seinem breiten Einsatzbereich stellt es eine alternative Behandlungsmethode bei einigen viral oder bakteriell ursächlichen Erkrankungen dar. Dieser Artikel informiert über die Eigenschaften, Herstellung und Anwendung des natürlichen Wirkstoffes Teebaumöl.

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Was sind Feigwarzen?

Bei Feigwarzen handelt es sich um durch Papillomaviren hervorgerufene Wucherungen im Intimbereich. Nach einer Übertragung der Viren beim sexuellen Kontakt verweilen die Erreger oft inaktiv im Körper, während sie sich zunächst symptomfrei vermehren.

Durch verschiedene Faktoren, jedoch meist durch eine vorübergehende Schwächung des Immunsystems, kann die stille Infektion aktiv werden und an betroffenen Stellen des Körpers entwickeln sich Feigwarzen. Die meist als störend empfundenen, wuchernden Knoten können einen Juckreiz oder Blutungen zur Folge haben und sollten behandelt werden. Dadurch lassen sich nicht nur die akuten Symptome mildern, sondern auch Sexualpartner vor einer Ansteckung schützen. Feigwarzen sind extrem ansteckend.

Was ist Teebaumöl und wie wird es hergestellt?

Teebaumöl ist ein ätherisches Öl, das heute industriell durch Wasserdampfdestillation aus den Zweigen des australischen Teebaums (Melaleuca alternifolia) gewonnen wird. Die Blätter des Teebaumes werden dabei so lange durch Wasserdampf erhitzt, bis sie das ätherische Öl freisetzen. Durch die unterschiedliche Dichte des Wassers und des Öls, kann aus der gewonnenen Öl-Wasser-Mischung das Reinprodukt gewonnen werden. Da die Ernte nur einmal pro Jahr erfolgt und für die Gewinnung von 10 Liter Teebaumöl etwa 1500 Bäume benötigt werden, ist die Gewinnung immer noch sehr aufwendig und das Öl teuer.

Das Öl wird bereits seit hunderten von Jahren von der australischen Urbevölkerung gegen verschiedene Krankheitsbilder eingesetzt und war vor der Entdeckung von Antibiotika wie Penicillin ein häufig eingesetzter antimikrobieller Wirkstoff. Auch in vielen kosmetischen Produkten wie Shampoo, Rasieröl oder Zahnpasta finden sich Zusätze des australischen Öls. In der Alternativmedizin wird es gegen Akne, Pilz- und Bakterienerkrankungen eingesetzt. Teebaumöl ist ein Gemisch aus über 100 Wirkstoffen, von denen die wichtigsten verschiedene Terpen-Alkohole wie Terpinen-4-ol oder α-Terpinen sind. Diese müssen in offiziellen Teebaumöl-Produkten mindestens 30 Prozent ausmachen und sind zum Großteil für die antiviralen und desinfizierenden Eigenschaften verantwortlich.

Wie kann Teebaumöl bei Feigwarzen helfen?

Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse lassen darauf schließen, dass Bestandteile des Teebaumöls einen direkten antiviralen Effekt haben und somit die Viren bereits vor dem Eindringen in die Zellen des Körpers bekämpfen. Es wird vermutet, dass die Komponenten direkt mit der die Viren umgebenden Proteinhülle interagieren und so das Eindringen der Viruspartikel in Körperzellen verhindern. Dadurch wird die Virusreplikation gestoppt. Somit kann eine bestehende Infektion eingedämmt und die akuten Symptome abgeschwächt werden. Auch gegen Bakterien und Pilze kann Teebaumöl als antimikrobieller Wirkstoff mit einem breiten Spektrum eingesetzt werden.

Zudem hat das Teebaumöl eine breite antimikrobielle Aktivität und wirkt antiinflammatorisch (antientzündlich) der körpereigenen Entzündungsreaktion entgegen. Durch seine lipophilen Eigenschaften kann es genau wie künstlich hergestellte Salben leicht in die Hautschichten eindringen und dort sogar die Wundheilung beschleunigen. Der Einsatz von Teebaumöl soll zudem einen protektiven Faktor in der Vorbeugung von Hautkrebs darstellen.

Wie wird Teebaumöl gegen Feigwarzen angewendet?

Das Teebaumöl kann vom Patienten direkt auf die von Feigwarzen betroffenen Stellen aufgetragen werden. Es empfiehlt sich unmittelbar nach der Anwendung unbedingt, die Hände zu waschen und zu desinfizieren oder Einmalhandschuhe zu tragen, um eine Verbreitung der hoch ansteckenden Erreger auszuschließen. Bei jeder Anwendung besteht zudem ein Risiko einer allergischen Reaktion der Haut gegen Bestandteile des Öls. In diesem Fall oder bei einer Verschlimmerung der Symptomatik sollte die Anwendung sofort abgebrochen und ein Arzt aufgesucht werden. Treten keine Hautreaktionen oder andere Nebenwirkungen auf, kann das Öl mehrmals täglich angewendet werden, solange bis die Symptome verschwunden sind.

Das Teebaumöl sollte kühl sowie vor Luft und Licht geschützt aufbewahrt werden, da sich sonst durch oxidative Prozesse der Anteil an Allergien verursachenden Substanzen (Allergenen) im Öl erhöhen kann und die Gefahr einer Kontaktallergie steigt.

Wo kann man Teebaumöl kaufen?

Man kann Teebaumöl in Apotheken, Drogerien und Supermärkten rezeptfrei kaufen. Dabei sollte man darauf achten, dass es sich bei dem Produkt um reines australisches Teebaumöl ohne Zusätze handelt. Die Kosten für eine Behandlung mit Teebaumöl werden von den gesetzlichen Krankenkassen bisher nicht übernommen.

Welche weiteren Behandlungsmöglichkeiten gegen Feigwarzen gibt es?

Wer die Anwendung und den möglichen Erfolg des natürlichen Wirkstoffs Teebaumöl nicht abwarten möchte, dem kann eine medikamentöse Feigwarzen-Behandlung empfohlen werden.

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Dr. Friederike Ebigbo ist Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Derzeit arbeitet sie an einer Frauenklinik in der Schweiz. Sie schloss 2011 das Medizinstudium an der Technischen Universität München ab.

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Letzte Aktualisierung: 12 Jun 2019



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