Genitalherpes beim Mann

Dr Friederike Ebigbo

Medizinisch geprüft von

Dr. Friederike Ebigbo

Letzte Änderung: 05 Sep 2019

Wie zeigt sich Genitalherpes beim Mann und wie wird er behandelt?

Inhalt
Mann mit Genitalherpes

Der Genitalherpes stellt eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten weltweit dar. Gerade beim Mann steigen die Zahlen der Infektionen in der westlichen Welt an.

Klassischerweise ist die Ursache für den Genitalherpes (Herpes genitalis) beim Mann das Herpesvirus Typ 2 (Herpes-simplex-Virus 2). Jedoch kann auch der Herpesvirus Typ 1 (Herpes-simplex-Virus 1), der typischerweise den Lippenherpes verursacht, zu einer Infektion im Genitalbereich führen.

Männer mit Genitalherpes können sich direkt bei Zava in einer Online-Behandlung beraten lassen. Der Genitalherpes ist nicht heilbar, jedoch lassen sich die Auswirkungen mit der richtigen Behandlung in den Griff bekommen.

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Welche Genitalherpes-Symptome zeigen sich bei einer Infektion beim Mann?

Bei der Symptomatik unterscheidet man zwischen der Primärinfektion und einem Rezidiv, also einer wiederkehrenden Herpesinfektion.

Der Zeitraum zwischen der Infektion und dem Auftreten der ersten Symptome liegt bei etwa einer Woche. Bei einer Primärinfektion sind die ersten Symptome Jucken, Spannungsgefühle, Kribbeln und Taubheit im betroffenen Areal. Die typischen Herpesbläschen, an denen man die Infektionskrankheit erkennen kann, treten bei Männern klassischerweise an der Eichel und an der die Eichel nach hinten begrenzenden Vertiefung auf. Häufig ist auch eine Ausbreitung an der Vorhaut oder dem Penisschaft erkennbar. Beim Mann hingegen seltener ist ein Auftreten im gesamten Genitalbereich, dem Bereich des Anus oder des Oberschenkels. Die Bläschen treten einzeln oder in kleinen Gruppen auf, die umgebende Haut ist gerötet. In den Bläschen befindet sich eine infektiöse Flüssigkeit. Nach einigen Tagen platzen die Bläschen und verkrusten. Die Lymphknoten in der Nachbarschaft, vor allem in der Leiste, können geschwollen sein. Allgemeine Krankheitsanzeichen wie Fieber oder Schwäche können auch Anzeichen einer Herpesinfektion sein.

Wie zeigt sich ein rezidivierend auftretender Genitalherpes beim Mann?

Bei einem Rezidiv sind die Symptome meist schwächer ausgeprägt als bei der Primärinfektion. Viele Rezidive verlaufen bei Männern auch komplett symptomlos, die Erreger werden nur ausgestoßen. Wenn das gleiche Hautareal betroffen ist, zeigen sich besonders schwache Symptome. Die Häufigkeit der Rezidive unterscheidet sich sehr stark. Der Durchschnitt liegt bei etwa 4 im Jahr. 90 Prozent der Erstinfizierten zeigen ein Rezidiv im ersten Jahr. Männer erleiden jedoch häufiger Rezidive als Frauen. Besonders häufig betroffen sind Infizierte mit dem Typ 2 Herpesvirus, bei dem die Rezidivrate besonders hoch ist.

Nur bei etwa 10 bis 25 Prozent der mit dem Herpesvirus Typ 2 infizierten Männer kommt es zu diesen offensichtlichen Infektionszeichen. Der Großteil der Infektionen bleibt demnach unentdeckt. Die Betroffenen wissen demnach nicht, dass sie den Virus in sich tragen.

Wie stecken sich Männer mit Genitalherpes an?

Die mit Abstand häufigste Übertragungsform für Genitalherpes ist für den Mann der Geschlechtsverkehr mit infizierten Sexualpartnern. Die Übertragung erfolgt über einen Kontakt der Schleimhäute. Gerade ungeschützter Verkehr birgt die Gefahr einer Übertragung. Durch Oralverkehr mit einer an Lippenherpes infiziertem Sexualpartnerin oder einem infiziertem Sexualpartner kann eine Infektion des Genitals mit dem Typ 1 Erreger ausgelöst werden. Die Zahl der Infektionen bei Männern durch den Typ 1 Herpesvirus steigt deutlich an. Dies wird darauf zurückgeführt, dass sich das Sexualverhalten verändert und häufiger Oralverkehr praktiziert wird. Die Durchseuchungsrate mit dem Typ 1 Herpesvirus ist zudem sehr hoch. Ungefähr 90 Prozent der Erwachsenen in der westlichen Welt tragen den Virus in sich.

Damit es zu einer Übertragung kommen kann, muss bei beiden Virustypen eine aktuelle Läsion, also eine Schädigung oder Verletzung der Schleimhaut vorliegen. Diese kann jedoch so klein sein, dass sie von den Betroffenen nicht bemerkt wird.

Ein besonders hohes Risiko an Herpes genitalis zu erkranken besteht, wenn der Geschlechtspartner oder die Geschlechtspartnerin häufig gewechselt wird. Kommt ein Mann auf über 50 GeschlechtspartnerInnen in seinem Leben, liegt die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung bei etwa 70 Prozent.

Wie gelangt der Virus in den Körper?

Die Eintrittspforte für den Virus sind die Haut und die Schleimhäute. Bei Männern in der Regel die Haut des Penis. Der Virus vermehrt sich zunächst auf dem betroffenen Hautareal und sorgt für die lokale Infektion. Der Virus bleibt auch bei einem Abklingen der akuten Infektion im Körper, da er sich in Lymphknoten, Nervenganglien oder auch direkt in Epithelzellen einnisten kann. Die Herpesviren können sich entlang von Nervenfasern bewegen und sich in entsprechenden Nervenzellkörpern verstecken. Das Immunsystem kann hier nicht gegen den Virus vorgehen, weshalb er dort für den Rest des Lebens verweilt. Im Fall eines Rezidivs wandert er über den Nerv zurück und löst eine erneute Infektion aus.

Wie schützen sich Männer vor einer Übertragung?

Grundsätzlich gilt bei dem Geschlechtsverkehr mit Betroffenen eine besondere Vorsicht. Männer schützen sich am besten durch ein Kondom. Ein hundertprozentiger Schutz kann durch ein Kondom nicht gewährleistet werden, weshalb im Zweifelsfall auf den Geschlechtsverkehr verzichtet werden sollte. Besonders ansteckend sind sichtbare Symptome wie offene Bläschen, gerade wenn aus ihnen Flüssigkeit austritt. Aber auch Rötungen können schon zu einer Übertragung führen. Kondome bieten nur einen bedingten Schutz, da es nicht zwangsläufig alle infizierten Stellen bedeckt bzw. nicht alle möglichen Eintrittspforten schützt.

Es ist zu beachten, dass auch eine Infektion möglich ist, wenn der Geschlechtspartner zwar infiziert, jedoch symptomlos ist. Da auch eine aktive Entzündung symptomlos verlaufen kann, ist selbst bei vorsichtigem Verhalten eine Ansteckung möglich. Der Einsatz von Kondomen bietet keinen hundertprozentigen Schutz, senkt jedoch das Risiko.

Wie wird ein Genitalherpes bei Männern behandelt?

Der Herpes genitalis wird durch den Einsatz von Aciclovir oder Valaciclovir behandelt. Bei beiden handelt es sich um Virustatika, die speziell gegen Herpesviren wirken. Sie verhindern deren Vermehrung und bekämpfen so die Infektion. Gesunde Zellen werden von den Medikamenten nicht angegriffen. In der Regel werden bei einem akuten Schub die Tabletten täglich über einen Zeitraum von 5 Tagen vom Arzt verordnet. Es handelt sich um rezeptpflichtige Medikamente. Sie können bei Zava das Rezept anfordern. Dazu füllen Sie einfach einen medizinischen Fragebogen zu Ihrer Infektion aus.

Wie kann einem erneuten Auftreten des Herpes genitalis entgegengewirkt werden?

Mit einer gesunden Lebensführung kann Rezidiven vorgebeugt werden. Dazu zählt neben der Vermeidung von Stress und Schlafmangel auch eine gesunde Ernährung. Erkältungen, andere Erkrankungen und Schwächungen des Immunsystems begünstigen einen Ausbruch des Herpesvirus, weshalb Sie sich vor diesen so gut wie möglich schützen sollten.

Auch Reize auf die Haut wie UV-Belastung, Verbrennungen, Austrocknen oder andere Verletzungen können zu einem Rezidiv führen. Die betroffenen Regionen sollten demnach vor übermäßiger Sonneneinstrahlung oder UV-Strahlen aus dem Solarium geschützt werden. Eine gute Hautpflege hilft einen Infektionsausbruch zu vermeiden.

Kommt es besonders häufig zu Rezidiven, kann Aciclovir oder auch Valaciclovir zur Vorbeugung eingenommen werden. Tritt ein Rezidiv mindestens sechsmal in einem Jahr auf, so ist allgemein eine solche Behandlung zu diskutieren. Der Arzt wird in dem Fall eine Behandlung über einen Zeitraum von mehreren Monaten empfehlen.

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Dr. Friederike Ebigbo Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe

Dr. Friederike Ebigbo ist Oberärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe. Derzeit arbeitet sie an einer Frauenklinik in der Schweiz. Sie schloss 2011 das Medizinstudium an der Technischen Universität München ab.

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